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Zum Kritikbegriff bei G.W.F. Hegel und G. Lukács

Hausarbeit 2006 23 Seiten

Leseprobe

Inhalt

0 Einleitung

1 Hegel: Praxis und Reflexion

2 Kritik, Philosophie, Wissenschaft

3 Spekulation

4 Lukács: Epistemologie der Praxis

5 Teilpraxis und Gesamtpraxis

6 Verdinglichung

7 Zusammenfassung

Bibliographie

0 Einleitung

Für G.W.F. Hegel und G. Lukács besteht eine Aufgabe der Philosophie, wenn nicht ihre Hauptaufgabe, in einer reflexiven Vergegenwärtigung bestehender gesellschaftlicher Praxen. Zweck dieser Kritik ist die Möglichkeit der Änderung dieser Praxen im gegebenen Fall. Wie diese Kritik in ihren Gemeinsamkeiten und Unterschieden jeweils zu verstehen ist, soll im folgenden anhand charakteristischer Texte beider entwickelt werden.

1 Hegel: Praxis und Reflexion

Die Eule der Minerva beginne erst mit der einbrechenden Dämmerung ihren Flug, heißt es bei Hegel[1]. Dazu ist grundsätzlich zweierlei zu sagen. Zum einen steht die Eule für die Weisheit des scharfen Weitblicks, der sich auch im Halbdunkel der Dämmerung und im unübersichtlichen Gelände zurechtfindet. Zum anderen weist die Kraft des Greifvogels auf die Macht der Kriegsherrin Pallas Athene bzw. Minerva hin. Somit versinnbildlicht sie die Fähigkeit zum Rückblick, d.h. zur Reflexion, der damit eine nicht unbedeutende Macht zugesprochen wird.

Wird Philosophie als ein solcher Rückblick aufgefaßt, ist von ihr nichts eigentlich Neues zu erwarten. Ihr Geschäft bestünde nicht darin, interessante Rätsel und Probleme zu erfinden, die es ohne sie nicht gäbe. Rückblickend läßt sich letztlich nur schon Gesehenes sehen. Reflexion bedeute dann eher, Altbekanntes, das aber nicht präsent ist, in Erinnerung zu rufen. Damit sollte kein Wiedererinnern gemeint sein, sondern „echtes Wissen im Unterschied zu bloß nachgeredeten Sätzen“, das „immer in Bezugnahme auf eine eigene vorgängige Erfahrung anerkannt werden muß.“[2] Dieser Wissenserwerb ähnelt deshalb strukturell dem Wiedererinnern, das seit Platon als Analogie für reflexive Erkenntnis dient, v.a. dann, wenn das Erkenntnisobjekt bereits in irgendwelchen Formen bekannt war.

Bleibt zu fragen, welchem Zweck eine so verstandene Philosophie dienen sollte. „Zweck“ kann hier in einem ganz weiten Sinne aufgefaßt werden. Es muß nicht um die Erwartung technisch verwertbaren Wissens gehen, sondern einfach um die Frage nach Antrieb oder Ursache des Philosophierens. Schließlich wird bei jeder praktischen Problemstellung erwartet, ihr handelnd zu begegnen. Was jedoch Rückblicke mit Problemstellungen zu tun haben sollen, ist nicht selbstverständlich, zumal ewiges Nachdenken im Ruf steht, Handlungsunfähigkeit nach sich zu ziehen. Reflexion und Handlung scheinen einander entgegengesetzt zu sein, denn beschäftigt man sich mit sich selbst, beschäftigt man sich nicht mit den Sachen, und beschäftigt man sich mit Sachfragen, reflektiert man nicht. Praxis und Reflexion über Praxis im Ganzen schließen sich demnach systematisch aus.

Um Praxis geht es aber der Reflexion, denn rückblickend läßt sich gar nichts anderes erkennen als vorgängige Praxis. Philosophische Reflexion versteht Hegel immer als intersubjektive Unternehmung hinsichtlich vorhandener intersubjektiver Praxis, wie sie im Begriff des „objektiven Geistes“ in der Phänomenologie des Geistes zum Ausdruck kommt. Betrachtet wird nicht bloß das persönliche Bewußtsein einzelner, sondern gesellschaftliche Gesamtpraxis, in die einzelne immer schon sozialisiert sind.

