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Nahrungsergänzungsmittel. Wie lässt sich die Leistungssteigerung durch Nahrungsergänzungsmittel bei Sportlern erklären?

Ein fachlicher Überblick über Effekte und Grenzen zum Doping

Ausarbeitung 2007 19 Seiten

Gesundheit - Sport - Sportmedizin, Therapie, Prävention, Ernährung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1 NEM - Definition
2.2 Rechtssituation in Deutschland
2.3 Grundtypen der NEM
2.3.1 Kohlenhydrate (KH)
2.3.2 Proteine und Aminosäuren (AS)
2.3.3 Fette
2.3.4 Enzyme
2.3.5 Antioxidantien und freie Radikale
2.3.6 Vitamine
2.3.7 Mineralstoffe
2.3.8 Steroidähnliche pflanzliche Verbindungen
2.3.9 Prohormone
2.4 Abgrenzung von NEM zu Arzneimitteln
2.5 Doping
2.5.1 Doping-Definition des Deutschen Sportbundes (DSB)
2.5.2 Doping-Definition der Medizinischen Kommission des IOC
2.5.3 Doping-Definition der Welt Anti-Doping Agentur (WADA)
2.6 Anabole Wirkstoffe

3. Schluss
3.1 Fazit
3.2 Schlussbetrachtung

4. Anhang

Nahrungsergänzungsmittel - Was gibt es und wo liegen die Grenzen zum Doping?

1. Einleitung

Fitness, Wellness, Gesundheit und Schönheit sind Ideale, nach denen Jung und Alt gleichermaßen streben. Immer größer wird deshalb die Bereitschaft der Bevölkerung, Produkte zu konsumieren, die diese Wünsche unterstützen. Der Gesundheitsmarkt umfasst längst nicht mehr nur Arzneimittel zur Selbstmedikation. Functional Food, Nahrungsergänzungsmittel1 (NEM) und andere Produktgruppen konkurrieren um die Gunst der Käufer. (vlg. Hahn 2001, Seite 7)

Aber auch Sportler zeigen zunehmend Interesse an NEM, verbunden mit der Hoffnung die eigene Leistung zu steigern oder zu erhalten. Häufig werden NEM leistungssteigernde Eigenschaften nachgesagt.

Der Markt für NEM ist groß und unübersichtlich, so dass es schwer fallen kann NEM in eine bestimmte Kategorie einzuordnen. Nicht nur die Vertriebsform, sondern auch die versprochenen Eigenschaften der Produkte lassen auf Arzneimittel schließen. Auch die Darreichungsform (z.B. Tabletten, Pulver, Gele, Flüssigkeiten) lassen den Konsumenten eher zu dem Schluss kommen, es würde sich um Arzneimittel handeln. Die gesetzliche Einordnung er NEM scheint aber klar reguliert zu sein. Die NEM gelten nach deutschem Recht als Lebensmittel und werden bei der Qualitätskontrollen, sowie bei der Versteuerung als Lebensmittel behandelt.

Betrachtet man die in Apotheken, Fitness-Studios, Online-shops und Auktionshäusern (z.B. ebay.de) unter dem Begriff „Nahrungsergänzungsmittel“ angebotenen Produkte, scheint eine Einordnung in eine Kategorie und damit eine Abgrenzung anfangs unmöglich. Schenkt man den Werbeverspechen der Hersteller und Händler Glauben, so scheinen die NEM, neben vielen anderen positiven Eigenschaften, dem Konsumenten unnatürliche Leistungswerte zu verleihen. Die großzügigen Versprechen vieler Werbebotschaften zu den NEM, lassen nicht nur Zweifel über ihren Wahrheitsgehalt aufkommen, sondern führen auch zu der Frage, ob dieser Einfluss auf den menschlichen Köper natürlich ist. Schlussfolgernd stellt sich die Frage, handelt es sich bei den NEM um Doping?

