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FuE als Erfolgsfaktor für die Industrie

Forschung und Entwicklung

Hausarbeit 2012 23 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

1 EINFÜHRUNG UND GANG DER ARBEIT

2 BEGRIFFLICHE GRUNDLAGEN
2.1 FUE ALS ÜBERBEGRIFF
2.1.1 Grundlagenforschung, angewandte Forschung und Entwicklung
2.1.2 Invention und Innovation
2.2 ERFOLGSFAKTOREN

3 WESEN, BEDEUTUNG UND VERGLEICH VON FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG IM INTERNATIONALEN WETTBEWERB
3.1 ALLGEMEINE BEDEUTUNG, ZIELSETZUNG UND PROBLEMSTELLUNG VON FUE
3.2 INDUSTRIELLE FUE AUS VOLKSWIRTSCHAFTLICHER PERSPEKTIVE
3.2.1 Die Geschwindigkeit des technischen Fortschritts
3.2.2 Übergang vom Verkäufer- zum Käufermarkt und die Attraktivität eines Marktes
3.2.3 Allgemeiner Vergleich der FuE-Gesamtaufwendungen
3.3 CHANCEN UND RISIKEN NEUER PRODUKTE ODER VERFAHREN
3.3.1 Allgemeines
3.3.2 FuE-Ausgaben und Zeitbedarf für neue Produkte oder Verfahren
3.3.3 Weitere Chancen und Risiken
3.4 DIE ROLLE DES STAATES / PATENTRECHT
3.4.1 Allgemeines
3.4.2 Patentverwertung

4 BEDEUTUNG UND AUSWIRKUNG VON MARKETINGAKTIVITÄTEN AUF DIE INDUSTRIELLE FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
4.1 ALLGEMEINES
4.2 DAS MARKETING ALS SCHNITTSTELLE FÜR DIE FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
4.3 PRODUKT- UND MARKTLEBENSZYKLUS
4.4 DAS MARKTWACHSTUM-MARKTANTEIL-PORTFOLIO (BCG-MATRIX)
4.5 IDEENFINDUNG

5 SCHLUSSBETRACHTUNG

ANHANG
I. BRUTTOINLANDSAUFWENDUNGEN FÜR FUE (IN PROZENT VOM BIP)
II. PRODUKTLEBENSZYKLUS
III. MARKTWACHSTUM-MARKTANTEIL-PORTFOLIO (BCG-MATRIX)

LITERATURVERZEICHNIS

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einführung und Gang der Arbeit

In den späten 80er und frühen 90er Jahren haben umfangreiche Kostensenkungs- und Restrukturierungsprogramme eine Umorientierung der Unternehmen nach innen bewirkt. Hierdurch entstand ein Zielkonflikt mit der Folge, dass das Augen- merk nicht mehr auf die Außenbeziehungen - insbesondere auf kundennutzenorientierte Innovationen - gelegt wurde. Diese damals eingeführten Maßnahmenkataloge stellen jedoch gegenwärtig Standard- bzw. Basisprinzipien dar, mit denen keine (weiteren) Wettbewerbsvorteile mehr generiert werden kön- nen und die auf Dauer für die Unternehmensfortführung nicht genügen.[1] Ein Industrieunternehmen, welches bestrebt ist, Weltklasse zu sein, gelangt somit heute oftmals zu der ernüchternden Erkenntnis, dass viele seiner Konkurrenten ebenfalls zur Weltspitze gehören: Auch sie verfügen über eine kundenorientierte Qualitätssicherung und einen erstklassigen Service, eine bis ins Letzte ausgefeilte Fertigung, ein sehr gutes Marketing sowie minimierte Gemeinkosten. Diese Prob- lematik führt oftmals schleichend - aber über mehrere Perioden betrachtet unverkennbar - zu sinkenden Marktanteilen. Die Konsequenz ist, dass gegenüber den modernen und preiswerten in- und ausländischen Konkurrenzprodukten die Nachfrage nach dem eigenen ausgereiften Angebot sinkt. Diese Ausführung zeigt, dass mögliche Ursachen nicht gleich mit dem modischen Anhaltspunkt des „Kos- ten-Nachteils des Standortes Deutschland“ einhergehen. Vielmehr lässt dieses Beispiel darauf schließen, dass sich hochindustrialisierte Volkswirtschaften auf ihre wichtigsten Ressourcen besinnen sollten: Hochausgebildete Menschen mit hoch- spezialisiertem Know-How, die über die Fähigkeit verfügen, neuen preiswerten und qualitativ hochwertigen Produkten auf schnellstem Wege zur Markteinführung zu verhelfen. Es muss also kurz gesagt das Ziel gelten, eine Optimierung von Qualität, Kosten und Zeit zu erreichen.[2]