Eine nähere inhaltliche Bestimmung des Vorgehens der Philosophie ist die, ihre Zeit in Gedanken zu fassen[3], d.h. implizite Praxisformen zu explizieren, zu denen etwa Sprache, Wissenschaft, Recht, Staat, Gesellschaft oder ethisches und ästhetisches Urteilen zählen[4]. Methodisch orientiert an den transzendentalen Fragestellungen Kants besteht für Hegel philosophische Tätigkeit in der Analyse der Darstellungsformen, der systematischen Struktur und den Begriffen gesellschaftlicher Praxis. „Bei Hegel bleiben die Analysen nur nicht auf ein System von synthetisch-apriorischen Urteilen und kategorischen Gegensätzen beschränkt, welche die Vorbedingungen der Möglichkeit ganz bestimmter Urteile, nämlich über eine objektive Wirklichkeit relativ zueinander bewegter Körperdinge artikulieren. Hegel hat einen viel weiteren Erfahrungsbegriff. Er interessiert sich daher für die je relativen Voraussetzungen oder Präsuppositionen unterschiedlicher Erfahrungsbereiche und für die entsprechenden Formen unseres Redens und Handelns.“[5]

Die Vorgehensweise dieser philosophischen Reflexion ist die Explikation bestehender Praxis, wobei deren Eckpunkte systematisiert werden, d.h. die handlungsleitenden Ideen werden verfügbar gemacht, die bereits bestehenden Lebensverhältnissen zugrunde liegen. Als beschreibende Disziplin scheint die Philosophie den gesellschaftlichen Verhältnissen somit immer hinterherzuhinken.

2 Kritik, Philosophie, Wissenschaft

Weil nach idealistischer Auffassung jede Praxis durch ideengeleitetes Handeln etabliert wird, sind die jeweils zugrundeliegenden Ideen zu untersuchen. Idealismus wird hier so verstanden, daß das Vorhandensein einer Idee die Voraussetzung der Wahrnehmung bildet, die sich in dem kantischen „Ding für uns“ ausdrückt. Damit ist nicht nur eine Unterscheidung von Form und Inhalt zu treffen, sondern Inhalte sind selbst Formen. Beispielsweise sind Gedanken als Inhalte einer Rede Formen. Gleichzeitig sind auch die sie repräsentierenden Sprachformative Formen. „Innere“ gedankliche und „äußere“ repräsentierende Formen unterscheiden sich freilich durch „eine andere Abstraktion, eine andere Äquivalenzbeziehung oder Identitätssetzung.“[6] Um Praxis zu begreifen bedarf es deshalb der Reflexion auf das Verhältnis von Form und Sinn. Durch das bloße Wiederholen wird eine Praxis nicht begriffen, selbst wenn sie tadellos ausgeführt wird. Die für den bewußten Umgang mit Praxen erforderliche Reflexion befaßt sich mit deren Formen und Schemata und trennt erlerntes Verhalten von selbstbewußtem Handeln. Der Glaube an die Ideengeleitetheit des Handelns schließt die Bestimmung durch die Praxis aus und postuliert die Freiheit gegenüber dieser. Das bedeutet aber auch, daß jede Praxis so gut ist wie ihre Beteiligten. Von den Mechanismen und Selbstläufigkeiten einer Praxis ist durchaus keine automatische Erfüllung der Zwecke zu erwarten, für die sie ursprünglich etabliert wurde. Nicht nur veränderte Interessenlagen der Akteure, sondern auch Wirkungen zwischen Praxen oder zuerst nicht berücksichtigte Eigendynamiken können eine Änderung bestehender Praxis nahelegen. Abwägen, Ändern und Erhalten setzt das Begreifen der Praxis voraus, und dieses Begreifen wird durch Reflexion auf Formen und Schemata geleistet. Um von Handlungsfreiheit, die Autonomie im Sinne Kants einschließt, Gebrauch machen zu können, bedarf es deshalb der Reflexion.

