Lade Inhalt...

Bedeutung der Sprachförderung und Modelle bei Kindern mit Migrationshintergrund

Hausarbeit 2012 6 Seiten

Pädagogik - Interkulturelle Pädagogik

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1 Einleitung

2 Kinder mit Migerationshintergrund und Sprachkompetenz

3 Erziehungsprogramme

4 Zusammenfassung

5 Literaturangaben

1 Einleitung

Im Jahr 1992 trat Deutschland der UN-Kinderrechtskonvention bei und verpflichtete sich somit:

... dem Kind Achtung vor seinen Eltern, seiner kulturellen Identität, seiner Sprache und seinen kulturellen Werten, den nationalen Werten des Landes, in dem es lebt, und gegebenenfalls des Landes, aus dem es stammt, sowie vor anderen Kulturen als der eigenen zu vermitteln (Artikel 29).

In Staaten, in denen es ethnische, religiöse oder sprachliche Minderheiten oder Ureinwohner gibt, darf einem Kind, das einer solchen Minderheit angehört oder Ureinwohner ist, nicht das Recht vorenthalten werden, in Gemeinschaft mit anderen Angehörigen seiner Gruppe seine eigene Kultur zu pflegen, sich zu seiner eigenen Religion zu bekennen und sie auszuüben oder seine eigene Sprache zu verwenden (Artikel30). [vgl. http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/de/menschenrechtsinstrumente/vereinte-nationen/menschenrechtsabkommen/kinderrechtskonvention-crc.html#c1746]

Somit bekennt sich Deutschland für kulturelle Pluralität und den Schutz von Minderheiten. Doch gerade Kinder geraten oft in ihrem Alltag in schwierige Situationen, in denen Herkunftskulter und neue Kultur in Konflikt stehen. Dies zeigt sich u.a. in den internationalen PISA-Studien der letzten 12 Jahre. Kinder mit Migrationshintergrund haben in den meisten Fällen eine weniger gute Ausgangslage, um den gleichen Schulerfolg wie einheimische Kinder zu erzielen. Sie müssen öfter Klassen wiederholen als Kinder ohne Migrationshintergrund und weisen schlechtere Testergebnisse auf. In der PISA-Studie 2009 zeigt sich jedoch, dass sich die Unterschiede zwischen den gleichaltrigen Schülern in den letzten Jahren stark gebessert haben: Somit schneiden Schüler mit Migrationshintergrund noch im Schnitt 56 PISA-Punkte schlechter ab. Im Jahr 2000 betrug diese Zahl noch 84 Punkte was mehr als einer Kompetenzstufe entspricht. Dies ist natürlich weiterhin für unser Land nicht hinnehmbar. [vgl. http://www.oecd.org/document/53/0,3746,de_34968570_39907066_43433717_1_1_1_1,00.html]

So wird in der aktuellen Bildungspolitik vor allem die Förderung der Sprachkompetenz diskutiert. Projekte in Kindertagesstätten und Schulen sollen den Bildungsstand und die Integrität der Migranten verbessern. Gerade in den Kitas zeigt sich, dass Kinder das erste Mal in Kontakt mit einer fremden Kultur und Sprache gelangen. Dabei sind nur etwa 14% der Kinder unter drei Jahren mit Migrationshintergrund in einer Kindertagesstätte oder von Tagesmüttern betreut worden, während dies auf ca. 30% der Kinder ohne Migrationshintergrund zutrifft. Auch im Vorschulalter zeit sich hier eine starke Differenz: 85% Kinder mit und 97% Kinder ohne Migrationshintergrund. [vgl. http://www.taz.de/!86943/]

Hier sollen gezielte Sprachförderungsangebote Kindern mit Migrationshintergrund helfen, ihre Außenseiterposition im deutschen Bildungssystem zu überwinden. Im Folgenden wird die Bedeutung der Sprache für das Kind und seine Umwelt dargestellt. Desweiteren werden unterschiedliche Erziehungsprogramme diskutiert. Zusammenfassend wird ein Ausblick auf die Chancen der interkulturellen Erziehung gegeben.

