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Kinderarbeit. Ausgewählte Probleme und Lösungsansätze

Seminararbeit 2011 19 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Gliederung

I. Einleitung

II. Begriffsbestimmung, Zahlen und Fakten

III. Rechtliche Grundlagen

IV. Formen der Kinderarbeit
1. Arbeit in privaten Haushalten
2. Arbeiten auf der Straße
3. Arbeiten in Industrie und Landwirtschaft
4. Zwangsarbeit und Schuldknechtschaft
5. Kinderprostitution

V. Zentrale Ursachen der Kinderarbeit

VI. Zentrale Folgen der Kinderarbeit

VII. ausgewählte soziale Lösungsansätze
1. Lösungsansätze von Hilfsorganisationen
2. Lösungsansätze für Wirtschaftsunternehmen
3. Lösungsansätze für Konsumenten
4. Legalisierung der Kinderarbeit

VII. Schluss

IX. Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Am 12. Juni findet jährlich der Welttag gegen Kinderarbeit statt. Kinderarbeit gibt es schon seit Jahrhunderten. In Europa und der USA trat sie im Rahmen der Industrialisierung verstärkt auf (vgl. http://www.muenster.de/~gberg/AKinderarbeit.html, entnommen am: 14.11.11). Obwohl Kinderarbeit schon lange versucht wird zu bekämpfen und dies auch einige Erfolge zeigt, besteht, weltweit betrachtet noch ein großer Handlungsbedarf. So ist zum Beispiel die Kinderarbeit in Deutschland stark zurückgegangen, jedoch bei weitem noch nicht komplett eliminiert (vgl. Schnettler, 2004).

Dass die Problematik Kinderarbeit noch lange nicht beendet ist und vor allem bei der deutschen Bevölkerung sehr aktuell ist, erkennt man daran wie intensiv diese in den Medien diskutiert wird. So veröffentlicht zum Beispiel das Magazin „Der Spiegel“ seit 2004 mindestens einmal im Jahr einen Artikel über Kinderarbeit. Die im Jahr 2010 publizierten werde ich nun kurz vorstellen.. Der erste Artikel der beiden im Jahr 2010 veröffentlichten Artikel mit dem Titel „ Christen wollen Kinderarbeit legalisieren“, erschien am 30.06.2010 beschäftigt sich exemplarisch für viele andere mit der Lebensweise einer Familie in der alle Kinder arbeiten müssen. Desweiteren wird geschildert, dass christliche Hilfsorganisationen eine Aufhebung des Verbots der Kinderarbeit fordern um somit eine Ausbeutung der Kinder zu verhindern (vgl. Schulz, 2010). Im zweiten Artikel „Bittere Ernte“, berichtete „Der Spiegel“ wie Kinder in Westafrika für die Arbeit auf Kakaoplantagen verkauft werden und in welchem Schuldverhältnis Konsumenten und Industrie dazu stehen (vgl.Teevs, 2010).

Damit die Problematik Kinderarbeit und die vielen verschieden Lösungsversuche diesbezüglich nicht in Vergessenheit geraten, nutzen unter anderem viele Hilfsorganisationen und der Bundestag den Welttag gegen Kinderarbeit um die Gesellschaft zu informieren. So hat der Bundestag zum Beispiel auf seiner Homepage einen Artikel veröffentlicht indem er darauf hinweist, dass viele von uns konsumierte Güter von Kindern produziert werden. Ebenso zeigt er die Folgen der Kinderarbeit auf und appelliert an das deutsche Volk, das Kaufverhalten umzustellen, sodass Kinderarbeit weiter eingedämmt werden kann (vgl. Bundestag Deutschland, 2010).

Da wie man sieht, dieses Thema sehr aktuell ist und in den Medien stark diskutiert wird werde ich nachfolgend dieses Thema erläutern.

Ich werde am Anfang meiner Arbeit einige Zahlen und Fakten zur weltweiten Situation der arbeitenden Kinder darlegen. Nachdem ich die rechtlichen Grundlagen beschrieben habe, werden die zentralen Formen und die zentralen Ursachen der Kinderarbeit aufgezeigt. Da diese meist schwere körperliche und psychische Arbeit nicht spurlos an den Kindern vorbei geht werde ich dann auf die Folgen der Kinderarbeit für die Kinder eingehen. Zuletzt möchte ich verschiedene Lösungsansätze vorstellen und zeigen wie jeder einzelne das Problem Kinderarbeit eindämmen kann.

Brasilien ist ein Staat indem Kinderarbeit zwar verboten ist jedoch noch in fast allen Branchen vorkommt. Da somit Brasilien zum Zweck der Illustration sehr geeignet ist werde ich mich in meiner nachfolgende Arbeit immer wieder auf diesen beziehen.

Nachfolgend werde ich mich häufig auf ein Buch von Kutsch beziehen. Dieses Buch ist eine Reportage über Kinderarbeit, die der Chefreporter der Aachener Zeitung Kutsch anhand seiner eigenen Recherchen, welcher er bei einer Reise nach Brasilien gemacht hat, verfasst hat. Diese Zitate sind Erfahrungen und dienen primär der Illustration.

II. Begriffsbestimmung, Zahlen und Fakten

Die Definition von Kinderarbeit, welche ein Lexikon der Sozialpädagogik publizierte, ist „die legale und illegale Beschäftigung von Kindern“ (Schrader, 2008, S. 91). Demnach würde jedes Kind, auch wenn es ohne Zwang unter besten Bedingung den eigenen Eltern bei leichten Tätigkeiten hilft , Kinderarbeit betreiben (vgl. Schrader, 2008, S.91). Diese Arbeiten können sich jedoch auf das Kind und seine Entwicklung auch positiv auswirken. So kann bei solchen Arbeiten unter anderen das Selbstbewusstsein, motorische Fähigkeiten, oder auch die Sozialkompetenz gestärkt werden.

