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Der Nutzen einheitlicher Vorschulmodelle in Kindergärten

Hausarbeit 2011 23 Seiten

Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorieteil
2.1. Grundlagen
2.1.1. Der Elementarbereich
2.1.2. Erziehungs- und Bildungsauftrag
2.1.3. Feststellung der Schultauglichkeit
2.2. Forschungskontext
2.2.1. Darlegung der Forschungsfrage
2.2.2. Hypothesengenerierung

3. Methodenteil
3.1 Forschungsmethodische Grundlagen
3.1.1 Qualitative Sozialforschung
3.1.2. Das narrative Interview
3.1.3. Begründung der Methodenwahl

4. Ergebnisteil
4.1. Feldzugang
4.1.1. Durchführung des Interviews
4.1.2. Validierend der Forschungsarbeit
4.2. Datenauswertung
4.2.1. Aufbereitung der Daten
4.2.2. Zusammenfassung
4.3. Ergebnis

5. Ausblick

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Studiengang Bildungswissenschaft der Fernuniversität Hagen wird im Modul 2A das Thema ÄMethoden der empirischen Bildungsforschung“ behandelt. Entsprechend ist im Rahmen einer Hausarbeit ein selbst gewähltes Forschungsprojekt unter Auswahl einer der Methoden der empirischen Sozialforschung durchzuführen und auszuwerten.

Als Grund für die Wahl des Themengebietes ÄAllgemeine Bildungsfor- schung - Auswirkung der Bildungsexpansion (z.B. Kinderförderungsge- setz) auf die Elementarbildung“ lassen sich verschiedene Gründe anfüh- ren:

Zum einen habe ich aufgrund meiner beiden Kinder verschiedene Kitas mit unterschiedlichen Konzeptionen (Qualitätsniveaus) gesehen und zum anderen kommen eigene Beobachtungen hinzu, die ich anhand meiner langjährigen Vorstandsfunktion und der daraus resultierenden engen Zu- sammenarbeit mit der pädagogischen Leitung dieser Kindertageseinrich- tung gesammelt habe.

Die resultierten Erfahrungen, wie wichtig eine gut strukturierte, engagierte Bildungsarbeit im Elementarbereich ist und wie unterschiedlich sich der derzeitige Stand in den Kindertageseinrichtungen, insbesondere bezüglich der Vorschularbeit darstellt, bietet mir die Basis für die zentrale Forschungsfrage dieser Hausaufgabe.

In dieser Hausarbeit werden verschiedene Berufsgruppen häufig genannt. Um die Lesbarkeit zu erleichtern, habe ich auf die umständliche Doppelbenennung (z. B. Erzieherinnen und Erzieher) verzichtet und in der Regel die weibliche Form benutzt, da es sich aktuell immer noch um einen überwiegenden Frauenberuf handelt. Die Formulierungen lauten dann z. B. Erzieherinnen.

Desweiteren gibt es in der Fachliteratur eine Bandbreite von enger bis weiter reichenden Definitionen von "Vorschule". In dieser Hausarbeit wird der engere Begriff verwendet, der sich auf das Jahr vor dem Schuleintritt (die Schulübergangsphase) bezieht.

2. Theorieteil

2.1. Grundlagen

2.1.1. Der Elementarbereich

Der Elementarbereich umfasst laut Aden-Großmann (1997) alle familien- externen vorschulischen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungseinrich- tungen, demgemäß den Kindergarten und vergleichbare Formen von Kin- dertagesbetreuung, etwa ab dem dritten Lebensjahr bis zum Beginn der Schule. Er gestaltet die unterste Stufe des Bildungswesens und ist durch einen eigenständigen Bildungsbegriff (Elementarpädagogik) gekennzeich- net. Somit sind die verschiedenen Formen der Kindertagesbetreuung als Bildungseinrichtung anerkannt, jedoch nicht voll in das Bildungswesen in- tegriert, sondern bilden als solche eine Vorstufe und bleiben der Jugend- hilfe zugeordnet.

Immer mehr Kindergärten öffnen ihre Gruppen für Kinder unter drei Jahren (U3). Vor allem die großen Träger erweitern ihr U3-Angebot beträchtlich und in kurzer Zeit werden Stellen und Kindergartenplätze geschaffen, die das traditionelle Bild der Kindergartenlandschaft verändern (Giebeler, 2005).

2.1.2. Erziehungs- und Bildungsauftrag

Die Erfordernisse eines frühkindlichen öffentlichen Erziehungsauftrags werden im Gesetz zur frühen Bildung und Förderung von Kindern (KiBiz) in NRW deutlich als Bildungsauftrag formuliert.

Gemäß den Richtlinien für die Bildung und Erziehung in Kindertagesstätten in Nordrhein Westfalen (2003) sind Vorschuleinrichtungen den Kindertageseinrichtungen zugeordnet.

