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Analyse des Filmes Sonnenallee

Facharbeit (Schule) 2012 18 Seiten

Didaktik - Deutsch - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Allgemeines und Hintergründe zum Film „Sonnenallee“
2.1 Einführung in den Film
2.2 Inhaltsangabe
2.3 Biographie von Leander Haußmann
2.4 Das Leben in der DDR

3 Filmanalyse hinsichtlich der Jugendwelt und der Kritik am System der DDR
3.1 Schlüsselsequenzen
3.1.1 1. Sequenz [0-2:33 min]: „Ich lebe in der DDR“
3.1.2 2. Sequenz [2:38-4:01 min]: Das Leben in der Sonnenallee
3.1.3 3. Sequenz [16:41-17:25 min]: Einberufung in die NVA
3.1.4 4. Sequenz [1:06:36-1:08:53]: Die Selbstfindung und der Vertrauensbruch
3.2 Zusammenfassung der Kritik und der Wirkung auf den Zuschauer

4 Vergleich der Sozialkritik mit dem in Georg Büchners Drama „Woyzeck“ verwendeten sozialkritischem Ansatz

5 Reflexion der Facharbeit

6 Literaturverzeichnis
6.1 Internetquellen

1 Einleitung

In der folgenden Fachanalyse setze ich mich mit der im Film „Sonnenallee“ von Leander Haußmann dargestellten Jugendwelt und der Kritik gegen das politische System der DDR auseinander.

Zu Beginn der Analyse benenne ich Allgemeines und Hintergründe zum Film. So stelle ich die Handlung, die aus der Biographie von Leander Haußmann zu entnehmenden Beweggründe, den Film zu inszenieren, und allgemein das damalige Leben in der DDR dar, um dadurch eine Grundkenntnis zur Problematik des Filmes zu gewährleisten.

In der danach folgenden Filmanalyse wird auf die wichtigsten Schlüsselsequenzen eingegangen, die die Jugendwelt und die Kritik am ehemaligen Regime der DDR besonders darstellen. Hierbei werden sowohl die Handlungsebene als auch die Kameraführung und die Musik untersucht, weil eine bestimmte Wirkung beim Zuschauer erst durch das Zusammenspiel dieser Grundbausteine von Handlungsebene, Kameraeinstellung und Ton aufkommt.

Daraufhin folgt ein Fazit, in dem ich die Kritik Haußmanns am System der DDR mit Blick auf die daraus entstehenden Konflikte der Jugendlichen zusammenfasse.

Danach vergleiche ich den zuvor erarbeiteten sozialkritischen Ansatz mit der in Georg Büchners Drama „Woyzeck“ verwendeten Sozialkritik unter dem Aspekt der Darstellungsweise.

Zum Schluss resümiere ich meine Erarbeitung in der Reflexion.

Auf das Thema der Facharbeit bin ich durch meine Deutschlehrerin gekommen, weil sie es war, die mir die Filmanalyse der Komödie „Sonnenalle“ vorschlug. Ich war auf Anhieb interessiert.

Zum einen sprach mich die Idee positiv an, da ich bereits im Englischunterricht Freude daran fand, den Film „Dead Poet’s Society“ (dt. Titel „Club der toten Dichter“) zu untersuchen.

Des Weiteren war ich durch den Schulunterricht und Filme der Nostalgie, wie „Das Leben der anderen“ oder „Goodbye Lenin“, mit dem Leben in der DDR vertraut, sodass ich mir die Auseinandersetzung mit dieser Thematik gut vorstellen konnte.

Nachdem ich mir den Film zum ersten Mal mit Vergnügen anschaute, entschied ich mich schließlich dafür, die Aufgabe der Analyse von „Sonnenallee“ in die Hand zu nehmen.

2 Allgemeines und Hintergründe zum Film „Sonnenallee“

2.1 Einführung in den Film

Die Komödie „Sonnenallee“ von dem Regisseur Leander Haußmann aus dem Jahre 1999 zeigt mit einer übertriebenen und ironischen Darstellungsweise die Geschichte einer Jugendclique aus der DDR in den 70er Jahren.

