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Risikocontrolling - Grundlagen und Aufgaben

Hausarbeit 2011 24 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Formelverzeichnis

1 Grundlagen des Risikocontrollings
1.1 Risikobegriff
1.2 Gründe für ein Risikomanagement
1.3 Risikocontrolling als Funktionsbereich im Unternehmen

2 Aufgaben des Risikocontrollings
2.1 Risikoidentifikation
2.1.1 Grundlegende Aspekte der Risikoidentifikation
2.1.2 Risikoarten
2.1.3 Ausgewählte Instrumente zur Identifikation von Risiken
2.1.3.1 Frühwarn- bzw. Frühaufklärungssysteme
2.1.3.2 Balanced Scorecard
2.2 Risikomessung
2.2.1 Grundlegende Aspekte der Risikomessung
2.2.2 Ausgewählte Instrumente zur Messung von Risiken
2.2.2.1 Value at Risk
2.2.2.2 Scoring-Modell

3 Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

Eidesstaatliche Versicherung

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Grundstruktur einer Balanced Scorecard

Abbildung 2: Schema zur Berechnung des Value at Risk

Abbildung 3: 2,5%-Quantil der Dichtefunktion für A-Aktie

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Risikoarten

Tabelle 2: Beispiel einer Balanced Scorecard

Tabelle 3: Kurse und Renditen der A-Aktie in 2010

Tabelle 4: Quantile der Standardnormalverteilung

Tabelle 5: Beispiel eines Scoring-Modells zur Messung des Kreditrisikos

Tabelle 6: Ergebnisse des Scoring-Modells zur Messung des Kreditrisikos

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Formelverzeichnis

Formel 1: Berechnung der Risikoposition

Formel 2: Berechnung des Erwartungswerts

Formel 3: Berechnung der Volatilität

Formel 4: Berechnung der Volatilität für zehn Tage

Formel 5: Berechnung des VaR

1 Grundlagen des Risikocontrollings

1.1 Risikobegriff

Mit jeder unternehmerischen Entscheidung sind Risiken verschiedenster Art verbunden.[1] Zu den wesentlichen Eigenschaften des Risikos zählt zum Einen die Unsicherheit des Ereigniseintritts. Ein unsicher eintretendes Ereignis kann, muss aber nicht zwangsläufig riskant sein. Als riskant kann das Ereignis nur dann bezeichnet werden, wenn der Beurteilende den Nichteintritt des Ereignisses präferiert. Dies wird als einseitige Risikodefinition bezeichnet. Der Eintritt eines unsicheren, positiven Ereignisses wird dann analog als Chance bezeichnet. Die zweite Eigenschaft ergibt sich demnach aus der Betroffenheit des Beurteilenden durch den Ereigniseintritt.[2]

Die Eigenschaft „Kalkulierbarkeit“ vervollständigt die Risikodefinition. Diese Eigenschaft unterscheidet die Begriffe Risiko und Ungewissheit, in die sich die Unsicherheit bzgl. des Zukunftszustandes unterteilen lässt. In einer Risikosituation ist der Eintritt des Ereignisses zwar unsicher, ihm kann jedoch – im Gegensatz zu dem ungewissen, unsicheren Zustand - eine Eintrittswahrscheinlichkeit zugeordnet werden. Diese kann mittels eines stochastischen Verfahrens ermittelt werden.[3]

Auf das Risikomanagement bezogen ist Risiko zusammenfassend als das „In-Kauf-Nehmen“ begleitender Gefahren im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit[4], und als eine kalkulierbare Größe eines möglichen, die Erreichung der Unternehmensziele hindernden Zukunftszustands zu verstehen.[5]

1.2 Gründe für ein Risikomanagement

Die Erfordernisse, ein Risikomanagement im Unternehmen zu etablieren, sind vielseitig.[6] Mit Blick auf zahlreiche Unternehmenskrisen und -insolvenzen lässt sich feststellen, dass viele Unternehmen nicht in der Lage sind, Risiken ausreichend zu kalkulieren und im Rahmen des unternehmerischen Handelns adäquat zu berücksichtigen. Um den Fortbestand des Unternehmens zu gewährleisten, müssen Entscheidungsträger die Risikolage in ihre strategischen Entscheidungen einbeziehen.[7]

