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Der Einfluss von Internet und Social Networking Sites auf Jugendliche und deren soziale Beziehungen

Examensarbeit 2011 92 Seiten

Didaktik - Gemeinschaftskunde / Sozialkunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlage
2.1 Soziale Beziehungen
2.2 Freundschaft
2.3. Soziales Netzwerk
2.4. Peer Groups
2.5 Computervermittelte Kommunikation

3. Das Phänomen des Social Networking auf der Basis von Web 2.0
3.1. Social Software
3.2. Social Networking Sites

4. Empirische Grundlage: Forschungsstudien
4.1 Kurzer Überblick: Zielsetzung, Datenlage und Methoden der Studien
4.2 Allgemeine Ergebnisse der Studien

5. Betrachtung von kritischen Hypothesen zu den psychosozialen Folgen von SNS
5.1. Sozialer Beziehungsverlust
5.2. Flucht in virtuelle Beziehungen
5.3. Entwicklung neuer Beziehungen
5.4. Freundeslisten
5.5. Freundschaftsbegriff
5.6. Kommunikation
5.7. Zusammenfassung der Thesen und Hypothesen

6. Exkurs: Gefahr der Cybermobbing

7. Medienerziehung in der Schule

8. Resumée: Chancen und Risiken von SNS

9. Literaturverzeichnis

10. Anhang

1. Einleitung

Das Phänomen der „sozialen Netzwerke“ im Internet hat in der Öffentlichkeit und im alltäglichen Leben für viele Erwachsene, aber vor allem für Jugendliche in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht über dieses Phänomen vor allem am Beispiel „Facebook“ oder anderen vergleichbare Programmen wie „Twitter“ oder „StudiVZ“ in den Medien berichtet wird. Themen sind u.a. neue entwickelte Netzwerke, aktuelle Änderungen und die Kritiken an diesen. Fest steht: Soziale Netzwerke im Internet stehen im Fokus der Öffentlichkeit.

Kritik bezieht sich dabei z.B. auf die These: „Soziale Netzwerke wie Facebook überfordern […] mit unzähligen Pseudofreundschaften“1, oder auf die Aussage, dass sich viele Menschen in „virtuelle Beziehungen flüchten“ würden. Mit dieser Aussage und ähnlichen Befürchtungen werden besonders Jugendliche in Verbindung gebracht. Sowohl bei deren Bezugspersonen, wie Eltern und Lehrkräften, als auch bei anderen Personengruppen, z.B. Politikern, besteht die Sorge, dass Soziale Netzwerke im Internet einen negativen Einfluss auf Jugendliche und deren Entwicklung haben. Der erwähnte negative Einfluss bezieht sich größtenteils auf die Thematik der Freundschaften und die Qualität der sozialen Beziehungen, in die sich Jugendliche im Netz begeben.

Aufgrund der Aktualität und der Präsenz, die soziale Netzwerke im Internet in der heutigen Gesellschaft haben, wird sich die vorliegende Arbeit mit diesen sog. SNS beschäftigen und dabei insbesondere die kritischen Thesen zur Veränderung, Verflachung der sozialen Beziehungen, bzw. den vermeintlichen Verlust sozialer Kompetenzen von Jugendlichen in und durch SNS genauer betrachten und auf ihren Realitätsgehalt hin überprüfen.

Im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen also Jugendliche bzw. insbesondere Schüler und Schülerinnen2. Den Kern bildet die Frage, welchen verändernden Einfluss soziale Netzwerke im Internet auf Jugendliche, deren Beziehungen und auf deren Alltag wirklich haben.

Ziel ist es zu eruieren, inwiefern bezüglich sozialen Netzwerken die Rede von sozialem Beziehungsverlust sein kann oder ob soziale Netzwerke im Gegenteil sogar einen positiven Einfluss auf soziale Beziehungen von Jugendlichen haben können. Damit verbunden geht es um den Stellenwert von Freundschaften im Internet für Jugendliche. Denn: Kann ein Jugendlicher mehrere hunderte Freunde haben, so wie es auf den Freundeslisten mancher Nutzer von sozialen Netzwerken angezeigt wird?

Neben diesen Auseinandersetzungen werden auch in einem Exkurs die Gefahren und negativen Konsequenzen der sozialen Netzwerke im Internet erarbeitet. Dieser Punkt konzentriert sich hauptsächlich auf die Gefahr und die Folgen des Cybermobbings. Cybermobbing bei Jugendlichen stellt derzeit ein bedeutendes Problem dar, welches v.a. auch in der Schule thematisiert werden sollte, um ihm entgegenzuwirken.

Der erste Abschnitt dieser Arbeit stellt die theoretischen Grundlagen dar und Begriffe, die mit dem Thema in Verbindung stehen werden erläutert.

Soziale Beziehungen, worunter u.a. die Freundschaft fällt, sind von großer Bedeutung für die Thematik dieser Arbeit. Durch das Bestehen sozialer Beziehungen entstehen soziale Netzwerke (im Internet). Aufgrund der Tatsache, dass sich diese Arbeit mit Jugendlichen beschäftigt, werden zusätzlich soziale Beziehungen unter Jugendlichen, Peer-Groups, gesondert angeschaut.

Die Grundlage jeder sozialen Beziehung ist die Kommunikation. Da es um soziale Beziehungen über das Internet geht ist es von elementarer Bedeutung im weiteren Verlauf den Ausdruck der computervermittelten Kommunikation zu klären.

Nach der Erläuterung der wichtigsten Begriffe kann das theoretische Konzept von sozialen Netzwerken im Internet besser verstanden und erklärt werden. Um dieses Konzept jedoch umfassend deuten zu können ist es wichtig sich mit der „Social Software“, unter deren Kategorie sich soziale Netzwerke eingliedern lassen, zu befassen. Die Entstehung von Social Software spiegelt sich im neuartigen Internetbegriff Web 2.03 wider. Durch diese revolutionäre Entwicklung der letzten Jahre entstand für jeden Nutzer die Möglichkeit das Internet aktiv mitzugestalten und über dieses Medium zu kommunizieren.

Das heutige Internet, sowie die Gegebenheiten der sozialen Netzwerke im Internet basieren auf einer über Jahrzehnte fortdauernden Entwicklung und Gestaltung. Es geht u.a. um die genaue Betrachtung der Entstehung des Web 2.0 mit der Schaffung von Social Software und sozialen Netzwerken. Außerdem wird die Theorie dieser neuen Kommunikationsräume behandelt und deren Funktionen und Intentionen (aus Platzgründen) möglichst kurz gefasst dargestellt.

Welche Auswirkungen die Nutzung von Internet und sozialen Netzwerken im Internet auf Jugendliche tatsächlich haben, wird schließlich im dritten Teil, anhand von zwei aktuellen Studien, analysiert.

Zunächst werden diese Studien (Jim-Studie 2010, Studie Jugend 2.0) und die allgemeinen Ergebnisse, die für die Thematik von Relevanz sind, vorgestellt.

Durch das Auswerten der Studien sollen dann die aufgestellten Hypothesen bestätigt oder widerlegt werden. Die zu behandelnden Hypothesen befassen sich hier nur kurz charakterisiert mit dem o.g. Kern der Arbeit, also der Frage nach dem Einfluss von SNS auf Jugendliche und deren soziale Beziehungen.

