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Unterrichtsstunde: Unrecht in unserer Umgebung - Prophetinnen und Propheten

Unterrichtsentwurf 2011 13 Seiten

Didaktik - Theologie, Religionspädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Bedingungsanalyse

II. Didaktische Reflexion
2.1. Kompetenzen und Inhalte des Bildungsplans
2.2.Sachanalyse - fachwissenschaftliche Aspekte
2.3. Kompetenzen
2.4.Stundenziel

III. Methodische Reflexion
3.1. Methodische Planung
3.2. Verlaufsplan

IV. Anhang

I. Bedingungsanalyse

In der 8. Klasse haben die Schülerinnen und Schüler nur eine Stunde Religionsunterricht pro Woche. Diese findet in dieser Klasse normalerweise Donnerstags statt, musste aber aufgrund des Seminar-Besuches im Rahmen der Hospitationswoche außerplanmäßig auf einen Mittwoch verlegt werden. Die Schüler müssen dazu aus ihrem Regelunterricht herausgeholt werden, was einige nicht unbedingt als angenehm empfinden könnten. Bei dieser Religionsklasse handelt es sich um Schülerinnen und Schüler aus zwei achten Klassen, die für den Religionsunterricht zusammengelegt wurden. Dadurch kommt es zu Gruppenbildung innerhalb der Klasse. Insgesamt erlebe ich einen großen Teil der Klasse bisher als relativ unruhig aber trotzdem mitarbeitswillig. Aus organisatorischen Gründen konnte ich die Klasse leider erst zwei Mal unterrichten. Ich hoffe aber, das ich bereits eine gute Beziehung zu den Schülern aufbauen konnte.

Einbettung in die Lernsequenz „Prophetinnen und Propheten“:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

II. Didaktische Reflexion

2.1. Kompetenzen und Inhalte des Bildungsplans

In der Lemsequenz werden folgende Inhalte des Bildungsplanes für Kl. 7/8 vermittelt:

- Von Gott gerufen
- Unrecht anklagen - Zur Umkehr aufrufen
- Prophetinnen und Propheten heute

Anhand des Bildungsplans für Kl. 7/8 und den Leitgedanken ergeben sich für diese Lernsequenz folgende gewählte, angestrebte Kompetenzen:

Religiöse Kompetenz:

- die SuS entwickeln die Fähigkeit, ihr Selbstkonzept in Bezug zu biblisch-theologischen und anderen Lebenskonzepten zu reflektieren und Konsequenzen für das eigene Leben und das Leben mit anderen zu bedenken (aus den Leitgedanken)
- können frohe und traurige Grundsituationen ihres Lebens wahrnehmen und kreativ ausdrücken (Dimension: Mensch sein - Mensch werden)

Fachkompetenz:

- die SuS kennen biblische Prophetinnen und Propheten und prophetische Menschen aus unserer Zeit, die mutig aufUngerechtigkeit hinweisen und zur Umkehr auffordern (Dimension: Welt und Verantwortung)
- die SuS kennen aus dem Alten (Ersten) Testament [...] den Einsatz der Prophetinnen und Propheten gegen Ausbeutung und Ungerechtigkeit (Dimension: Bibel und Tradition)
- die SuS kennen Berufungsgeschichten, die zeigen, dass Gott den Menschen wichtige Aufgaben zutraut und zumutet (Dimension: Die Frage nach Gott)

Personale Kompetenz:

- die SuS können Ungerechtigkeit wahrnehmen und sich für Gerechtigkeit einsetzen (Dimension: Welt und Verantwortung)
- die SuS können die Botschaft wichtiger biblischer Texte erfassen (Dimension: Bibel und Tradition)

Soziale Kompetenz:

- die SuS werden fähig, mit anderen zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten (aus den Leitgedanken)

Methodische Kompetenz:

- die SuS werden darin unterstützt, ihre Arbeit sorgfältig zu planen und auszuführen (aus den Leitgedanken)
- biblische Texte [...], religiöse Bilder [...] zu erschließen und auf aktuelle Lebensfragen zu beziehen (aus den Leitgedanken)

2.2. Sachanalyse zur Einheit - fachwissenschaftliche Aspekte

Dem griechischen Wort Prophet entspricht das hebräische Wort „nabi“, abgeleitet von „nabu“ und bedeutet so viel wie „rufen“. Andere Bezeichnungen für Propheten sind „Gottesmann“ oder „Seher.“ (vgl. Halbfas, 2001).

Im Alten Testament werden vier große Propheten (Jesaja, Jeremia, Ezechiel und Daniel) und zwölf kleine Propheten (Hosea, Joel, Amos, Obadja, Jona, Micha, Nahum, Habakuk, Zefanja, Haggai, Sacharja und Maleachi) hinsichtlich der Länge der Schriften unterschieden.

Vereinzelt gab es auch Prophetinnen, wie z.B. die Prophetin Hulda, dennoch wird kein Buch unter dem Namen einer Frau überliefert.

Seit ca. 1000 v.Chr. traten in Israel immer wieder Menschen auf, die man als Propheten bezeichnet. Ursprünglich gab es die Prophetie im ganzen Orient und bezog sich auf Orakelauslegen und Wahrsagen unter Extase. Daraus entwickelte sich der Berufsstand der beamteten Propheten. Diese arbeiteten am Königshof und sagten stets das voraus, was der König hören wollte, anstatt das Wort „Jahwes“ zu befolgen (vgl. Halbfas, 2001).