Die Notwendigkeit des Risikomanagements ergibt sich vor allem aus den sich ständig verändernden internen und externen Rahmenbedingungen. So fordert u.a. das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) für börsennotierte Unternehmen die Implementierung eines Überwachungssystems zur Früherkennung bestandsgefährdender Risiken, §91Abs.2Aktiengesetz (AktG). Nach §43Abs.1und2des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) muss der GmbH-Geschäftsführer den Pflichten des §91Abs.2AktG gleichermaßen nachkommen.[8] Zudem sollten volkswirtschaftliche Gegebenheiten, wie z.B. die zunehmende Deregulierung der Finanzmärkte und die Einführung neuer Finanzinstrumente[9], besondere Beachtung im Risikomanagement finden. Ferner ist es der technologische Fortschritt, der durch verkürzte Produktzyklen und den Anstieg der Produktrisiken an Bedeutung für das Risikomanagement gewinnt. Die zunehmende globale Ausrichtung der Unternehmen offenbart, dass der Wettbewerb härter und der Druck auf die Unternehmensmargen größer geworden ist. Der Kostenspielraum hat sich erheblich verringert, das Risiko durch die Globalisierung jedoch vergrößert.[10]

1.3 Risikocontrolling als Funktionsbereich im Unternehmen

Das Risikocontrolling ist als integraler Bestandteil des Controllings und zudem als mittelbares Element des Risikomanagementsystems zu verstehen. Primäres Ziel des Risikomanagements ist die dauerhafte Existenzsicherung des Unternehmens, wozu es der Festlegung risikopolitischer Grundsätze, der Etablierung des Risikobewusstseins und letztendlich der Risikosteuerung in Kenntnis der aktuellen Risikolage bedarf. Als Risikocontrolling ist der Teil des Controllings zu verstehen, der einen wesentlichen Beitrag zur Sicherstellung der Risikomanagementfunktionen leistet, indem es ein leistungsfähiges Instrumentarium und die notwendigen Informationen bereitstellt.[11] Zentrale Aufgabenfelder des Risikocontrollings sind dabei die Implementierung von Instrumenten zur Risikoidentifikation sowie die Entwicklung und Verwendung geeigneter Maße für die Risikomessung.[12] Die beiden Aspekte werden schwerpunktmäßig in den folgenden Kapiteln behandelt.

2 Aufgaben des Risikocontrollings

2.1 Risikoidentifikation

2.1.1 Grundlegende Aspekte der Risikoidentifikation

Ein wirkungsvolles Risikomanagement setzt voraus, dass alle aktuellen und zukünftigen Risikopotenziale für das Unternehmen systematisch und kontinuierlich identifiziert werden.[13] Der eigentlichen Risikoidentifikation ist eine sog. „Risikoinventur“[14] vorzuschalten. Da ein Risiko die unerwartete Abweichung vom geplanten Zielwert darstellt, gilt es eine Analyse der internen Vorgaben (z.B. Ziele, Strategie, Soll-Werte) und des Unternehmensumfeldes (z.B. gesetzliche Rahmenbedingungen, Wettbewerber, best practice[15] ) vorzunehmen.[16]

Dieses Kapitel stellt die Risikoarten dar und verdeutlicht, wie potenzielle Risiken mittels der beiden dargestellten Instrumente identifiziert werden können.