Natürlich ist der Bereich der NEM sehr umfangreich, daher bedarf es einer genaueren Auseinadersetzung mit der Materie. Daher behandelt diese Ausarbeitung die verschiedenen legalen und illegalen NEM. Zu Beginn möchte ich die rechtliche Situation in Deutschland vorstellen und damit die Gesetzeslage festhalten. Um dem Leser einen Überblick der Materie zu gewährleisten werde ich die zahlreichen NEM kategorisieren und jede Kategorie kurz vorstellen. Somit wird eine Grundlage geschaffen, auf der später aufgebaut werden kann. Da verschiedene Substanzen (z.B. BCAAs, Ginseng, Creatin etc.) regelmäßig in der Presse erwähnt und zum Teil hoch gepriesen werden, möchte ich die bekanntesten NEM-Stoffe zusätzlich vorstellen.

Besonderen Wert lege ich darauf, dem Leser nicht nur einen Überblick über die legalen und somit in Deutschland frei käuflichen Produkte zu verschaffen, sondern auch die in Deutschland verbotenen NEM möchte ich nicht unbeachtet lassen. Schließlich sind diese in vielen Nachbarländern (z.b. Holland, England) sowie in den USA frei verkäuflich. Außerdem besteht bei diesen Produkten besonderer Abgrenzungsbedarf.

Zu guter Letzt werde ich zwischen problematischen und unproblematischen NEM trennen und die Problematik der exakten Abgrenzung erläutern. In diesem Zusammenhang möchte ich auch die Präparate nicht vernachlässigen, welche eindeutig in den Bereich des Dopings gehören und damit nicht mehr zu den NEM gehören.

2. Hauptteil

2.1 NEM - Definition

Nahrungsergänzungsmittel dienen ihrem Grundgedanken nach der Ergänzung der Ernährung. Sie bestehen aus Einfach- oder Mehrfachkonzentraten von Nährstoffen oder sonstigen Stoffen mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung.

2.2 Rechtssituation in Deutschland

Nach deutschem Recht sind NEM den Lebensmitteln zuzuordnen. Sie erfüllen also Funktionen im Sinne des § 1 des Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes (LMBG), dienen also überwiegend der Ernährung und/oder dem Genuss. Dem überwiegenden Teil der NEM kommt allerdings aufgrund der lebensmitteluntypischen und dafür arzneitypischen Darreichungsformen (Weich- und Hartgelatinekapseln, Tabletten, Dragées, Kautabletten, Pulver, Granulate, Trinkampullen, Tropfen) kein Genusswert zu, so dass ein Ernährungswert gegeben sein muss.

2.3 Grundtypen der NEM

2.3.1 Kohlenhydrate (KH)

Unter dem Begriff Kohlenhydrate - Saccharide - fasst man eine Vielzahl von organischen Verbindungen zusammen. KH sind aus den Elementen Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff aufgebaut. Viele einfache KH enthalten Kohlenstoff und die Elemente des Wassers (H2O) im Verhältnis 1:1.

Die Saccharide können anhand ihrer Molekühlgröße eingeteilt werden in:

a) Monosaccharide: Glukose, Fruktose, Galatose
b) Disaccharide: Malzzucker, Milchzucker (Glukose und Galaktose)
c) Oligosacchride: bestehen aus 3-10 Monosacchriden
d) Polysacchride: Stärke, Zelluose; bestehend aus Traubenzuckermolekühlen (Dietrich 2002, Seite 57)

2.3.2 Proteine und Aminosäuren (AS)

Nach Dietrich (2002) sind Aminosäuren Bestandteile jeder Zelle des Körpers. Proteine bestehen aus den Elementen Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff. Teilweise ist auch Phosphat in den Proteinen enthalten.

Eine Aminosäure wird als nicht nicht-essentiell2 bezeichnet, wenn ihr Kohlenstoffgerüst im Körper gebildet und auf dieses eine Aminogruppe übertragen werden kann (= Transaminierung); essentielle Aminosäuren kann der Körper nicht synthetisieren. So kann Alanin z.B sehr schnell und einfach große Mengen bilden, da ihr Kohlenstoffgerüst aus Pyruvat3 besteht.