Der letzte Teil beschäftigt sich mit negativen Konsequenzen der Internetnutzung. Hier wird die Gefahr des Cybermobbings im Internet dargestellt. Anschließend wird betrachtet welche Möglichkeiten die Schulen sowie die Lehrkräfte haben, mit dieser und anderen Gefahren, denen die Schüler ausgesetzt sind, umzugehen. Aufgrund der Entwicklung neuer Medien und deren vermehrter Nutzung ist die Medienerziehung im Unterricht ein wichtiger Punkt des Themas. Dieser sollte daher nicht außer Acht gelassen werden.

Die Thematik der vorliegenden Arbeit ist wie o.g. sehr aktuell und weist in seinem gesamten Themenbereich fortwährende, immer schneller werdende Veränderungen auf. Es ist daher wichtig zu erwähnen, dass aufgrund dieser Tatsache nur wenig Literatur zu dem Thema vorhanden ist. Schlussfolgerungen darüber, welche Einflüsse und Folgen die Nutzung sozialer Netzwerke im Internet haben, kann aktuell nur durch Forschung und daraus resultierende Studien verfolgt werden. Bis dato liegen jedoch lediglich wenige Studien vor, deren Ergebnisse noch keine allgemein gültigen Ergebnisse liefern. Viele Studien sind zudem noch nicht veröffentlicht.

Das Oberthema „Sozialpsychologie im Internet“ ist in der Literatur nur schwach besetzt. Mit dieser Thematik setzen sich gegenwärtig meist Zeitschriftenartikel auseinander. In diesen werden oft Meinungen und Hypothesen, von z.B. Politikern oder Lehrkräften, aufgefangen, welche jedoch in den meisten Fällen nicht empirisch bestätigt oder wiederlegt werden können.

Das Werk „Sozialpsychologie im Internet“ von Nicola Döring stellt eine Besonderheit dar und kann als Meilenstein im Forschungsbereich der Sozialpsychologie im Internet gewertet werden. In Dörings Werk werden v.a. Grundbegriffe wie z.B. computervermittelte Kommunikation ausführlich erklärt. Allerdings liegt das Erscheinungsjahr der zweiten Auflage acht Jahre zurück und kann den aktuellen Veränderungen und Forschungsergebnissen nicht vollständig genügen.

Für die Klärung der theoretischen Grundlagen dieser Arbeit wurde meist der sozialpsychologische Ansatz gewählt. Dörings Buch stellt hier eine wichtige und oft genutzte Quelle dar.

Auch Methoden aus anderen Wissenschaften (z.B. Soziologie) werden ansatzweise behandelt, aber nur dann, wenn diese von grundlegender Bedeutung sind, wie beispielsweise bei dem Begriff „Soziale Beziehungen“.

Literatur über die allgemeine Entwicklung des Internets in den letzten Jahren, sowie die damit verbunden Entstehung des Begriffes Web 2.0, gibt es dagegen deutlich mehr. Sowohl mit dieser Literatur als auch mit einer Auswahl von Artikeln beschäftigt sich der Teilbereich Web 2.0.

Aufgrund der Tatsache, dass sich im deutschen Sprachraum derzeit nur die verwendeten Studien mit dem Thema auseinandersetzten ist es lediglich möglich mit diesen zu arbeiten und auf deren Basis geeignete Ergebnisse zu gewinnen.

Zum Thema „Cybermobbing“ gibt es, obwohl dieses ebenfalls ein neueres soziales Phänomen ist, schon eine Vielzahl von Büchern, Artikeln und Ratgebern. Dies ist das Ergebnis der Erkenntnis, dass man sich darüber im Klaren ist, welche massiven, negativen Konsequenzen Cybermobbing haben kann. Dementsprechend sind Ratgeber zum Umgang und zur Prävention von Nöten.

Auch der damit verbundene Themenbereich „Medienerziehung in der Schule“ ist in der Literatur sehr präsent; vorwiegend in Richtlinien oder Anweisungen für Lehrkräfte, wie es z.B. im Lehrplan der Fall ist.

2. Theoretische Grundlage

Im zweiten Abschnitt der Arbeit werden Fachbegriffe, die eine theoretische Grundlage für das Verständnis der vorliegenden Arbeit bilden und von großer Wichtigkeit für das Verständnis der Arbeit sind, definiert und genauer erläutert. Der zunächst behandelte Begriff stellt den Kern der Arbeit dar: Das Phänomen der „sozialen Beziehungen“. Jegliche Beziehungsformen, mit denen sich diese Arbeit auseinandersetzt, fallen unter den allgemeinen Begriff „soziale Beziehungen“ und bilden die Basis für andere Beziehungsformen. Besondere Relevanz haben dabei Freundschaften unter Jugendlichen und sog. „Peer Groups“. Diese sind sehr enge Formen und für die jugendliche Sozialisation bzw. Identitätsbildung sehr wichtige Arten von sozialen Beziehungen. Die Gesamtheit dieser verschiedenen Formen von Beziehungen bildet die Grundlage für das Entstehen eines „sozialen Netzwerkes“.

Im Rahmen dieser Arbeit spielt der mögliche „soziale Beziehungsverlust“ bei Jugendlichen, welcher bei der Kommunikation über soziale Netzwerke im Internet entstehen kann, eine große Rolle. Jugendlichen Kontakten, Freundschaften und Beziehungen in sozialen Online- Netzwerken und im Internet wird nachgesagt, dass sie für die Verarmung echter, in der Realität vorkommende Kontakte sorgen würden. Um feststellen zu können, wann tatsächlich von einem sozialen Beziehungsverlust gesprochen werden kann, muss zu Beginn geklärt werden, was das allgemeine Kennzeichen von „sozialen Beziehungen“ ist. Die Fragen, welche Arten von „sozialen Beziehungen“ bei Jugendlichen bestehen und wie diese einzuordnen sind, sind von elementarer Bedeutung.

2.1 Soziale Beziehungen

Der Begriff der „sozialen Beziehung“ geht ursprünglich auf den deutschen Soziologen Max Weber zurück. Dieser definierte „soziale Beziehung“ erstmals im Jahr 1922 wie folgt:

„Soziale Beziehung soll ein seinem Sinngehalt nach aufeinander gegenseitig eingestelltes und dadurch Sichverhalten mehrerer heißen. Die soziale Beziehung besteht also durchaus und ganz ausschließlich: in der Chance, daß in einer (sinnhaft) angebbaren Art sozial gehandelt wird, einerlei zunächst: worauf diese Chance beruht.“4

Diese Definition schlussfolgert, dass eine Beziehung dann als abgeschlossen gesehen werden kann, wenn diese keinen Sinn mehr zu machen scheint.

