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Experimentieren mit Böden. Unterrichtsbesuch Erdkunde, Klasse 6 Hauptschule

Unterrichtsentwurf 2011 12 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Geologie, Mineralogie, Bodenkunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Thema der Unterrichtsreihe

2. Thema der Unterrichtsstunde

3. Ziele der Unterrichtsstunde

4. Didaktische Schwerpunktsetzung

5. Bezug zu den Kernlehrplänen

6. Die Lerngruppe

7. Verlaufsplan

8. Literatur und Anhang

1. Thema der Unterrichtsreihe

Nach den Osterferien wurde mit dem Thema „Landwirtschaft“ begonnen. Das Thema erlaubt im Erdkundeunterricht, beginnend bei der bewussten „erlebbaren“ Auseinandersetzung mit der Natur und deren gezielten Bewirtschaftung, über die landwirtschaftlichen Anbaugebiete und deren Standortfaktoren, bis hin zu den verschiedenen Betriebsformen, eine Vielzahl von inhaltlichen Zugängen.

Neben diesen sollen die SchülerInnen im Verlauf der Unterrichtsreihe mit Elementen des kooperativen Lernens vertraut gemacht werden. Im Mittelpunkt steht dabei neben der Methode des Placemats auch die Arbeit mit verschiedenen Rollenkarten, die zum Aufbau gegenseitiger positiver Abhängigkeit führen sollen.[1]

Gliederung der Unterrichtsreihe:

1. Stunde: Was steckt in unserem Essen? à Placemat/Gruppenarbeit
2. Stunde: Präsentation Gruppenarbeit à Galeriegang
3. Der Weg der Zuckerrübe
4. Stunde: Anbaugebiete der Zuckerrübe - Exkurs: Zuckerrohr im Vergleich
5. Stunde: Ackerbau in den Börden und Gäulandschaften – Löss, was ist das?
6. Stunde: Was ist Boden?
7. bis
8. Stunde: Dem Boden auf der Spur à Experimentieren in Kleingruppen
9. Stunde: ökologischer Anbau
10. Stunde: Der Weg der Banane
11. Stunde: Massentierhaltung
12. Stunde: Exkursion: Bauernrallye
13. Stunde: Nachbesprechung Bauernrallye - Wiederholungsstunde
14. Stunde: Test: Landwirtschaft

Durch die geplanten Inhalte sollen die SchülerInnen einen Einblick in die Bandbreite der Landwirtschaft und deren Erzeugnisse gewinnen, um sich neben der Verflechtung dieses Wirtschaftszweiges in unseren Alltag auch mit den positiven und negativen Einflüssen des primären Wirtschaftssektors auf die weiteren Sektoren auseinanderzusetzen.

Die Einführung erfolgte über den bewussten Kontakt mit landwirtschaftlichen Produkten, bei der sich die SchülerInnen in Kleingruppen Supermarktprodukte landwirtschaftlichen Erzeugnissen zuordneten. Zur Sicherung wurden diese Zuordnungen von den SchülerInnen auf Plakaten festgehalten, bevor diese dann ausgiebig in einer eigens dafür vorgesehenen Stunde im Galeriegang präsentiert wurden. Die Zuckerrübe als typische Nutzpflanze der gemäßigten Breiten, wurde dann auf ihrem Weg von der Ernte bis zur industriellen Weiterverarbeitung begleitet. Aufgrund eines verstärkten Interesses an der Zuckerproduktion fand in der folgenden Stunde ein Exkurs statt, der sich mit dem Vergleich von Zuckerrübe und Zuckerrohr und deren Anbaugebieten auseinandersetzte. Um die Auswahl von landwirtschaftlichen Flächen und deren Bewirtschaftungsformen zu begründen, wurden am Beispiel der Zuckerrübe, Merkmale und Nutzung von Börden und Gäulandschaften beschrieben. Über die Erkenntnis, dass Anbaugebiete gezielt ausgewählt und bewirtschaftet werden, haben die SchülerInnen erkannt, dass es unterschiedliche Böden gibt.

Die heutige Unterrichtsstunde soll den SchülerInnen die Gelegenheit geben sich aktiv handelnd mit dem Thema Boden auseinanderzusetzen. In den darauf folgenden Stunden werden der ökologische Anbau, der Weg der Banane, als exotisches Beispiel einer Nutzpflanze, sowie die Massentierhaltung thematische Schwerpunkte bilden. Anschließend wird die Klasse eine Exkursion auf den Ingenhammshof unternehmen, um sich auf eine „Bauernrallye“ zu begeben. Hier werden die SchülerInnen die Inhalte aus dem Unterricht wieder erkennen und reflektieren. Die Unterrichtsreihe wird mit einem Test zum Thema Landwirtschaft abgeschlossen.

