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Bekannte Funde der Archäologie

Wissenschaftlicher Aufsatz 2012 20 Seiten

Archäologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Venus von Willendorf

Altamira

Lasceaux

Megalithkultur

Stonehenge

Ötzi

Ausrüstungsgegenstände

Waffen

Schatz von Warna

Himmelsscheibe von Nebra

Sonnenwagen von Trundholm

Kleinklein

Strettweger Wagen

Dürrnberg bei Hallein

Königsgrab von Vix

Moorleichen

Lindow Man

Hildesheimer Schatz

Vindolana Briefe

Literaturverzeichnis

Einleitung

Bei einem Thema mit diesem Titel ist es sehr schwer eine Auswahl an bekannten Funden zu treffen, da die Bekanntheitsgrade auch vom jeweiligen Interesse abhängig sind. Ich habe mich dafür entschieden, nur europäische Funde zu beschreiben und eine gute Mischung aus Funden zusammen zu stellen, die nach außen einen großen Bekanntheitsgrad haben und solchen, die für die Archäologie bedeutend sind, da man durch sie neue Forschungsergebnisse erzielen konnte.

Wichtig ist mir, dass nicht nur die Funde besprochen werden, sondern auch die Fundumstände und die Zeiten, aus denen diese Funde sind, um einen Gesamteindruck zu bekommen.

Venus von Willendorf:

Es gibt nicht nur eine Venus, sondern es handelt sich dabei um die typische Kunstform des Gravettien. Das Gravettien ist ein Zeitabschnitt der Altsteinzeit. Meistens wurden sie aus Stein, Ton oder Elfenbein gefertigt.

Diese Figuren haben gemeinsam, dass nackte Frauen dargestellt wurden, wobei man auf die Betonung der Geschlechtsmerkmale großen Wert legte. Auffällig ist, dass die Arme winzig sind und die Füße fehlen.

Brust, Bauch und Vulva sind durch waagrechte Gravuren modelliert. Rücken und Schenkel wurden als letztes in senkrechter Richtung bearbeitet. Der Bauchnabel ist eine natürliche Vertiefung des Steines, die auf beiden Seiten erweitert wurde.

Auch die Venus von Willendorf weist viele Gemeinsamkeiten mit den osteuropäischen Venusdarstellungen auf. Das beweist, dass es sich bei der Darstellung um den Ausdruck einer Vorstellungswelt gehandelt haben muss, die über ganz Europa verbreitet war und die möglicherweise mit Fruchtbarkeit etwas zu tun hatte. Welchen Stellenwert sie aber wirklich im Denken der damaligen Menschen einnahmen, kann man heute nicht mehr nachvollziehen zumal sich auch auf die unterschiedlichsten Fundumstände (in Gruben, in Häusern etc) keinerlei Rückschlüsse daraus ziehen lassen. Normalerweise haben die Frauen keine individuellen Gesichter, es gibt aber auch Ausnahmen, wenn man an die Frauenköpfe aus Brassempouy in Frankreich und Unterwisternitz in Mähren denkt.

Unsere Venus besteht aus Kalkstein und ist 11 Zentimeter hoch. Diese kleine Statuette wurde 1908 gefunden, obwohl der Fundort schon seit dem 19. Jahrhundert bekannt war. Als Entdecker gilt Josef Szombathy. Gefunden wurde die Statuette bei Bauarbeiten der Wachau-Bahn. Insgesamt gibt es in Willendorf 11 Fundstätten, wobei die Venus bei der Fundstätte II gefunden wurde. Bei dieser Fundstätte lassen sich auch verschiedene zeitliche Horizonte erkennen. An der Figur lassen sich noch Rötelspuren erkennen.[1] Die Venus ist eine auch in diesem Fall eine unbekleidete Frau ohne individuelle Gesichtszüge, aber mit ausgeprägten Hüften und Betonung der Geschlechtsmerkmale. Arme sind keine vorhanden und die Beine sind angespitzt. Daher vermutet man, dass die Statuette in den Boden gesteckt wurde.[2]

Altamira:

