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Das Polenbild Otto von Bismarcks

Hausarbeit 2011 24 Seiten

Gesch. Europa - Deutschland - I. Weltkrieg, Weimarer Republik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Polnischer Nationalismus

3. Der Adel

4. Der Klerus

5. Das Volk

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

8. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

„Haut doch die Polen, daß sie am Leben verzagen, ich habe alles Mitgefühl für ihre Lage, aber wir können, wenn wir bestehen wollen, nichts andres thun, als sie ausrotten; der Wolf kann auch nichts dafür, daß er von Gott geschaffen ist, wie er ist, und man schießt ihn doch dafür todt, wenn man kann.“[1]

Untersucht man das Polenbild Otto von Bismarcks, so finden sichdiese Worte, die Bismarck in einem Brief an seine Schwester richtete, häufig in der Forschungsliteratur. Bismarcks Polenbild kann allerdings nicht an diesem einen Zitat festgemacht werden, auch wenn seine Worte in diesem Falle sehr drastisch sind. Ziel dieser Arbeit ist es, das Polenbild Otto von Bismarcks genau zu untersuchen und die in der Forschung häufig vertretene These, Bismarck hätte ein geschlossenes und einheitliches Bild von Polen gehabt, zu überprüfen, denn häufig werden beispielsweise Adel und Klerus im selben Zusammenhang genannt ohne dabei Bismarcks Positionen zu diesen Gruppen genauer von einander zu unterscheiden. Bismarcks Einstellungen zur polnischen Nationalbewegung und sein Polenbild sind entscheidend, da Bismarck die prägende Gestalt dieser Epoche war und die Germanisierungspolitik aufs Engste mit seiner Position verknüpft war[2].

Nicht erst mit der Reichsgründung sah sich Preußen mit einer zahlenmäßig großen polnischen Minderheit innerhalb der eigenen Grenzen konfrontiert. Nach den Teilungen Polens und dem Wiener Kongress lebten in Ostpreußen, Westpreußen, Pommern und Schlesien, die allesamt zu Preußen und später zum Deutschen Reich gehörten, insgesamt 2,25 Millionen Polen bei einer Gesamtbevölkerungszahl Preußens von 18,5 Millionen Einwohnern. Besonders in Posen und Westpreußen war der polnische Bevölkerungsanteil mit 55 bzw. 32 Prozent hoch[3]. Daher wird ein besonderer Fokus der Arbeit auch auf der Provinz Posen und Westpreußen liegen, zumal die nationalen Gegensätze zwischen Deutschen und Polen in Ostpreußen und Schlesien nicht annähernd zu solchen Konflikten wie in dieser Region führten.

Zur Untersuchung des Polenbildes Bismarcks ist die Arbeit in vier Teile gegliedert. Nach der Einleitung steht zunächst eine Beleuchtung von Bismarcks Äußerungen zu einem möglichen souveränen polnischen Nationalstaat. Anschließend werden das Adelsbild Bismarcks und das Bild des polnischen, katholischen Klerus genauer untersucht. Abschließend erfolgt eine genauere Analyse der bürgerlichen und bäuerlichen Schichten, die bei Bismarck häufig nur als „Volk“ zusammengefasst werden, weshalb dies auch in dieser Arbeit geschehen soll. Am Ende der Arbeit steht ein zusammenfassender Vergleich von Bismarcks Bild der einzelnen Schichten. Die Anordnung der einzelnen Themenschwerpunkte ergibt sich aus der vermeintlichen Gefährlichkeit, die Bismarck den einzelnen Gruppen für das Deutsche Reich beimaß, beziehungsweise aus der Idee eines polnischen Nationalstaates, der den Untersuchungen zu den einzelnen Bevölkerungsgruppen vorangestellt werden soll. In den einzelnen Kapiteln werden die Meinungen der bisherigen Forschung immer anhand von Aussagen Bismarcks, seien sie mündlicher oder schriftlicher Natur, überprüft werden.

