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Felix Mendelssohn Bartholdy – Leben und Judentum

Seminararbeit 2008 8 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Leben

2. Wirken

3. Felix Mendelsohn Bartholdy und das Judentum

Literatur

1. Leben

Jakob Ludwig Felix Mendelssohn Bartholdy wurde am 3. Februar 1809 in Hamburg als Enkel des jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn geboren. Er entstammte einer wohlhabenden Familie des jüdischen Bürgertums. Sein Vater Abraham hatte den Familiennamen Mendelssohn beim Übertritt zum Protestantismus in Mendelssohn Bartholdy geändert. Alle Kinder der Familie wurden christlich erzogen und 1816 protestantisch getauft. Die Eltern konvertierten im Jahre 1822 ebenfalls zum Christentum. Felix Mendelssohn Bartholdy trat erstmals im Alter von neun Jahren als Pianist vor die Öffentlichkeit. Mit elf Jahren spielte er seine ersten eigenen Kompositionen. Seine meisterhafte Ouvertüre zu Shakespeares Sommernachtstraum schuf er im Alter von 17 Jahren. Der berühmte „Hochzeitsmarsch” und seine anderen Musikstücke zu diesem Bühnenwerk entstanden 17 Jahre später. Zu seinen Lehrern zählten der böhmische Pianist und Komponist Ignaz Moscheles, mit dem er eine lebenslange Freundschaft unterhielt, und der deutsche Komponist Karl Friedrich Zelter. Bemerkenswert ist unter anderem, dass er schon 1821 zusammen mit Zelter Goethe in Weimar besuchte. Außerdem studierte er an der Universität von Berlin, wo er auch Vorlesungen von Georg Wilhelm Friedrich Hegel besuchte. Das wieder auflebende Interesse an den Werken von Johann Sebastian Bach war Felix Mendelssohn Bartholdy zu verdanken, der 1829 die erste Wiederaufführung von Bachs Matthäuspassion nach dessen Tod dirigierte. Mendelssohn Bartholdy trat als Pianist und Dirigent in ganz Europa auf und unternahm häufige Reisen unter anderem nach England, wo ihm Königin Victoria und Prinz Albert besonders zugetan waren. Andere Konzertreisen führten ihn nach Schottland, Italien und Paris. In der französischen Hauptstadt pflegte Mendelssohn Bartholdy regen Kontakt mit anderen berühmten Komponisten, wie Franz Liszt und Frédéric Chopin. Im Anschluss an diese Reisen war er von 1833 bis 1835 Städtischer Musikdirektor in Düsseldorf, ab 1835 Kapellmeister des Gewandhausorchesters in Leipzig und ab 1841 Generalmusikdirektor von König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen. In diese Zeit fiel such seine Heirat mit Cécile Charlotte Sophie Jeanrenaud (1817-1853), die er in Frankfurt kennen gelernt hatte. Aus der Ehe mit ihr gingen 5 Kinder hervor. 1842 wirkte er bei der Gründung des Leipziger Konservatoriums mit. Infolge des Todes seiner Schwester Fanny Hensel erlitt er einen Zusammenbruch und starb einige Monate darauf am 4. November 1847 in Leipzig. Das Grabmal von Felix Mendelssohn Bartholdy und seiner Schwester Fanny befindet sich heute auf dem Dreifaltigkeits-Friedhof in Berlin-Kreuzberg.[1]

2. Wirken

„Zweimal in einem Zeitraum von kaum fünfzig Jahren sollte der Name: »Mendelssohn« mit leuchtenden, unvergänglichen Buchstaben eingetragen werden in die Geschichte deutschen Lebens und deutscher Kultur. Jener früheste Träger desselben: Moses Mendelssohn, der eine so weit reichende Bedeutung für das Judenthum [sic!] gewann, nahm zugleich an den Kämpfen, welche der deutsche Geist im vorigen Jahrhundert gegen undeutsches Denken und Dichten führte, lebhaft und erfolgreich Antheil [sic!]; wie der Enkel des ausgezeichneten Mannes, wie Felix Mendelssohn-Bartholdy, dieser grosse [sic!] Meister der Töne, der Musik unserer Tage eine neue und eigenthümliche [sic!] Richtung gab und ihr erneuten Aufschwung verleihen half, das nachzuweisen ist der Zweck des vorliegenden Werkes.“[2]

Mit diesen Worten beginnt August Reissmann das erste Kapitel seiner Biografie zu Felix Mendelssohn Bartholdy aus dem Jahre 1893 und weist damit unmissverständlich auf die Bedeutung des Familiennamens für die Geschichte der Juden in Deutschland. Doch sein musikalisches Schaffen macht den wertvollsten Verdienst dieses großen Künstlers aus. Eine systematische Auflistung seiner sehr zahlreichen musikalischen Werke soll hier nicht Hauptgegenstand der Betrachtung sein, das würde schlicht den Rahmen sprengen. Erwähnenswert ist jedoch, dass Felix Mendelssohn Bartholdy in nahezu allen musikalischen Disziplinen tätig war. Er schuf Sinfonien, Instrumentalkonzerte, Ouvertüren, Opern, Singspiele, Oratorien und Schauspielmusik, um nur einige zu nennen. Heute noch jedermann bekannt dürfte seine „Sommernachtstraum“- Ouvertüre, die „Italienische Symphonie“ und das Violinkonzert sein. Trotz seiner zahlreichen Aktivitäten als Pianist, Dirigent und Lehrer war Mendelssohn Bartholdy ein überaus produktiver Komponist. Von seinen fünf Sinfonien sind die „Italienische Sinfonie“ (1833) und die „Schottische Sinfonie“ (1842) am bekanntesten. Seine Orgel- und Chorwerke gehören zu den besten des 19. Jahrhunderts. Bekannt sind hiervon vor allem die „Oratorien Paulus“ (1836) und „Elias“ (1846) sowie die Chorkantate „Die erste Walpurgisnacht“ (1832, überarbeitet 1843). Seine Orgelwerke – Sonaten, Präludien und Fugen – stellen die bedeutendsten Kompositionen für Orgel seit den Werken J. S. Bachs dar. Wichtig sind auch seine „Variations sérieuses“ (1841) für Klavier, seine Konzertouvertüren (unter anderem „Die Hebriden“, 1832), seine „Konzerte für Violine“ (1844) und für Klavier (1831, 1837) und die acht Bände seiner „Lieder ohne Worte für Klavier“ (1829-1845), wovon einige von seiner Schwester Fanny stammen.[3]

[...]


[1] Vgl. hierzu Eichhorn, Andreas: Felix Mendelssohn Bartholdy, S.114-120.

[2] Reissmann, August: Felix Mendelssohn-Bartholdy, S. 3.

[3] Vgl. hierzu Klein, Hans-Günter (Hrsg.): Felix Mendelssohn Bartholdy. S. 394.

Details

Seiten
8
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783656188896
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v192999
Institution / Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg – Historisches Institut, Professur für Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Note
1,3
Schlagworte
Judentum Mendelssohn Bartholdy Porträt Komponist Jude Biografie

Autor

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Titel: Felix Mendelssohn Bartholdy –  Leben und Judentum