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Lernreflexion - Vergleich der Marien-Erscheinungen Lourdes (1858) und Marpingen (1876/77)

Ausarbeitung 2011 6 Seiten

Theologie - Systematische Theologie

Leseprobe

Vergleich der Marienerscheinungen Lourdes (1858) und Marpingen (1876/77) – Welche Kriterien liegen der Anerkennung Lourdes durch die Kirche zugrunde und welche Rückschlüsse lassen sich daraus für die Nichtanerkennung der Marien Erscheinungen im saarländischen Marpingen ziehen?

Im Laufe des 19. Jahrhunderts kam es zu einer Reihe von Umwälzungsprozessen, zum einen auf politischer als auch auf sozial-struktureller Ebene. In ebensolchen Umbruchsituationen sind die Menschen gezwungen, sich ihrer neuartigen Lage entsprechend anzupassen.

Dennoch lässt sich in eben diesen Neuordnungsphasen ein vermehrtes Auftreten speziell von Marienerscheinungen feststellen.[1]

Diese Tendenz zur Verehrung Marias liegt vor allem in ihrer biblischen Rolle begründet: Sie empfing Jesu durch das Wirken des Heiligen Geistes und verkörpert die Jungfräulichkeit bis zur Geburt.[2] Somit ist sie nicht nur der Inbegriff christlicher Maxime wie Keuschheit und Reinheit, ihr kommt durch ihre Rolle als Gottesmutter auch die wirkungsmächtige Symbolfunktion von Nächstenliebe und Gutmütigkeit zu. Eben diese durchweg positive Konnotation machte sie im christlichen Glauben zur idealen Mittlerin zwischen Göttlichkeit und Irdischem, so dass sie vor allem in privaten Gebeten um Rat, Schutz und Vergebung angerufen wurde.

Die Marienerscheinungen an sich sind zunächst semantisch als göttliches Einwirken auf das menschliche Seelenleben zu verstehen, welches dem Visionär die – in der Regel – unsichtbaren Heiligen, in diesem Falle Maria, für die sinnliche Wahrnehmung gegenwärtig macht.[3] Diese Visionen werden nach kirchlicher Lehre dabei zu den Privatoffenbarungen gezählt, welche sich vornehmlich durch ihre mahnende und auf Rückbesinnung drängende, sowie Detailwissen vermittelnde Funktion auszeichnet.[4]

[...]


[1] Blackbourn, David: Wenn ihr wieder seht, fragt sie, wer sie sei. Marienerscheinungen in Marpingen. Aufstieg und Niedergang des deutschen Lourdes, Reinbek bei Hamburg, S. 39

[2] Lexikonred. des Verl. F. A. Brockhaus (Hg.): Der Brockhaus, Religionen. Glauben, Riten, Heilige, 2. Auflage, Mannheim 2004, S. 414.

[3] Beinert, Wolfgang (Hg.): Lexikon der katholischen Dogmatik, 3. Auflage, Wien 1991, S.358 (Marienerscheinungen).

[4] Beinert, Wolfgang (Hg.), S. 359.

Details

Seiten
6
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656154167
Dateigröße
397 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v190785
Institution / Hochschule
Universität Potsdam – Institut für Religionswissenschaft
Note
1,3
Schlagworte
Marienerscheinungen Lourdes Marpingen Religionswissenschaft Wunder Wunderheilung Katharina Hubertus Susanna Leist und Margaretha Kunz Marienkapelle im Härtelwald

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