FuE sind demnach die unerlässliche Grundlage für den künftigen Wohlstand und spielen deshalb für die Industrie eine richtungsweisende Rolle.[3] Die OECD be- schreibt in einer ihrer umfangreichen Veröffentlichungen die Bedeutung von Innovationen für Volkswirtschaften wie folgt: „Innovation is central to the develop- ment of successful economies. Developing countries often lack the capacity to innovate and, consequently, to improve their positions in the competitive global

market. The capacity to innovate helps countries achieve advantageous positions in key industrial and service sectors”.[4]

Diese Hausarbeit legt im zweiten Kapitel begriffliche Grundlagen sowie im dritten Kapitel das Wesen und die Bedeutung von FuE im internationalen Wettbewerb dar. Im weiteren Verlauf erfolgt eine Praxisreflexion mit dem Thema „Bedeutung und Auswirkung von Marketingmaßnahmen auf die industrielle Forschung und Entwicklung“. Die Schlussbetrachtung rundet diese Hausarbeit ab.

2 Begriffliche Grundlagen

2.1 FuE als Überbegriff

Eine allgemein renommierte Definition von FuE ist im Frascati Manual der OECD verankert. Nach der Übersetzung des österreichischen Bundesministeriums der Finanzen sind demnach „Forschung und experimentelle Entwicklung .. alle schöp- ferischen Arbeiten, welche in einer systematischen Art und Weise unternommen werden, um das Wissen zu vertiefen oder neue Erkenntnisse zu erlangen“.[5] Wird unter Forschung (Research) die systematische Ermittlung von bisher unbe- kanntem Wissen verstanden (= Transformation von Geld in Wissen), so ist unter Entwicklung (Development) die Verwendung von ergründetem Wissen für wirt- schaftliche Zwecke zu verstehen (= Transformation von Wissen in Geld). Diese beiden Komponenten bewirken zusammen einen technischen Fortschritt.[6] Der Terminus FuE beinhaltet im Wesentlichen drei Funktionen: Grundlagenfor- schung, angewandte Forschung und Entwicklung.[7] Mit Ausnahme der Grundlagenforschung beziehen sich FuE nicht nur auf Produkte, sondern ebenso auf Verfahren.[8]

2.1.1 Grundlagenforschung, angewandte Forschung und Entwicklung

Grundlagenforschung schafft die Voraussetzung für Innovationen, die das Leben von Grund auf verändern. Nachdem Jonas Salk im Jahre 1955 den Polio-Impfstoff entwickelt hatte, konnte bereits 1961 die Kinderlähmung in den Vereinigten Staaten

um 90% reduziert werden. Von den Gesamtausgaben für FuE entfallen in der deutschen Pharmaindustrie etwa 25% auf die Grundlagenforschung.[9] In einigen anderen Industriezweigen erfolgt die Grundlagenforschung bedauerlicherweise nur in bescheidenem Ausmaße.[10]

Nach der zusammenfassenden Übersetzung des Autors Rainer Völker definiert die OECD die Grundlagenforschung als „ausschließlich auf die Gewinnung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse gerichtet, ohne überwiegend an dem Ziel einer praktischen Anwendbarkeit orientiert zu sein“.[11]

Im Unterschied zur Grundlagenforschung ist die angewandte Forschung auf prakti- sche Anwendungen ausgelegt. Ergebnisse der angewandten Forschung sind Entdeckungen und Erfindungen, deren Realisierung nach einer oftmals langen Entwicklung mit entsprechenden Technologiefolgeabschätzungen zunächst zu technischen Innovationen (Produkte, Verfahren) und in der Folge vielfach zu Nach- ahmungen führt.[12] Die OECD definiert die angewandte Forschung als „ausschließlich auf die Gewinnung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse gerichtet. Sie bezieht sich vornehmlich auf eine spezifisch praktische Zielsetzung oder An- wendung“.[13]

Des Weiteren versteht die OECD unter Entwicklung die „Nutzung wissenschaftli- cher Erkenntnisse, um zu neuen oder wesentlich verbesserten Materialien, Geräten, Produkten, Verfahren, Systemen oder Dienstleistungen zu gelangen“.[14]

2.1.2 Invention und Innovation

Im Industriesektor erfolgt Innovation vor allem durch FuE-Tätigkeit.[15] Man kann daher Innovation als Oberbegriff für FuE verstehen.

Dabei lässt sich der Terminus Innovation hinsichtlich der Bereiche Grundlagenfor- schung, angewandter Forschung und Entwicklung unterscheiden (s.a. Kapitel 2.1.1).[16]

Sämtliche Versuche, den Begriff Innovation zu definieren, gehen auf die lateinische Übersetzung des Wortes „innovare“ zurück und stellen auf die „Neuartigkeit“ ab.