Dieser Arbeit liegt eine breite Auswahl von Fachliteratur zugrunde. Während Bismarcks Polenbild selten das Hauptthema von Monographien darstellt, so finden sich doch in den meisten Standardwerken zu Bismarcks Leben und Wirken Hinweise und Bewertungen zu dessen Polenbild. Der Quellenbestand ist ebenfalls reichhaltig, neben Reden, Briefen und anderen Schriften finden sich insbesondere in Bismarcks Autobiographie „Gedanken und Erinnerungen“ viele Hinweise zu Bismarcks Polenbild. Viele Äußerungen Bismarcks wurden in dieser Arbeit aus der Sekundärliteratur übernommen. Daneben wurden zur Bearbeitung des Themas zwei unterschiedliche Ausgaben der „Gesammelten Werke“ Bismarcks zu Rate gezogen. Neben einer älteren Ausgabe von 1929/1930[4], die mit Hilfe des Bismarck-Lexikons[5], einem nach Themenschwerpunkten geordneten Verzeichnis aller bis dahin bekannten Äußerungen Bismarcks, bearbeitet wurde, steht die Neue Friedrichsruher Ausgabe der „Gesammelten Werke“[6] im Zentrum der Quellenarbeit. Durch die Untersuchung beider Ausgaben der Gesammelten Werken kann sichergestellt werden, dass auch wirklich alle zentralen Aussagen Bismarcks zu diesem Thema erfasst werden.

2. Polnischer Nationalismus

Der Historiker Volker Ullrich schreibt in seiner Bismarck-Biographie: „Bismarcks mehrschichtiges Bündnissystem ist von seinen Bewunderen immer als Krönung seiner Staatskunst gepriesen worden.“[7] Eines der zentralen Problemfelder dieses Abschnittes ist die Beschäftigung mit der Bedeutung von Bismarcks Bündnispolitik für Polen, beziehungsweise die Frage nach der Rolle eines möglichen polnischen Nationalstaates für Europa und besonders für das Deutsche Reich. Im folgenden Abschnitt sollen daher die in der Forschung vertretenen Meinungen näher untersucht werden. Dies soll auf der Grundlage von Äußerungen Bismarcks geschehen. Dabei wird zunächst der Sicherheitsaspekt für Preußen untersucht werden und anschließend die „Polonisierung“ beziehungsweise „Germanisierung“ aus Bismarcks Perspektive genauer betrachtet werden.

Die Meinungen innerhalb der Forschung gehen in mehreren Punkten stark auseinander. Während Wehler sich mehrfach dafür ausgesprochen hat, dass es bei Bismarcks Politik, einen polnischen Nationalstaat zu verhindern, hauptsächlich um Sicherheitsaspekte ging[8] und weniger um nationalistisch motivierte Äußerungen, so finden sich beispielsweise bei Eyck Hinweise darauf, Bismarck hätte die Polen als natürliche Feinde Preußens angesehen und nicht nur nach Aspekten der Staatsraison gehandelt[9]. Wie auch immer die Motive Bismarcks gedeutet werden, einhellig ist in der Forschung die Meinung, dass die Verhinderung einer wiedererlangten polnischen Souveränität einer der zentralen „Angelpunkt[e] seiner Außenpolitik“[10] war. Broszat und Balzer[11] gehen beide von der Annahme aus, dass für Bismarck die Verhinderung einer polnischen Staatlichkeit der deutschen Sicherheit dienen würde. Rothfels geht gar soweit zu behaupten, dass ein polnischer Staat für Deutschland in Bismarcks Augen eine „lebensgefährliche Bedrohung“[12] dargestellt hätte.