Im Rahmen dieser Arbeit wird der Begriff speziell aus sozialpsychologischer Sicht betrachtet. In der Psychologie spielt der Begriff der „sozialen Beziehung“ erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts eine Rolle. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden „soziale Beziehungen“ im Bereich der Psychologie nur sekundär in den Disziplinen Sozial- und Persönlichkeitspsychologie behandelt.5 Heute aber ist die „Psychologie sozialer Beziehungen“ etabliert und zu einem eigenständigen breiten Feld der Forschung, auch in der klinischen Psychologie, geworden. Mit der Zeit haben sich dabei verschiedene Definitionen entwickelt. In einem Wörterbuch für allgemeine Psychologie aus den 80er Jahren werden „soziale Beziehungen“ z.B. folgendermaßen definiert:

„Verhältnis zwischen Mitgliedern einer Gruppe, das sich einerseits aus der Tätigkeit oder den Aufgaben der Gruppenmitglieder, andererseits aus den Normen der Gruppe oder der Gesellschaftsordnung ableiten läßt. Der letztlich gestaltende Faktor für s.B. sind die Produktionsverhältnisse […].“6

Diese Definition bezieht sich auf die Mitglieder einer Gruppe d.h. auf mehrere Personen. Gegenwartsnähere Definitionen beziehen sich meist auf Dyaden, also auf Beziehungen zwischen zwei Personen, dies ist beispielsweise bei Bierhoff (u.a.): „S.B. beruht auf einem stabilen Interaktionsmuster zwischen zwei Personen […]“7 oder bei Döring: „Zwischen zwei Personen besteht eine soziale Beziehung, wenn sie wiederholt miteinander Kontakt haben, also mehrfach zeitversetzt kommunizieren oder zeitgleich interagieren.“8 der Fall. In Dörings Definition inbegriffen ist die Abgrenzung zum Begriff des sozialen Kontakts, da sich dieser auf eine einmalige Begebenheit bezieht.

Nachfolgend wird auf unterschiedliche Beziehungstypen eingegangen und versucht, diese gemäß ihrer Funktionen, Rollen und Bedeutungen einzuteilen. In der Wissenschaft gibt es dabei verschiedene, auch divergente Modelle zur Kategorisierung sozialer Beziehungen. Zwei dieser Modelle werden nun kurz vorgestellt.

Döring unterscheidet in erster Instanz zwischen „formalen“ und „persönlichen“ Beziehungen und gliedert diese in schwache (lockere) und starke (enge) Bindungen.9 „Formale Beziehungen“ meint Beziehungen, die meist auf der Sachebene stattfinden, wie Verwaltungs-, Dienstleistungs- und Arbeitsbeziehungen.10 In diesen neutral angelegten Beziehungen sind die Rollen klar verteilt, wie beispielsweise die Beziehung Käufer- Verkäufer, welche eine schwache Bindung darstellt. Unter einer formalen Beziehung mit starker Bindung ist hingegen z.B. ein Arbeitskollege zu verstehen, mit dem man befreundet ist.

„Persönliche Beziehungen“ werden von Döring in Beziehungsklassen wie Freundschaft oder Familie (z.B. Eltern-Kind Beziehung) eingeteilt.11 Der entscheidende Unterschied zur formalen Beziehungen ist, dass in diesen persönlichen Beziehungen die Sachebene eher sekundär ist und die Beziehungsebene im Vordergrund steht. Die Basis dafür sind v.a. Vertrauen, Gefühle, Ehrlichkeit und gegenseitige Wertschätzung zueinander. Bezüglich der Frage, ob Beziehungen zwischen Personen fortdauernd und einmalig in formale oder persönliche Beziehungen einzuteilen sind, ist zu erwähnen, dass diese zwischenmenschlichen Verhältnisse variabel und wandelbar sind. Ein einst bester Freund kann z.B. zu einem Feind werden oder ein Arbeitskollege kann zu einem guten Freund werden.

Wie oben erwähnt wird innerhalb der Beziehungsebenen zwischen schwachen und starken Bindungen unterschieden. Diese Unterscheidung von „strong ties“ und „weak ties“ hat der Soziologe Mark Granovetter Mitte der 70er Jahre mit beeinflusst und geprägt. Schwächere Beziehungen sind in der Regel am Rande eines persönlichen Netzwerks integriert und geprägt von einem geringem emotionalen Engagement und Zeitaufwand.12 „Strong Ties“ kennzeichnen sich durch Reziprozität, gemeinsamen Aktivitäten und Hobbys, sowie durch hohen Zeitaufwand, welcher in die Beziehung investiert wird.13 Jeder Mensch benötigt Beziehungen mit schwacher und starker Bindung und lebt sozusagen in einem zwischenmenschlichen Netzwerk mit unterschiedlicher Dichte. Als Klassiker und Meilenstein der Analyse dieser Netzwerke gilt Granovetters Werk „The Strenght of Weak Ties“.

Granovetter hat herausgefunden, dass mit einer stärker werdenden Beziehung die Anzahl der Kontakte (Freunde und Bekannte) steigt, zu denen beide Beziehungspartner in Verbindung stehen.14 Vereinfacht ausgedrückt heißt dies: Wenn die Personen A und B sowie A und C in einer starken Beziehung zueinander stehen, sind die Personen B und C mindestens in einer schwachen Bindung verbunden. Diese dreier Verbindung kann somit als ein „soziales Netzwerk“ bezeichnet werden. Schaubild 1 veranschaulicht diesen Sachverhalt graphisch.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schaubild 1: Entstehung von starken und schwachen Bindungen nach Granovetter

Die Stärke der schwachen Bindungen hängt von einer Brückenfunktion ab. Diese ist zum einen von den Beziehungen zwischen verschiedenen Gruppen innerhalb des Netzwerks gekennzeichnet und zum anderen von entstehenden Brückenbeziehungen zu anderen Netzwerken (s.o.). Döring fasst diese Stärken und Vorteile der schwachen Bindungen sehr treffend zusammen:

„Sie bringen uns mit Menschen außerhalb unseres Umfelds in Kontakt und liefern bei kritischen Lebensereignissen oder Statusveränderungen neue Informationen, Orientierungen und Rollenangebote, die im sozialen Netzwerk der engen Beziehungen mit ihren eingefahrenen Rollenmuster und Normen sowie ihren wechselseitigen Verknüpfungen nicht vorhanden sind.“15

Granovetter konnte mit seiner Studie „Getting a Job“ aus dem Jahr 1974 den Einfluss der schwachen Bindungen empirisch belegen.16 Das entscheidende Ergebnis der Studie ist, dass bei der Jobsuche vorwiegend schwache Bindungen Anteil an einem erfolgreichen Ausgang, dem Finden einer Stelle, hatten.

Die vorangegangene Vorstellung der verschiedenen Arten von sozialen Beziehungen lässt darauf schließen, dass unter Jugendlichen auf allen der eben genannten Formen und Ebenen soziale Beziehungen bestehen. Dabei besitzt jede einzelne eine unterschiedliche Qualität. Dies kann sich auf die Form einer „wahren Freundschaft“ oder auf die Gestalt formaler Beziehungen, wie z.B. mit den Fußballkollegen, beziehen. Zu beachten ist, dass formale Beziehungen auch unter Jugendlichen für bestimmte Zwecke im Sinne sozialer Netzwerke rein funktional sehr hilfreich sein können und nicht generell als kritisch zu beurteilen sind.

In der Gesamtheit dieser kurz gehaltenen Informationen über soziale Beziehungen bleibt festzuhalten, dass jede bestehende soziale Beziehung einzigartig ist und sich bezüglich der eigenen Wahrnehmung und Qualität von allen anderen unterscheidet. Jeder Mensch hat eine Vielzahl von sozialen Beziehungen, welche alle von Nutzen sein können. In dieser Arbeit hat die soziale Beziehung in Form der Freundschaft bezogen auf Jugendliche einen besonderen Stellenwert.

2.2 Freundschaft

Nachdem erarbeitet wurde wie sich soziale Beziehungen definieren, geht es nachfolgend darum, „Freundschaften“, als eine Form der sozialen Beziehungen, genauer zu betrachten. Der Begriff „Freundschaft“ stellt einen wichtigen Baustein des kritischen Ansatzes dieser Arbeit dar. Ein Schüler berichtet, er habe 348 Freunde bei Facebook! Eine solche Aussage ist in vielerlei Hinsicht kritisch zu betrachten. „Freundschaften“ auf Social Networking Sites (SNS) werden oftmals dahingehend kritisiert, dass diese keine „echten Freundschaften“ sein könnten und kein Mensch auf der Welt mehrere hundert Freunde haben kann. Das Schlagwort der Kritik ist der schon erwähnte „soziale Beziehungsverlust“, der vor allem bei Jugendlichen befürchtet wird.

