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Giordano Bruno - Leben, Kosmologie und Naturphilosophie

Hausarbeit 2011 25 Seiten

Philosophie - Philosophie der Neuzeit (ca. 1350-1600)

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Leben von Giordano Bruno
2.1. Die ersten Jahre bis zum Eintritt in den Dominikanerorden
2.2. Studien und kritische Auseinandersetzungen mit der damaligen Kirchenlehre
2.3. Stationen in Italien, der Schweiz, Frankreich und England
2.4. Auseinandersetzungen mit dem ptolemäischen Weltbild
2.4.1. Das aristotelisch-ptolemäisches Weltbild (von der Kirche getragen)
2.4.2. Das Sphärensystem von Beda Venerabilis
2.4.3. Das Sphärensystem von Johannes von Sacrobosco
2.4.4. Das Werk von Kopernikus

3. Die kritischen Auseinandersetzungen von Giordano Bruno mit den verschiedenen philosophischen Auffassungen seinerzeit und die besondere Bedeutung seine Werkes „Das Aschermittwochsmahl“

4. Die Würdigung der Naturphilosophie Giordano Brunos

5. Schlussbemerkung

1. Einleitung

Vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem illustren Leben und eigenwilligen Werk Giordano Brunos, einer der schillerndsten und vielseitigsten Gestalten der Renaissance.

Unter den vielen Gesichtspunkten, mit denen Brunos Werk dargestellt werden kann, soll versucht werden einen kleinen Überblick über seine kosmologische Schaffensphase, die einen Ausdruck in seiner Londoner Zeit - und dort insbesondere durch sein Werk „Das Aschermittwochsmahl“ - erhalten hat, zu geben.

Neben den in der Literaturliste angegebenen Werken sind die Erkenntnisse des Verfassers, die er beim Besuch philosophischer Seminare „Zur Erneuerung der Wissenschaften in der Zeit zwischen dem 15. - 17. Jahrhundert“ gewonnen hat, eingebracht worden.

2. Leben von Giordano Bruno

2.1. Die ersten Jahre bis zum Eintritt in den Dominikanerorden

Bruno wurde im Jahre 1548 in der neapolitanischen Provinzstadt Nola[1], ca. 20 Kilometer von Neapel entfernt, als Sohn des Soldaten Giovanni und seiner Gattin Fraulissa Savolino geboren. Er erhielt den Taufnamen Filippo.

Früh wurde erkannt, dass er über ein außergewöhnliches Gedächtnis verfügte. Bereits im Alter von 10 Jahren konnte er Begebenheiten aus seiner frühesten Kindheit minutiös genau nacherzählen.[2]

Im Alter von 11 Jahren, kam Bruno von Nola nach Neapel und lernte dort Humaniora, Logik und Dialektik, teils in öffentlichen Schulen, teils durch Privatunterricht.[3]

Im 15. Lebensjahr (1562-1563) trat er in den Dominikanerorden ein[4] und legte sich den Namen Giordano[5] zu. Er studierte dort Logik bei Fra Teofilo da Varrano, einem Angehörigen des Augustinerordens. Nach Ablauf des vorgeschriebenen Probejahrs legte er bei Prior Ambrosio Pasqua die mönchischen Gelübde ab und erhielt im Jahre 1572 die Priesterweihe.

2.2. Studien und kritische Auseinandersetzungen mit der damaligen Kirchenlehre

Während seines fast 13 Jahre dauernden Klosterlebens studierte Bruno die Schriften der alten und neuen Philosophen und man sprach ihm eine große Belesenheit zu. Maßgeblich beeinflusst wurde er von den Eleaten[6] – u. a. Empedokles und, neben Platon und Aristoteles, von den Neuplatonikern - insbesondere Plotin.

Er studierte[7] die Kabbala, sowie die Werke der arabischen Philosophen in lateinischer Übersetzung - neben Al Ghazali[8] besonders Averroes[9] und neben den Scholastikern und dem Aquinaten[10] insbesondere Raimundus Lullus und Nikolaus von Cues[11] sowie die astronomischen Werke des Kopernikus.