Das Verhältnis der drei Teilungsmächte untereinander blieb nie spannungsfrei. In Bismarcks Augen war daher, so Broszat[13] und Engelberg[14], eine Annäherung polnischer Nationalisten an Österreich-Ungarn, die Teilungsmacht mit der vermeintlich liberalsten Polenpolitik, eine Gefahr, die nicht nur Auswirkungen auf die Lage der Polen in Preußen bzw. Deutschland, sondern auch auf die europäische Mächtekonstellation haben konnte. 1863 kam es im russischen Teilungsgebiet zum so genannten Januaraufstand, der auch Preußen betraf. Bismarck lies in diesem Zuge die „Alvenslebensche Konvention“ unterzeichnen, die den russischen wie preußischen Truppen den gegenseitigen Grenzübertritt zur Verfolgung von Aufständischen zusagte. In diesem Zusammenhang spricht Gall davon, dass durch diese Konvention vielmehr eine Annäherung Russlands an Frankreich verhindert werden sollte, um das deutsch-russische Bündnis zu stärken[15]. Aus den Quellen geht hervor, dass für Bismarck ein neu gegründetes Polen für Deutschland ein Sicherheitsrisiko darstellen würde. Es hätte den Staat „an der letalsten Stelle“[16] bedroht. In Bezug auf die mehrheitlich von Deutschen bewohnten und ehemals polnischen Gebiete äußerte sich Bismarck wie folgt: „Dann würden Preußens beste Sehnen durchschnitten und Millionen Deutscher der polnischen Willkür überantwortet sein, um einen unsicheren Verbündeten zu gewinnen, der lüstern auf jede Verlegenheit Deutschlands wartet, um Ostpreußen, polnisch Schlesien, die polnischen Bezirke von Pommern für sich zu gewinnen“[17]. Des Weiteren wäre für Bismarck ein eigenständiger polnischer Nationalstaat stets ein Verbündeter mit Preußens beziehungsweise Deutschlands Feinden gewesen. Bisweilen nannte er diese Feinde nicht, sondern sprach von aktiven Gegner Deutschlands[18] oder auch von einem „Bundesgenossen unserer Feinde“[19].

Meist sind Bismarcks Aussagen aber auf konkrete mögliche Verbündete Polens gerichtet. Für Bismarck kamen als polnische Verbündete hauptsächlich Russland, Österreich und Frankreich in Frage. Im komplizierten Bündnissystem des 19. Jahrhunderts erschienen ihm diese Bündnisse allesamt realistisch. Ein polnisch-russisches Bündnis schien für Bismarck besonders im Zuge des Januaraufstands von 1863 eine Gefahr darzustellen. Für ihn war der Januaraufstand eine Frage, ob „ein Streben nach panslawistischer antideutscher Verbrüderung zwischen Russen und Polen oder eine gegenseitige Anlehnung der russischen und der preußischen Politik herrschte.“[20] Nach erfolgreichem Abschluss der Alvenslebenschen Konvention war das preußisch-russische Bündnis gestärkt. Die zunehmend repressive Politik der Zaren gegenüber den Polen erschien ein polnisch-russisches Bündnis für die Zukunft weniger realistisch erscheinen lassen, weshalb sich Bismarck in späteren Schriften auch nicht mehr zu diesem Thema äußerte. Ein anderer möglicher Bündnispartner für Polen war Österreich-Ungarn. In den habsburgisch regierten Teilen Polens herrschte eine relativ liberale Kulturpolitik vor, die Bismarck mit Argwohn beobachtete, befürchtete er doch eine Annäherung auch der „preußischen Polen“ an Österreich. Für Bismarck war es daher unerlässlich das „polnische Element abzuschwächen“[21] um so das Bündnis mit Österreich zu stärken. Ein wiederentstandenes Polen bestehend aus Galizien, den preußischen Teilen Polens und Kongresspolen, so äußerte sich Bismarck zum Ende seines Lebens hin, wäre „ein Pfahl im Fleische Österreichs und vor allen Dingen ein Verderb unserer neuen und, wie ich hoffe, dauernden Bundesgenossenschaft mit Österreich, wenn unter österreichischer Ägide ein solches neues Kongresspolen geschaffen werden sollte“[22].

