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Das Pflegeassessment - Zwischen Informationssammlung und Beziehungsaufbau

Ausarbeitung für den Pflegedienst im Krankenhaus

Studienarbeit 2010 24 Seiten

Gesundheit - Pflegewissenschaft - Pflegemanagement

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.0 Einleitung

2.0 Sprache in der Pflege
2.1 Sprache und Kommunikation in der Krankenpflegeausbildung
2.2 Sprache und Kommunikation der Pflegende als wissenschaftliches Forschungsobjekt

3.0 Das pflegerische Erstgespräch als Bestandteil des Pflegeprozesses

4.0 Begriffsdefinition und Differenzierung

5.0 Signifikante Ziele und Inhalte der Pflegeanamnese
5.1 Pflegerelevante Ziele/Inhalte in der Pflegeanamnese
5.2 Anamneserelevanz für Patient

6.0 Charakter der Pflegeanamnese

7.0 Gesprächsstruktur
7.1 Vorbereitung
7.2 Durchführung
7.2.1 Einführung
7.2.2 Hauptteil
7.2.3 Schluss/Verabschiedung

8.0 Kommunikationsform zur Erhebung der Pflegeanamnese
8.1 Verbale Kommunikation
8.1.1 Fragetechniken
8.1.2 Dialog oder Interview?
8.2 Nonverbale Kommunikation

9.0 Resümee

Literaturverzeichnis

„Jeder Mensch ist Mittelpunkt der Welt, um jeden scheint sie sich willig zu drehen, und jeder Mensch und jedes Menschen Lebenstag ist der End- und Höhepunkt der Weltgeschichte….“ (Hesse 2002, S. 72)

1.0 Einleitung

Die verfasste Hausarbeit trägt den Titel „Aufnahmegespräch – eine Patienten orientierte Tätigkeit, – oder formale Aufnahme von Informationen?“

Meine Motivation für diese Fragestellung sind 3 inspiriende Aspekte, in denen Praxis und Theorie für die gestellte Frage eine Einheit bilden:

- Kommunikation als pflegerisches Instrument
- Patient als kommunikatives Subjekt
- die sinnvolle Pflege ist nur durch Kommunikation möglich

Im Alltag ist Kommunikation ein selbstverständliches Geschehen und ist meistens vom Verlauf her unproblematisch. Die Entwicklung von kommunikativen Vorgängen wird schon in der ersten menschlichen Entwicklungsphase erlernt, ohne dass diese jedoch bewusst wird. Kommunikation ist für den Menschen lebensnotwendig.

Ein dramatisches Experiment, welches Friedrich II. von Hohenstaufen veranlasste, lieferte Informationen darüber, dass Säuglinge zum Überleben nicht nur Nahrung und Sauberkeit brauchen, sondern auch die menschliche Zuwendung. Die alle im Experiment beteiligten Kinder sind innerhalb eines Jahres verstorben, obwohl sie körperlich gesund waren. (Vgl. Menche et al. 2001, S. 75)

Ein Mensch, der sich „unverstanden“ fühlt oder dem nicht richtig „zugehört“ wird, kann Enttäuschungsgefühle entwickeln, oder auch negative körperliche Reaktionen, wie Zorn und Wut. Für einen Menschen, der für die Erfüllung seiner Bedürfnisse auf andere Personen angewiesen ist, für den ist es wichtig sich verstanden und erhört zu fühlen. So resultiert sich der Bedarf an Kommunikation um die sinnvolle Pflege zu ermöglichen. Aber andererseits, kann die pflegerische Handlung misslingen, wenn mit dem Patienten nicht situationsgerecht kommuniziert wird.