Während der Alltag und die Konflikte der Jugendlichen am Grenzgebiet beleuchtet werden, veranschaulicht der Film dabei nicht nur das eingeschränkte Leben der Menschen, sondern auch die Beziehung zwischen der DDR und der BRD.

2.2 Inhaltsangabe

Der 17-jährige Jugendliche Michael Ehrenreich, der Protagonist des Films, lebt in der DDR. Dort wohnt er direkt am Grenzübergang in der Straße Sonnenallee in Berlin, „deren längeres Ende im Westen und deren kürzeres Ende im Osten liegt.“[1] Trotz der Nähe zur Mauer und den gegebenen schlechten Bedingungen, ist Michael ein ganz normaler Teenager, der auf dem Weg ist, sich selbst zu finden und erwachsen zu werden. So versuchen er und seine Freunde ein gewöhnliches Leben zu führen, indem sie zum Beispiel verbotene Musik vom Klassenfeind Amerika überspielen, um sie dann gemeinsam in aller Öffentlichkeit zu hören.

Obwohl die Jugendclique den Plan hat, eine Widerstandsgruppe zu gründen, entscheidet sich Michael für den Wehrdienst bei der NVA, um die Chance eines Studiums zu bewahren. Doch als er anfängt, fiktive Tagebücher anzufertigen, um seinem Schwarm Miriam sein ganzes Leben und damit auch seine Liebe zu zeigen, verändert er seine Lebenseinstellung und fasst dadurch neuen Mut, sich gegen das politische System aufzulehnen. Nachdem er die Einberufung zur NVA verweigert, gewinnt er Miriams Herz. Schließlich begeistert er mithilfe von Musik und einer Strip-Einlage auch die restlichen Menschen der Sonnenallee dazu, sich gegen das Regime aufzulehnen und tanzend den Grenzübergang in Richtung Westen zu überqueren.

2.3 Biographie von Leander Haußmann

Leander Haußmann, geboren am 26. Juni 1959 in Quedlinburg (Sachsen-Anhalt), ist ein Film- und Theaterregisseur, welcher aber auch in diversen Filmen und Bühnenstücken als Schauspieler mitwirkte.

Als Sohn des Schauspielers Ezard Haußmann, kommt er schon früh mit dem Theater in Kontakt, was ihn auf Anhieb fasziniert.[2] Jedoch schließt er zuerst eine Ausbildung zum Drucker ab und leistet seinen Wehrdienst bei der Nationalen Volksarmee, bevor er im Jahre 1982 ein Schauspielstudium an einer Berliner Hochschule beginnt.[3] Nach einigen erfolgreichen Bühnenauftritten versucht er sich 1990 als Regisseur und inszeniert an mehreren deutschen Theatern zahlreiche Stücke.

1999 kommt mit der Romanverfilmung „Sonnenallee“ Haußmanns erster Film in die Kinos, welcher sowohl die Fachleute als auch das Publikum beeindruckt, sodass er neben dem Deutschen Filmpreis noch mit weiteren Preisen geehrt wird.

Auch seinem zweiten Kinofilm „Herr Lehmann“ (2002) werden zwei weitere Filmpreise verliehen.

Danach fungiert er in einer Reihe von Filmen als Darsteller und dreht bis 2011 noch sieben weitere Komödien, was ihn zu den leistungsfähigsten Kinoregisseuren Deutschlands macht. Obwohl einige von den nachfolgenden Filmen von den Kritikern gelobt und mit Preisen ausgezeichnet werden, sind sie weniger kommerziell erfolgreich.[4]

2.4 Das Leben in der DDR

Die Deutsch Demokratische Republik (DDR) wurde von der Staatspartei SED im Jahre 1949 gegründet und löste sich nach dem Mauerfall und der Grenzöffnung (09.11.1989) schließlich mit der Wiedervereinigung Deutschlands am 03.10.1990 auf. Der ostdeutsche Staat befand sich bis zur Wiedervereinigung auf dem Gebiet, welches im 2. Weltkrieg von der Sowjetunion eingenommen wurde.[5]

Auch wenn der Staat danach strebte, gesellschaftliche Ungerechtigkeiten, wie Einkommensunterschiede, zu unterbinden, war die Lebenssituation für den Großteil der Bevölkerung der DDR unerträglich und schlimm.