Sie wurde 1868 durch das Verschwinden eines Jagdhundes durch einen Jäger entdeckt, der die Entdeckung sofort dem Grundherren Don Marcelino meldete. Don Marcelino Sanz de Santuola sah in Paris auf einem Antiquitätenmarkt Eiszeitkunst und war davon fasziniert. Daraufhin kehrte er nach Altamira zurück, wo er bereits bei einer früheren Begehung auf dunkle Markierungen an der Wand gestoßen war.[3] Eines Tages kam seine Tochter Maria mit und während er die Höhle untersuchte, spielte sie und blickte dabei nach oben. So wurden die Bisonbilder an der Decke entdeckt. Diese hatten Ähnlichkeit mit der Eiszeitkunst, die de Santuola in Paris gesehen hatte. Deswegen vermutete er, dass diese Höhle auch aus der Eiszeit sei. Er wurde aber nicht ernst genommen. Erst durch das Hinzukommen von immer mehr Funden konnte im Jahr 1902 bestätigt werden., dass die Höhle aus der Altsteinzeit war.

Insgesamt hat sie eine Fläche von 5500m² und wurde vermutlich in der Zeit von 16.000 bis 11.000 v. Christus genützt. Um diese Zeit ist sie nämlich eingestürzt.

Seit 1979 ist die Höhle nicht mehr zugänglich, da durch die warme Atemluft der Besucher schwere Schäden entstanden sind und die extra für die Besucher gebauten Holzgerüste zu Schimmeln begonnen hatten. So wurde nun der ca. 1500m² große Eingangsbereich nachgebaut, um ihn den Besuchern zugänglich zu machen.

Lasceaux:

Die Höhle wurde 1940 von Jugendlichen beim Spielen entdeckt. Es wir berichtet, dass sie ein Loch im Boden entdeckt haben und in dieses hinabstiegen. Daraufhin zündeten sie Lampen an und sahen die Höhlenmalereien. Bereits acht Jahre später nach ausführlichen Untersuchungen wurde die Höhle der Allgemeinheit zugänglich gemacht. Auch hier kam es durch die Atemluft zu Beschädigungen, weswegen auch hier die Höhle nachgebildet wurde.

Die Höhle ist sehr klein und hat einen maximalen Höhenunterschied von 30 Metern und hat außerdem auch nur eine Länge von 250 Metern. Über den Eingangsbereich, der in drei Kammern unterteilt werden kann, kommt man zum Saal der Stiere, der auch die bekanntesten Malereien beherbergt. Die Stiere sind bis zu 5 Meter lang. Es handelt sich dabei um die größten Tierbilder, die je gefunden wurden.[4]

Insgesamt finden sich in dieser Höhle nur wenige bunte Malereien[5]. Bemerkenswert ist aber, dass in die Malereien sämtliche Unebenheiten und Risse miteinbezogen wurden.

Die Farbe wurde mit dem Finger oder weichen Stöcken auf die Wand aufgetragen. Eisenoxid war die Grundlage für rot und Kohle die Grundlage für schwarz.

Pferde, Rinder und Bisons sind sehr häufig dargestellt worden – allerdings immer nur im Profil. Menschenbilder sind selten.

Megalithkultur:

Dabei handelt es sich um Kulturen der Jungsteinzeit bzw. Bronzezeit, die nicht miteinander verwandt waren. Der Begriff beinhaltet einen Grabhügel große Steine und lokale Begräbnisriten. In Deutschland gehören die Hünengräber oder Dolmengräber diesem Kulturkreis an. In Irland beispielsweise Steinkreise (Henges) oder in Palästina die Mazzeben.

In den nördlicheren Regionen gab es die Megalithbauten schon ab 4500 vor Christus. Die Verwendung ist unklar, da es sich oft nicht um ein Grab handelt. Möglicherweise stehen diese Bauten in Zusammenhang mit der Sonnwende (beispielsweise Newgrange)

Es handelt sich bei diesen Megalithbauten einerseits um Gräber und andererseits um Orte von religiösen Zeremonien. Eine einheitliche Interpretation ist nicht möglich. Gewiss ist aber, dass die Megalithkultur seinen Ursprung in Nordeuropa hatte und dann weiterverbreitet wurde.

Das Problem im Zusammenhang mit den Megalithkulturen ist das Problem der Datierung. Da es sich bei diesen Bauten um keine organischen Bestandteile handelt, lassen sie sich auch nicht wirklich datieren. Man kann sich natürlich immer das Erdmaterial, auf dem sie erbaut wurden oder die Pfostenlöcher anschauen und datieren. Das ist jedoch kein genauer Beweis für die Datierung der Megalithbauten.

Man geht davon aus, dass die Megalithkultur im Zusammenhang mit der neolithischen Revolution zu bringen ist.