Wie jede andere Tätigkeit, so auch die Kommunikation, benötigt diese Kompetenz „... als Schlüsselelement der Pflege ..., die gelernt und eingeübt werden muss.“ (Juchli 1994, S. 436)

„Das Pflegepersonal im Krankenhaus steht immer wieder vor dem Dilemma, schnell, effektiv und sachkompetent arbeiten zu müssen und gleichzeitig für Probleme und Sorgen der Patienten empfänglich zu sein, das heißt, diese zu erkennen und darauf einzugehen.“ (Walther, 2001, S. 12)

Um dies zu bewältigen werden nicht nur gute organisatorische Fähigkeiten benötigt, sondern auch theoretische Kenntnisse. Schon während der Ausbildung sollte ein relatives Gleichgewicht zwischen funktioneller Kompetenz, z. B. Körperpflege und medizinische Kenntnisse, und der kommunikativen Kompetenz, z. B. theoretisches Wissen über das kommunikative Verhalten, verschiedene Gesprächsstrategien und deren Anwendungsmöglichkeiten, hergestellt werden.

Kommunikative Kompetenz braucht auch Praxis. Evaluation von pflegetheoretischem Ansatz im Pflegeprozess ist ein sehr wichtiger Schritt. Dieser ist sehr komplex, weil hier auch der Pflegende mit sich selbst arbeiten muss, das heißt, seine Schwächen und seine Stärken im kommunikativen Handeln reflektieren kann. Werden hier Fragen nach der eigenen beruflichen Identität gestellt, wird hierbei auch der Sinn nach der aktiv ethischen Pflege gesucht.

Mit der vorliegenden Arbeit möchte ich einen schmalen Pfad finden, der mich in sinnvolle Pflege führen kann, wo das menschliche Leben im Fokus der Pflege steht.

2.0 Sprache in der Pflege

Für die Relevanz der Sprachentwicklung in der Pflege zu berufs-identifizierenden Sprache genügt nicht nur die theoretische Grundlage über Sinn und Verwendungszweck zu wissen. Sprache muss als pflegerisches Handlungsinstrument auch in der Praxis akzeptiert werden. Aber „Ihre [sprachliche Tätigkeit] Wichtigkeit und Besonderheit für die Pflege wird immer wieder betont, in der Praxis werden sie dennoch oft stiefmütterlich behandelt, teils immer noch nicht als Arbeit akzeptiert.“ (Walther 2001, S. 21)

Walther (2001) bestätigt drei zusammenhängende Gründe die Sprach-entwicklung (als gesprochene und geschriebene Sprache) Signifikanz anspricht:

- Die Pflegedokumentation ist seit 1985 nach § 4 KrPflG Pflicht geworden.
- Durch die hochtechnisch entwickelte Medizin wird der Patient immer mehr zum Behandlungsobjekt im Krankenhaus.
- In Deutschland ist seit den 50er Jahren die Pflege vom Hilfstätigkeitsberuf zum selbstständigen Beruf geworden. (vgl. Walther 2001, S. 13)

2.1 Sprache und Kommunikation in der Krankenpflegeausbildung

Die Ausbildung in der Krankenpflege hat noch einen großen zusätzlichen Bedarf, was die Kommunikation und Sprache in der Pflege betrifft. Aber durch neue Perspektiven, wie z. B. Kompetenzentwicklung durch das Anbieten von Studiengängen, wie Pflegewissenschaft und Pflegepädagogik, sind die Möglichkeiten für die neue Ausbildungsgestaltung jetzt realistisch geworden. Dadurch, dass die Ausbildung in den Pflegeberufen kein Curriculum hat, bietet sich dem Lehrenden die Gelegenheit den Unterricht selbst zu modellieren. Probleme entstehen hier, wenn der Lehrende Vermittlungs-methoden wählt. Es gibt ein breites Spektrum allgemeiner Literatur zum Thema Kommunikation, aber es werden immer nur die selben Kommunikationsmodelle, z. B. nach Watzlawick, vorgestellt. Hierdurch kommt es zu keiner aktiven Auseinandersetzung der Auszubildenden, was für Vorteile jeder persönlich in die Praxis mitnehmen kann. (vgl. Walther 2001, S. 24-26)