2.1.2 Risikoarten

Ausgangspunkt der Aktivitäten im Risikocontrolling ist die Identifikation der wesentlichen, existenzgefährdenden Risiken. Viele operative Risiken, z.B. EDV-Systemabbrüche oder Mängel in der Ablauforganisation, lassen sich verhältnismäßig leicht im Rahmen des internen Planungs- und Kontrollprozesses identifizieren. Die Instrumente des Risikomanagements sollten folglich auf die primären bzw. strategischen Risiken ausgerichtet sein, die dem Erfolg des Unternehmens zuwider laufen können.[17] Tabelle 1 fasst die möglichen Arten bestandsgefährdender Risiken zusammen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Risikoarten[18]

2.1.3 Ausgewählte Instrumente zur Identifikation von Risiken

2.1.3.1 Frühwarn- bzw. Frühaufklärungssysteme

Das frühzeitige und systematische Erfassen von Informationen über die zukünftige Entwicklung des Unternehmens als auch des Unternehmensumfeldes erscheint unentbehrlich.[19] Ziel eines Frühwarnsystems ist es, Entscheidungsträgern mögliche Risiken mit zeitlichem Vorlauf zu signalisieren, um rechtzeitige Gegenmaßnahmen zur Abwehr oder Minderung der Gefährdung zu ermöglichen.[20]

Da neben der frühzeitigen Aufdeckung von Bedrohungen auch das Erkennen potentieller Chancen von höchster Relevanz für eine erfolgreiche Unternehmensführung ist, sind Frühwarnsysteme zu Früherkennungs- bzw. Frühaufklärungssystemen weiterentwickelt worden.[21] Aufbauend auf den Zahlen des Rechnungswesens beruhen Frühaufklärungssysteme in erster Linie auf einem periodischen Vergleich liquiditäts- und ertragsorientierter Kennzahlen.[22]

Um eine Aussage über die zukünftige Entwicklung zu treffen, bedarf es des Aufbaus einer Zahlenhistorie, die periodische Plan-Ist-Vergleiche mit dazugehörigen Abweichungs- und Ursachenanalysen erlaubt. Die Hochrechnung der Ist-Zahlen mittels quantitativer Prognoseverfahren[23] erlaubt frühzeitig Erkenntnisse über sich abzeichnende Abweichungen und dient somit als probates Mittel der Frühwarnung.[24]

2.1.3.2 Balanced Scorecard

Die Balanced Scorecard (BSC) ist ein integriertes Kennzahlen- und Managementinformationssystem zur strategischen Führung. Die BSC ist insofern als Instrument der Risikoidentifikation geeignet, als dass sie den Erfolg der Maßnahmen mittels festgelegter Kennzahlen frühzeitig feststellt sowie bei Bedarf Handlungen zum Sicherstellen der Zielerreichung identifiziert und umsetzt.[25]

Kaplan und Norton, die Begründer der BSC, definieren in dem Modell vier Unternehmensperspektiven, die sowohl interne als auch externe Anforderungen berücksichtigen: die Finanzperspektive, die Kundenperspektive, die Prozessperspektive und die Lern- und Entwicklungsperspektive (Potenziale), die untereinander in einem Ursachen-Wirkungs-Verhältnis stehen.[26] Abbildung 1 zeigt die Grundstruktur der BSC.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 : Grundstruktur einer Balanced Scorecard[27]

Für jede Dimension sind die Faktoren, die wesentlich zum Erfolg des Unternehmens beitragen, sowie deren Kennzahlen und Zielwerte als auch die Maßnahmen zur Zielerreichung festzulegen.

Tabelle 2 zeigt beispielhaft eine BSC, die zusätzliche „Ist“-Spalte dient der Identifikation möglicher Abweichungen, die für das Risikocontrolling von Bedeutung sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Beispiel einer Balanced Scorecard[29]

Zusammenfassend liefert die BSC einen allgemeinen Ansatz, bei dem neben der Risikoidentifikation auch die Risikoquantifizierung durch die Festlegung von Kennzahlen und Zielwerten angestrebt wird.[30]