Den wohl gefährlichsten Verbündeten Polens sah Bismarck in Frankreich. Mehrfach und über einen großen Zeitraum hinweg äußerte sich Bismarck zu diesem Thema. In einem Erlass an den preußischen Botschafter in London schrieb Bismarck: „Alles, was Polen an Selbständigkeit gewinnt, kommt Frankreich zugute.“[23] In Bezug auf eine mögliche polnische Armee äußerte sich Bismarck dahingehend, dass diese „immer ein französisches Korps an der Weichsel sein würde“[24]. Bismarck fällte diese Aussage mit Sicherheit vor dem Hintergrund früherer polnisch-französischer Militärbündnisse[25]. Teilweise lies er in seinen Reden aber auch offen, welcher Bündnispartner für Polen in Frage kommen würde, einzig die Gefahr für Deutschland stand hierbei für ihn im Vordergrund[26].

Neben den Sicherheitsaspekten sieht Wehler bei Bismarck den Gedanken an eine drohende und zunehmend stärker werdende „Polonisierung“, besonders in der Provinz Posen[27]. Neben der „drohenden“ Wiedererlangung polnischer Staatlichkeit war für Bismarck eine kulturelle und sprachliche „Polonisierung“ der Deutschen sowie ein starkes polnisches Nationalbewusstsein besonders in der Provinz Posen[28] ein Hauptargument der durch ihn gelenkten Germanisierungspolitik. In seinen „Gedanken und Erinnerungen“ sprach Bismarck vom Schwund der deutschen Kultur, bei gleichzeitigem Ausbreiten der polnischen Sprache[29]. Der angeblich drohenden „Polonisierung“ versuchte Bismarck durch vielfältige Maßnahmen zu begegnen.

Laut Broszat[30] und Rothfels versuchte Bismarck durch eine weitreichende Germanisierungspolitik das Streben der Polen nach einem eigenen Nationalstaat zu bekämpfen und „durch gemeinsame Institutionen wie das preußische Heer und durch gemeinsame materielle Interessen“[31] deutsch-polnische Spannungen abzubauen. Es erscheint sinnvoll, im Zusammenhang mit der Germanisierungspolitik Bismarcks von „harten“ und „weichen“ Germanisierungsmaßnahmen zu sprechen, also solchen, die auf der einen Seite integrativ und auf der anderen Seite desintegrativ wirken sollten. Neben der von Rothfels beschriebenen integrativen Funktion des Militärdienstes finden sich in Bismarcks Äußerungen kaum integrative, oder auch „weiche“ Germanisierungsmaßnahmen. Nach der Reichsgründung setzten im preußischen Teil Polens mehrere repressive Maßnahmen gegen die polnische Sprache ein. Unter anderem sind hier das preußische Geschäftssprachengesetz von 1876 und das Gerichtsverfassungsgesetz von 1877 zu nennen, die den „Vorrang der deutschen Sprache vor Gericht und im Behördenverkehr“[32] regelten und mittels Paragraph 187[33] des Gerichtsverfassungsgesetzes auch die polnische Sprache in Nebenprotokollen abschafften. Derlei Maßnahmen kündigte Bismarck bereits einige Jahre zuvor im Preußischen Abgeordnetenhaus an, als er seine Sprachenpolitik vor polnischen Abgeordneten verteidigte[34]. In diesem Zusammenhang ist auch ein Aufruf an sämtliche Minister zu sehen, den Bismarck 1872 verfasste. In diesem Brief wurde angeordnet, die deutsche Sprache im Schulunterricht zu stärken, Predigten in Landesteilen, die überwiegend von Deutschen bewohnt waren, auf deutsch abzuhalten und deutsch als einzige Gerichtssprache zuzulassen[35].