Mit Erfolg beschäftigte sich Bruno neben den philosophischen Studien auch mit poetischen Arbeiten.[12] Wahrscheinlich arbeitete er in jener Zeit bereits an dem Lustspiel „El Candelajo“, das er im Jahre 1582 in Paris veröffentlichte.[13]

Offenbar gab es jedoch bereits seinerzeit mächtige Kritiker seiner Werke.[14]

Das erste Mal als Lästerer in Erscheinung getreten ist Bruno, anlässlich einer Situation, in der er die Lektüre eines Mitmönches (Die sieben Freuden der Jungfrau Maria) lauthals kritisierte: „Was? Würde es Dir nicht nützlicher sein, wenn Du dieses Buch wegwürfest und die Lebensbeschreibungen der heiligen Väter läsest?“

Dieses polemische Verhalten zog offenbar eine Klageschrift innerhalb des Klosters nach sich, die aber von Bruno’s Vorgesetzten wieder zerrissen wurde.[15]

Brunnhuber gibt an, dass Bruno bereits als angehender Mönch im Alter von

18 Jahren Zweifel an der Trinität Gottes hatte.[16]

Gegenüber seinem lombardischen Ordensbruder Montalcino brachte er Zweifel an der christlichen Trinität zum Ausdruck und bezweifelte auch die während des Hochamtes vorgehende Verwandlung des geweihten Brotes in den Leib Christi.[17]

Offenbar war dem Bruno ein zu hohes Maß an Offenheit und Selbstreflexion für einen Kirchenmann beschieden, jedenfalls erklärte er nicht begreifen zu können, inwieweit dem Sohne und dem heiligen Geiste innerhalb der Dreieinigkeit Gottes der Name von Personen beigelegt würde[18].

Diese Bemerkung rief den Provinzial des Ordens, Fra Domenico Vita auf den Plan und dieser erhob 1575 (oder Anfang 1576), die zweite Anklage auf Ketzerei.[19]

Danach sollte sich Bruno in 130 Artikeln von der Kirchenlehre entfernt haben. Es wurden die vorherigen Vergehen, in Form von leichtfertigem Verschenken von Heiligenbildern aus der ersten gescheiterten Anklage strafverschärfend aufgenommen.[20]

Bruno dürfte sich über die Konsequenzen seines Handelns im Klaren gewesen sein.

Im Rahmen der kirchlichen Restauration war seinerzeit auf Luthers Religion der freien Forschung Ignatius Loyolas Weltbund des Sacrificio del’Intelleto gefolgt.

Auf dem Tridentinischen Konzil (1545-1563) hatte sich der römische Katholizismus zur Gegenreformation entschlossen und war bereit, jede Spur des Zweifels oder Unglaubens mit Hilfe einer blitzschnell zupackenden Glaubenspolizei im Keim zu ersticken[21].

2.3. Stationen in Italien, der Schweiz, Frankreich und England

Bruno entwich kurz entschlossen aus seinem Kloster in Neapel nach Rom aus, wo er sich Mitte des Jahres 1576 dem Prokurator des Ordens, Sisto di Luca, stellte.[22]

Er fand gastliche Aufnahme im Kloster St. Maria della Minerva, musste aber bald von Freunden aus Neapel erfahren, dass sein Kloster die Prozessakten mit weiteren Ein-zelheiten seines ketzerischen Verhaltens bereits nach Rom abgesandt hatte (nämlich dass Werke des heiligen Chrysostomus[23] sowie des heiligen Hieronymus[24] mit den Anmerkungen des Erasmus[25] gefunden worden waren, die er heimlich gelesen und dann vor seiner Flucht in den Abort geworfen habe[26] ).

Bruno erkannte, dass er in Rom nicht länger bleiben konnte, legte sein Mönchsgewand ab und schiffte sich nach Genua ein, in dem zu jener Zeit die Pest grassierte. Nach drei Tagen Aufenthalt gelangte er nach Noli, einem Ort in der Nähe von Savona.

Er erhielt vom dortigen Magistrat die Erlaubnis den Kindern dort Unterricht in Grammatik zu geben. Nebenbei verdiente er sich ein Zubrot mit Privatunterricht für Erwachsene in Astronomie.