Die damit verbundene Problematik, dass in der heutigen Zeit, die von sozialen OnlineNetzwerken geprägt ist, bereits lose und flüchtige Bekanntschaften als Freunde angesehen werden, beschränkt und relativiert den Begriff „Freundschaft erheblich“17, wenn man davon ausgeht, dass ursprünglich von einer verlässlichen, engeren Bindung von zwei Menschen jenseits sexuellen Interesses ausgegangen wurde.

Facebook und andere vergleichbare Programme machen es möglich, dass „Freundschaften“ sehr schnell geknüpft werden.

Eine schnelle Suche, ein paar Klicks und schon ist man mit einem Schulkameraden aus der ersten Klasse befreundet, mit dem man zuletzt vor 10 Jahren Kontakt hatte, oder mit einer Bekanntschaft der Nachbarklasse, mit der man im gesamten bisherigen Leben zwei Sätze gewechselt hat.18

Ein weiteres Beispiel: Im Januar 2011 hatte die Amerikanische Pop-Sängerin Lady Gaga bei Facebook rund sieben Millionen Freunde. Zwei Monate später waren es dann über 30 Millionen.

Besonders bei Schülern und Jugendlichen besteht die Gefahr, dass z.B. das Ansehen oder die Beliebtheit durch die Anzahl der Freunde gemessen wird. Es stellen sich die Fragen, wie Schüler den Begriff „Freundschaft“ für sich selbst definieren und welche Bedeutung solche Freundschaften auf SNS haben?

Aufgrund der Erkenntnis, dass in und durch soziale Netzwerke, der Begriff „Freundschaft“ vorschnell genutzt wird und eventuell seine ursprüngliche Bedeutung verloren hat, soll nun die wissenschaftlich abgesicherte Bedeutsamkeit von „Freundschaft“ im Mittelpunkt stehen, um dann betrachten zu können, wie „Freundschaften“ in SNS zu bewerten und einzuordnen sind.

In der Psychologie und in der Wissenschaft im Allgemeinen findet sich keine allgemeingültige Definition für „Freundschaft“. Hauptgrund dafür ist, dass jeder Mensch ein unterschiedliches Verständnis von Freundschaft hat. Was für den einen eine oberflächliche Zweckbeziehung ist, kann für den anderen schon „Freundschaft“ bedeuten. D.h. „Freundschaft“ ist ein sehr weiter und vor allem subjektiver Begriff, bei dem sich die Kernfrage stellt, ab welchem Zeitpunkt Menschen Freunde sind.

Wie bereits herausgearbeitet, bezeichnet „Freundschaft“ eine bestimmte Form der sozialen Beziehung. Nach Auhagen sollte eine Freundschaftsdefinition zum einen die elementaren charakteristischen Merkmale einer Freundschaft beinhalten, und zum anderen sollte die Definition so ausgedrückt werden, dass sie sich von anderen zwischenmenschlichen Beziehungen eindeutig unterscheidet.19 Zunächst sollte „Freundschaft“ vom Begriff der „Kameradschaft“, wie dies (fast ausschließlich) in älteren Freundschaftsdefinitionen getan wird, abgegrenzt werden. „Kameradschaften“ beziehen sich auf Gruppen und deren Solidarität zueinander im Team. „Kameradschaften“ sind im Unterschied zu „Freundschaften“ eher situationsabhängig, aufgaben- und zielorientiert.20

Auhagen hat unter kritischer Anschauung und Berücksichtigung der Vielzahl vorhandener Begriffsbestimmungen sowie ihrer eigenen Vorstellungen folgende Definition von „Freundschaft“ entwickelt:

„Freundschaft ist eine dyadische, persönliche, informelle Sozialbeziehung. […] Die Existenz der Freundschaft beruht auf Gegenseitigkeit; sie besitzt für jeden der Freundinnen/Freunde einen Wert, welcher unterschiedlich starkes Gewicht hat und aus verschiedenen inhaltlichen Elementen zusammengesetzt sein kann.“21

Darüber hinaus charakterisiert sie „Freundschaft“ anhand von vier Aspekten: Freiwilligkeit, zeitliche Ausdehnung, positiver Charakter und keine offene Sexualität.22 In anderen Definitionsansätzen fallen Schlagwörter wie Vertrauen, Sympathie, positive Emotionen etc.. Argyle (u.a.) fasst den Freundschaftsbegriff in Bezug auf alle positiven Facetten sehr treffend zusammen:

„Freunde sind Menschen die man mag, deren Gesellschaft man genießt, mit denen man Interesse und Aktivitäten teilt, die hilfreich und verständnisvoll sind, denen man vertrauen kann, mit denen man sich wohlfühlt und die emotionale Unterstützung gewähren.“23

Diese zwei Definitionen liefern nun mehrere Kriterien, die für eine „Freundschaft“ charakteristisch sind.

Die Frage aber, wie viele Freunde wir haben, kann nur jeder selbst, unter der Berücksichtigung der eigenen Vorstellung von Freundschaft, bestimmen. Eindeutig ist, dass bei Freundschaften die Qualität der Beziehung und nicht die Quantität dieser Beziehung im Vordergrund stehen muss.24

Argyle (u.a.) kommt bezüglich der Anzahl vorhandener Freundschaften, unter Abgleich der Definitionen, zu folgendem Ergebnis: Die meisten Menschen haben ein bis zwei beste Freunde; lockert man die Bezeichnung des besten Freundes auf, kommen Menschen auf etwa fünf enge Freunde, etwa 15 Freunde, etwa 20 Angehörige des sozialen Netzwerks und unzählige Bekannte (teilweise über 1000).25

Der Evolutionsanthropologe Robin Dunbar von der Universität Oxford hat errechnet, dass die natürliche Grenze von Freunden bei 150 liegt.26 „Mit 150 Menschen könnten wir eine persönliche Beziehung und Geschichte haben, die Vertrauen und Verpflichtung mit sich bringt“, wären es mehr als 150 „stoße unser Gehirn an Kapazitätsgrenzen“ und wir würden den Überblick verlieren.27

Wissenschaftlich lassen sich diesbezüglich keine festen Zahlen nennen, da Freundschaften und die Bewertung bzw. Interpretation dieser, individuell verschieden sein können, d.h. sehr subjektiv ist.

Es gibt Studien, die Freundschaften an der Anzahl der Häufigkeit, mit der man sich in einem bestimmten Zeitraum (z.B. eine Woche) getroffen hat messen und bewerten. Ein solches Kriterium sollte aber als defizitär betrachtet werden, weil dabei grundlegende Faktoren einer Freundschaft wie Vertrauen, Emotionalität oder Gefühle nicht berücksichtigt werden können. Beispielswiese gibt es enge Freundschaften oder sogar beste Freunde, die sich aufgrund der Entfernung vielleicht nur einige Male im Jahr sehen und treffen können. Selbst solche Freundschaften können auf Dauer bestehen, weil man sich trotz der örtlichen Distanz emotional verbunden fühlt.