Für die Proteinsynthese müsse alle AS, sowohl die essentiellen als auch die nicht-essentiellen, zur Verfügung stehen. Fehlt dem Körper eine oder mehrere essentielle AS, so wird die Körpersynthese von neuem Protein beeinträchtigt.

Branched Chain Amino Acids (BCAA´s)

BCAA´s dienen vorwiegend als Enzym-Substrat, Regulator und Katalysator und versetzten den Organismus in eine anabole Stoffwechsellage, in dem sie die Aufnahmefähigkeit der Muskelzellen für freie Aminosäuren verbessern, die Insulinausschüttung stimulieren, als Ammoniakhemmer dienen und Stickstoff zurückhalten. BCAA´s liefern das Baumatierial für die Gluamin- und Alaninsynthese. (vlg. Dietrich 2002, Seite 77ff.)

Aminoethansulfonsäure (Taurin)

Die Aminosäure Taurin hat ihren Bekanntheitsgrad durch das Modegetränk RED BULL erlangt, da es als “flügelverleihend” umworben wird. Im Getränk RED BULL soll Taurin gemeinsam mit Koffein, als Bestandteile, einen sog. Energiedrink ergeben. Taurin wird als Muskel- und Herzstärkungsmittel, Potenz- und Vitalisierungssteigerungsmittel angeboten. Taurin kommt in fast allen niederen Tier und Pflanzenarten (insb. Meerespflanzen) vor. (vlg. Dietrich 2002, Seite 109)

Creatin Monohydrat

Wie Dietrich (2002, Seite 110) zusammenfasst, nimmt das Creatin eine Sonderstellung bei der Energiebereitstellung ein. Es wird in Leber, Niere und Pankreas synthetisiert, wobei die Aminosäuren Glysin, Arginin und Methionin beteiligt sind. Entsprechend der natürlichen Testosteronsynthese im menschlichen Organismus regelt der Körper durch FeedbackMechanismus in Abhängigkeit von der exogenen Zufuhr die endogene Produktion selbst. Die leistungssteigernde Wirkung einer Creatin-Supplementierung hängt vorwiegend von Art, Dauer, Umfang und Intensität der Belastung ab.

Weitere Aminosäuren:

- Alanin
- Glutamin
- Arginin/Ornithin
- Ornithin-Alpha-Ketoglutarat
- Hydroxyzitronensäure
- Beta-Hydroxy-Beta-Methybutyrat
- Gamma-Aminobuttersäure (GABA)
- L-Carnitin
- Pyruvat
- Inosin
- Colin/Lecithin

2.3.3 Fette

Im Sport kommt den Fettsäuren (FS), insb. den mehrfach ungesättigten FS eine besondere Bedeutung zu. Durch die richtige Gabe und Auswahl von FS kann die muskuläre und gesamtkörperliche Belastbarkeit verbessert werden. Durch ihren Einfluss auf die Membranpermeabilität, bzgl. des Ionen- und Sauerstofftransportes sowie auf die Infekt und Verletzungsanfälligkeit, können sie je nach Belastungsanspruch die Leistungsfähigkeit und Regenerationsfähigkeit positiv beeinflussen.

Fatburner

Zahlreiche der vorgenannten Substanzen werden als sog. „Fatburner“ in verschiedenen Kombinationen in Form von „Kombi“-Präparaten angeboten. Aufgabe dieser Präparate ist das viscerale Unterhautfettgewebe zu reduzieren.

[...]


1 Um einen besseren Lesefluss zu gewährleisten wird der Begriff Nahrungsergänzungsmittel stellvertretend mit NEM abgekürzt.

2 Essentiell: lebensnotwendige Aminosäure

3 gängiges Stoffwechselprodukt

Details

Seiten
19
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783656166122
ISBN (Buch)
9783656166504
Dateigröße
404 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v191692
Institution / Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Note
2.0
Schlagworte
Nahrungsergänzungsmittel Doping Sport Leistungssport Sport Leistungssport NEM Ernährung

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