Den Bildungsgrundsätzen des Landes NRW (2010) entnimmt man, dass das Einschulungsalter schrittweise gesenkt wird, um die besonders aus- geprägten Lernfähigkeiten der frühen Kindheit als Chance für schulische Bildungsprozesse zu nutzen. In der Konsequenz bedeutet das einerseits eine hohe Verantwortung für die Grundschulen, sich auf die unterschiedlichen Voraussetzungen der Kinder einzustellen, andererseits liegt eine hohe Erwartungshaltung bei den Erzieherinnen, die die Kinder durch vorschulische Bildungsprozesse auf den Schuleintritt vorbereiten müssen. Bildung findet dabei als Prozess der aktiven Auseinandersetzung mit sich und der natürlichen, sozialen, kulturellen und religiösen Umwelt unter Beteiligung aller Sinne statt.

Die Bildungsvereinbarung NRW (2003), herausgegeben vom Ministerium für Schule, Jugend und Kinder des Landes Nordrhein-Westfalen (MSJK), verfolgt das Ziel, vor allem die Bildungsprozesse in Tageseinrichtungen für Kinder vom vollendeten 3. Lebensjahr bis zur Einschulung zu stärken und weiter zu entwickeln. Dafür gibt es seitens des Ministerium für Schule, Ju- gend, und Kinder des Landes Nordrhein-Westfalen, Handreichungen in denen beispielhaft Bildungsbereiche aufgeführt werden, welche als Orien- tierung und Hilfestellung zur Entwicklung von Konzeptionen dienen soll. Genannt werden die Bereiche: Bewegung, Spielen-gestalten-Medien, sprachen, Natur und kulturelle Umwelten. Weiter heißt es dort, dass in- sbesondere die Kinder im letzten Jahr vor der Einschulung einer intensi- ven Vorbereitung auf einen gelingenden Übergang zur Grundschule, be- dürfen.

Eine einheitliche, an Qualitässtandards ausgerichtete Vorschulförderung gibt es In NRW nicht. Laut § 11 des Kinderbildungsgesetztes (KiBiz), führen Tageseinrichtungen die Bildungsarbeit nach einem träger- oder einrichtungsspezifischen Bildungskonzept durch.

2.1.3. Feststellung der Schulfähigkeit

Nach Büchin-Wilhelm (2006) ist ein Kind schulfähig, wenn die Summe aller psychischen, kognitiven, sozialen und körperlichen Merkmale, die ein Kind befähigen den Bildungsgang einer Grundschule erfolgreich zu absolvieren, ausgeprägt sind. Beobachtungen dieser Merkmale werden durch die Erzieherinnen der Kindergärten dokumentiert.

Schuleingangsuntersuchungen (kurz: S1 oder auch SEU) sind in den meisten Bundesländern eine Pflichtaufgabe des Gesundheitsamtes bei der alle Kinder eines Jahrganges vor Schuleintritt durch einen Arzt unter- sucht werden. Sie umfasst die Dokumentation der Teilnahme an den Prä- ventionsmaßnahmen, sowie die körperliche Untersuchung. Nach der Un- tersuchung wird eine Empfehlung über die Einschulung des Kindes aus- gesprochen, eine Entscheidung liegt aber letztendlich bei den Erzie- hungsberechtigten und der Schulleitung (Bundeszentrale für gesundheitli- che Aufklärung, BZgA)

2.2. Der Forschungskontext

2.2.1. Darlegung der Forschungsfrage

In den letzten Jahren nimmt die Gründung von kleinen altersgemischten Gruppen in den Tagesstätten zu und doch sind Konzepte der Altersmischung nicht neu. In der Reformpädagogik der 20er Jahre wurde die Altersmischung als persönlichkeitsfördernde und gegenseitig unterstützende Lernform propagiert und ausprobiert und in der Arbeit von Maria Montessori spielt Altersmischung eine große Rolle für das Schulund Kindergartenkonzept (Giebeler, 2005).

Durch die stetig zunehmenden Zahl an Kleinstkindern (U3) und der Bedeutungsverkehrung von einer Betreuungsfunktion hin zu konkreten Bildungsaufträgen, die bis in die konzeptionelle Gestaltung der U3- Frühförderung eintauchen, hat die Bedeutung der Kindergärten, insbesondere in den letzten 5 Jahren, eine neue Perspektive freigelegt. In der Kindertageseinrichtung, welche als Feld der Datenerhebung dient, wurde zum Kindergartenjahr 2010/2011 ein Vorschulmodell mit entwicklungsorientiertem Ansatz eingeführt, dessen Inhalte in einer gesonderten Vorschulkonzeption niedergelegt sind.

Die Idee der ÄKindergartenvorschule“ bietet durch die Erbringung einer altershomogenen Vorschulgruppe einen eigenen Erfahrungsraum. Die Vorschulgruppe trifft sich täglich für zwei Stunden am Vormittag. Durch den eigens dafür eingerichteten Vorschulraum werden bereits in (noch) gewohnter Umgebung die schulischen Rahmenbedingungen, wie die neuen Tages- und Zeitabläufe, die Raumbedingungen und das Verhältnis zu Gleichaltrigen und Erwachsenen verinnerlicht.