Nach fünf Monaten ging er nach Savona und von dort aus nach Turin. An der dortigen Universität fand er keine Anstellung und schiffte sich deshalb nach Venedig ein, das zu jener Zeit mit der Pest zu kämpfen hatte. Er blieb für anderthalb Monate dort und verließ den Ort, nicht zuletzt deswegen, weil die dortigen Buchdruckereien wegen der Pest geschlossen waren und es auf ausdrücklichen Befehl des dortigen Senats nur einheimischen Patriziern gestattet war, philosophische Vorlesungen zu halten.

Daraufhin ging Bruno nach Padua, wo er ihm bekannte Ordensbrüder traf, die ihm ins Gewissen redeten, er möge, auch wenn er dem Orden den Rücken gekehrt habe, doch weiterhin sein Ordenskleid tragen.[27]

Bruno zog von dort über Brescia nach Bergamo und er ließ sich dort selbst eine neue weiße Kutte fertigen. Neu eingekleidet gelangte Bruno über Mailand und Turin nach Chambery, wo er sich in einem Kloster seines Ordens einlogierte.

Der kühle Empfang, den die Ordensbrüder ihm bescherten sowie die Bemerkung eines italienischen Ordensbruders, dass er, je mehr er sich in Frankreich aufhalten sollte, umso weniger liebenswürdig behandelt werden würde, veranlasste ihn seine Schritte nach Genf zu lenken.[28]

Die erste Bekanntschaft in Genf machte er mit dem Haupt der italienischen Kolonie, dem Neapolitaner Galeazzo Caraccioli, Marchese von Vico, der ein Neffe des Papstes Paul IV.[29] war und seiner evangelischen Überzeugung wegen, seine glänzende Stellung nebst Weib und Kind verlassen hatte, um in Genf für den Calvinismus zu streiten. Der Marchese war es, der sich auch sofort bei Bruno erkundigte, ob dieser die evangelische Konfession anzunehmen bereit sei. Bruno erwiderte daraufhin, dass es nicht in seiner Absicht liege die Religion dieser Stadt anzunehmen, weil er gar noch nicht wisse, welche Religion das sei.[30] Vielmehr, so betonte er, sei ihm daran gelegen, in Genf in Freiheit und Sicherheit zu leben.[31]

Da es geraten erschien, das Ordenskleid der Dominikaner nicht zu tragen, tauschte er dieses für bürgerliche Kleidung ein und das was ihm noch fehlte, erhielt er von den Italienern in Genf. Sie versorgten ihn auch mit Arbeit (der Korrektur von Druckbögen), die er zwei Monate lang ausführte, während er abwechselnd die französischen und italienischen Predigten besuchte. Als man ihn wieder konsultierte (er hatte sich in die Liste der italienischen Flüchtlinge des Jahres 1578 eingetragen) und er sich nicht entschließen konnte, zum Calvinismus zu konvertieren, konnte er auch weiterhin nicht auf die Unterstützung seiner Landsleute in Genf hoffen.

Das Schicksal des spanischen Arztes und Philosophen Serveto[32] vor Augen, den Calvin 23 Jahre vorher wegen seiner Zweifel an der Dreieinigkeit Gottes hatte verbrennen lassen, wie Brunnhuber schreibt[33], kehrte Bruno, der, nach seiner eigenen Ansicht, „überaus deformierten“ Stadt Genf den Rücken, um nach Lyon zu gehen. Dort gelang es ihm nicht Verdienst oder Lebensunterhalt zu erzielen, so dass er nach Toulouse weiter zog, um an der dortigen Universität sein Glück zu versuchen. In der Universitätsstadt, die seinerzeit über 10.000 Studenten beherbergte, fand er „intelligenten Umgang“ und konnte Privatunterricht für Astronomie und Philosophie erteilen.[34] Er erhielt eine an der Universität freiwerdende Stelle und las zwei Jahre Aristoteles’ Bücher von der Seele und andere philosophische Themata. Im April und Mai des Jahres 1580 überzog Heinrich von Navarra[35] die Gegend mit seinen Truppen. Bruno nahm daraufhin seinen Abschied, um nach Paris zu gehen.[36]

Der Titel eines Doktors und ordentlichen Professors der Philosophie, den er sich in Toulouse erworben hatte, berechtigte ihn zur öffentlichen Lehrtätigkeit an der Universität Paris.[37] In Folge der Pest macht er vorerst keinen Gebrauch davon und arbeitete im Stillen an der Vorbereitung von Vorlesungen. Nachdem die Pestgefahr vorbei war, versuchte sich Bruno in freien Vorträgen an der Sorbonne und wählte zunächst ein theologisches Thema und zwar: „Die Attribute Gottes nach Thomas von Aquin - aufgeteilt in dreißig Vorlesungen“.[38]