Die wohl drastischste Germanisierungsmaßnahme war die Ausweisung mehrerer Tausend Polen, die nicht Vollbürger des Reiches waren und sich politisch aktiv zeigten. Zunächst wurden politisch aktive polnische Nationalisten Opfer dieser Maßnahme Bismarcks, die er bereits 1871[36] und 1872[37] in Briefen an den preußischen Innenminister Eulenburg ankündigte. 1885 erreichte die Germanisierungspolitik Bismarcks einen weiteren Höhepunkt, als dieser etwa 32.000 Polen[38], häufig jüdischer Herkunft, die nicht im Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft waren, nach Russland und Österreich auswies. Über die Ausweisung sagte Bismarck später in einer Rede zum Thema Polen: „Wir waren der Überzeugung, dass wir an unseren eigenen Polen genug haben[39].“ Ferner stellte diese Maßnahme für Bismarck eine „vorbeugende“[40] Handlung dar. Eine weitere harte Germanisierungsmaßnahme war die Schaffung einer Ansiedlungskommission im Jahre 1886. Diese Schaffung und das Ansiedlungsgesetz vom 26.4.1886 waren, so Bismarck, eine unmittelbare Reaktion auf die drohende „Polonisierung“ Westpreußens. Gall spricht davon, dass das Gesetz eher ein Angriff auf das Zentrum war, das dieses verhindern wollte und zwar aus wahltaktischen Gründen[41]. Diese Position ist abzulehnen, da das Gesetz eindeutig gegen den polnischen Adel gerichtet war und innenpolitische Parteikämpfe eher eine untergeordnete Rolle gespielt haben müssen. Die Kommission sollte eine „Germanisierung des Bodens“[42] in Westpreußen durchführen. Hierzu sollte gezielt polnisches Land aufgekauft werden und deutschen Siedlern überlassen werden. Um dieses Ziel zu erreichen wurde ein Fond eingerichtet, in den 100 Mio. Mark flossen[43]. Die Kampagne erwies sich allerdings als kompletter Fehlschlag, denn die polnischen Grundbesitzer waren gut organisiert, und so machten die Aufkäufe polnischen Landes insgesamt nur zehn Prozent der Gesamtaufkäufe der Kommission aus[44], der Rest war deutscher Boden, der somit schlicht umverteilt wurde. Die Güterankäufe waren in ihrer Beschaffenheit einzigartig und bildeten den „weitestgehendsten Eingriff in die privaten Besitzverhältnisse“[45] der westpreußischen Großgrundbesitzer. Diese Maßnahme, welche die Besitzverhältnisse neu ordnen sollte, um aus den großen Gütern kleinere Bauernparzellen zu schaffen[46], galt dem polnischen Adel. Dieser war, so die einhellige Meinung der historischen Forschung, für Bismarck der erbittertste Gegner seiner Germanisierungspolitik, wie das nächste Kapitel zeigen soll.

[...]


[1] Brief Bismarcks an seine Schwester Malwine vom 26.3.1861, in: Gesammelte Werke, Band XIV/I, S. 568. Zitiert nach: Rothfels, Hans: Bismarck, der Osten und das Reich, Darmstadt 1962, S. 75.

[2] Dahingehend spricht sich auch Wehler aus, der behauptet, Bismarcks wäre der Hauptverantwortliche für die preußisch-deutsche Polenpolitik von 1862-1890, Siehe: Wehler, Hans-Ulrich: Krisenherde des Kaiserreichs 1871-1918. Studien zur deutschen Sozial- und Verfassungsgeschichte, Göttingen 1979, S. 186.

[3] Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 1861. Clark, Christopher: Preußen. Aufstieg und Niedergang 1600-1947, Bonn 2007, S. 658.

[4] Bismarck: Die Gesammelten Werke, Berlin 1929.

[5] Stolberg-Wernigerode, Albrecht Graf zu: Bismarck-Lexikon: Quellenverzeichnis zu den in seinen Akten, Briefen, Gesprächen und Reden enthaltenen Äußerungen Bismarcks, Stuttgart 1936. Mithilfe dieses Werkes konnte die Ausgabe der Gesammelten Werke von 1929/1930 beinahe lückenlos auf bestimmte Begriffe wie „Polen“ „Adel“ oder „Klerus“ hin untersucht werden. Die Analyse der Neuen Friedrichsruher Ausgabe ergab sich anhand der einleitenden Kommentare zu jedem Schriftstück Bismarcks, die auf den Inhalt der einzelnen Dokumente schließen ließen.

[6] Canis, Konrad: Otto von Bismarck: Gesammelte Werke: Neue Friedrichsruher Ausgabe, Paderborn et al. 2004.

[7] Ullrich, Volker: Otto von Bismarck, Hamburg 1998, S. 100.