Zur Pflegedokumentation werden meistens auch nur formal juristische Aspekte angesprochen. Der größte Teil von Lehrenden haben in der Ausbildung, aber auch in der Weiterbildung, nur am Rande sich mit sprachlich kommunikativen Themen beschäftigt. Die Strukturierung der Lehrbücher ist auch nicht praxisorientiert. Besonders mangelt es an Literatur für Pflege-ausbildung, die sich mit sprachlicher Phänomenologie auseinandersetzt. Die Veröffentlichung von empirischen sprachwissenschaftlichen Untersuchungsergebnissen, die spezifische pflegerische Handlungen im Gebiet Sprache und Kommunikation beschreiben, sind auch nur vereinzelt zu finden. Die Lehrer sind auf Eigeninitiative, wie z. B. die Recherche nach Fachbüchern und Pflegezeitschriften, angewiesen. (vgl. Walther 2001, S. 27)

2.2 Sprache und Kommunikation der Pflegende als wissenschaftliches Forschungsobjekt

Durch die Akademisierung der Pflege an deutschen Universitäten und Hochschulen Ende der 80er und 90er Jahre hatte dies auch positiven Einfluss auf die Entwicklung der Pflegewissenschaft und Pflegeforschung. Es wurde auch mit den ersten wissenschaftlichen Arbeiten, die speziell auf die Sprache und Kommunikation in der Pflege ausgerichtet waren, begonnen.

Die ersten Schritte in der Sprachforschung wurden von Weinhold, Christine (1997) mit der Veröffentlichung des Buches „Kommunikation zwischen Patienten und Pflegepersonal“ gemacht. Der Schwerpunkt der Forschung von Weinhold ist seit 1987 die Kommunikation.

In ihrer Magisterarbeit im Jahre 1988 verfolgte sie das Ziel, Kommunikations-defizite aufzuzeigen, in denen die Benachteiligung der Patienten sichtbar wird. (vgl. Weinhold 1997, S. 13) 1998 erschien von zwei Dipl.-Kfm. Backs, Stephan und Lenz, Reinhard das Buch „Kommunikation und Pflege“ über die Untersuchung von Aufnahmegesprächen in der Pflegepraxis. „Den Schwerpunkt dieser Arbeit bildet eine Analyse von 356 Fragebögen, in denen die Autoren Pflegenden und Patienten Fragen zu einem zuvor erlebten Erstgespräch stellen. Die Fragen - jeweils speziell auf Pflegende bzw. Patienten zugeschnitten - beziehen sich auf den Gesprächsinhalt, auf Empfindungen während des Gesprächs und auf die Gesprächssituation.“ (vgl. Walther 2001, S. 29-30)

1999 erschien das Buch von Sachweh, Svenja (1999) unter dem Titel „Schätzle hinsitze!“ Kommunikation in der Altenpflege. Es ist eine Dissertation, in der Gespräche zwischen Pflegenden und Bewohner analysiert werden. (vgl. Walther 2001, S. 30)

Es gibt nur wenige Forschungsarbeiten über die Inhalte und eingesetzten Methoden in der pflegerischen Kommunikation. Die eingesetzten Mittel und die Inhalte beschreiben die Art und Weise, wie das Gespräch geführt wurde und welche Wirkung diese auf den Patienten hat. (vgl. Walther 2001, S. 31)

3.0 Das pflegerische Erstgespräch als Bestandteil des Pflegeprozesses

Der Pflegeprozess ist kein homogenes System, er wird in verschiedene Phasen eingeteilt. „Das pflegerische Erstgespräch wird als erster Teil eines mehrphasigen Prozesses verstanden ... Gedanken zum Pflege-Erstgespräch - in Verbindung mit dem Wandel des traditionellen Pflegeberufs – wurde erstmals in den 50er-Jahren in den USA geäußert. [und in Deutschland erst] Anfang der 70er-Jahren - parallel zur Veränderung des Pflegeberufs, in dem nicht mehr nur krankheitsorientiert und nicht nur nach Anweisung des Arztes, sondern patientenorientiert und eigenverantwortlich gearbeitet werden sollte.“ (Walther 2001, S. 31)

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Details

Seiten
24
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656195986
Dateigröße
439 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v193762
Note
Schlagworte
pflegeassessment zwischen informationssammlung beziehungsaufbau ausarbeitung pflegedienst krankenhaus

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