Das Experimentieren in Gruppen bietet neben der individuellen Auseinandersetzung mit den Versuchsinhalten auch die Möglichkeit zum kooperativen Lernen und verfolgt insgesamt das Ziel eines handlungs- und produktionsorientierten Erdkundeunterrichts. „Im handlungsorientierten Unterricht lernen die Schüler, nach dem Prinzip der Selbstständigkeit sich handelnd Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auch Einstellungen und Verhaltensweisen anzueignen.[2] “ Somit soll der Lernende nicht „belernt“ werden, sondern sich eigenständig durch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kopf- und Handarbeit mit dem Lerngegenstand auseinandersetzen.[3]

2. Thema der Unterrichtsstunde

Der Titel der Unterrichtsstunde lautet: „Dem Boden auf der Spur“ – Experimentieren in Kleingruppen.

Die SchülerInnen sollen in dieser Stunde ihre bereits erworbenen Kenntnisse zum Thema Boden mit Hilfe des experimentierenden Arbeitens erweitern und festigen. In der Einstiegsphase wird den Lernenden der ihnen bereits bekannte Lössboden dargeboten. Sie sollen die charakteristischen Merkmale dieses Bodens reproduzieren und in Form eines Brainstormings weitere bekannte Böden nennen. Anschließend werden die Experimente vorgestellt und die Regeln für diese Arbeitsform festgelegt. Darauf folgt das selbstständige Experimentieren in den Kleingruppen, welches mit einer Sicherung der erarbeiteten (Teil-) Ergebnisse abgeschlossen wird.

3. Ziele der Unterrichtsstunde

Fachlich-inhaltliche Ziele:

Experimentiergruppe 1:

Die SchülerInnen erkennen, dass sich die Böden in ihrem Wassergehalt differenzieren, indem sie die Feuchtigkeit in den Böden kondensieren lassen. Weiterhin sollen sie die Böden nach ihrem Wassergehalt in eine Rangfolge bringen, indem sie die Menge des jeweiligen Kondensats abschätzen.

Experimentiergruppe 2:

Die SchülerInnen erkennen, dass
- der Wüstenboden ein Sandboden ist,
- der Wiesenboden ein lehmiger Sandboden ist
- der Waldboden ein sandiger Lehmboden ist und
- der Ackerboden ein lehmiger Boden ist,

indem sie die Fingerprobe durchführen und sich am Baumdiagramm des Arbeitsblattes entlang arbeiten.

Experimentiergruppe 3:

Die SchülerInnen erkennen, dass sich die Böden in ihrer Wasserführung unterscheiden, indem sie jeder Bodenprobe die gleiche Wassermenge zuführen und den jeweiligen Abfluss bestimmen. Anschließend sollen sie die Böden nach ihrer Wasserführung in eine Rangfolge bringen.

Experimentiergruppe 4:

Die SchülerInnen erkennen, dass sich die Böden zu verschieden großen Teilen aus Sand und Humus zusammensetzen, indem sie die Schlämmprobe durchführen. Diese Anteile sollen sie vom Realmodell ablesen und auf dem Beobachtungsbogen übertragen.

Experimentiergruppe 5:

Die SchülerInnen erkennen, dass die Böden unterschiedlich viele Nährstoffe beinhalten und damit weniger bzw. mehr fruchtbar sind, indem sie Kresse in den Böden aussehen und mithilfe eines Beobachtungsbogens das Wachstum des Saatguts beobachten.

Experimentiergruppe 6:

Die SchülerInnen erkennen, dass die Böden Wasser unterschiedlich halten und dieses somit gut bzw. schwer für die Pflanzen zugänglich ist, indem sie jeder Bodenprobe die gleiche Wassermenge zuführen und den jeweiligen Abfluss bestimmen. Anschließend sollen sie die Böden anhand ihres Wasserhaltevermögens in eine Rangfolge bringen.

Neben den Lernzielen für die jeweiligen Experimentiergruppen, gibt es einige allgemeine Unterrichtsziele:

Die SchülerInnen artikulieren ihr bereits vorhandenes Wissen über das Vorgehen und Verhalten bei Experimenten (Methodenkompetenz).

Sozial-kommunikativ Ziele:

Die SchülerInnen trainieren das Zusammenarbeiten, indem sie sich bei Schwierigkeiten helfen und sich auf MitschülerInnen einzulassen, mit denen sie möglicherweise sonst nich arbeiten würden.

Die SchülerInnen üben, sich auf ihre eigenen Rollen zu konzentrieren und sich gleichzeitig auch auf die anderen Gruppenmitglieder zu verlassen, wodurch die Zusammenarbeit in der Gruppe – und damit auch die gegenseitige positive Abhängigkeit – gestärkt werden soll.