Nun zu der Frage, ob Jugendliche eine spezifische Vorstellung von Freundschaft pflegen. Diese unterscheidet sich vom bisher Erfassten. Der Literatur ist zu entnehmen, dass Jugendliche „eigentlich“ klare Vorstellungen haben, was sie unter einer Freundschaft verstehen. Gekennzeichnet sind Freundschaften unter Jugendlichen zum einem durch eine gegenseitig entwickelte Verbundenheit, die durch das Vertrauen und das Wissen, dass man sich dem anderen gegenüber uneingeschränkt öffnen kann, geprägt wird. Zum anderen zählen der Zusammenhalt und das „Sich-aufeinander-verlassen-können“. In der Phase der „Adoleszenz“ von ca. 13 bis 25 Jahren bieten positive, enge Freundschaften zudem den Hintergrund für eine Reihe wichtiger Entwicklungsmöglichkeiten, die von den Jugendlichen selbst natürlich nicht bewusst reflektiert werden:28

Positive, enge Freundschaften …

1. …bieten die Möglichkeiten, das eigene Selbst zu entdecken und ein tiefes Verständnis für andere Menschen zu entwickeln
2. … bilden die Grundlage für zukünftige intime Beziehungen.
3. … helfen mit den Schwierigkeiten der Adoleszenz umzugehen
4. … können sich positiv auf die Einstellung zur Schule auswirken.

In Hinblick auf den vierten Punkt ist anzubringen, dass es immer auch Freundschaften geben kann die sich negativ auf Jugendliche auswirken. Beispielsweise können Jugendliche mehr oder weniger unbewusst in falsche Gruppen geraten. Der Einfluss solcher Freunde kann sich vielseitig negativ auswirken. Beispielsweise kann eine schlechte Einstellung gegenüber der Schule entstehen, sodass die Lernmotivation leidet und die Folgen Schulprobleme sein könnten.

Die Betonung der dargestellten Vorstellungen der Jugendlichen von Freundschaft liegt auf positiven und engen sozialen Beziehungen. Jedoch kann diese nicht mehr als gültig angesehen werden, wenn man sie auf die Vielzahl von Freunden, wie sie im Internet bestehen, bezieht. Daher weicht die sog. Freundschaft im Internet von dieser Auffassung alltäglicher persönlicher Beziehungen (face-to-face) deutlich ab. Aufgrund dessen stellen sich die Fragen, wie diese überhaupt bewertet und eingeordnet werden können und wann Jugendliche wirklich miteinander befreundet sind und wann dies nur formal auf SNS der Fall ist.

Letztendlich scheinen Wichtigkeit und Bedeutung von Freundschaften unter Jugendlichen bzw. Schülern für jeden einzelnen Akteur zu bestehen. Die Bedeutung und die Wichtigkeit der Freundschaften, die auf SNS bestehen sind allerdings wiederum jeweils abhängig von der Betrachtungsweise, was Freundschaften für die einzelnen Nutzer bedeuten, zu sehen. Der wichtigste Aspekt ist die Sicht des einzelnen Schülers selbst: Jeder Schüler sollte für sich selbst wissen und entscheiden, welchen Wert solche Freundschaften haben und was jeder Einzelne unter einer Freundschaft versteht.

Die Anzahl der Freunde bei Jugendlichen auf SNS liegen durchschnittlich bei mehreren hundert. Dabei sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass es auch jene Jugendlichen gibt, die auf SNS nur mit Leuten befreundet sind, mit denen sie regelmäßig Kontakt haben und die ihnen wirklich etwas bedeuten. D.h., dass es Jugendliche gibt, die genau wissen wen sie zu ihren Freunden zählen können. Die Ansicht, dass Jugendliche nicht zwischen Freunden oder Bekanntschaften unterscheiden können, ist somit nicht allgemein übertragbar.

Es zeigt sich jedoch ein deutlicher Unterschied zwischen Mädchen und Jungen bzw. Frauen und Männern. In der Literatur und der Wissenschaft gibt es eindeutige und aussagekräftige Zahlen.

Frauenfreundschaften sind im Durchschnitt wichtiger und zufriedenstellender als Männerfreundschaften und leisten zudem auch mehr Beistand bei praktischen und emotionalen Angelegenheiten.29

Frauen/Mädchen verfügen zudem insgesamt über ein größeres soziales Netzwerk, auch mit mehreren engeren Freunden.30 Erwähnenswert auf Seiten der Männer ist noch der Aspekt, dass eine Vielzahl nicht einen einzigen engen Freund nennen kann. Für beide Geschlechter gilt, dass sich Freundschaften, und die Anzahl dieser, im Laufe des Lebens erheblich verändern. Gründe dafür sind verschiedene Lebensumstände: Familie, Beruf, Umzug, Krankheiten, Alter etc.. Beim Vergleich der Angaben von internationalen Ergebnissen aus Studien bzgl. vorhandener Freundschaften o.ä. ist Vorsicht geboten, da der Freundschaftsbegriff in unterschiedlichen Regionen, Ländern und Kulturen unterschiedlich interpretiert wird.

Diese Statistiken spiegeln sich auch bei Jugendlichen wieder: Jungen sind meist untereinander in Gruppen anzufinden. Diese entstehen vorwiegend auf der Basis gemeinsamer Interessen wie Sport oder Musik. Bei Mädchen spielt innerhalb der Freundschaft besonders die Emotionalität eine Rolle, während Jungen zusammen oft (auch innerhalb von Cliquen und Gruppen) „nur“ einer gemeinsamen Aktivität nachgehen.31 Die Gruppen, in welchen sich Jungen/Männer aufhalten, würden traditionell eher unter dem Begriff der Kameradschaft eingeordnet werden.

Nachdem verschiedene Aspekte und charakteristische Merkmale von Freundschaft aufgezeigt wurden, geht es im Folgenden um die Art und Weise wie und warum Freundschaften entstehen.

Grundsätzlich muss erwähnt werden, dass jeder Mensch in seiner Persönlichkeit von Natur aus das Bedürfnis nach sozialer Anerkennung und Zugehörigkeit verspürt.32 Aufgrund dieses Grundbedürfnisses nach Affiliation gehen Menschen soziale Beziehungen ein, aus denen dann Freundschaften entstehen (können). Menschen brauchen Kontakte, soziale Beziehungen und Freundschaften, weil sie ihnen gut tun und sie glücklich machen. Auf die Frage, die in verschiedenen Studien und Befragungen immer wieder gestellt wird, was Menschen glücklich und zufrieden macht, stehen Freundschaften und Beziehungen durchweg ganz oben auf den Listen.33 Im Vergleich dazu fühlen sich Menschen ohne positive Beziehungen meist minderwertig und einsam.34 Schon diese Aspekte zeigen auf, warum gerade Jugendliche eine Vielzahl von Freunden auf SNS haben wollen.