Daraufhin wurde ihm eine ordentliche Position angeboten, die er aber ausschlug, um nicht an regelmäßigen Messen teilnehmen zu müssen, wie dies seinerzeit die Pflicht war.[39]

Er setzte seine außerordentlichen Vorlesungen fort und hatte derartigen Erfolg, dass der französische König Heinrich III. ihn kennenzulernen wünschte, da abenteuerliche Gerüchte über Bruno’s Gedächtniskunst durch die Stadt liefen.[40]

Auf die Frage des Königs, ob seine Memnonik[41] auf natürlicher Grundlage, oder magischer Kunst beruhe, überzeugte Bruno ihn von der völligen Natürlichkeit seiner Gedächtniskunst. Er ergriff die Gelegenheit und widmete dem König ein Buch über die Gedächtniskunst.[42]

Aus Anerkennung für das ihm gewidmete Werk ernannte König Heinrich den Nolaner zum außerordentlichen Professor an der Sorbonne. Diese hatten das Privileg, dass sie nicht verpflichtet waren, der Messe beizuwohnen.

Offenbar selbst beeindruckt von dem Erfolg des dem König gewidmeten Buches, setzte Bruno seine „Widmungstätigkeit“ beim Bruder des französischen Königs, Herzog Heinrich von Angouleme,[43] weiter fort. Die Memnonik und Rhetorik wurde zu Bruno’s Markenzeichen im Frankreich jener Zeit.

Bruno veröffentlichte ein italienisch geschriebenes Lustspiel, mit dem Titel

„El Candelajo“[44], in dem er über die „Gebrechen der Zeit, Alchemie, Zauberei und Pedanterie“ polemisiert.[45]

Ein philosophisches und poetisches Meisterwerk zur gleichen Zeit auf den Markt zu werfen, erforderte außergewöhnliche Geistesgaben, die Bruno nun zum vielgesuchten Gesprächspartner innerhalb der aristokratischen Gesellschaft von Paris machten.[46]

Brunnhuber unterstellt, dass Bruno auch vorzugsweise beim weiblichen Geschlecht als angenehmer Unterhaltungskünstler aufgenommen wurde.[47]

Trotz der vielen Pariser Erfolge auf allen gesellschaftlichen Ebenen entschloss sich Bruno, die damalige „Hauptstadt des Aristotelismus“ zu verlassen, um nach England zu gehen.

[...]


[1] Nola ist eine Ortschaft, die im 8. Jh. von chalkidischen Griechen gegründet wurde. Der Philosoph Pontanus, der Philologe Laurentius Valla und der Dichter Tansillo stammten ebenfalls aus Nola.

[2] So die Anekdote, dass er im Säuglingsalter, während er in Windeln in seinem Korb lag, eine Schlange aus einer Mauerritze auf sich zu kriechen sah. Auf seine Schreie kam der Vater, der die Schlange mit einem Stock vertrieb. Mehrere Jahre später schilderte der junge Bruno die Begebenheit seinen Eltern und war zu deren größtem Erstaunen in der Lage, des Vaters damalige Äußerungen wortwörtlich wiederzugeben. (dargestellt in Brunnhofer: G. Bruno, S. 6)

[3] Diese, wie auch weitere biographische Einzelheiten aus Berti: Vita di G. Bruno, p. 341 f: nacqui, per quanto ho inteso dalli miei, dell’anno 1548 e sono stao in Napoli a imparar lettere de humanita, logica e dialettica, sino a 14 anni; e solevo sentir privatamente la logica da un padre Agostiano chiamato Fra Teofilo da Varrano, che doppo lesse la matafisica in Roma. De 14 anni o 15 incirca pigliai L’habito de San Domenico nel Monatero o Convento de S. Domenico in Napoli e fui vestito da un padre, che era all’ora Prior di quel Convento, nominato Maestro Ambrosio Pasqua, e finito L’anno della probatione fui admesso da lui medesimo alla professione, la quale feci solennemente nel metesimo Convento, e non credo che altri all’hora facesse professione, se non un converso, e dopo fui promosso alli ordinari sacri al socerdotio alli tempi debiti, e cantai la mia prima messa in Campagna, citta del medesimo regno, lontano da Napoli. Stando all’hora in un convento del medesimo ordine sotto titulo di S. Batholomeo, e continuai in questo habita della religione di S. Domenico celebrando messa e lidivini offitii sotto L’obbedientia de superori dell’istessa religione, e delli Priori de’monasteri e conventi dove son stato sin l’anno del 76 (1576) (bei Brunnhuber: G. Bruno, S. 5 f)