Die SchülerInnen geben dem Plenum eine Rückmeldung zu ihrer Arbeit und ihren Ergebnissen, indem sie über die von ihnen durchgeführten Experimente berichten und ihre Ergebnisse verbalisieren.

Methodisch.-strategische Ziele:

Die SchülerInnen trainieren das selbstständige und eigenverantwortliche Arbeiten, indem sie sich in der Gruppe einen Überblick über die Versuchsanordnung verschaffen die Experimente gezielt durchführen und beobachten.

Die SchülerInnen sollen ihre instrumentellen Fertigkeiten schulen, indem sie sich praktisch mit dem Lerngegenstand auseinandersetzen und anhand der Versuchsanordnung ihre fachspezifischen Tätigkeiten schulen.

Affektive Lernziele:

Die Schüler werden motiviert, indem durch die Anschaulichkeit der Experimente, die Selbstständigkeit bei der Versuchsdurchführung und der Umgang mit den Arbeitsmaterialien ihr Interesse für das Thema Boden geweckt wird

4. Didaktische Schwerpunktsetzung

In der Einführungsphase wird dafür gesorgt, dass SchülerInnen mit Wiederholungsbedarf die Möglichkeit zur Festigung des Basiswissens erhalten und die leistungsstärkeren SchülerInnen diesen Prozess durch ihre fachlichen Kompetenzen vorantreiben. Das Experimentieren bietet sich in dieser Klasse an, da diese ein breites Spektrum an Leistungsniveaus, nicht nur im Fach Erdkunde, sondern auch in den sprachlichen Kompetenzen fasst. So fällt es vielen Kindern schwer den Inhalt von Sachtexten, Aufgabenstellungen und Texten im Allgemeinen zu erfassen. Da das sinnentnehmende Lesen und der Transfer in tatsächliches Handeln bei den Versuchanordnungen eine wichtige Rolle spielt, wurde bei der Konzeption der Experimente berücksichtigt, dass bei Versuchsanordnungen bzw. einführenden Texten mit längeren Passagen leistungsstärkere Kinder leistungsschwächere unterstützen können. Die Umsetzung findet bereits durch die Gruppenbildung der SchülerInnen statt, diese werden gezielt durch farbige Punkte unter ihren Sitzplätzen in zuvor bestimmte Gruppen zusammengestellt. Außerdem werden die SchülerInnen durch dasselbe Verfahren aufgrund ihrer motorischen Fähigkeiten differenziert.

In der Gruppenarbeit soll möglichst jeder Lerntyp angesprochen werden und damit den natürlichen Umgang mit geographischen Arbeitsmethoden fördern. Aus diesem Grund werden die Versuchsbeschreibungen durch ergänzende Texte eingeführt, durch welche der Transfer des Modells in Wirklichkeit für die SchülerInnen erleichtert werden soll.

Auf diese Weise wird ein differenziertes Lernangebot geschaffen, in dem sich möglichst jeder wieder findet, die Chance hat die Aufgaben im Rahmen seiner Möglichkeiten und Fähigkeiten zu bearbeiten und stets das Gefühl wirklicher Partizipation erfährt.

Das Experimentieren in Kleingruppen wird mit je drei SchülerInnen durchgeführt. In dieser Klasse, wie auch in vielen andern, ist die Gruppenarbeit mit jeweils vier Lernenden üblich. Die Arbeit in Dreier-Teams hat zweierlei Vorteile: Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich in Vierergruppe häufig eine SchülerIn in der Gruppe zurückzieht und ihre Mitschüler die Arbeitsaufträge erfüllen lässt. Durch die veränderte Gruppengröße wird versucht alle Kinder in der Gruppe zur Mitarbeit zu motivieren. Außerdem bietet das Experiment selbst an, dass sich zwei SchülerInnen um je zwei Böden kümmern und die dritte die Versuchsanordnung und –durchführung überwacht.

[...]


[1] vgl. Brägger, G. u.a. 2007, S.5f.

[2] Rinschede, Gisbert (2007): Geographiedidaktik. 3. Auflage, S.184.

[3] Rinschede, Gisbert (2007): Geographiedidaktik. 3. Auflage, S.184.

Details

Seiten
12
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783668716896
ISBN (Buch)
9783668716902
Dateigröße
499 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v191969
Note
1,7
Schlagworte
Handlungsorientierung Experiment experimentieren Landwirtschaft Börden Löss Böden Unterrichtsbesuch

Autor

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Titel: Experimentieren mit Böden. Unterrichtsbesuch Erdkunde, Klasse 6 Hauptschule