Die Verbreitung war im nördlichen Mitteleuropa um 3800. Im nördlichen Europa setzte die Neolithisierung nur schrittweise ein, da die Böden nicht ideal waren, um Ackerbau zu betreiben.[6] Die Träger dieser Kultur war vermutlich die sogenannte Glockenbecherkultur, deren Gefäße die Form einer Glocke hatten und deswegen der Kultur ihren Namen gaben.

Bei den Megalithbauten unterscheidet man mehrere Formen. So gibt es beispielsweise die Dolmengräber. Das Wort Dolen ist keltisch/bretonischen Ursprungs und heißt Tisch aus Stein. Dolmengräber haben eine Grabkammer, die von einem oder mehreren Steinen bedeckt ist. Es sind eindeutig Gräber, das weiß man aufgrund der Knochenfunde und der Grabbeigaben. Die Gräber konnten auch weiterbenützt werden. Die Dolmengräber lagen meist unter einem Grabhügel.[7]

Newgrange: Es ist ein 11 Meter hoher Hügel mit einem Durchmesser von 90 Metern, der von einem Steinkreis umgeben wird. Zusätzlich gibt es außen noch einen Ring aus 97 Steinplatten. Die Umfassungsmauer ist aus Quarz mit schwarzen Quarzsteinen. Über dem Eingang befindet sich eine steinerne Box, durch die zu den Sonnenwenden das Licht fällt. Der Gang in das Grabinnere und die Grabkammer sind verziert.

In der Hauptkammer gibt es eine falsche Gewölbekuppel. Ursprünglich dachte man an das Grab eines Königs. Man fand zwar in den Nischen der Grabkammer menschliche Knochen, aber nichts, was auf einen König hindeuten würde.[8]

Eine weitere Form der Megalithbauten sind Menhire. Dabei handelt es sich um einzelne Steine, die auf Anhöhen oder in den Tälern stehen. Das Aussehen variiert. Das Material musste oft von weit her geschafft werden.

Die meisten Menhire gibt es in Frankreich.[9] Einige sind unbearbeitet und andere waren möglicherweise als Grenzsteine gedacht.

Cromlechs: Davon spricht man, wenn mehrere Menhire zusammen sind und einen Kreis bilden. Der umschlossene Platz ist heilig, da von allem anderen abgeschlossen ist.[10] Cromlechs finden sich vor allem auf den britischen Inseln und entstanden in der Zeit von 3200-1500 vor Christus.

Alignements: Dabei handelt es sich um Steinalleen. Die wohl bekannteste ist die in Carnac in Frankreich. Es gibt dort drei Steinalleen, wobei die Steinalleen im Abstand von 1 Kilometer aufgestellt wurden. Die Alleen sind ca. 1 Kilometer lang.

Henges: Diese sind kreisförmig und wurden eindeutig kultisch genutzt. Um die Henges ist meist ein riesiger Wall. Henges kommen hauptsächlich in Großbritannien vor. Die erste große Kultanlage in dieser Hinsicht ist Avebury. Eine Prozessionsallee führte zu dem Monument, das von mehreren Kreisen umschlossen war. Vier Wege führten kreuzförmig zu der Wallanlage.[11] Nach der Wallanlage gab es Graben und danach erst den Steinkreis.

Stonehenge:

Entstand während des Neolithikums und bildet einen fast konzentrischen Kreis. Innerhalb des Ringes befinden sich 82 Basaltsteinblöcke. Die Steine wurden rechteckig behauen.[12]

Insgesamt lassen sich 4 Steinringe erkennen. Der äußerste ist aus Sandstein, die durch Decksteine miteinander verbunden sind. Sie haben einen Durchmesser von 33 Metern. Die innere Kreisformation ist hufeisenförmig, weil durch sie ein Altarstein umschlossen wurde.