Ein aufrechter Prophet dagegen, ist eine Person, die eine Botschaft von Gott empfängt und diese Botschaft an andere überbringt. Prophet wurde man dadurch, dass man von Gott zum Propheten berufen wurde. Meist war dies für die Berufenen ein besonderes Erlebnis, in dem sie Gott hörten, der ihnen einen Auftrag gab. Manche Propheten sahen auch ein Ereignis, von dem sie wussten, dass es eine Botschaft war, die Gott ihnen schickte. Die Propheten waren im Allgemeinen ganz normale Menschen der damaligen Zeit wie z.Bsp. Großgrundbesitzer, Bauern oder Priester. Gott berief vor allem dann Menschen zu Propheten, wenn der König, der für die richtige Ausübung der Religion und die Einhaltung der Gesetze in Israel und Juda verantwortlich war, diese Verantwortung nicht wahrnahm, oder wenn große Teile des Volkes nicht ihrem Glauben gemäß handelten. Dann mussten die Propheten dem König oder dem Volk öffentlich mitteilen, dass Gott dieses Verhalten nicht länger dulden werde, und sie mussten auf das hinweisen, was falsch gemacht wurde. Die Propheten nannten also das Unrecht beim Namen und teilten mit, wie Gott auf das falsche Handeln reagieren werde. Die Propheten kündigten dann eine Strafe an. Sie zeigten auf, wohin das falsche Verhalten führen würde und was man statt dessen tun sollte. In bedrohlichen und entmutigenden Situationen hatten die Propheten manchmal auch den Auftrag, das Volk zu trösten und ihm zu sagen, dass Gott sein Volk nicht untergehen lasse. (vgl, Reinhardt, 2011).

Von den Lebensschicksalen der meisten Propheten ist nichts bekannt. Jeremia wurde verfolgt, verschleppt und in den Kerker gesperrt, der Prophet Urija wurde sogar hingerichtet. Amos wurde aus seinem Land verbannt. Die Propheten stießen durch ihre Verkündigungen bei den Menschen in ihrer Umgebung also meist nicht auf große Begeisterung. Trotz aller Umstände hielten diese Menschen aber am Wort Gottes fest.

Durchweg waren die Propheten große Redner. Sie schafften sich durch eine deftige Sprache und ungewöhnliche Bilder Gehör. Die traten öffentlich auf und warnten, drohten, machten Mut oder verurteilten. Nicht Weissagungen über die Zukunft, sondern die Probleme der Gegenwart waren ihr Thema. Die Zukunft ergab sich für sie aus einem falschen aktuellen Verhalten. Dadurch hat sich das Prophetentum Israels im eigentlichen Sinne bis heute nicht erschöpft, auch wenn „prophetische Rede nicht mehr mit religiösem Anspruch daherkommen muss“ (Halbfas, 2001).

Die Aufzeichnung dieser prophetischen Reden erfolgte erst im Nachhinein, es ist kaum möglich, die Urheber zu rekonstruieren, diese sind jedoch in keinem Fall der Prophet selbst. Die Prophetenbücher wurden über die Jahrhunderte immer wieder redaktionell überarbeitet. Ab 190 v. Chr. gelten die Prophetenbücher als kanonische Größen.

2.3. Konkrete angebahnte Kompetenzen der Stunde

Religiöse Kompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler:

- können ihr Selbstkonzept in Bezug zum Lebenskonzept eines Propheten reflektieren und in Anlehnung an einen Propheten Unrecht in ihrer heutigen eigenen Umgebung erkennen, benennen und andere Menschen darauf aufmerksam machen.
- können traurige Grundsituationen ihres Lebens wahrnehmen und kreativ ausdrücken, indem sie aufUnrecht oder ungerechtes Verhalten in ihrer Umgebung - das sie womöglich selbst erlebt oder bei anderen erlebt haben durch kreative Gestaltung eines Plakates, einer Rede, eines Rollenspiels etc. aufmerksam machen.

Fachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler:

- haben ihre Kenntnisse über die Merkmale eines Propheten, der von Gott berufen wird sich in der Welt für Gerechtigkeit einzusetzen, durch farbige Gestaltung eines Bodenbildes weiter gefestigt

Methodenkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler:

- haben ihre Fähigkeit, mit Farbsymbolik zu arbeiten, weiter angebahnt
- haben ihre Fähigkeit, Arbeit in Gruppen sorgsam zu planen und auszuführen weiter angebahnt

Soziale Kompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler:

- haben ihre Fähigkeit, mit anderen zu kommunizieren und zusammen zu arbeiten, sowohl in Kleingruppen, als auch in der Großgruppe weiter geübt.

Personale Kompetenz:

Die Schüler und Schülerinnen:

- können Ungerechtigkeiten wahrnehmen und darauf aufmerksam machen
- haben ihre Präsentationskompetenzen weiter geübt

2.4. Stundenziel

Am Ende dieser Stunde haben die Schüler und Schülerinnen ihr Wissen über die Merkmale eines Propheten weiter gefestigt, Unrecht in ihrer eigenen Umgebung erkannt und benannt und in Gruppenarbeit mit einer selbstgewählten Methode (Plakat, Rede, Rollenspiel, ...) auf ein Unrecht ihrer Wahl aufmerksam gemacht und dadurch auch soziale und methodische Kompetenzen weiter angebahnt.

[...]

Details

Seiten
13
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656223313
ISBN (Buch)
9783656224235
Dateigröße
589 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v192165
Schlagworte
Religion Religionsunterricht katholisch Propheten Unrecht Nächstenliebe Menschenrechte Mut Anklagen Unterrichtsentwurf Realschule Sekundarstufe Baden-Württemberg katholische Religion Theologie Gruppenarbeit Strukturskizze Sachanalyse Kett-Tücher Legematerial Kett Bodenbild Plakat

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