Von der oben genannten Definition ausgehend entstehen somit zwei Extreme der Kinderarbeit. Einerseits die zwanghafte, zum Zwecke der Ausbeutung missbrauchte Kinderarbeit und andererseits die freiwillige traditionelle Kinderarbeit ( vgl. Deutsches Komitee für UNICEF, 1996,S.29). Nachfolgend werde ich mich hauptsächlich auf das eine Extrem beziehen, welches mit folgender Definition gut beschrieben ist:

„Kinderarbeit [ist] die regelmäßige Beschäftigung von Kindern unter 12-14 Jahren, die sehr oft die körperliche und geistige Kraft der Kinder hindert sich weiterzuentwickeln und die dadurch beschädigend wirkt.“

(Schrader, 2008, S.95)

Da der Begriff Kinderarbeit schon nicht eindeutig ist und viele Regierungen nicht genau sagen können wie viele Kinder in ihrem Land arbeiten beziehungsweise dies auch gar nicht sagen möchten, kann man keine genaue Angabe zur Zahl der arbeitenden Kinder machen (vgl. Deutsches Komitee für UNICEF, 1996, S.31). Nach der neusten Veranschlagung der Internationale Arbeitsorganisation (ILO) arbeiten weltweit 218 Millionen Kinder unter 15 Jahren (vgl. Bundestag Deutschland, 2010). Wenn man sich die Zahl der arbeitenden Kinder in Brasilien anschaut so beträgt diese 2,2 Millionen (vgl. www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de/welt/suedamerika/brasilien , entnommen am 10.12.11).

Nun möchte ich noch kurz die Verteilung der arbeitenden Kinder auf den verschiedenen Kontinenten beleuchten. Im folgenden Diagramm werden nur die Entwicklungsländer betrachtet, da sich meine nachfolgende Arbeit ausschließlich mit diesen beschäftigt. Es zeigt den prozentualen Anteil aller Kinde die in den Entwicklungsländern arbeiten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Eigendarstellung erstellt auf Grundlage von: Schrader, 2008, S. 163)

Die Kinder müssen in der Regel 12 Stunden, manchmal auch bis zu 16 Stunden am Tag arbeiten (vgl. Kleinhenz, 1997, S. 7). Wenn man sich die Art der Arbeit, die daraus resultierenden Folgen und die lange Arbeitszeit betrachtet werden sie sehr schlecht entlohnt. So bekommt ein Kind, welches auf Plantagen in Brasilien arbeitet umgerechnet 1.50 € die Woche (vgl. Kutsch, 1997, S. 19).

III. Rechtliche Grundlagen

Mir stellt sich die Frage ob man diese Ausbeutung nicht rechtlich eindämmen kann. Genau dies versuchen die UN und die ILO bereits seit 1919 mit verschiedenen Konventionen.

Nachfolgend werde ich die verschiedenen Konventionen chronologisch auflisten. Die Ächtung der Kinderarbeit erkennt man daran, dass die Zahl der Nationen die den Konventionen zustimmten über die Jahre stetig anstieg.

1919 trat die erste Regelung in Kraft. Diese besagt, dass Kinder unter 14 Jahre nicht arbeiten dürfen. Diese Konvention wurde von 72 Ländern ratifiziert.

1930 wurde eine Konvention verfasst die die Bekämpfung alle Arten der Zwangsarbeit regelt. Wobei Zwangsarbeit als nicht freiwillige und unter psychischen Druck ausgeübte Tätigkeit verstanden wird. Diese Konvention wurde bis 1996 von 139 Staaten ratifiziert.

1966 wurden zwei verschiedene Internationale Vereinbarungen angenommen und traten dann beide 1976 in Kraft. Die Erste stärkt die Grundsätze der Menschenrechte und verpflichtet die Staaten diese auch durchzusetzen. Desweiteren beinhaltet diese Vereinbarung, genauso wie die Konvention 1930, ein Verbot der Zwangsarbeit, Knechtschaft und Sklaverei. Diese Vereinbarung wurde bis 1996 von 135 Staaten in ein eigenes Gesetz umgewandelt. Die zweite Vereinbarung beinhaltete zusätzlich noch die Auflage an die Staaten, Jugendliche vor Arbeiten die ihre Gesundheit, Entwicklung und schulischen Werdegang negativ beeinträchtigen zu schützen.

1973 wurde dann das vereinbarte Mindestalter für arbeitende Kinder auf frühestens 15 Jahre gesetzt dies wurde im gleichem Jahr auf 16 revidiert. Schulpflichtige Kinder sollen gar nicht arbeiten. Tätigkeiten welche die Gesundheit oder die Sittlichkeit beeinträchtigen dürfen erst ab 18 erledigt werden (vgl. Deutsches Komitee für UNICEF, 1996, S. 24 f.).

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Details

Seiten
19
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656169734
ISBN (Buch)
9783656170006
Dateigröße
430 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v191815
Institution / Hochschule
Fachhochschule Regensburg
Note
1,7
Schlagworte
kinderarbeit ausgewählte probleme lösungsansätze

Autor

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Titel: Kinderarbeit. Ausgewählte Probleme und Lösungsansätze