Das Gesamtbild von Stonehenge wurde mehrfach geändert.[13] In der ersten Phase wurde der Wall mit 56 Löchern errichtet, die als Gräber dienten. Danach wurden die zwei Sandsteinkreise gebildet (heute sind nur mehr 17 Steine erhalten), wobei jeweils zwei durch Querbalken miteinander verbunden sind. In dieser Phase entstanden ebenso die Tore in der Mitte des Ringes. In einer zweiten Phase wurden Steinkreise aus Blausteinen (ca. 80 Steine) gebaut. Diese Steine sind kleiner als die Sandsteinblöcke. Der Abschluss erfolgte mit den sogenannten Y und Z Löchern, wobei die Funktion dieser Löcher nicht klar ist. Es ist ausgeschlossen, dass es sich um Vertiefung für Pfosten handelt, da keinerlei Holzkohlereste gefunden wurden.[14]

Rund um Stonehenge hat man in den vergangenen Jahren sehr viele prähistorische Gräber gefunden. Deswegen gehen einige Forscher davon aus, dass Stonehenge möglicherweise als Friedhof genutzt worden ist.[15] Sehr viele der Toten wiesen Spuren von Krankheiten und körperlichen Gebrechen auf – war Stonehenge ein besonderer Friedhof?

Möglicherweise gibt es hierfür aber noch eine ganz andere Erklärung. IM Jahr 2002 wurde 5 Kilometer von Stonehenge entfernt das Skelett eines Mannes gefunden, der vor 4000 Jahren gelebt hatte. Er war ein Angehöriger der Oberschicht und er hatte ein Abszess am Kiefer. Dazu kam eine schwere Knieverletzung. Beides sehr unangenehme und schmerzvolle Krankheiten für die damalige Zeit. Aufgrund der Analyse des Zahnschmelzes kann man feststellen, woher Menschen kommen und diese Untersuchung ergab, dass das gefunden Skelett aus dem Alpenraum kam. Nun stellt sich die Frage wieso ein Mensch mit schmerzvollen Verletzungen diesen weiten Weg auf sich nehmen sollte? War Stonehenge möglicherweise so etwas wie ein Asklepiosheiligtum der Bronzezeit oder ein Lourdes der Bronzezeit?[16]

Ötzi:

Wurde 1991 am Tisenjoch von dem Ehepaar Erika und Helmut Simon aus Nürnberg gefunden. Es ist die einzige natürlich Leiche aus der Kupferzeit, die durch Gefriertrocknung konserviert wurde. Seit 1998 befindet sich die Mumie im Museum in Bozen. Ursprünglich wurde Ötzi in einer Kühlzelle mit -6,5 Grad gelagert und immer wieder besprüht, so dass das Wasser auf der Mumie gefrieren konnte. Das Museum in Bozen wurde 2011 neu überarbeitet, zumal die Mumie auch jeden Tag immer wieder 3g Wasser verliert.

Die Gletschermumie wurde in einer durch hohe Felsen gestützten Senke auf einem Felsblock liegend gefunden. Die Körperhaltung war gestreckt, der linke Fuß lag unter dem rechten. Der Rücken wies nach oben. Der rechte Arm hing vom Felsen herab. Der Kopf lag am Oberarm. Ursprünglich dachte man nicht an so eine alte Mumie, die Ausrüstungsgegenstände in näherer Umgebung führten jedoch zu einer C14 Untersuchung, durch die man Ötzi in die Kupferzeit (3350 vor Christus) datieren konnte. Die Gletschermumie gehörte der Remedello Kultur an.

Die Mumie ist 1,58 Zentimter groß und wiegt 15 Kilogramm. Das vermutliche Sterbealter wird mit Mitte 40 angegeben. Al sicher gilt, dass Ötzi zu Lebzeiten größer war, da ja ein Mensch, wenn er gefriert, zusammenschrumpft.

Ötzi hatte Abnützungserscheinungen im Bereich der Bandscheiben der Lendenwirbelsäule sowie Abnützung der Gelenke. Diese sind jedoch für sein Alter sehr gering, weswegen man von einer besseren sozialen Stellung ausgehen kann.

Im Bereich des rechten Auges ist eine Fraktur zu erkennen und ein Schädel-Hirn-Trauma konnte mittlerweile nachgewiesen werden. Es wurde festegestellt, dass Ötzi einige Rippenbrüche hatte, die zum Zeitpunkt des Todes bereits verheilt waren und ein gebrochenes Nasenbein.

In den Haaren fand man eine hohe Metallkonzentration. Möglicherweise hatte Ötzi daher mit Kupferverhüttung zu tun.

Die Zähne sind stark abgenützt und weisen auch Karies und Paradontose auf ebenso wie ein Diastema (Zahnlücke zwischen den oberen Schneidezähnen).

Dem Mineralienstatus der Zähne nach zu schließen kam er aus dem Eisacktal.