Die Entstehung enger sozialer Beziehungen stellt einen Prozess dar, der von vielen unterschiedlichen Aspekten abhängig ist und in mehrere Phasen und Stufen eingeteilt werden kann. Döring unterteilt Beziehungen im Zeitverlauf in folgende Phasen: Aufbau-, Bestand-, Krisen- und Auflösungsphase.35

Die Frage, wie und aufgrund welcher Faktoren Freundschaften und andere soziale Beziehungen entstehen, ist sehr vielseitig. Der Hauptfaktor für das Zustandekommen eines Kontakts ist der „Nähe-Effekt“. Bei Menschen denen wir häufig begegnen, wie z.B. dem Nachbar oder dem Arbeitskollegen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass diese unsere Freunde werden. Darüber hinaus ist empirisch nachgewiesen, dass man den Gegenüber mehr und mehr mag, je mehr Kontakt man zu dieser Person hat.36

Weitere wichtige Faktoren für das Eingehen auf einen sozialen Kontakt oder eine Freundschaft sind Attraktivität, Ähnlichkeit und Reziprozität.37

Bei der Betrachtung dieser Auslöser wird deutlich, dass diese nur schwer auf Freundschaften im Internet übertragbar sind. Sie lassen sich nicht in oben beschriebene Schemata einordnen. Freundschaften die auf SNS bestehen lassen sich nicht mit Definitionen, die sich auf die reale zwischenmenschliche Freundschaft beziehen, welche schon seit Jahrhunderten durch unterschiedliche Wissenschaften untersucht und erforscht wurden, vergleichen.

Die Annahme, dass kein Jugendlicher die Behauptung aufstellen kann, dass er oder sie über mehrere hundert Freunde habe, kann unter Berücksichtigung der wissenschaftlichen Definition von Freundschaft festgehalten werden . Die Vielzahl von Freunden auf SNS sollte vielmehr zum erweiterten sozialen Netzwerk gezählt werden.

Unter der Voraussetzung der aufgezeigten Definitionen und Informationen zum Thema Freundschaft können einige Ergebnisse erhalten und wichtige Schlüsse gezogen werden. Jeder Jugendliche hat eine eigene Vorstellung von Freundschaft und jeder muss und kann für sich selbst wissen und entscheiden, was für ihn Freundschaften bedeuten und wie diese Beziehungen einzustufen sind. Offensichtlich erscheint aber vielen Jugendlichen die bloße Anzahl der Freunde auf SNS als wichtig. Eine große Freundesliste vermittelt bei nahezu jedem Jugendlichen das Gefühl beliebt zu sein und gemocht zu werden. Solche Gefühle sind für jeden schön und können sicherlich ein wichtiger Grund für diese immens hohen Freundesanzahlen sein.

Abschließend lässt sich das Fazit ziehen, dass Freunde aus dem Internet nicht mit realen face-to-face Freundschaften gleichzusetzen sind. Vor allem spricht die Masse an Freunden dagegen. Im realen Leben haben etwa 85% der Jugendlichen nur einen besten Freund oder eine beste Freundin, diese besten Freunde werden zudem in der Beziehungsskala am wichtigsten gewertet.38

Außerdem gibt es auf SNS (noch) keine Funktion, die es zulässt, bei der gegenseitigen Befürwortung der Freundschaft diese in z.B. schwache oder starke Freundschaft einzuordnen: Vernetzen sich zwei Menschen auf SNS gelten sie direkt als „Freunde“. Daraus lässt sich erkennen, dass der Freundschaftsbegriff in Verbindung mit dem Internet und SNS einen ganz neuartigen Wert hat. Man kann diese Freundschaften als eine Art neue Beziehungsform betiteln und dem sozialen Netzwerk eines Menschen zuordnen. Diese neue Beziehungsform, die im Laufe der letzten Jahre vor allem durch SNS entstanden ist kann und muss von jedem Jugendlichen individuell charakterisiert und bewertet werden.

2.3. Soziales Netzwerk

Der Begriff und das Phänomen „soziales Netzwerk“ hat, wie in den vorangegangenen Abschnitten erläutert wurde, eine sehr wichtige Bedeutung. Die vorgestellten Begriffe der sozialen Beziehung, sowie der Freundschaft, bilden die Grundlage für die Entstehung eines „sozialen Netzwerkes“.

Von Interesse ist zunächst die genaue Betrachtung des allgemeinen Begriffs des „sozialen Netzwerks“. Anschließend wird auf folgende Fragen eingegangen: Wie unterscheiden sich bei Jugendlichen „reale Netzwerke“ von „online Netzwerken“, welche Funktionen und Vorteile können diese bieten und wie können SNS „Soziale Netzwerke“ verändern? Zudem soll der Unterschied zwischen sozialen Online-Netzwerken und anderen Gruppierungen deutlich gemacht werden.

Mit den Themen „soziale Netzwerke“, „Netzwerkforschung“ oder dem „Netzwerkeffekt“ beschäftigen sich eine größere Anzahl von wissenschaftlichen Disziplinen wie beispielsweise die der Soziologie, der Kommunikationswissenschaften oder auch verschiedene Gebiete der Psychologie. Ursprünglich jedoch stammt der Begriff des „sozialen Netzwerkes“ aus der Soziologie.39

Durch das Entstehen und die Anziehungskraft von „sozialen Netzwerken“ im Internet erschloss sich für die Wissenschaft eine weitere Form der Forschung. Zunehmend fanden die Betrachtung, die Erforschung der Bedeutung und Funktionen sowie die Analysen dieser Netzwerke bei den Wissenschaftlern, die sich mit zwischenmenschlicher Interaktion beschäftigen, Anklang. Die Strukturen und Prozesse „sozialer Netzwerke“ in Organisationen und Firmen konnten und können durch z.B. die Entstehung „sozialer Netzwerke“ im Internet oder die gleichzeitig entstandene und im nachfolgenden erläuterte „Social Software“ deutlich analysiert und optimiert werden. Das Phänomen privater Netzwerke der Nutzer ist ein noch wenig erforschtes Phänomen und eher ein sozialpsychologisches Forschungsobjekt als ein ökonomisches Phänomen.

Bei einer Vielzahl vorhandener Definitionen (auch in psychologischer Literatur) stellt die Definition von Keupp/Röhrle die allgemeinste dar. In dieser bezeichnen „soziale Netzwerke“ „[…]die spezifischen Webmuster alltäglicher sozialer Beziehungen“.40 Genauer definiert gilt hier ein „Soziales Netzwerk“ als „[…]die Gesamtheit der sozialen Beziehungen, die eine Person (Ego, Fokalperson, Fokusperson) mit anderen Menschen (Alteri) unterhält sowie deren Beziehungen untereinander“.41

Bildlich kann ein „soziales Netzwerk“ folgendermaßen dargestellt werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schaubild 2: Beispielhafte graphische Darstellung eines möglichen sozialen Netzwerkes

In der Regel werden „soziale Netzwerke“ von einer spezifischen Person ausgehend dargestellt (grüner Punkt). Die Knotenpunkte stellen Personen oder auch Institutionen dar und sind wie in einem Fischernetz verbunden. Allgemein unterscheidet man zwischen „persönlichen/egozentrierten“ und „gesellschaftlichen Netzwerken“. Diese Arbeit bezieht sich auf die Netzwerke von und zwischen Jugendlichen, die auf verschiedenen Ebenen, wie z.B. der einer Freundschaft oder auf der Ebene der Schule, miteinander verbunden sind. Netzwerke können auf der Ebene des Individuums (Rolle vom Ego im Netzwerk), der Dyade (Beziehung vom Ego zu Alteri) und der Gruppe (Beziehung vom Freundeskreis und der Familie vom Ego) untersucht werden. Dabei werden die Merkmale Netzwerkgröße (Zahl der Alteri), Dichte (Zahl der Beziehungen zwischen den Alteri), Heterogenität (Zahl verschiedener Beziehungsklassen) sowie Variabilität (Veränderung des Netzwerks) berücksichtigt.42