Somit läßt sich sagen, daß Nachdenken, philosophisches Denken kein Funktionieren nach eingeschliffenen Schemata sein kann und deshalb für jedes bestehende System gefährlich ist. „Es nimmt das Selbstverständliche nicht als Selbstverständliches, sondern versucht, es zu begreifen mit Hilfe des Entwurfs alternativer Möglichkeiten, alternativer Schemata der Forschung und Darstellung, der Beurteilung und des Handelns.“[7]

Damit wird Philosophie von Einzelwissenschaften abgegrenzt, denn deren Beschreibung und Erklärung schließt gerade die freie Setzung der Darstellungs-, Erklärungs- und Bewertungsformen und damit der beschriebenen und erklärten Inhalte schon immer durch ihre praxisinterne Perspektive und Vorgehensweise der Betrachtung aus, wodurch die eigenen Grundlagen der Reflexion entzogen werden. Freilich wird auch in die Philosophie wie in die Einzelwissenschaften und in jede andere Praxis passiv eingeführt. Praxen werden durch Schemata konstituiert, die bei ihrer bloßen Befolgung nicht reflektiert werden. Sofern Praxen an partiellen Interessen ausgerichtet sind, bekommen sie das Ganze nicht in den Blick. Wenn etwa Wissenschaftler über die Rahmenbedingungen ihrer Wissenschaft nachdenken, dann nicht als Wissenschaftler.

Eine Analyse des Geistes, wie Hegel sie unternimmt, läßt sich mit dieser Interpretation als Analyse des Bereichs der Inhalte, Gedanken und inneren Formen übersetzen. Für solche Analysen aber wäre „die normalwissenschaftliche Methode der empirischen Forschung und theoretischen Darstellung nicht nur nicht angebracht, sondern höchst irreführend. Denn diese Methode sieht nicht, daß die sinnbestimmenden Äquivalenzen und Unterschiede der Träger und Inhalte, also von Repräsentanten oder äußeren Schemata, freie Setzungen sind in Bezugnahme auf frei vorgeschlagene und frei akzeptier- oder ablehnbare Zwecke.“[8] Die Einigung auf Zwecke und entsprechende Repräsentationen geschieht intersubjektiv. Die naturwissenschaftliche Methode erscheint dagegen in ihrer Vermittlung als originär richtiger und unabänderlicher Weltzugang, indem gegebene Darstellungs- und Erklärungsformen dogmatisch normativ gesetzt werden.

3 Spekulation

Nun ist die Schematisierung in den Einzelwissenschaften offenkundig zweckdienlich; ihre Absolutsetzung bringt aber freie Alternativentwürfe und speziell die angeblich bloß subjektiven Versuche, einen Gesamtüberblick zu behalten, in Verruf und trifft damit die Redeformen der Spekulation bzw. der Totalität. Zwar kann das Ganze nie wie Einzelthemen beredet werden Auch kann Spekulation keine exakte Beschreibung des Ganzen liefern. Fraglich ist aber, ob auf diese titelartigen Redeformen verzichtet werden kann, sofern Begreifen immer über ein Vorbegreifen läuft, durch das Grobeinordnungen artikuliert werden, die Abgrenzen und Begreifen von Teilbereichen wesentlich mitbestimmen.[9] Solche Grobeinordnungen nimmt spekulative Rede etwa unter dem Titel des „Geistes“ vor. Es geht also um die Frage des bloßen Anerkennens oder des kritischen Untersuchens von Rahmenbedingungen. Beispielsweise zeigen dies die „grundsätzlichen Revisionen in den Darstellungsformen der Physik in Relativitätstheorie und Quantenmechanik (…), wenn man begreift, was in ihnen eigentlich passiert ist.“[10]

Diese Praxis höherstufiger Betrachtungsweise vorgängiger Praxen anhand ihrer bestimmenden Begrifflichkeiten bezeichnet Hegel als „Spekulation“ im Sinne des lateinischen „speculari“, „von einem Wachtturm aus betrachten“. Solche titelartige Rede verweist auf vorgängige Praxis mit dem Ziel, sie zu erläutern und zu klären. Dabei wird sie grobflächig abgesteckt, und es können die funktionstüchtigen, erhaltenswerten Strukturen ihrer Form benannt werden. Darauf aufbauend wird die Unterscheidung wesentlicher funktionstüchtiger Strukturen von etwaigen Dysfunktionalitäten möglich. Sofern sich Dysfunktionalitäten nur auf Äußerlichkeiten beziehen, bildet diese Verfügbarmachung die Voraussetzung dafür, Teile der Praxis zu ändern, ohne die allgemeine Form zu zerstören.[11]