Die Todesursache von Ötzi konnte noch nicht eindeutig identifiziert werden. Gewiss ist, dass in seiner linke Schulter eine Pfeilspitze steckte, die sicherlich zu seinem Tod geführt haben konnte. Ein weitere Rolle spielt auch das Schädel-Hirn-Trauma.

Mehrere Todesursachen und Todesabläufe sind daher möglich:

Da um die Einschussstelle des Pfeiles ein Bluterguss zu erkennen ist, kann der Pfeil möglicherweise auch die Aorta getroffen haben, was zur sofortigen Verblutung geführt hätte.

Auch das Schädel-Hirn-Trauma konnte zum Tod geführt haben. Möglicherweise wurde Ötzi zuerst von einem Pfeil getroffen und fiel entweder nach hinten und zog sich so das Schädel-Hirn-Trauma zu oder er wurde unmittelbar danach durch einen Schlag auf den Kopf bewusstlos und das führte zum Tod.

Sicher ist, dass Ötzi vor seinem Tod (ca. 24 Stunden davor) in einen Kampf verwickelt war. Dafür sprechen Kratzer, die sich über seinen ganzen Körper verteilen sowie Schnittverletzungen. Dazu muss gesagt werden, dass sich weder auf den Pfeilspitzen noch am Dolch menschliche Blutreste befanden. Auf seinem Umhang konnten minimale Blutspuren gefunden werden, diese könnten jedoch auch von Tieren stammen.

Außerdem waren in Ötzis Köcher mit zwölf Pfeilen, die noch bearbeitet werden mussten, zwei bereits fertige Pfeile.

Die Pfeilspitze von seinem Rücken unterscheidet sich von der Machart her, muss also von einem Verfolger kommen.

Von Botanikern der Universität Innsbruck wurden die Essensreste in Ötzis Darm untersucht. Des weiteren konnte man durch mit der Nahrung aufgenommen Pollen erforschen, dass sich Ötzi sich kurz vor seinem Tode in verschiedenen Vegetationszonen aufhielt. Zunächst im Bereich der Baumgrenze (damals 2400 Meter, heute etwas niedriger. Er stieg dann ins Tal hinab und etwa sechs Stunden vor seinem Tode wieder hinauf in Richtung Tisenjoch. Möglicherweise konnte er nur deswegen so kurz im Tal verweilen, weil er auf der Flucht war? Dafür würden Ötzis Fingernägel sprechen. Ein Fingernagel, der nachträglich gefunden wurde, wies Beau-Streifen auf. Dies zeugt davon, dass Ötzi vor seinem Tod Stress hatte.[17]

Auffällig an Ötzis Körper sind die Tätowierungen, die aus Strichen bzw. Strichreihen und Kreuzen bestehen. Die Farbe der Tätowierungen ist schwarz bis grau und sie sind ca. 1,5 – 2,5 cm lang. Insgesamt hatte Ötzi 57 Tätowierungen. Möglicherweise handelt es sich dabei um so etwas wie Akkupunktur, in dem man auf die betroffenen Stellen Kräuter in die Haut einbrannte. Auch heute wird diese Praktik noch in Tibet praktiziert.[18]

Ausrüstungsgegenstände:

Ötzis Schuhe bestehen aus einem Kunterbunt von Materialen. Der Schaft war aus Rindsleder, dessen Haarseite nach außen gewandt war und so Nässe abwehren konnte. Die Sohle bestand aus Rothirschleder[19], wobei hier die behaarte Seite nach innen zeigte. Das Innenfutter bestand aus verzwirnten Grasschnüren. Dieses Grasgeflecht wurde durch ein durch das Außenfell gezogenes Lederband am Schaft gehalten und war so nur nach oben hin offen. Zwischen das Geflecht und dem Schaft wurde Heu gestopft als Wärmeisolierung sozusagen. Der Schuh wurde mit einem Schnürsenkel verschlossen. Auf der Unterseite des Schuhs ist in der Mitte ein breiter, quer zur Sohle verlaufender Riemen. Vermutlich sollte damit das Rutschen vermieden werden.

Als Kopfbedeckung trug Ötzi eine Haube aus Wolfsfell.

Die Beinkleidung bestand aus zwei Fellröhren aus Bärenfell.[20] Die Haarseite des Fells wies nach außen. Das Nähmaterial waren Sehnen. Die Leggings ging vom Knöchel bis zum Oberschenkel und der unterer Rand wurde in die Schuhe gesteckt.

Das Obergewand bestand aus verschiedenfärbigen senkrechten Fellstreifen.