2.2 Risikomessung

2.2.1 Grundlegende Aspekte der Risikomessung

An die Risikoidentifikation knüpft die Risikomessung an, die den Kern des Risikomanagements bildet.[31] Die Risikomessung, -beurteilung und -bewertung ist für die Ermittlung der individuellen Risikoposition des Unternehmens von großer Bedeutung. Aufgabe dieser Phase ist u.a. die Bestimmung und Quantifizierung der zielgefährdenden Risiken mit hoher Eintrittswahrscheinlichkeit und signifikantem Schadensausmaß und die Aggregation der weniger relevanten Risiken. Diese Klassifizierung ist Vorbedingung für die spätere Risikosteuerung und ggfs. für die Risikobewältigung. Die Risikomessung ist als permanente Aufgabe zu verstehen, so sind bestehende und neu identifizierte Risiken regelmäßig zu bewerten. Dies wird insofern deutlich, als dass das Risikomanagement stets eine Aussage darüber treffen muss, ob ein tragbares Verhältnis zwischen dem Haftungskapital und den gegenwärtig übernommenen Risiken vorliegt oder ob eventuell eine Gefährdung der zukünftigen Zahlungsfähigkeit des Unternehmens besteht. Infolgedessen haben die Instrumente zur Risikomessung die Maßgabe, dem Entscheider einen umfassenden Überblick über die Risikosituation des Unternehmens zu verschaffen.[32]

In den folgenden Kapiteln wird ein quantitatives[33] und ein qualitatives[34] Risikomessverfahren dargestellt. Die quantitative Methode zur Ermittlung der Risikosituation ist das Value-at-Risk-Konzept, das sich vor allem zur Messung von Finanzmarktrisiken eignet. Das Scoring-Modell dient als qualitatives Risikomaß.

2.2.2 Ausgewählte Instrumente zur Messung von Risiken

2.2.2.1 Value at Risk

Der Value at Risk (VaR) ist ein verlustorientiertes Risikomaß und repräsentiert das zentrale Instrument zur Überwachung und Steuerung von Marktrisiken.[35]

„Der VaR lässt sich allgemein definieren als der in Geldeinheiten bewertete Maximalverlust eines gegebenen Portfolios, der während eines bestimmten Zeitraums mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit 1- α (z.B. 1- α =95%) nicht überschritten wird.“[36]

Anwendung fand der VaR einst im Bankensektor, heute gilt der VaR als das Risikomaß per se über Branchengrenzen hinweg. Prinzipiell wird der Ansatz dann angewandt, wenn Aussagen über Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenhöhe vorliegen, bspw. für Risiken, die auf einem Kapitalmarkt gehandelt werden.[37] Abbildung 2 zeigt ein Schema zur Berechnung der VaR.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Schema zur Berechnung des Value at Risk[38]

Die Ermittlung des VaR erfolgt in mehreren Schritten. Im Folgenden wird beispielhaft das Portfolio eines Investors betrachtet, das zum Stichtag (03.01.2011) zehn A-Aktien (à 37€) umfasst.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zunächst wird die zugrunde liegende Vermögensposition zu aktuellen Marktwerten bewertet.

Formel 1: Berechnung der Risikoposition[39]

Neben Festlegung der Risikoposition müssen die Parameter ermittelt werden, die den Wert der Risikoposition beeinflussen. Die relevanten Parameter sind zum Einen abhängig von der zu betrachtenden Risikoposition, zum Anderen von unternehmensindividuellen Faktoren, wie z.B. der Branche, Art der Geschäftstätigkeit, Größe und Kapitalstruktur. Für Industrieunternehmen, die Rohstoffe einkaufen und Fertigprodukte herstellen, ist das Preisrisiko von immenser Bedeutung, hier ist der Preis ein Risikoparameter.[40]

Im vorliegenden Beispiel ist der Kursverlauf der A-Aktie der beeinflussende Risikofaktor. Nach Veranschaulichung der Beziehung zwischen Risikoposition und Risikofaktor gilt es, potenzielle Entwicklungsszenarien der Risikofaktoren zu untersuchen. Ansatzpunkt ist hierbei die Volatilität, als Wahrscheinlichkeitsverteilung der zu erwartenden wertmäßigen Veränderungen des Risikoparameters.[41] Zur Berechnung der Volatilität der A-Aktie wird der Kurs- und Renditenverlauf des Jahres 2010 zugrunde gelegt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3: Kurse und Renditen der A-Aktie in 2010[42]