Jedes Kind soll sich, im Spiel, zu einer selbstbewussten und eigenverant- wortlichen Persönlichkeit entwickeln. Um das Ziel der allgemeinen Schul- reife zu realisieren bzw. einen nahtlosen Übergang in die 1. Klasse zu gewährleisten, wird angestrebt, ein möglichst einheitliches Niveau aller Vorschüler hinsichtlich der Faktoren: Motorik, Aufmerksamkeit und Kon- zentration, Kommunikation, Mengen- und Zahlenverständnis, Umwelt- und Weltwissen, sozial-emotionales Verhalten und die Fähigkeit des eigens- tändigen Lernens (ÄLernen lernen“) zum Ende der Vorschulphase zu er- reichen. Dabei bauen die Faktoren auf den Empfehlungen, die in der Bil- dungsvereinbarung NRW (2003) verankert sind, auf.

Zusammenfassend möchte der Träger also, einen deutlicheren Akzent auf die vorschulische Erziehung und Bildung durch den Kindergarten zu set- zen, die natürliche Neugier und die Lernbegeisterung der Kinder stärker aufgreifen um diese für einen erfolgreichen Übergang in die Grundschule zu nutzen. Die Entwicklung dieser ÄKindergartenvorschule“, durch eine trägerspezifische Konzeption liefert die Formulierung meiner Forschungs- frage:

„Wie nutzbringend ist die Einführung eines einheitlichen Vorschulmodells in Kindertageseinrichtungen für die Vorbereitung zur Schuleintrittsphase aus Sicht zweier Fachkräfte?“

2.2.2. Hypothesengenerierung

Laut Brüsemeister (2008) spielen Anfangshypothesen eine wichtige Rolle als erste Zugänge, um neue theoretische Konzepte aus Daten entwickeln zu können. Sie dienen nicht als Messlatte, sondern sensibilisieren For- scher für Bestimmtes. Darüber hinaus stellt er es als natürlich dar, dass Forscher nicht bei jeder neuen Untersuchung seine Erfahrungen aufgibt. Zu dem methodischem Vorgehen bei der Hypothesenbildung gehört, nach Rieker und Seipel (2005), das ÄPrinzip der Offenheit“, mit dem versucht wird, Raum für nicht-antizipierte Reaktionsweisen der Befragten zu geben und das Prinzip der Kommunikation, bei dem die Erhebungssituation so gestaltet werden soll, dass sie den alltäglichen Kommunikationsformen weitgehend entspricht und dabei möglichst alle für die untersuchten Sach- verhalte bedeutsamen Randbedingungen erhoben werden. Unter diesem Gesichtspunkt formuliere ich folgende Hypothesen (H):

H1: Ein einheitliches Vorschulmodell in Kitas beeinflusst die Vorbereitung der Schuleintrittsphase.

H2: Die Einführung einer Vorschulkonzeption, als Teil des einheitlichen Vorschulmodells, beeinflusst die Vorschularbeit in der Kindertageseinrichtung.

3. Methodenteil

3.1. Forschungsmethodische Grundlagen

3.1.1. Qualitative Sozialforschung

Laut Kleining (1982) lässt sich qualitative Sozialforschung in allen Themenbereichen der empirischen Sozialwissenschaften anwenden. Ziel der qualitativen Verfahren ist die systematische Entdeckung von Relationen und Strukturen. Im Unterschied zu den quantitativen Verfahren zielen sie auf Gemeinsamkeiten, nicht auf Differenzen.

Laut Flick (2007) ist das Ziel der qualitativen Sozialforschung, ÄNeues zu entdecken und empirisch begründete Theorien zu entwickeln“. Es geht hier also nicht um die Überprüfung wissenschaftlicher Theorien, sondern um die Entdeckung von theoretischen Aussagen. Nach Brüsemeister (2008) bezeichnen diese beiden Begriffe den zentralen Unterschied zwischen qualitativer und quantitativer Sozialforschung, Äaus dem sich alle weiteren Unterschiede zwischen den Methoden ergeben“.

Untersuchungsfeld der qualitativen Sozialforschung ist gemäß Flick (2007) Ädas Handeln und Interagieren der Subjekte im Alltag“, weshalb Forscher sich mit dem Prinzip der Offenheit ins Feld begeben, um der ÄDifferenzier- theit des Alltags“ gerecht zu werden.

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Details

Seiten
23
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656182191
ISBN (Buch)
9783656182481
Dateigröße
581 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v193002
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,3
Schlagworte
Modul 2A Bildungswissenschaften Hausarbeit Fernuni Hagen Bildungsexpansion Elementarbereich Vorschulmodelle Vorschule Kindergarten

Autor

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Titel: Der Nutzen einheitlicher Vorschulmodelle in Kindergärten