Um die Schulter trug er einen Schulterumhang, der aus Süßgräsern geflochten und ärmellos war. Dieser Schulterumhang eignete sich hervorragend als Regenschutz.

Waffen:

Es wurde ein Köcher mit Kompositpfeilen gefunden. Ebenso ein Zunderschwamm, 7 Knochenahlen, Klingenkratzer und Silexbohrer. Als Waffe trug Ötzi einen 12,8 cm langen Dolch mit sich mit einem Eschenholzgriff und beidseits zugerichteter Feuersteinklinge.

Zur weiteren Ausrüstung zählten ein Retuscheur. Solch ein Werkzeug war bisher unbekannt. Es hatte einen Holzgriff mit einem eingesetzten Hirschgeweihdorn. Er war durch Feuer gehärtet und dadurch konnten Silices bearbeitet werden.[21]

Es wurde auch ein Beil gefunden sowie eine Rückentragkorb.

Der Bogen, der mit dem Beil bearbeitet wurde, war noch nicht vollständig fertiggestellt. Es handelt sich um einen Eibenbogen. Er hat eine Länge von 1,50 Meter und durch die experimentelle Archäologie wissen wir, dass ein solcher Bogen bei Schalenwild noch auf 30 – 35 Meter eine tödliche Durchschlagskraft hatte.

In der Nähe der Mumie wurde eine Kraxe gefunden und zwei Dosen mit einem Durchmesser von 15 Zentimetern und einer Höhe von 20 Zentimetern. Eine der Dosen ist im Inneren verkohlt. Da auch Holzkohlefragmente und Körner darin gefunden wurden, kann man von einer Funktion als Glutbehälter ausgehen.

Schatz von Warna:

1972 wurde dieser Schatz bei Kanalarbeiten am nördlichen Ufer eines Sees entdeckt. Dieser Schatz ist aus der Kupferzeit und die reichhaltigste Sammlung von Grabbeigaben dieser Epoche.

Man fand ca. 300 Gräber wobei auch einige Kenothaphe dabei waren.

Die Verstorbenen wurden in rechteckige Gruben von 2 Meter Tiefe bestattet. Die Gruben hatten schräge Seitenwände. Teilweise gab es Hockergräber teilweise wurden die Personen ausgestreckt bestattet.

In 31 Gräber konnten Goldgrabbeigaben entdeckt werden, wobei das meiste Gold in den Scheingräbern ist.

Im Grab 43 wurde das Skelett eines Mannes zwischen 40 und 50 Jahren gefunden, das 1000 Goldgegenstände enthielt. Es wurde auch verwendet, um spezielle Körperteile besonders hervorzuheben.[22]

Himmelsscheibe von Nebra:

Fast kreisrunde Scheibe mit einem Durchmesser von 32 Zentimetern. Gewicht ca: 2 Kilogramm. Die Scheibe besteht aus Bronze, wobei der Kupferanteil aus dem Gebiet um den Hochkönig stammt. Ursprünglich war die Scheibe schwarz, hat sich aber durch die Einlagerung in Erde grün verfärbt (typisch für Bronze). Die Applikationen sind aus Goldblech und wurden mehrfach verändert, eine Tatsache, die für archäologische Artefakte an und für sich unüblich sind. Dies erkennt man an der Überlagerung von Bearbeitungsspuren.

Anfänglich bestanden die Goldapplikationen aus 32 runden Plättchen, einer größeren, runden sowie einer sichelförmigen Platte. Sieben der kleinen Plättchen sind etwas oberhalb zwischen der runden und der sichelförmigen Platte eng gruppiert.

[...]


[1] Urban, 51

[2] Urban, 51

[3] Santon, 19

[4] Santon, 19

[5] Santon, 23

[6] Korn, 67

[7] Korn, 71

[8] Korn, 86

[9] Korn, 106

[10] Korn, 110

[11] Korn, 125

[12] Korn, 127

[13] Constable, 89

[14] Korn, 129

[15] Bernstein, 50

[16] Bernstein, 53

[17] Urban, 120

[18] Urban, 120f

[19] Urban, 121

[20] Urban, 122

[21] Urban, 124

[22] Constable, 132

Details

Seiten
20
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656174448
ISBN (Buch)
9783656174431
Dateigröße
520 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v192482
Schlagworte
bekannte funde archäologie

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Titel: Bekannte Funde der Archäologie