[4] Dasselbe Kloster S. Domenico, in dem Thomas von Aquino gelebt hatte.

[5] Wohl nach dem 2. Ordensmeister der Dominikaner Jordan von Sachsen (*1200-1237)

[6] Griech. Philosophenschule; siehe dazu Kuhlenbeck, Bd. 3 S. IV: „Erst bei den Phytagoräern und Eleatensehen wir die ersten Versuche auftauchen, die scheinbaren Bewegungen der Himmelskörper... in das wirkliche System des Weltbaus abzuleiten.

[7] Nach Brunnhuber; G. Bruno, S. 8 - erwähnt der Nolaner die Kabbala in „De umbris idearum“, intentio XV, sowie im Spaccio della Bestia trionfante, in der Cabala del Cavallo Pegaseo, in der Oratio Valedictoria, in De Compositione Imaginum cap. V, pag. 8, in De Monade, pag. 62, 139.

[8] Erwähnung findet Al Ghazali in den Eroici Furore, ferner in De Immenso, pag. 164. (Brunnhuber a.a.O.)

[9] Averroes wird von Bruno zitiert in Cabala del Cavallo Pegaseo, sowie häufig in De Monade, pag. 85, 168, 171; in De Immenso, pag. 277, 283 f, 317; (Brunnhuber a.a.O.)

[10] Vgl. De Monade, pag. 89 Mitte: „ille omnis cuiuscunque theologantium generis et Peripateticorum in specie philosophantium honor atque lux Thomas Aquinas“.

[11] Über das Verhältnis von Bruno zum Cusaner eingehend noch später, F. J. Clemens, G. Bruno und Nikolaus von Cusa, Bonn, Wittmann, 1847, insbes. S. 134.

[12] Siehe dazu Bartholmes, Vie de Bruno, T. II, pag. 207 (bei Brunnhuber S. 9): Quelle immensite de lectures et d’etudes ces citations variees, ces innombrables reminiscences font supposer et laissent entrevoir a chaque page! Combien d’auteurs sont rappeles avec louange, avec blame, ou seulement cites par allusion! Quelle place les grandes ecoles du moyen-age, et surtout celles de L’antiquite ont dans son souvenir! Quel empire elles exercent sur ces opinions!

[13] Ein anderes Werk mit dem Titel „Die Arche Noah“, das er dem Papst Pius (1566-1572) widmete, ist leider bislang verschollen, doch erwähnte Bruno dieses Buch in der „Cena delle Ceneri „(Wagner I, 149 bei Brunnhuber S. 9): Non ti ricordi, Nolano, di quel ch’e scritto nel tuo libre intitolato: L’arca di Noe? Qui, mentre si doveandisponere questi animali per ordine, e doveasi terminare la lite nata per le precedenze, in quanto periculo e stato L’asino di perdere la preminenza, che consistea nel seder in poppa de l’arca, per essere un animal piu tosto di calci, che di urti?

[14] Lt. Brunnhuber (a.a.O.) beklagt sich Bruno in den „Eroici Furori,“ dass seine Censoren ihn von den „edlen und hohen Dingen“, denen er aus angeborener Zuneigung nachgestrebt sei, abgelenkt hätten, um ihn aus einem „Freien im Dienste der Tugend zu einem Sklaven einer gemeinen und dummen Heuchelei“ zu machen. (Wagner II, 314): Finalmente, per l’autorita de Censori, che ritendolo da cose piu degene et alte, a le quali era naturalmente inchinato, cattivano il suo ingegeno, per che da libero sotto la virtu lo rendesser cattvo sott’una vilissima e stolta ipocrisia.

