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Wirkung von Subventionen

Projektarbeit 2010 19 Seiten

VWL - Mikroökonomie, allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Subventionsbegriff
2.1 Subventionen hinsichtlich des Subventionsberichtes
2.2 Subventionen hinsichtlich der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR)
2.3 Subventionen hinsichtlich des Instituts für Weltwirtschaft

3 Ziele der Subventionsvergabe

4 Wirkungen von Subventionen
4.1 Primäre Wirkungen von Subventionen
4.1.1 Mengen- und Preiswirkungen
4.1.2 Wohlfahrtswirkungen
4.1.3 Allokationswirkungen
4.1.4 Verteilungs- und beschäftigungspolitische Wirkungen
4.2 Nebenwirkungen von Subventionen
4.3 Vergleich gewünschter und erzielter Wirkungen

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Wirkung von Subventionen 1

Abbildung 2: Wirkung von Subventionen 2

1 Einleitung

Subventionen sind ein weit verbreitetes Thema, sowohl in der Politik als auch im Alltag vieler Menschen. Sie sind so gut wie überall auffindbar, im Kulturbereich, im Bildungswesen, im Bereich der Wirtschaftsunternehmen, um nur einige zu nennen.

Gegenwärtig tritt diese Materie immer wieder in den Mittelpunkt, wenn die Rede von der „Wirtschaftskrise“ ist. Zuschüsse werden großzügig verteilt. In allen Medien liest und hört man von der „Abwrackprämie“ und weiteren finanziellen Unterstützungen.

Doch was sind die erhofften Effekte von Subventionen und wie wirken sie generell?

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Begriff und den Wirkungen von Subventionen in der Bundesrepublik Deutschland. Im folgenden Kapitel sollen zur Begriffsklärung die unterschiedlichen Subventionsauffassungen seitens der Bundesregierung, des statistischen Bundesamtes und des Kieler Instituts für Weltwirtschaft voneinander abgegrenzt werden, um so ein erstes Verständnis für die nachstehenden Ausführungen zu erlangen.

Daraufhin werden die gewünschten Auswirkungen von Subventionen betrachtet. Dies geschieht hauptsächlich aus dem Blickwinkel der Regierung.

Im vierten Kapitel werden die Wirkungen des Untersuchungsgegenstandes Subventionen beschrieben. Einerseits werden die primären mikroökonomischen Effekte anhand der Partialanalyse betrachtet, andererseits wird ein Überblick der Nebeneffekte erfolgen. Abschließend zu diesem Kapitel werden die gewollten mit den erlangten Wirkungen kurz verglichen, um eine Aussage über die Zielerreichung der Wirkung zu treffen.

Im letzten Kapitel wird die Arbeit dann resümiert, um schlussendlich ein kurzes Fazit zu präsentieren.

2 Subventionsbegriff

Eine allgemein gültige Definition des Begriffes Subvention existiert nicht. Sowohl in der Literatur als auch in der Praxis weichen die Abgrenzungen voneinander ab und zeigen unterschiedliche Herangehensweisen auf.[1]

Nach Andel sind Subventionen „einseitige Kaufkraftübertragungen ohne Gegenleistungen“.[2]

Andere Autoren hingegen haben eine andere Auffassung und bezeichnen Subventionen alternativ zum Beispiel als „Ausnahmetatbestände, die einzelne Wirtschaftsbereiche begünstigen“.[3]

Die Folgerung dieses Definitionsproblems in der wissenschaftlichen Literatur ist, dass eine genaue Betrachtungsgrundlage zur Erörterung der vorliegenden Fragestellung fehlt.[4]

Im Folgenden sollen zusätzlich die Definitionen verschiedener Institutionen herangezogen werden.

2.1 Subventionen hinsichtlich des Subventionsberichtes

Was der Staat unter Subventionen versteht, wird alle 2 Jahre in Form eines Subventionsberichtes vom Bundesministerium der Finanzen veröffentlicht.

Der Gegenstand dieses Berichtes ist seit 1967 im § 12 des Gesetzes zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft verankert. Hiernach werden Subventionen als Finanzhilfen, welche „Geldleistungen des Bundes an Stellen außerhalb der Bundesverwaltung“[5] sind und Steuervergünstigungen, „die für die öffentliche Hand zu Mindereinnahmen führen“[6], bezeichnet.

Der einundzwanzigste Subventionsbericht der Bundesregierung enthält die Daten für die Jahre 2005 bis 2008. Hier werden die Informationen für die Jahre 2005 bis 2006 als Ist-Werte, für die Jahre 2007 bis 2008 als Soll-Werte angegeben. Für das Jahr 2007 kann ein Subventionsvolumen von 22,443 Mrd. €[7] abgelesen werden.

2.2 Subventionen hinsichtlich der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR)

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht jährlich im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung die Daten über die Höhe der Subventionen. Hiernach sind Subventionen „laufende Zahlungen ohne Gegenleistungen, die der Staat oder Institutionen der Europäischen Union an gebietsmäßige Produzenten leisten“.[8]

Durch diese Definition ergab sich ein höheres Subventionsvolumen im Jahr 2007, als jenes der Bundesregierung, in Höhe von 27,16 Mrd. €.[9]

2.3 Subventionen hinsichtlich des Instituts für Weltwirtschaft

Der hier abgesteckte Begriff der Subventionen ist sehr viel weiter gefasst, als jene der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung und der Bundesregierung.

Er bezieht sich auf spezifische verteilungspolitische und allokativ begründete Maßnahmen.[10]

Das Subventionsvolumen beträgt demnach 143,1 Mrd. €[11] für das Jahr 2007.