Einige Wirtschaftswissenschaftler setzen vielfach Innovation (lediglich) mit einer Idee gleich, andere betonen - neben der kreativen Idee - auch die Notwendigkeit einer praktischen Umsetzung.[17] Der Begründer der Innovationstheorie Joseph Schumpeter (1883-1950) verstand unter einer Innovation die Verwirklichung einer Idee, nicht (nur) allein ihre Entdeckung.[18]

Daher trennt die Innovationsforschung heute scharf zwischen dem Wortlaut der Invention und dem der Innovation. Die Invention ist durch eine Erfindung oder Idee

- als Vorstufe im Innovationsprozess - gekennzeichnet. Dem entgegengesetzt versteht die Wissenschaft unter einer Innovation die Verwirklichung einer Invention in ein marktreifes Ergebnis. Als Beispiel dient die Erfindung (Invention) der Glühbir- ne: Gewisse Probleme bei der Herstellung führten dazu, dass es ungefähr 50 Jahre dauerte, bis aus der Invention ein marktfähiges Endprodukt entstand (Innovation).[19] In der Literatur erfolgt häufig eine Zerlegung des Terminus Innovation anhand der beiden Kriterien „Neuartigkeit für das Unternehmen“ sowie „Neuartigkeit für den Markt“:[20]

- „Echte Innovationen“ (Leit-Innovationen) sind sowohl für das produzierende Unternehmen als auch für den Absatzmarkt durch einen hohen Neuigkeitsgrad gekennzeichnet.[21] Sie werden von Pionieren mit hohem intellektuellem Aufwand herbeigeführt und beeindrucken dadurch, dass sie rentable Geschäftschancen früher und mutiger erfassen als andere. Sie greifen das Bestehende an (kreative Zerstörung) und wollen auf ihrem Gebiet Maßstäbe setzen. Die damit verbundenen Chancen für Pioniere ergeben sich aus einem „First-Mover- Advantage“. Dem gegenüber sehen sich Pioniere auch Risiken ausgesetzt, die von Natur aus mit Veränderungen einhergehen.[22]
- „Sortimentserweiterungen“ sind für einen neuen Absatzmarkt bestimmt, aller- dings wird dafür ein für das Unternehmen schon bewährtes Basisprodukt verwendet. Man spricht beispielsweise von einer derlei Sortimentserweiterung, wenn eine für den Geschäftskundenbereich angebotene Systemlösung nun auch für Privatkunden bereitsteht.[23]

[...]


[1] Vgl. Franken, R./Franken, S. (2011), S. 4.

[2] Vgl. Steinmetz, O. (1993), S. 1.

[3] Vgl. http://www.wachstumsimpuls-pharma.de/studie.php?chapter=5, S. 1, Stand 19.12.2011.

[4] http://www.oecd-ilibrary.org/docserver/download/fulltext/9110021e.pdf?expires=1324551157 &id= id&accname=ocid75017654&checksum=B4D5AF8CF3C98751E1F024B8168EFEE2, S. 217, Stand

15.12.2011.

[5] http://www.bmf.gv.at/BUDGET/budgets/2011/Belagen/FuE_Beilage.pdf, S. 5, Stand: 15.12.2011.

[6] Vgl. Ziegenbein, K. (2007), S. 303.

[7] Vgl. Völker, R. et al. (2007), S. 16.

[8] Vgl. Hahn, D./Laßmann, G. (1999), S. 231.

[9] Vgl. http://www.wachstumsimpuls-pharma.de/studie.php?chapter=5, S. 3 f., Stand 19.12.2011.

[10] Vgl. Franken, R./Franken (2011), S. 303.

[11] König, M./Völker, R. (2002), S. 12 (Zusammenfassende Übersetzung der Autoren).

[12] Vgl. Ziegenbein, K. (2007), S. 306.

[13] Vgl. König, M./Völker, R. (2002), S. 12 (Zusammenfassende Übersetzung der Autoren).

[14] Vgl. Völker, R. et al. (2007), S. 17 (Zusammenfassende Übersetzung der Autoren).

[15] Vgl. ebd., S. 16.

[16] Vgl. ebd.

[17] Vgl. Franken, R./Franken (2011), S. 192.

[18] Vgl. Schumpeter, J. (1993), S. 137 f.

[19] Vgl. Amberg, M. et al. (2011), S. 112.

[20] Vgl. ebd., S. 113.

[21] Vgl. Ziegenbein, K. (2007), S. 306.

[22] Vgl. ebd., S. 305.

[23] Vgl. Amberg, M. et al. (2011), S. 113.

Details

Seiten
23
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656167952
ISBN (Buch)
9783656168362
Dateigröße
5.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v191939
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Düsseldorf früher Fachhochschule
Note
Schlagworte
erfolgsfaktor industrie forschung entwicklung

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