[8] Siehe: Wehler, Hans-Ulrich: Krisenherde des Kaiserreichs 1971-1918, S. 186. Und: Wehler, Hans Ulrich: Die Polenpolitik im Deutschen Kaiserreich 1971-1918, in: Politische Ideologien und nationalstaatliche Ordnung: Studien zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts: Festschrift für Theodor Schieler, München und Wien 1968, S. 300.

[9] „In seinen Augen waren die Polen Feinde Preußens“, in: Eyck, Erich: Bismarck und das Deutsch Reich, Zürich 1955, S. 83.

[10] Broszat, Martin: 200 Jahre deutsche Polenpolitik, Frankfurt 1972, S. 132.

[11] Balzer, Brigitte: Die preußische Polenpolitik 1894-1908 und die Haltung der deutschen konservativen und liberalen Parteien unter Berücksichtigung der Provinz Posen, Frankfurt am Main 1990, S. 29.

[12] Rothfels, Hans: Bismarck, der Osten und das Reich, Darmstadt 1962, S. 74.

[13] Broszat, Martin: 200 Jahre deutsche Polenpolitik, S. 130.

[14] Engelberg, Ernst: Bismarck: Das Reich in der Mitte Europas, Berlin 1990, S. 441.

[15] Gall, Lothar: Bismarck: Der weiße Revolutionär, Frankfurt am Main, Berlin, Wien 1980, S. 273f.

[16] Erlass Bismarcks an von Bernstorff vom 28.5.1863, in: Gesammelte Werke, Band I, S. 129.

[17] Zitiert nach: Rothfels, Hans: Bismarck, Der Osten und das Reich, S. 74f.

[18] „Wie unsere Existenz sich gestalten sollte, wenn heute ein neues Königreich Polen sich bildete, das hat noch niemand auszudenken gewagt. Früher war es eine passive Macht, heute aber würde es, unterstützt von anderen europäischen Mächten, ein aktiver Feind sein (…). Tagebucheintrag Bismarcks vom 16.9.1894, In: Worte Bismarcks: Süddeutsche Monatshefte, November 1919, S. 101.

[19] Ebd.

[20] Bismarck, Otto von: Gedanken und Erinnerungen, Stuttgart 1972, S. 235.

[21] „In der Abschwächung des polnischen Elements bei uns [liegt, Broszat] die Verstärkung unserer Bündnisfähigkeit mit Österreich.“, in: Broszat, Martin: 200 Jahre deutsche Polenpolitik, S. 134. Zitiert nach: Behrendt, J: Die polnische Frage und das österreichisch-deutsche Bündnis, in: Archiv für Politik und Geschichte, Jahrgang 1926, Heft 12, S. 701.

[22] Ansprache Bismarcks vor Bewohnern Westpreußens in Varzin vom 23.9.1894, in: Bismarck, Die gesammelten Werke, Band XIII, Berlin 1930, S. 545.

[23] Erlass Bismarcks an von Bernstorff vom 28.5.1863, in: Gesammelte Werke, Band I, S. 129.

[24] Rede Bismarcks vor dem Preußischen Abgeordnetenhaus vom 28.1.1886, in: Bismarck, Die gesammelten Werke, Band XIII, Berlin 1930, S. 157.

[25] Besonders das französisch-polnische Militärbündnis inklusive der Einrichtung polnischer Divisionen innerhalb der französischen Armee unter Napoleon Bonaparte dürfte ihm hier in Erinnerung geblieben sein.

[26] „Wenn die zwei Millionen allein stünden, so würde ich sie nicht fürchten (…), aber in der Anlehnung an andere Staaten, an andere Parteien, die auch den Staat negieren und die ihn auch bekämpfen, da bilden sie eine erkleckliche Macht, eine Majorität, von der ich für die weitere Entwicklung des Deutschen Reiches wenig Heil in Zukunft erblicken kann.“ Rede Bismarcks vor dem Preußischen Abgeordnetenhaus vom 28.1.1886, S. 159. Dieser Abschnitt kann sowohl in Bezug auf Österreich oder Frankreich, aber auch in Bezug auf die katholische Kirche verstanden werden.