In der Psychologie und in anderen sozialpsychologisch oder politisch interessierten Wissenschaften sind im Rahmen eines Netzwerks (z.B. Gruppen, Gemeinden, persönliche Netzwerke) die sozialen Charakteristika und die Eigenschaften der Personen (Knoten) und deren Verknüpfungen von Interesse.43

Wissenschaftlich ist es fast unmöglich das gesamte Netzwerk von Jugendlichen einzusehen und anzuführen, da jeder Jugendliche in verschiedenen Bereichen (z.B. Schule, Hobbys, Vereine) soziale Beziehung unterschiedlicher Stärke hat und mit der Summe all dieser auf mehrere Hundert kommt. In der Netzwerkanalyse jedoch lassen sich empirisch partielle Netzwerke erstellen, wenn die sozialen Beziehungen einer Person auf Beziehungsklassen und Beziehungsinhalte beschränkt werden.44

Des Weiteren können Soziale Netzwerke in zwei Bereiche aufgeteilt werden: Vorhandene stärkere soziale Beziehungen im engeren Bereich sowie schwächere Kontakte im weiteren Bereich. Das Netzwerk wird zudem durch eine Peripherie sehr lockerer Kontakte wie z.B. Freundesfreunde umgeben.45 Auch diese lockeren Kontakte, die jeder Mensch hat, gehören zum sog. „sozialen Kapital“.

Das Konzept des „sozialen Kapitals“ hat der französische Soziologe Pierre Bourdieu entscheidend mitentwickelt. Er definiert „soziales Kapital“ wie folgt:

„Das Sozialkapital ist die Gesamtheit der aktuellen und potentiellen Ressourcen, die mit dem Besitz eines dauerhaften Netzes von mehr oder weniger institutionalisierten Beziehungen gegenseitigen Kennens oder Anerkennens verbunden sind; oder anders ausgedrückt, es handelt sich dabei um Ressourcen, die auf der Zugehörigkeit zu einer Gruppe beruhen.“46

Aus dieser Definition lässt sich schließen, dass jeder Kontakt aus dem sozialen Netzwerk eines Jugendlichens von Nutzen sein kann, weil jedes Mitglied Ressourcen bereitstellt. Wie schon erwähnt, erstrecken sich die sozialen Netzwerke im Internet und auf SNS über jegliche Menschen zu denen man einmal Kontakt hatte oder hat. Dieses Repertoire an Bekanntschaften erklärt die großen sozialen Netzwerke, die auf SNS angezeigt werden, und können auf diese Weise nachvollzogen werden. Im Gegensatz zum virtuell angezeigten Netzwerk auf SNS nehmen Jugendliche das reale Netzwerk nicht als so groß und weitreichend wahr, da zu einigen der Online-Freunde kein Kontakt besteht. Wenn jeder Mensch ein angemeldeter Nutzer auf SNS sein würde, würde das Ausmaß von sozialen Netzwerken im Internet zusätzlich steigen, Die Besonderheit bei SNS ist nun, dass dort jeder angemeldete User die Möglichkeit hat sein Netzwerk einzusehen und zu ordnen. Das in jedem Netzwerk vorhandene soziale Kapital ist die Grundlage für das Entstehen und Wachsen von „sozialer Unterstützung“ und „sozialem Rückhalt“.47 „Soziale Unterstützung“ und „sozialer Rückhalt“ sind die zwei wichtigsten Funktionen die ein soziales Netzwerk den Mitgliedern bietet. Im Hinblick auf soziale Netzwerke muss jedoch in diesem Zusammenhang sehr kritisch hinterfragt werden, inwieweit dieses fiktive soziale Kapital wirklich als soziale Unterstützung oder als sozialer Rückhalt angesehen werden kann. Zu erwähnen ist, dass soziale Unterstützung und sozialer Rückhalt jeweils von der Stärke der individuellen sozialen Beziehung abhängig ist. Generell hat jedes Soziale Netzwerk von Jugendlichen unterschiedliche Qualität: Der eine hat vielleicht über tausend flüchtige Bekannte im Netzwerk und der andere hingegen ein kleines Netzwerk mit guten Freunden, auf die er sich immer verlassen kann.

Weihnachten 2010 ereignete sich in England ein sehr trauriges Ereignis, welches als abschreckendes Beispiel sowie als Warnsignal gesehen werden kann. Es veranschaulicht sehr deutlich, dass eben Freunde aus SNS im Notfall keine Hilfe leisten oder leisten können. Eine Engländerin mit 1048 Freunden auf Facebook verkündete über Facebook, sie habe gerade alle Pillen, die sie hatte, eingenommen und werde bald tot sein.48 Aus der unmittelbaren Umgebung der Engländerin reagierte niemand. Lediglich Facebook Freunde aus der Ferne versuchten zu reagieren und zu helfen. Die Hilfe kam zu spät und die Frau starb. Dieses alarmierende Beispiel zeigt einen weiteren kritischen Aspekt der sozialen Netzwerke im Internet auf. Einige der Freunde von SNS wohnen nicht in unmittelbarer Nähe und sind teilweise über die ganze Welt verteilt. Inwieweit können diese nun für sozialen Rückhalt und Unterstützung stehen?

Gegenüber den eben genannten Funktionen, wie soziale Unterstützung oder sozialer Rückhalt, von denen Mitglieder eines Netzwerks profitieren, können Netzwerke auch gesellschaftliche Funktionen erfüllen. Diese sind u.a. die soziale Integration und die soziale Kontrolle.49 Entscheidend ist hier die Differenzierung sozialer Kontakte innerhalb eines Netzwerkes in lose Gruppierungen oder in soziale Gemeinschaften.

Durch das Internet ist die Entstehung und Entwicklung verschiedener Gruppen deutlich gestiegen. Dabei entstanden neue (virtuelle) Gruppierungen. Wichtig ist es den Unterschied zwischen einem sozialen Netzwerk und anderen Gruppierungen festzuhalten. Bei den, mit und aus dem Internet, neu entstandenen Gruppierungen ist die virtuelle Gruppe und die virtuelle Gemeinschaft an erster Stelle zu nennen. Die Bezeichnung virtuell bedeutet im Internet stattfindend. Virtuelle Gruppen sind Kleingruppen, bei denen die ersten Kontakte über das Internet stattfinden. Diese Gruppen verfolgen meist das Ziel gemeinsam eine Aufgabe zu bewältigen. Diese Dimension der Aufgabenbewältigung, wie beispielsweise in einer Lerngruppe, ist die zentrale Rolle einer virtuellen Gruppe.50 Virtuelle Gemeinschaften oder Online-Gemeinschaften hingegen sind größer, dauerhafter und beruhen auf gemeinsamen Interessen der Mitglieder. Rheingold beschreibt virtuelle Gemeinschaften als soziale Zusammenschlüsse, in denen sich Menschen austauschen und dabei versuchen Gefühle mit einzubringen, sodass ein Gefüge sozialer Beziehungen entsteht.51 Online Foren und Plattformen dienen dabei als Treffpunkte für die Mitglieder. Die Trennung zwischen einem Netzwerk und einer Gemeinschaft ist nicht immer problemlos zu erkennen.

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1 Patalong, Frank (2011): Sozialkontakte übers Internet. Online entdecken, Offline treffen, Spiegel Artikel vom 20.01.2011. Zugriff am 10.09.2011 unter http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,740340,00.html.

2 Im Folgenden nur noch Schüler.

3 Die Besonderheit von Web 2.0 ist, dass Nutzer Inhalte des Internets mitgestalten können, basierend auf dem Prinzip der Zusammenarbeit.