[15] Berti, Via di G. B. p. 375 bei Brunnhuber a.a.O. il mio maestro quando era novitio, per mettermi terrore fece una scrittura perche io haveveo dato via alcune imagini de’Santi che mi ricordo che erano di S. Catterina di Siena e forse di S. Antonin, se ben mi ricordo, e ritenuto, solamente un crocefisso et perche avevo detto a un novitio che leggeva la storia delle sette Allegrezze della Madonna che cosa voleva leggere quel libro che era meglio legesse la vita dei Santi Padri, o altro libro, ma questa scrittura il detto maestro la straccio poi anco lo stesso giorno.

[16] Brunnhuber a.a.O. - allerdings ohne eine Belegstelle zu nennen, wo diese mutmaßliche Äußerung Bruno’s zu finden sei.

[17] Berti: Vita du G. Bruno, S. 376 bei Brunnhuber a.a.O.: Io non saprei imaginarmi di che articoli mi

processassero, se non e che regionando un giorno con Montalcino che era un frate del nostro ordine lombardo

in presentia di alcuni altri padri, e dicendo egli che questi heretici erano ignoranti, e che non havevano termini scholastici, dissi io che si bene non procedevano nelle loro dichiarationi scholasticamente, che dichiaravano pero la loro intentioni comodamente, e come faevano li Padri antichi della Santa Chiesa, dando L’esempio della forma dell’heresie d’ario che gli scholastici dicono che intendeva la generatione del figlio per atto di natura, e non di volonta, il che medesimo, si puo dire con termini altro che scolastici triferti da S. Agostino, cioe che non e di medesima substantia il figliuolo et il padre e che proceda come le creature dalla volonta sua onde bastarono quelli padri con dire che io difendeva li heretici e che voleva che fossera dotti. ferner: non ho potuto capir, e ho dubidate che quetse tre possino sortire nome di persone…

[18] Brunnhuber a.a.O.

[19] Brunnhuber a.a.O.

[20] Brunnhuber a.a.O.

[21] Brunnhuber a.a.O.

[22] Berti: S. 341 f, bei Brunnhuber a.a.O: trovandomi in Roma nel convento della Minerva sotto l’obbedienza del Maestro Sisto de Luca, procurator dell’ordine, dove andato a presentarmi, perche a Napoli era stato due volte… Il quale processo fu rinovato nel tempo che io andai a Roma con altri articuli che io non so. Peril che uscii dalla religione, e, deposto l’habito andai a Noli, territorio Genovese, dove mi tratteni Quattro o cinque mesi a insegnar la gramatica a putti.

[23] Johannes v.Antiochia (*349 – 407) charismatischer Erzbischof v.Konstantinopel

[24] Sophronius Eusebius Hieronymus (*347 – 420) Kirchenvater,Heiliger,Gelehrter und Theologe.Übersetzer der Vulgata.

[25] von Rotterdam(*1465 -1536)kommentierte die Vulgata und zahlreiche andere Kirchenbücher.

[26] Berti: S. 376 bei Brunnhuber a.a.O.: fugii di Roma perche hebbi lettere da Napoli e fui avvistato che dopo la partita mia da Napoli erano stati trovati certi libri delle opere di S. Griostomo e di S. Jerolimo con lii scholii di Erasmo scanccellati, delli quali mi servivo occultamente e li gettai nei necessario quando mi partii da Napoli accio non si trovassero perche erano libri suspetti per rispetto de’detti scholii, se ben erano scancellati…

[27] Brunnhuber a.a.O.

[28] Brunnhuber a.a.O.

[29] (*1476-1559) war Papst v. 23. Mai 1555 bis zu seinem Tod, Mitbegründer des Theatinerordens; erweiterte die Rechte der Inquisition; führte für die Juden die Ghettopflicht ein; bekannt für seinen ausschweifenden Nepotismus. Von ihm ist der Satz überliefert: „Selbst wenn mein eigener Vater Häretiker wäre, würde ich das Holz zusammentragen, um ihn verbrennen zu lassen“ (aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_IV. abgerufen am 16.9.2011)

[30] Brunnhuber S. 16 f.