[27] Wehler, Hans-Ulrich: Die Polenpolitik im Deutschen Kaiserreich, S. 305.

[28] Wehler, Hans-Ulrich: Krisenherde des Kaiserreichs, S. 187.

[29] „(...) stellten die statistischen Data einen schnelleren Fortschritt der polnischen Nationalität auf Kosten der Deutschen in Posen und Westpreußen außer Zweifel, und in Oberschlesien wurde das bis dahin stramm preußische Element der „Wasserpolacken“ polonisiert.“, in: Bismarck, Otto von: Gedanken und Erinnerungen, Stuttgart 1972, S. 369.

[30] Broszat, Martin: 200 Jahre deutsche Polenpolitik, S. 133.

[31] Rothfels, Hans: Bismarck, der Osten und das Reich, S. 78.

[32] Wehler, Hans-Ulrich: Krisenherde des Kaiserreichs, S. 196.

[33] Siehe: http://de.wikisource.org/wiki/Gerichtsverfassungsgesetz#F.C3.BCnfzehnter_Titel._Gerichtssprache, letzter Zugriff am 02.09.11.

[34] „Sie werden, wie man mir sagte, mit weiteren Anklagen und Klagen zugunsten der polnischen Sprache kommen. Wir werden Ihnen mit Gesetzesvorlagen zugunsten der Förderung der deutschen Sprache entgegentreten.“, In: Broszat, Martin: 200 Jahre deutsche Polenpolitik, S. 135. Zitiert nach: Stenographischer Bericht des Preußischen Abgeordnetenhauses 1872, S. 701.

[35] Brief Bismarcks an alle Minister vom 13.2.1872, in: Otto von Bismarck: Gesammelte Werke, Neue Friedrichsruher Ausgabe, S. 281.

[36] „(...) unverzügliche Ausweisung aller politisch tätigen Personen aus der Stadt und Provinz Posen zu befehlen, welche nicht ihre verfassungsmäßige Berechtigung zu ihrem dortigen Aufenthalt und namentlich ihre Eigenschaft als deutsche Untertanen ganz zweifellos nachzuweisen imstande sind.“ Brief Bismarcks an Eulenburg vom 31.12.1871, in: Otto von Bismarck: Gesammelte Werke, Neue Friedrichsruher Ausgabe, S. 261.

[37] „Es dürfte meines Erachtens genügen, daß ein fremder Pole Literat ist, sich mit Politik beschäftigt oder deine dem preußischen Staate nützliche Beschäftigung nicht zweifellos hat und betreibt, um ihn im Interesse der öffentlichen Sicherheit auszuweisen.“ Brief Bismarcks ans Eulenburg vom 28.4.1872, in: Otto von Bismarck: Gesammelte Werke, Neue Friedrichsruher Ausgabe, S. 334.

[38] Wehler, Hans-Ulrich: Krisenherde des Kaiserreichs, S. 184.

[39] Rede Bismarcks vor dem Preußischen Abgeordnetenhaus vom 28.1.1886, in: Gesammelte Werke, Band XIII, S. 162.

[40] Broszat, Martin: 200 Jahre deutsche Polenpolitik, S. 146.

[41] Gall, Lothar: Bismarck, Der Weisse Revolutionär, S. 664.

[42] Wehler, Hans-Ulrich: Krisenherde des Kaiserreichs, S. 190.

[43] Wehler, Hans-Ulrich: Die Polenpolitik im Deutschen Kaiserreich, S. 304.

[44] Ebd. S. 191.

[45] Bruchhold-Wahl, Hannelore: Die Krise des Großgrundbesitzes und die Güterankäufe der Ansiedlungskommission in der Provinz Posen, in den Jahren 1886-1898, Münster 1980, S. 8.

[46] Ebd. S. 14.

Details

Seiten
24
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656196853
ISBN (Buch)
9783656198031
Dateigröße
573 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v194533
Note
Schlagworte
Otto von Bismarck Bismarck Polenbild Polen Polnische Geschichte

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