Die spekulative, d.h. reflexive Verfügbarmachung kann deshalb durch ihre Beschreibungen und Darstellungen neue Handlungsmöglichkeiten eröffnen. Durch das Begreifen von Praxis bietet sie einen Überblick über Wahlmöglichkeiten zwischen tradierten Handlungsformen einschließlich Darstellungsformen und liefert damit die Voraussetzung für eigentliches Handeln im Unterschied zu bloßem Verhalten nach vorgegebenen Mustern. Darüber hinaus erweist das explizite Aufzeigen der gedanklichen Grundlagen einer Praxis dieselbe als sozial produziert und entzieht ihr damit mögliche Selbstverständlichkeiten, sofern das sozial Produzierte als prinzipiell änderbar gelten kann. Diese Verfügbarmachung kann sowohl etablierte wissenschaftliche wie auch sonstige Formen des Redens und Handelns erfassen. Dieser Einspruch gegen Selbstverständlichkeiten etablierter Praxen beruht nicht auf einer Erweiterung des Faktenwissens oder technischen Wissens innerhalb dieser Praxen, sondern auf einem Wissen über diese Praxen.[12] Reflexion ist daher auch Voraussetzung für Handeln.

Das Mittel solcher Vergegenwärtigung bestehender Praxis ist bei Hegel die dialektische Begriffsanalyse. Sie erläutert praxiskonstitutive sprachliche kriteriale Festsetzungen, die Wahrheitswertprinzipien erst in Geltung bringen. Beispielsweise ist der Satz vom ausgeschlossenen Dritten von begrenzter Geltung, was sich etwa an sprachlichen Antinomien zeigt: „Ich lüge hiermit“ ist weder wahr noch falsch, weil gar keine Aussage artikuliert wird. Besteht Dissens in der Wahrheitsbewertung einer Aussage, kann das daher ein Zeichen dafür sein, daß Bedeutungen von Sätzen und Wörtern noch nicht hinreichend erfaßt sind oder daß die Kriterien des rechten Gebrauchs möglicher Äußerungen nicht hinreichend bestimmt sind.[13] „Daraus ergibt sich für Hegel als neue Aufgabe der Logik die Beantwortung der Frage, wie denn für Sätze und/oder Äußerungen Bedeutungen als kriteriale Erfüllungsbedingungen konkret bestimmt sind, so daß gemeinsame Klassenbildungen möglicher generischer Fälle, für die dann das Wahrheitswertprinzip wenigstens annähernd gilt, überhaupt erst möglich werden.“[14] Der Satz vom ausgeschlossenen Dritten etwa gilt deshalb nicht schon für Vorschläge von Kriterien, die neue Unterscheidungen erst etablieren wollen, oder für spekulative Reden, die in denen metastufige Analysen vorgetragen werden. Bei diesen ist eine einfach Wertung nach wahr oder falsch noch nicht möglich, weil sie über die Kriterien bisher üblicher Praxisformen sprechen. Dialektische Begriffsanalyse führt, ausgehend von einem Widerspruch, weitere semantische Klassifizierungen durch, um eine Beurteilung systeminterner Aussagen nach wahr oder falsch wieder zu ermöglichen, wobei Mängel „in den bloß faktischen Sprachgebräuchen, konventionellen Urteils- und schematischen Schlußweisen“ aufgehoben werden sollen. „Das Wahrheitsprinzip ist dabei als normatives Ideal zu begreifen, an dem sich unsere Bemühungen um gemeinsame Unterscheidungen mit gutem Grund als Zielvorstellungen orientieren.“[15]

Mit Hilfe einer Rekonstruktion der vernünftigen, d.h. bewußten intersubjektiven Genese von Urteilskriterien sollen sich Probleme eines bloß oberflächlichen Verständnisses von Praxen unter Wahrung ihrer funktionstüchtigen, begründbaren Momente aufheben lassen. Der bewußte Umgang mit begriffenen Praxen erscheint so als eine kulturgeschichtliche Kette derartiger Aufhebungen von Widersprüchen. In den Widersprüchen und deren Aufhebung kommen divergierende Interessen und deren Geltendmachung zum Ausdruck. Ein Endpunkt solcher Entwicklungen ist somit zwar nicht ausgeschlossen, läßt sich aber auch nicht im Sinne eines Wissens konstatieren, weil nicht abzusehen ist, welche Ideen noch auftauchen und umgesetzt werden. Diese fortgesetzte reflexive Praxis „konstituiert selbstbewußtes Sinnverstehen und ist am Ende das, was man sich unter dem Geist in seiner Konkretheit vorzustellen hat.“[16] Spekulation ist damit gerade keine beliebige Mutmaßung, sondern eine ganz erfahrungsmäßige Angelegenheit, die in der Untersuchung des Verhältnisses zwischen Form und Inhalt von Rede und Handlung besteht. Dieses Verhältnis wird reflektiert, um es über ein bloß gewohnheitsmäßiges Verständnis hinaus zu explizieren.

