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Die Bedeutung des Vaters im Leben des Kindes

Positionierung

Hausarbeit 2011 9 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Soziologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Argumentation anhand verschiedener Sozialtheoretiker
2.1 Aspekte, die gegen eine vaterlose Erziehung sprechen
2.2 Aspekte, die für eine vaterlose Erziehung sprechen

3. Fazit

4. Bibliografie

1. Einleitung

Das Familienleben hat sich über die Jahre stark verändert. Früher waren die Rollen noch klar verteilt, die Mutter übernahm die Hausarbeit während der Mann im Durchschnitt Achtundsechzig Arbeitsstunden pro Woche arbeitete. Es schien alles einfach und gut zu funktionieren. Wenn man an die heutige Zeit denkt, gibt es immer mehr Scheidungen und somit auch immer mehr alleinerziehende Elternteile. Heute übernehmen die Krippen, Kindergärten und Schulen einen Großteil der Erziehung. Die Arbeitslosigkeit steigt, ebenso wie die Zahl der überforderten Eltern mit der Erziehung. Zudem hat sich ein Geschlechterkamp entwickelt, die Frauen wollen mehr Gleichberechtigung im Beruf und Bildung. Durch die Emanzipation der Frauen werden den Vätern mehr Aufgaben zugeteilt, sie sollen nicht nur der Hauptverdiener der Familie sein sondern auch mehr an der Erziehung der Kinder mitwirken. Für viele Männer entsteht dadurch ein schwieriger Spagat zwischen vier Polen: Beruf, Partnerschaft, Kinder und Freizeit (vgl. http://www.familienhandbuch.de/cmain/ f_Aktuelles/a_Elternschaft/s_723.html).

Die Zahl der Scheidungskinder und der alleinerziehenden Eltern in Deutschland schwankt, eine Steigung ist mit den Jahren jedoch deutlich zu erkennen. Eine Statistik des „statischen Bundesamt Deutschland“ zeigt die Zahl der Scheidungen von 1960 bis 2009. Zum Beispiel lag die Scheidungsquote 1992 bei 136.317 und die zuletzt erfasste Scheidungsquote von 2009 beträgt 185817, daran sieht man eindeutig, dass die Zahl der Scheidungen steigt. (vgl.: http://www.destatis.de/ jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Zeitreihen/Lange Reihen/Bevoelkerung/Content75/lrbev06a,templateId=renderPrint.psml)

In einem aktuellen Artikel der Zeitschrift „Spiegel“ wird dieses Thema auch näher erläutert: „Jedes fünfte Kind in Deutschland wächst nur mit einem Elternteil auf, meist ist es die Mutter. Der fehlende Vater ist nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern vor allem für Jungen problematisch. Selbst Jahrzehnte später haben sie ein erhöhtes Depressionsrisiko.“ In 85% der Fälle ist es die Mutter, bei der das Scheidungskind verbleibt und danach kommt es oft zum Kontaktabbruch mit dem Vater. (vgl.: http:// www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,679 334,00.html)

Der Begriff „Vaterlose Gesellschaft“ hat sich durch die „Schwächung des Vaters“ gebildet. Der Psychoanalytiker, Alexander Mitscherlich schrieb 1963 ein Buch darüber; „auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft“. Das Buch hat bis heute nicht an Gültigkeit verloren, mit dem Buch zeigt er wohin eine Gesellschaft steuert, die Abschied nimmt von symbolischen Vorbildern und Idealen (vgl. http://www.beltz. de/de/sachbuch/beltz-sachbuch/bildung-gesellschaft/titel/auf-dem-weg-zur- vaterlosen-gesellschaft.html).

2. Argumentation anhand verschiedener Sozialtheoretiker

Es gibt sehr viele Untersuchungen über vaterlose Kinder, die viele negative Folgen aufweisen, doch kann man Folgen wie Depressionen oder Suchtverhalten einzig und allein auf das „vaterlose Großwerden“ beziehen? Gibt es auch Kinder, denen das vaterlose Leben keine Nachteile, evtl. sogar Vorteile erbracht hat? Auf den folgenden Seiten wird die Frage anhand der Theorien mehrerer bedeutenden Soziologen, Psychologen und Psychoanalytikern näher betrachtet und somit für und wider argumentiert.

2.1 Aspekte, die gegen eine vaterlose Erziehung sprechen

Begründer der Psychoanalyse Sigmund Freud (1856-1939) stellte eine Lehre bezogen auf die Bedeutung des Vaters auf, die nicht völlig unumstritten ist. Die Lehre stellt jedoch die „Grundwahrheiten für Psychiater und Psychologen“ dar und wird „kaum infrage gestellt“ (vgl. Le Camus 2003, S. 10). Die wesentlichen Aspekte über die Bedeutung des Vaters werden in den „Stadien der Persönlichkeitsentwicklung“ von Freud, kurz zusammengefasst:

- Der Vater gewinnt in der phallischen Phase (ab ca. 3. Lebensjahr) eines Kindes an Bedeutung. Durch seine Präsenz stellt der Vater einen zweiten Pol dar und hilft dem Kind, die Symbiose mit der Mutter zu überwinden. Der Vater unterstützt durch seine „störende Rolle“ die kindliche Entwicklung, indem er die Mutter-Kind-Dyade zu einer Triade erweitert. Um in die ödipale Phase überzugehen, gilt dieser Prozess als Voraussetzung.
- Gefühle der Liebe und Bewunderung für den Vater in der vorödipalen Phase (insbesondere beim Jungen) seien wesentliche Voraussetzungen für das spätere Gelingen einer positiven Identifikation mit ihm (vgl. http://www.vaeternotruf.de/vaterschaft-im-wandel.htm)
- eines der stärksten Bedürfnisse des Kindes, nämlich Schutz bei jemandem zu suchen, brachte Freud in Zusammenhang mit der Beziehung zum Vater (vgl. ebd.)
- das Kleinkind erlebt den Vater als Autorität, von der Bestrafung ausgehen kann. „Man ist sich einig, dass der Vater, indem er die Verbote des Über-Ichs verkörpert, maßgeblich am Aufbau der Psyche von Kindern beiderlei Geschlechts beteiligt ist“ (vgl. ebd.)

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Details

Seiten
9
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656175353
ISBN (Buch)
9783656176046
Dateigröße
446 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v192578
Institution / Hochschule
Hochschule Emden/Leer
Note
1,3
Schlagworte
bedeutung vaters leben kindes positionierung

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