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Staat und Militär in Süd- und Mittelamerika

Essay 2009 4 Seiten

Politik - Internationale Politik - Region: Mittel- und Südamerika

Leseprobe

"Anstatt zu fragen, warum das Militär in die Politik eingreift, sollten wir sicherlich fragen, warum es sich anders verhält. Ein Wunder ist deshalb nicht, warum Militärs gegen ihre zivilen Herren rebellieren, sondern warum sie ihnen gehorchen" (Finer 1962).

Doch was ist Militär? Wie definiert mensch Militär und wozu braucht mensch überhaupt das Militär? Wie distanzierst sich das Militär von Söldner, Milizen oder auch Paramilitärs ? Welche Rolle spielt der Staat bei der Definition Militär und wie ist die Wechselwirkung zwischen Staat und Militär?

Das sind Fragen, die schon im alten Griechenland von verschiedenen Philosophen diskutiert wurden, aber auch in der Öffentlichkeit des alten Athen wurde über die Rolle des Militärs im Staat scharf diskutiert.

Drei Fragen sind besonders wichtig, um einer Definition des Militärs näher zu kommen :

Wie wird das Militär begründet und legitimiert? Wer hat das Primat in den zivil-militärischen Beziehungen? Wie sollen die Streitkräfte organisiert werden? (Krämer, Kuhn 2006: 9) Für Platon ( 427-347 v.u.Z.) begann das Nachdenken über das Militär bei der Begründung des Militärs und stellte klar, dass ein starker Staat notwendig sei, um Unrecht, Kriege und Knechtschaft zu verhindern. Das Primat müsse beim Zivilen liegen. Auch Zivile haben über Krieg und Frieden zu entscheiden. Am politischen Leben konnten nach Platon nur die Bürger teilnehmen, die den Militärdienst absolviert hatten (Kernic 2001: 70).

Eine weitere wichtige Frage bezüglich des Militärs war es, wie diese organisiert sein sollte.

Sollte das Militär als Berufsarmee oder Wehrpflicht organisiert sein oder sollte das Militär aus Söldner bestehen?

In der Römischen Republik war diese Frage von großer Bedeutung gewesen, da diese das Ende der Republik einleitete. Es entstanden mehrere private Söldnerarmeen, die die Wehrpflicht ablöste. Durch die Söldnerarmeen sollten eigene Machtansprüche gefestigt werden. Diese internen Machtkämpfe des Militärs führten schließlich zum Zerfall der ganzen Republik (Krämer, Kuhn 2006: 11) .

Dies zeigt, wie gefährlich Streitkräfte für das Zivile und der Stabilität eines Staates darstellen können.

Die Frage der Organisation des Militärs ist von ganz besonderer Bedeutung , welche sich bis in unsere Zeit zieht.

Machiavelli ( 1469-1527 v.u.Z.) diskutierte über den Aufbau des Militärs und über das Verhältnis zwischen Staat und Militär. Er war der Meinung, das der Staat über eigene Streitkräfte verfügen müsse, die aus Milizen bestehen sollten. „ Militärs werden genutzt, und wenn sie erfolgreich waren, entledigt man sich schnell ihrer“. Ihm war bewusst, das das Militär den Zivilen politisch gefährlich werden könnte und entschied sich deswegen für eine Miliz aus dem Ausland, um sich diese schnell wieder zu entledigen. Ganz wichtig ist ihm, das das Primat beim Zivilen liegen solle.

Das Militär soll ein Instrument der Politik sein, um erfolgreich Politik gestalten zu können und auch den Staat mit Gewalt vor fremden Einwirken zu schützen. Seine Ideen haben eine neue Legitimation militärischer Gewalt geebnet, die bis heute andauert (Kernic 2001: 137).

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Details

Seiten
4
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783656184188
Dateigröße
384 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v193408
Institution / Hochschule
Universität Potsdam
Note
2,7
Schlagworte
staat militär süd- mittelamerika

Autor

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Titel: Staat und Militär in Süd- und Mittelamerika