[31] Berti, S. 345 (bei Brunnhuber S. 17): andai ad allogiar all’hosteria e poco dopo il Marchese de Vico Napolitano che stava in quella citta mi domando chi ero, et se era andato li per fermarmi e professar la religione die quella citta, al qale doppo che ebbi dato conto di me et della causa perche ero uscito dalla Religioni soggiunsi, ch’io non intendevo di professar quella di essa citta perche non sapevo che Religione fosse e che percio desideravo piu presto de star li per viver in liberta e di esser sicuro.

[32] Michael Servetus (*1511-1553), spanischer Arzt, Gelehrter, Theologe, Freidenker und Antitrinitarier; machte sich einen Namen durch die Herausgabe von Ptolemäus Werken und durch bahnbrechende Untersuchungen über den kleinen Blutkreiskauf. (aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Servetus;abgerufen am 16.9.2011)

[33] Brunnhuber a.a.O.

[34] Brunnhuber a.a.O.

[35] Heinrich IV.von Navarra (*1553 – 1610) Anführer der hugenottischen Partei.

[36] Berti: S. 346 f. (bei Brunnhuber S. 19): fui invitato a legger a diversi scolari la sfera, la qual lessi con altre letioni di filosopfiaforse sei messi, e in questo mezzo essendo vacato il luoco del lettor ordinario di filosofia di quella citta, il quale si da per concorso, procurai de addottorarmi come io feci per maestro delle arti e cusi mi presentai al detto concorso et fui admesso et approbato et lessi in quella citta da poi anni continui il testo di Aristotele de Anima e altre lezioni di filosofia e da poi per la guerra civili me partii…

[37] Brunnhuber a.a.O.

[38] Berti: S. 346 (bei Brunnhuber S. 20): „andai a Paris dove mi missi a legger una lettion straordinaria per farmi conoscer et far saggio di me e lessi trenta letioni e pigliai per materia trenta attributi divini tolti da S. Tomaso dalla prima parte.

[39] In Toulouse war Bruno von der Teilnahme an Messen befreit gewesen (Brunnhuber a.a.O.)

[40] (*1551-1589) auch Henri Valois genannt; war beteiligt an der Planung der Bartholomäusnacht am 24.8.1572 (aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_III._(Frankreich abgerufen am 16.9.2011)

[41] Griech. Gedächtniskunst; siehe zu allem Weiteren: Frances A.Yates, Gedächtnis und Erinnern, 1966.

[42] De umbris idearum. Weiteres zum Verhältnis Raimundus Lullus und Bruno siehe weiter unten.

[43] Es handelt sich um das Buch „De compendiosa architectura et complemento artis Lulli Ad illustrissimum D. Joannem Morum pro serenissima Venetorum Rep. Apud christianissimum Gallorum et Polonorum regem Henricum III. ligatum. Parisiis apud Aegidium Gorbinum, sub insigne Spei prope collegium Cameracense 1582.

[44] Der Kerzensieder, der Lichtzieher.

[45] Lt. Brunnhuber S. 25, Fn. 2 (Wiedergegeben in Gfrörer, S. 572 ff.) äußert Bruno mehrfach seine Abneigung gegen die Zauberei u. a. im Sigillus Sigillorum De Muliplici Contractione: praepollent medici, in quibus plurimi confidunt, formidantes penetrant maleficia quae eorundem contemptores non attingunt, superstitiosulos et rusticos vidi energumenos, cautiores vero versutulusque nunquam und auf S. 572: Ex hoc bestialium hominum genere sunt, qui crudis acutisque herbis ventosoque pasti legumine excotique infantis adipe pruncti, moxque ad noctis silentium aere temperate grigido nudati, illud praestant, ut calore dictis circumstantiis medicate ad interna retruso ac recurrente cumque attenuate adipis spiritu carnsi penetrante poros, vasa libidinis, facile intumescant lenteque artificio semine compleantur.

[46] Siehe Brunnhuber a.a.O.

[47] Vgl. Brunnhuber S. 27 mit ablehnender Bemerkung von Erdmann, wonach Bruno nach wie vor eine fremdartige Erscheinung in den illustren aristokratischen Zirkeln darstellte.

Details

Seiten
25
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656160540
ISBN (Buch)
9783656161080
Dateigröße
574 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v191312
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin – Institut für Philosophie
Note
Schlagworte
Frühmaterialismus-Leben und Werk-

Autor

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