Der Grund für den immensen Größenunterschied ist dadurch begründet, dass das Institut auch Zuschüsse für z.B. Krankenhäuser, Kindergärten, Volkshochschulen und Stadtbibliotheken als Subventionen zählt.[12]

Als Fazit kann festgehalten werden, dass unterschiedliche Abgrenzungen und Quantifizierungen vorliegen. Auf diese Differenz muss an dieser Stelle allerdings nicht weiter eingegangen werden, denn die Wirkungen von Subventionen sind gemeinhin unabhängig von der genauen Subventionshöhe.[13]

3 Ziele der Subventionsvergabe

Um die Wirkungen von Subventionen beurteilen zu können, ist es nötig, die gewünschten Effekte zu betrachten.

Aus politischer Sicht werden sich vorwiegend positive Wirkungen versprochen. Nicht selten werden Gründe wie die Förderung von Innovationen und Investitionen, die Unternehmensneugründung und die Absatzförderung vorgetragen.[14]

So ähnlich steht es auch im einundzwanzigsten Subventionsbericht der Bundesregierung. Hier ist z.B. die Rede von Starthilfen, der Beschleunigung zukünftiger Entwicklungen, dem Ausgleich von Wettbewerbsverzerrungen, der Korrektur von Marktergebnissen und der Erleichterung eines Strukturwandels.[15]

Auch in der Literatur werden verschiedene Ziele erwähnt, wie etwa das Retten von Arbeitsplätzen, das Sichern der Forschungszukunft und die Umweltverbesserungen.[16]

Andel führt weitere Ziele an. Zum ersten die Vermeidung sozialer Härten, womit er Arbeitslosigkeit und ihre Folgen meint. Sein zweiter Aspekt bezieht sich auf die Förderung bestimmter Aktivitäten, dazu zählt er z.B. Entwicklung neuer Technologien und die Erhöhung der Auslandsunabhängigkeit. Sein letzter Punkt betrifft die Konfliktmilderung, welcher die Reaktion auf Unzufriedenheiten beschreibt.[17]

4 Wirkungen von Subventionen

4.1 Primäre Wirkungen von Subventionen

4.1.1 Mengen- und Preiswirkungen

Die Wirkungsanalyse von Subventionen in Bezug auf Menge und Preis wird traditionell mittels der mikroökonomischen Partialanalyse[18] vorgenommen. Die Partialanalyse im hier angewendeten Fall ist komparativ-statisch, wobei vollkommene Information angenommen wird. Die Untersuchung kann anhand des vollkommenen atomistischen Wettbewerbs oder des Monopols durchgeführt werden. Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf Ersteres.[19]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Wirkung von Subventionen 1[20]

In der Abbildung 1 ist die Nachfragefunktion durch DD und die Angebotsfunktion durch SS1 dargestellt. Die Angebotsfunktion nach Einführung der Subvention ist mit SS2 gekennzeichnet.[21]

Im Schnittpunkt der Angebotskurve DD1 aller Anbieter eines Gutes und der dazugehörigen Nachfragekurve SS1 dieses Gutes bildet sich die Gleichgewichtsmenge X1 mit dem dazugehörigen Gleichgewichtspreis P1. Dieser Schnittpunkt stellt das natürliche Marktgleichgewicht dar.

Durch die Gewährung der Subvention z verschiebt sich die Angebotskurve nach unten. Folglich sinkt der Marktpreis auf P2 und die Angebotsmenge steigt auf X2. Somit entsteht ein neues Gleichgewicht, aus welchem abgelesen werden kann, dass die Subvention die Produktionsausdehnung und den Verbrauch anregt und gleichzeitig den Preis senkt.[22]

Hieraus kann gefolgert werden, dass Subventionen zu Marktverzerrungen führen, denn die wirtschaftlichen Aktivitäten werden normalerweise durch die relativen Preise gesteuert, welche sich aus Angebot und Nachfrage entwickeln. Durch die Subvention wird auf schädliche Weise in diesen natürlichen Mechanismus eingegriffen und die Informations-, Lenkungs- und Anreizfunktion der relativen Preise geschmälert.[23]

[...]


[1] vgl. Brümmerhoff (2007a, S. 233) – vgl. auch Rester (2000, S. 18)

[2] Andel (1998, S. 274)

[3] Brümmerhoff (2007b, S. 236)

[4] vgl. Rester (2000, S. 24)

[5] Bundesministerium der Finanzen (2007, S. 8)

[6] Bundesministerium der Finanzen (2007, S. 8)

[7] Bundesministerium der Finanzen (2007, S. 12)

[8] Statistisches Bundesamt (2009, D.3)

[9] Statistisches Bundesamt (2009, D.31)

[10] vgl. Sprenger und Rave (2003, S. 26)

[11] Institut für Weltwirtschaft Kiel (2008)

[12] Boss und Rosenschon (1998, S. 8)

[13] Kortmann (2004, S. 462)

[14] vgl. Kortmann (2004, S. 462)

[15] Bundesministerium der Finanzen (2007, S. 8)

[16] Hamer (1996, S. 37)

[17] vgl. Andel (1998, S. 275 bis 276)

[18] Hierbei werden Gleichgewichtszustände aus nur einem Markt einer Volkswirtschaft miteinander verglichen.

[19] vgl. Andel (1970, S. 32)

[20] Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Cezanne (2005, S. 180)

[21] vgl. Cezanne (2005, S. 180)

[22] vgl. Cezanne (2005, S. 180)

[23] vgl. Boss und Rosenschon (2002, S. 32) –vgl. auch Brümmerhoff (2007a, S. 238)

Details

Seiten
19
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656198413
ISBN (Buch)
9783656200093
Dateigröße
513 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v194561
Institution / Hochschule
Universität Rostock
Note
1,7
Schlagworte
wirkung subventionen

Autor

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Titel: Wirkung von Subventionen