Für das weitere Vorgehen wird der Ansatz der Normalverteilung zugrunde gelegt, da die Schwankungen um den Erwartungswert relativ symmetrisch verlaufen, deutlich höhere Schwankungen werden nur selten beobachtet (siehe Tabelle 3). Im Folgenden werden in diesem Zusammenhang die Parameter Erwartungswert (durchschnittliche Rendite) und Standardabweichung (Volatilität) verwendet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Es wird unterstellt, dass zu jedem Tag die Aktie gekauft und am nächsten Tag wieder verkauft wird.[43] Die tägliche Aktienkursrendite erhält man, indem den dadurch erzielten Kursgewinn bzw. -verlust auf den Kaufkurs vom Vortag bezieht. Die Daten der Zeitreihe für die A-Aktie dienen nun der Berechnung des Erwartungswerts Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten (durchschnittliche Rendite) und dessen Volatilität Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten. Angenommen werden 256 Beobachtungen (Börsentage).[44]

Formel 2: Berechnung des Erwartungswerts[45]

Für die Berechnung der Volatilität [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] werden auf Basis des zuvor berechneten Erwartungswerts die quadrierten Abweichungen aufsummiert und durch die Anzahl der Beobachtungen dividiert. Die Wurzel dieses Ergebnisses stellt die Volatilität um die durchschnittliche Rendite dar.[46]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Formel 3: Berechnung der Volatilität[47]

Des Weiteren muss die Liquidationsperiode[48] der Position festgelegt werden. Die Liquidationsperiode ist der Zeitraum, der im Fall der Entscheidung zum Schließen der Risikoposition (z.B. Verkauf) benötigt wird.[49] Der Zeitraum steht in Abhängigkeit zu den jeweiligen Eigenschaften der der Position. Hierbei spielen vor allem die Möglichkeit zur Liquidierung, aber auch die mit der Auflösung bzw. Schließung verbundenen Kosten eine Rolle.[50]

Für die Berücksichtigung der Liquidationsperiode ist die Annahme zentral, dass die beobachteten Renditen zeitlich unabhängig voneinander (miteinander unkorreliert) sind. Daraus kann abgeleitet werden, dass der Erwartungswert (die Rendite) linear auf unterschiedliche Zeitperioden umgerechnet werden kann.[51]

Als Liquidationsperiode benötigt der Investor einen Zeitraum von zehn Tagen.[52]

Beträgt die Volatilität für tägliche Renditen wie hier im Beispiel 1,031%, so errechnet man die Volatilität für zehn Tage durch Multiplikation mit Wurzel 10.[53]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Formel 4: Berechnung der Volatilität für zehn Tage[54]

Im letzten Schritt gilt es, die Anzahl der Standardabweichungen Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten zu errechnen. Ausgangspunkt bildet die vom Risikoträger (Investor) festgesetzte Sicherheitswahrscheinlichkeit Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten. Dies definiert die Wahrscheinlichkeit, mit der ein bestimmtes Verlustpotenzial nicht überschritten wird.[55] Der Investor wählt eine Sicherheitswahrscheinlichkeit von 97,5%, d.h. dass der maximale Verlust den VaR mit 97,5%iger Wahrscheinlichkeit nicht überschreiten wird.

Mit Hilfe der statistischen Tabelle „Quantile der Standardnormalverteilung“ sind die Quantile abzulesen. In Tabelle 4 kann für das Quantil 97,5% bzw. 2,5%

[...]


[1] Vgl. Diederichs, M. (2010), S. 8

[2] Vgl. Schneck, O. (2010), S. 22-23

[3] Vgl. Schneck, O. (2010), S. 23

[4] Vgl. Keitsch, D. (2007), S. 5

[5] Vgl. Schneck, O. (2010), S. 24

[6] Vgl. Keitsch, D. (2007), S. 8

[7] Vgl. Schneck, O. (2010), S. 18-19

[8] Vgl. Keitsch, D. (2007), S. 9

[9] Vor allem in Bezug auf Derivate

[10] Vgl. Wolke, T. (2008), S. 2-3; Keitsch, D. (2007), S. 10

[11] Vgl. Diederichs, M. (2010), S. 24-28; Winter, P. (2006), S. 200; zu beachten ist, dass die Abgrenzung der Themengebiete Risikocontrolling, Risikomanagement und Controlling in der Literatur nicht einheitlich vorgenommen wird. Die dargestellte Definition ist eine der herrschenden Meinungen.