Die Gegenstände der Spekulation liegen offenkundig in Begriffen vor. Begrifflich gefaßte Urteile wiederum können als ideelle Handlungsanleitung wirksam werden. „Wenn Hegel den Begriff „frei“ nennt, so bedeutet dies, daß jedes Begreifen mehr als das Reproduzieren fester Schemata ist, da es nämlich ein freies Urteilen involviert. Zugleich ist der Begriff eine bzw. die „Macht“, da begrifflich gefaßte Urteile unser Handeln faktisch leiten. Sie haben reale Wirkungen außerhalb des bloßen Denkens und Redens. Echte, vollständige Bedeutungen qua Klassifizierungen enthalten immer irgendwelche handlungsleitenden Folgen und Bedeutsamkeiten in sich.“[17]

Für die Möglichkeit der Spekulation muß nicht angenommen werden, man könne die Verflochtenheit mit den Gesamtzusammenhängen verlassen und einen Außenstandpunkt einnehmen. Im Gegensteil sei es „töricht zu wähnen, irgendeine Philosophie gehe über ihre gegenwärtige Welt hinaus“ oder „ein Individuum überspringe seine Zeit.“[18] Die von Hegel im Zusammenhang mit dem Erfassen gegenwärtiger Gesamtpraxis verwendete Kategorie der Totalität meint „titelartige Darstellungsformen, in denen wir sagen können, daß bloß konventionell tradierte partikulare Praxisformen nicht schon dann begriffen sind, wenn wir nur gelernt haben, an ihnen erfolgreich teilzunehmen, sondern erst dann, wenn wir sie autonom in ihren richtigen Sinnzusammenhang einordnen können.“[19] Ideale der Vernunft, die mit Titeln wie „die Wahrheit“, „das Gute/Schöne“, „das Ganze“ bezeichnet werden, taugen demnach nur für den regulativen, d.h. kritischen Gebrauch im Rahmen der Beurteilung und Entwicklung kriterialer Formen des Urteilens, Wissens und Handelns.[20]

[...]


[1] Hegel, G.W.F.: Vorrede zu den Grundlinien der Philosophie des Rechts, in: Werke 7. Frankfurt a.M. 1986. S. 28. Im folgenden zitiert als HW.

[2] Stekeler-Weithofer, Pirmin: Philosophie des Selbstbewußtseins. Frankfurt a.M. 2005. S. 44. Im folgenden zitiert als PhdS.

[3] Vgl. HW 7, S. 26.

[4] Vgl. PhdS, S. 49.

[5] PhdS, S. 49.

[6] PhdS, S. 50.

[7] PhdS, S. 50.

[8] PhdS, S. 52.

[9] Vgl. PhdS, S. 53.

[10] PhdS, S. 53.

[11] Vgl. PhdS, S. 53.

[12] Vgl. PhdS, S. 54.

[13] Vgl. PhdS, S. 176f.

[14] PhdS., S. 177.

[15] PhdS, S. 178.

[16] PhdS, S. 180.

[17] PhdS, S. 180.

[18] HW 7, S. 26.

[19] PhdS, S. 181.

[20] Vgl. PhdS, S. 181.

Details

Seiten
23
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783656177883
ISBN (Buch)
9783656178897
DOI
10.3239/9783656177883
Dateigröße
435 KB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Universität Leipzig – Philosophie
Erscheinungsdatum
2012 (April)
Schlagworte
Deutscher Idealismus dialektischer Materialismus Geschichte und Klassenbewusstsein Marxismus Praxisphilosophie

Autor

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Titel: Zum Kritikbegriff bei G.W.F. Hegel und G. Lukács