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Eine Analyse der Naturzustandstheorie des Thomas Hobbes insbesondere im Leviathan

Seminararbeit 2009 11 Seiten

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Geschichtlicher Hintergrund zur Entstehungszeit des Leviathan

3 Menschenbild Hobbes’

4 Naturzustand bzw. “Krieg Jeder gegen Jeden“
4.1 Konflikttheorie im Naturzustand
4.2 Merkmale des Naturzustandes
4.3 Folgen des Naturzustandes
4.4 Wege aus dem Naturzustand

5 Kritik an Naturzustandstheorie Hobbes’

6 Fazit

7 Bibliographie

1 Einleitung

Thomas Hobbes war einer der wichtigsten und bekanntesten Theoretiker des 17. Jahrhunderts. Seine Staatstheorie bildet den zentralen Bestandteil seines Schaffens. In dieser Hausarbeit werde ich mich mit der Analyse der von Hobbes oft benannten Konstellation des Naturzustandes befassen. Diese Analyse werde ich vorrangig auf Hauptwerk Hobbes’, den „Leviathan“, beziehen. Die englische Fassung des „Leviathan“ erschien 1651. Zunächst werde ich daher mit einer Schilderung der englischen Geschichte in dieser Zeit beginnen, da die Verhältnisse in England einen gewissen Einfluss auf die Entwicklung der Naturzustandstheorie von Hobbes hatten. Anschließend werde ich das Menschenbild Hobbes’ erläutern und schließlich mit der konkreten Analyse des Naturzustandes beginnen. Hierbei werde ich auf die Entstehung, die Merkmale, die Folgen und den Weg aus dem Naturzustand eingehen. Abschließend werde ich noch auf einige Kritikpunkte an der Hobbesschen Theorie des Naturzustandes eingehen.

2 Geschichtlicher Hintergrund zur Entstehungszeit des Leviathan

Die Entstehung von Hobbes’ Theorie des Naturzustandes kann nicht ohne den geschichtlichen Hintergrund Englands zu dieser Zeit betrachtet werden. Hier soll nur ein komprimierter Überblick über die Ereignisse von 1629 bis 1649 gegeben werden.

Ab 1629 regierte der König Englands, Karl I., ohne Parlament. Im Jahre 1639 brach ein Krieg gegen die Schotten aus, die sich gegen das ihnen aufgezwungene Gesetzbuch, das sogenannte prayer‑book, wehrten. Daraufhin musste Karl I. zweimalig aus finanziellen Gründen das Parlament einberufen. Das zweite Parlament ging als das so genannte „Lange Parlament“ in die Geschichte ein. Durch den Aufstand der Iren 1641 sah sich das Parlament veranlasst in die Prärogativrechte des Monarchen einzugreifen, indem es ihm den Oberbefehl über das Heer gegen die Iren verweigerte. Dies bewegte viele Abgeordnete dazu, in das Lager des Königs zu wechseln, woraufhin er eine eigene „Partei“ erhielt. Beide Lager formierten sich für den Bürgerkrieg der 1642 schlussendlich ausbrach. Am 30. Januar 1649 wurde der König schließlich hingerichtet. Die Verurteilung wurde damit begründet, dass Karl I. gegen sein eigenes Volk Krieg geführt und den Tod von Menschen verschuldet hatte.[1]

Die starken Spannungen zwischen König und Parlament spürte Hobbes schon frühzeitig. Aufgrund dessen verließ er schon 1640 das Land und emigrierte nach Frankreich.[2]

3 Menschenbild Hobbes’

Der Mensch ist bei Hobbes ein Sprach- und Vernunftswesen. Hobbes geht es bei der Sprache vorrangig um Befehle und Gehorsam. Unter dem Begriff der Vernunft versteht er das Rech­nen und Kalkulieren mit Worten bzw. Begriffen.[3] Vernunft ist den Menschen nicht angeboren. Ebenso wenig kann sie durch Erfahrung angeeignet werden, sondern muss durch anhaltenden Fleiß erworben werden.[4]

Henning Ottmann fasst die Hobbessche Vorstellung von Vernunft wie folgt zusammen: „Sie [die Vernunft, B. A.] geht auf in dem passenden Belegen eines Phänomens mit Namen und in der Anwendung der richtigen Methode.“[5] Ferner schreibt er: „Hinter Urteilskraft und Phantasie stehen bei Hobbes die Leiden­schaften, letztlich das Streben des Menschen nach Macht.“[6]

Dieser Übergang von der Vernunft über die Leidenschaften zum Streben nach Macht soll im Folgenden skizziert werden.

Hobbes definiert den Menschen nicht nur als Vernunfts-, sondern auch als Leidenschaftswesen. Den Leidenschaften übergeord­net ist jedoch das Streben des Menschen nach Selbsterhaltung, Überleben und einem ange­nehmen Leben. Seit Hobbes kann man von der neuzeitlichen ratio als Vernunft der Selbster­haltung und Selbstbehauptung sprechen.[7] Es gibt kein an sich Gut und Böse mehr. Diese Eigen­schaften sind relativ auf die Person welche diese Worte gebraucht zu sehen, um durch sie ihr Verlangen oder ihre Abscheu zu bekunden.

Hobbes sagt den Menschen ein Streben nach Glück nach. Er bricht mit der antiken Vorstellung, dass Glück ein Zustand der Vollkommenheit sei. „Es ist statt dessen ‚ein ständiges Fortschreiten’. Wenn man das Eine hat, will man das Nächste“[8] Das Glück ist zukunftsbezogen. Ein höchs­tes Ziel des Glückes gibt es nicht mehr. Die Selbsterhaltung oder das ungehinderte Fort­schreiten bei der Maximierung des Glückes sind geblieben. Dabei gilt es den gewaltsamen Tod, als schlimmste Vorstellung, mit allen Mitteln zu vermeiden.

„Zuvörderst wird also angenommen, dass alle Menschen ihr ganzes Leben hindurch beständig und unausgesetzt eine Macht nach der anderen sich zu verschaffen bemüht sind; nicht darum, weil sie nach einer immer größeren Macht als der, welche sie schon besitzen streben, sondern weil sie ihre gegenwärtige Macht und die Mittel, glücklich zu leben, zu verlieren fürchten, wenn sie sie nicht vermehren.“[9]

[...]


[1] Vgl. Schröder, S. 28 f

[2] Vgl. Specht, S. 30

[3] Vgl. Hobbes, S. 38f

[4] Vgl. Hobbes, S. 44

[5] Ottmann, S. 282

[6] Ebd.

[7] Vgl. Ottmann s. 284

[8] Ottmann, s. 285

[9] Hobbes S. 90f

Details

Seiten
11
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783656155973
Dateigröße
431 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v191034
Institution / Hochschule
Universität Potsdam – Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Note
2,0
Schlagworte
Thomas Hobbes Leviathan Analyse Naturzustand

Autor

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