[12] Vgl. Gleißner, W. (2008), S. 36

[13] Vgl. Lachnit, L.; Müller, S. (2006), S. 207

[14] Vgl. Lachnit, L.; Müller, S. (2006), S. 207

[15] best practice bedeutet, dass ein bestimmtes Vorgehen allgemein als die sinnvollste Alternative anerkannt ist. Das Best Practice Unternehmen kann somit als Musterbetrieb bezeichnet werden.

[16] Vgl. Schneck, O. (2010), S. 115-116

[17] Vgl. Gleißner, W. (2008), S. 39; Fischer, D. (2009), S. 138

[18] In Anlehnung an Fischer (2009) S. 139

[19] Vgl. Schneck, O. (2010), S. 118

[20] Vgl. Lachnit, L.; Müller, S. (2003), S. 574

[21] Vgl. Lachnit, L.; Müller, S. (2003), S. 574

[22] Vgl. Schneck, O. (2010), S. 119

[23] z.B. mittels Zeitreihenverfahren, kausalem Verfahren

[24] Vgl. Lachnit, L.; Müller, S. (2003), S. 574

[25] Vgl. Fischer, D. (2009), S. 65

[26] Vgl. Schneck, O. (2010), S. 129

[27] In Anlehnung an Fischer (2009) S. 71

[28] Return on Investment (ROI; dt. Kapitalverzinsung) ist eine Kennzahl zur Messung der Rendite einer unternehmerischen Tätigkeit, gemessen am Gewinn im Verhältnis zum eingesetzten Kapital

[29] In Anlehnung an Fischer (2009) S. 71; Schneck (2010) S. 131

[30] Vgl. Schneck, O. (2010), S. 131

[31] Vgl. Wolke, T. (2008), S. 11

[32] Vgl. Schneck, O. (2010), S. 139; Diederichs, M. (2010), S. 139-142

[33] Bewertbarkeit des Risikos in Geldeinheiten ist gegeben

[34] Risiken, die nicht quantifizierbar sind, z.B. Branchenaussichten

[35] Vgl. Schneck, O. (2010), S. 142-143; Diederichs, M. (2010), S. 164

[36] Diederichs, M. (2010), S. 166

[37] Vgl. Schneck, O. (2010), S. 143

[38] Wolke, T. (2008), S. 32

[39] Vgl. Wolke, T. (2008), S. 32

[40] Vgl. Diederichs, M. (2010), S. 168

[41] Vgl. Schneck, O. (2010), S. 144

[42] In Anlehnung an Wolke, T. (2008), S. 20

[43] Vgl. Wolke, T. (2008), S. 20

[44] Vgl. Wolke, T. (2008), S. 20-21

[45] Vgl. Wolke, T. (2008), S. 31

[46] Vgl. Wolke, T. (2008), S. 17

[47] Vgl. Wolke, T. (2008), S. 31

[48] Auch: Haltedauer

[49] Vgl. Wolke, T. (2008), S. 31

[50] Vgl. Diederichs, M. (2010), S. 168

[51] Vgl. Wolke, T. (2008), S. 31

[52] Dieser Ansatz entspricht der üblichen bankbetrieblichen Praxis bzgl. Liquidationsperiode von Aktien, vgl. hierzu Wolke, T. (2008), S. 33

[53] Vgl. Wolke, T. (2008), S. 32

[54] Vgl. Wolke, T. (2008), S. 32

[55] Vgl. Diederichs, M. (2010), S. 170

Details

Seiten
24
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656169710
ISBN (Buch)
9783656169819
Dateigröße
826 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v191828
Institution / Hochschule
Hochschule Aschaffenburg
Note
Schlagworte
Grundlagen der Risikocontrollings Aufgaben des Risikocontrollings Risikoidentifikation Risikoarten Balanced Scorecard BSC Frühwarnsystem Risikomessung Value at Risk (VaR) Scoring-Modell

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