2 Kinder mit Migrationshintergrund und Sprachkompetenz

Weshalb wird der Sprachkompetenz in der Akkulturation, dem Hineinwachsen einer Person in ihre kulturelle Umwelt, eine so große Bedeutung beigemessen? Eine Antwort findet sich in der starken Verbundenheit von Akkulturation und Sprachkompetenz. So ist die Sprachkompetenz eine Ressource, mit der Informationen und Wissensbestände erschlossen werden. Fehlende Kompetenzen führen dazu, dass die Betreffenden von den Kulturinhalten der eigenen Minorität, der Aufnahmegesellschaft und im globalen Kontext mehr oder weniger abgeschnitten sind. Diese Ressource kann relativ unabhängig von Sozialkontakten entwickelt werden, sie wird umso wertvoller, je abstrakter und formalisierter die zu erschließenden Wissensbestände sind. Sprache ist weiterhin das zentrale Medium, mit dem Sozialbeziehungen geknüpft, unterhalten und ausgebaut werden. Entsprechend ist die fehlende Beherrschung mindestens der jeweiligen Umgangssprache mit fehlenden Möglichkeiten der Sozialintegration und der Entwicklung von sozialem Kapital verbunden.

Um die Sprachkompetenzen der Kinder genauer zu beschreiben, wird der Spracherwerb durch zwei Arten charakterisiert. Zum einen gibt es den simultanen und zum anderen den sukzessiven, bilingualen Spracherwerb. Der simultane Spracherwerb wird auch doppelter Spracherwerb genannt, da sich der Erwerbsverlauf im Prinzip nicht von monolingualen Erwerb der jeweiligen Sprachen unterscheidet. Merkmal ist, dass von Beginn des Spracherwerbs an Kontakt mit mehr als einer Sprache besteht. Beide Sprachen werden gleichzeitig und gleichwertig erworben, wobei der Spracherwerb ungesteuert erfolgt. Beim sukzessiven Spracherwerb, auch Zweitspracherwerb, setzt der Erwerb einer zweiten Sprache erst ein, nachdem wesentlich Grundzüge einer ersten Sprache erworben sind, meist nach Abschluss des 3. Lebensjahrs.

Dadurch, dass Kinder mit Migrationshintergrund insbesondere in den ersten Kindergartenjahren in entsprechenden Einrichtungen unterrepräsentiert sind und der Großteil der Kinder erst im letzten Jahr vor dem Schuleintritt einen Kindergarten besucht, kann von einer sukzessiven Mehrsprachigkeit in Deutschland gesprochen werden. Der Nachteil besteht im unvollständigen Erwerb der Mutter- bzw. Zweitsprache. Um diese Diskrepanz zu kompensieren und Akkulturation zu fördern bestehen die unterschiedlichsten Erziehungs- bzw. Sprachförderprogramme, die im Weiteren diskutiert werden sollen. [vgl. http://www.taz.de/!86943/]

3 Erziehungsprogramme

Die internationale PISA-Studie und ihre Untersuchungsergebnisse betonen die starke Verzahnung von Investitionen im Kindesalter und Bildungsverläufen, aus der sich die Bedeutsamkeit der Förderung ergibt. Förderprogramme auf dem Gebiet sind sehr vielfaltig, da Migration ein globales Phänomen ist. Entsprechend gab und gibt es eine Vielzahl von Erziehungsprogrammen. [vgl. http://www.bmbf.de/press/1793.php]

Die Fülle der Programme, die es auf internationaler Ebene gibt, lässt sich auf vier idealtypische Modelle zurückführen. Man kann sie danach charakterisieren, an welche Zielgruppen sie sich richten, von welchen Grundannahmen sie ausgehen und welche Ziele und Strategien sie haben. [vgl. http://deposit.fernuni-hagen.de/2023/1/Claudia_Carroll_Dissertation.pdf]

[...]

Details

Seiten
6
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656184362
Dateigröße
435 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v193315
Institution / Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg – Pädagogik
Note
2,0
Schlagworte
Sprachförderung Migrationshintergrund Kinder Modelle Bedeutung Wichtigkeit Ausländische

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Bedeutung der Sprachförderung und Modelle bei Kindern mit Migrationshintergrund