4 Weber, Max (1922): Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriss der verstehenden Soziologie. Zugriff am 01.09.2011 unter http://www.textlog.de/7294.html.

5 Vgl. Heidbrink, Horst u.a. (Hrsg.) (2009): Psychologie sozialer Beziehungen. Kohlhammer: Stuttgart, S. 11.

6 Clauß, Günter u.a. (Hrsg.) (1986): Wörterbuch der Psychologie. 4. Aufl., Pahl-Rugenstein: Köln, S. 92.

7 Bierhoff, Hans-Werner/Herner, Jürgen Michael (2002): Begriffswörterbuch Sozialpsychologie. Verlag W. Kohlhammer: Stuttgart, S. 207.

8 Döring, Nicola (2003): Sozialpsychologie des Internet. Die Bedeutung des Internet für Kommunikationsprozesse, Identitäten, soziale Beziehungen und Gruppen. 2. Aufl., Hogrefe-Verlag: Göttingen [u.a.], S. 403.

9 Vgl., ebd., S. 405.

10 Vgl., ebd..

11 Vgl., ebd..

12 Vgl. Diewald, Martin (1991): Soziale Beziehungen: Verlust oder Liberalisierung? Soziale Unterstützung in informellen Netzwerken. Ed.Sigma: Berlin, S. 101.

13 Vgl. Döring, Nicola (2003): Sozialpsychologie, S. 407.

14 Vgl. Granovetter, Mark S.: The Strength of Weak Ties (1986). In: Neckel, Sighard u.a. (Hrsg.) (2010): Sternstunden der Soziologie. Wegweisende Theoriemodelle des soziologischen Denkens. Campus Verlag: Frankfurt [u.a.], S. 226-252, hier S. 227.

15 Vgl. Döring, Nicola (2003): Sozialpsychologie, S. 408.

16 Vgl. Granovetter, Mark S. (1986): Weak Ties, S. 228.

17 Vgl. Patalong, Frank (2007): Sozialkontakte, Zugriff am 10.09.2011 unter http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,740340,00.html.

18 Vgl. Zeit Online (2009): Soziale Netzwerke. Freundschaft per Mausklick. Zugriff am 11.09.2011 unter http://www.zeit.de/online/2009/12/social-network-studie/seite-1.

19 Vgl. Auhagen, Ann Elisabeth (1991): Freundschaft im Alltag. Eine Untersuchung mit dem Doppeltagebuch. Verlag Hans Huber: Bern [u.a.], S. 14.

20 Vgl. Clauß, Günther u.a. (1986): Wörterbuch Psychologie, S. 206.

21 Auhagen, Ann Elisabeth (1991): Freundschaft, S. 17.

22 Vgl., ebd..

23 Argyle, Michael/Henderson, Monika (1986): Die Anatomie menschlicher Beziehungen. Spielregeln des Zusammenlebens. Junfermann: Paderborn, S. 84.

24 Vgl. Welt Online (2011): Wie viele Freunde braucht der Mensch. Zugriff am 05.09.2011 unter http://www.welt.de/print/die_welt/wissen/article12719342/Wie-viele-Freunde-braucht-der-Mensch.html.

25 Vgl. Argyle, Michael/Henderson, Monika (1986): Anatomie menschlicher Beziehungen, S. 86

26 Vgl. Wüstenhagen, Claudia (2010): Das Geheimnis der Freundschaft. Mehr als 150 Freunde hat kein Mensch. In: Die Zeit-Zeitwissen, Nr. 1, Dez. 2010/Jan. 2011, S. 16-29, hier S. 28.

27 Vgl. ebd..

28 Vgl. Berk, Laura E. (2005): Entwicklungspsychologie. 3. Aufl., Pearson Studium: München [u.a.], S. 551. 12

29 Vgl. Heidbrink, Horst u.a. (Hrsg.) (2009): Psychologie sozialer Beziehungen. Kohlhammer: Stuttgart, S. 32.

30 Vgl. Bierhoff, Hans-Werner/Herner, Jürgen Michael (2002): Begriffswörterbuch, S. 79.

31 Vgl. Berk, Laura E. (2005): Entwicklungspsychologie, S. 550.

32 Vgl. Clauß, Günther u.a. (1986): Wörterbuch Psychologie, S. 15.

33 Vgl. Aronson, Elliot u.a. (2010): Sozialpsychologie. 6. Aufl., Pearson Studium: München [u.a.], S. 312.

34 Vgl. ebd..

35 Vgl. Döring, Nicola (2003): Sozialpsychologie, S. 413.

36 Vgl. Zimbardo, Philip G./Gerrig, Richard J. (2008): Psychologie. 18. Aufl., Pearson Studium: München [u.a.], S. 312.

37 Vgl. ebd..

38 Vgl. Fend, Helmut (2005): Entwicklungspsychologie des Jugendalters. 3. Aufl., VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 310.

39 Vgl. Asendorpf, Jens/Banse, Rainer (2000): Psychologie der Beziehung. Verlag Hans Huber: Bern [u.a.],

S. 223.

40 Keupp, Heiner/Röhrle, Bernd (Hrsg.) (1987): Soziale Netzwerke. Campus Verlag: Frankfurt, S. 7.

41 Döring, Nicola (2003): Sozialpsychologie, S. 409.

42 Vgl. ebd., S. 410.

43 Vgl. Grubitzsch, Siegfried/Weber, Klaus (1998): Psychologische Grundbegriffe. Ein Handuch. Rowohlt: Reinbek b. Hamburg, S. 564

44 Vgl. Döring, Nicola (2003): Sozialpsychologie, S. 409.

45 Vgl. ebd. S. 410.

46 Maaser, Wolfgang (2006): Aktivierung der Verantwortung: Vom Wohlfartsstaat zur Wohlfahrtsgesellschaft. In: Heidbrink, Ludger/Hirsch Alfred (Hrsg.) (2006): Verantwortung in der Zivilgesellschaft. Zur Konjunktur eines widersprüchlichen Systems. Campus-Verlag: Frankfurt a. Main [u.a.], S. 61-84, hier S. 74.

47 Vgl. Grubitzsch, Siegfried/Weber, Klaus (1998): Psychologische Grundbegriffe, S. 564.

48 Vgl. Spiegel Online (2011): Selbstmordankündigung bei Facebook. Hilflos im Netzwerk. Zugriff am 11.09.2011 unter http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,738022,00.html.

49 Vgl. Ritter, Ulrich Peter/Hohmeier, Jens (1999): Alterspolitik. Eine sozio-ökonomische Perspektive. Oldenbourg: München [u.a.]. Zugriff am 06.09.2011 unter http://www.nachbarnetz- taunus.de/nachlesen_inhalt.html.

50 Vgl. ebd..

51 Vgl. Rheingold, Howard (1994): Virtuelle Gemeinschaften. Soziale Beziehungen im Zeitalter des Computers. Addison-Wesley: Bonn [u.a.], S. 16

Details

Seiten
92
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656166313
ISBN (Buch)
9783656166665
Dateigröße
1.9 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v191704
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München – Geschwister-Scholl Institut
Note
2,0
Schlagworte
Soziale Netzwerke Facebook Twitter Internet Soziale Beziehungen Freundschaft Medienerziehung Cybermobbing Kommunikation Peer-Groups Social Networking Sites Soziales Netzwerk

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Titel: Der Einfluss von Internet und Social Networking Sites auf Jugendliche und deren soziale Beziehungen