Zunächst arbeiteten und lebten die Menschen unter den Voraussetzungen einer zentralen Planwirtschaft, was einerseits konstante Preise für Grundgüter sicherte, andererseits jedoch auch einen stetigen Mangel an Gütern verursachte. Aufgrund dessen und unter anderem wegen fehlender Innovativität der Produkte brach das Wirtschaftssystem langsam aber sicher in sich zusammen.

Der Alltag der Menschen in der DDR war geprägt von der politisch-ideologischen Beeinflussung durch die SED-Führung. So wurde der allgegenwärtige Sozialismus bereits während des Kindesalters sowohl in Kindergärten und Schulen, als auch in Jugendorganisationen, wie die FDJ (Freie Deutsche Jugend) oder die Jungen Pioniere, vermittelt.[6] Der Westeinfluss, zum Beispiel die Rockmusik, wurde folglich strikt abgelehnt und angeprangert.

Schließlich gingen die ideologische Manipulation und der Machtmissbrauch so weit, dass der 1950 entstandene Geheimdienst (Stasi) die Bevölkerung im Sinne des Staates mittels eines gut organisierten Bespitzelungssystems kontrollierte. Weil dem Bürger stets bewusst war, dass die Möglichkeit bestand, durch Kameras und/oder Abhörgeräte überwacht und bei entsprechender Verletzung der Gesetze sanktioniert zu werden, wagte es der Großteil der Bevölkerung nicht, sich gegen das Regime aufzulehnen, sondern der Ideologie entsprechend zu leben.

Hinzukommt, dass sich die Menschen nach dem Mauerbau 1961 dem politischen System zwangsweise beugen mussten, weil dadurch die Flucht aus der DDR so gut wie unmöglich gemacht wurde.

Letztendlich zeigte aber der Ablauf der Geschichte, dass die Bevölkerung durch die strikte Überwachung nie vollständig beherrscht werden konnte. Denn die Unzufriedenheit und Unterdrückung der Gesellschaft führten zur erfolgreichen Rebellion der Menschen, zum Mauerfall und zur Vereinigung der BRD und DDR.[7]

[...]


[1] Zit. n. dem Film „Sonnenallee“

[2] Vgl. YouTube: SONNENALLEE Extras - Interview mit Leander Haußmann [http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=fltAQcJbJ78#; Stand: 10.02.2012]

[3] Vgl. Wikipedia, Die freie Enzyklopädie: Leander Haußmann [http://de.wikipedia.org/wiki/Leander_Hau%C3%9Fmann; Stand: 10.02.2012].

[4] Vgl. Filmportal: Leander Haußmann http://www.filmportal.de/person/leander-haussmann_09c9912c55524a089ff2150fb5905687; Stand: 10.02.2012].

[5] Vgl. Wikipedia, Die freie Enzyklopädie: Deutsch Demokratische Republik [http://de.wikipedia.org/wiki/DDR; Stand: 16.12.2012]

[6] Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Gesellschaft und Alltag in der DDR: Erziehung und Schule [http://www.bpb.de/publikationen/09684005911079201032758511048160,7,0,Gesellschaft_und_Alltag_in_der_DDR.html#art7; Stand: 16.02.2010]

[7] Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Gesellschaft und Alltag in der DDR [http://www.bpb.de/publikationen/09684005911079201032758511048160,0,0,Gesellschaft_und_Alltag_in_der_DDR.html#art0; Stand: 16.02.2012]

Details

Seiten
18
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656161158
ISBN (Buch)
9783656161349
Dateigröße
506 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v191352
Note
1 +
Schlagworte
Analyse Facharbeit Film Sonnenallee Filmanalyse

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