Lade Inhalt...

Vegetation und Ökologie von Wiesen auf Friedhöfen im westlichen Sachsen (2008-2011)

Projektarbeit 2011 25 Seiten

Biologie - Botanik

Leseprobe

Zusammenfassung

Es werden Wiesen auf 37 Friedhöfen im westlichen Sachsen untersucht, die sich soziologisch dem Molinio-Arrhenatheretea zuordnen lassen.

Auf den Überhangflächen, auf denen bisher noch keine Bestattungen stattfanden, ist das Arrhenatheretalia elatioris anzutreffen. Für die Höhenlagen von 260 bis 460 Meter über Normalnull (NN) lässt sich das Arrhenatherion elatioris, von 465 bis 630 Meter das Polygono - Trisetion nachweisen.

Einbezogen sind auch Rasenflächen, die bisher bis zu dreißigmal gemäht wurden und auf denen in den letzten Jahren die Mahd nur noch ein- bis zweimal jährlich erfolgte. Diese lassen sich einer Fragmentgesellschaft zuordnen, die soziologisch zwischen dem Arrhenatherion elatioris und dem Cynosurion cristati steht. Des weiteren konnten auf einigen Friedhöfen größere Grünflächen beobachtet werden, auf denen eine Ansaat mit handelsüblichen Grasmischungen erfolgte.

Die ökologische Auswertung beschränkt sich auf Arten, die mindestens eine Stetigkeit von 10 % erreichen. Des weiteren erfolgen Angaben zu Status, Familienzugehörigkeit und der Rote Liste-Arten Sachsens.

In abschließenden Bemerkungen werden die Chancen und Probleme für eine Umwandlung von Rasen in Wiesen und den dabei zu beachtenden Hinweisen zur Pflege dargelegt.

1 Einleitung

Von 2008 bis 2011 untersuchte der Autor auf 37 Friedhöfen die Vegetation von Wiesen, die wesentliche Unterschiede aufwiesen:

- Naturnahe Wiesengesellschaften auf Überhang- oder Reserveflächen, auf denen bisher noch keine Bestattungen stattfanden.
- Ehemalige Rasenflächen, auf denen keine Gräber mehr angelegt werden. Auf diesen Flächen erfolgte eine Umstellung der bei Rasen vorzugsweise hohen Schnittfrequenz auf eine jährlich ein- bis zweimalige Mahd.
- Ansaaten mit handelsüblichen Grasmischungen auf frei gewordenen Flächen, auf denen sich früher Wirtschaftsgebäude und Lagerplätze befanden.

Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, die Vegetation dieser Grünflächen soziologisch und ökologisch zu untersuchen.

Bei allen untersuchten Wiesen erfolgt die Mahd in der Regel ein- bis zweimal im Jahr. Das Mähgut wird entfernt, selbst kompostiert oder in Kompostierungsanlagen entsorgt. Düngungen und Behandlungen mit Herbiziden ließen sich nicht beobachten.

2 Methodik

Bei der Nomenklatur der wissenschaftlichen Namen wird Hardtke & Ihl (2000), bei den Moosen Müller (2004) und bei den Vegetationseinheiten Böhnert et al. (2001) gefolgt. Die Klassifizierung der aufgenommenen Pflanzenbestände erfolgt nach der Methode von Braun-Blanquet (1964). Um die Erfassung eines homogenen Pflanzenbestandes zu gewährleisten, beträgt die Größe der Aufnahmeflächen zwischen 9 und 25 m2.

Die Stetigkeit ist in Prozent angegeben. Auf Stetigkeitsklassen wurde verzichtet. Die Aufnahmen erfolgten überwiegend auf unbeschatteten Flächen.

Alle Berechnungen erfolgten mit dem Programm „BIODAT“ (Hermann et al. 2001).

Die biologisch-ökologischen Auswertungen für die Zeigerwerte Licht-, Temperatur-, Feuch-te-, Reaktions- und Nährstoffzahl basieren auf den „Zeigerwerte (n) von Pflanzen in Mitteleuropa“ nach Ellenberg et al. (1992). Berechnet sind die arithmetischen Mittelwerte.

Bei den Strategie- und Ausbreitungstypen sowie den Lebensformen wird Frank & Klotz (1990), bei den erweiterten Lebensformen Ellenberg (1952), ergänzt durch BIOLFLOR (Klotz et al. 2002), gefolgt. Die Mahd- u. Trittzahlen basieren auf Briemle in Biolfor (Klotz et al. 2002). Berechnet sind die prozentualen Anteile.

3 Untersuchungsgebiet und Standortverhältnisse

Die Untersuchung erstreckte sich über die Naturräume des Altenburg-Zeitzer-Lösshügellandes, des Erzgebirgsbeckens, des Vogtlandes, des Westerzgebirges und des Mittleren Erzgebirges (Bastian & Syrbe o.J.).

Das Klima der unteren Lagen des Untersuchungsgebietes ist feucht bis mäßig feucht, mäßig kühl und meist schwach kontinental sowie vereinzelt mäßig warm ausgeprägt. Die mittleren Berglagen ab 500 m über Normalnull (NN) sind feucht und kühl sowie schwach maritim beeinflusst, die höheren Berg- und Kammlagen sehr feucht, kühl und rau.

Bei der Auswertung sind die jährlichen Niederschläge und Durchschnittstemperaturen auf der Grundlage der Übersichtskarten von Sachsen (Sächsische Landesanstalt für Forsten Graupa): Mittlerer Jahresniederschlag (2000), Messperiode 1961- 1991, 1:300 000 sowie der Karte der Mittleren Jahrestemperatur (2000) berücksichtigt. Die mittleren Jahresniederschläge sind dabei auf 50 mm Niederschläge auf- bzw. abgerundet. Die Angaben zur Höhenlage sind dem Sachsenatlas [1] entnommen.

Tabelle 1 – Niederschläge und Temperaturen des untersuchten Gebietes

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

* nur einmal auftretend

Tabelle 2 – Untersuchte Friedhöfe und deren Einordnung in Höhenstufen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Angaben zur Lage der Vegetationsaufnahmen auf den untersuchten Friedhöfen bezogen auf die Hoch- und Rechtswerte nach Gauß/Krüger befinden sich im Archiv des Verfassers.

Friedhöfe zeichnen sich durch besondere Standortverhältnisse aus. Eine ausführliche Darstellung dazu findet sich bei Thoss (2010).

An dieser Stelle soll deshalb nur eine kurze Zusammenfassung erfolgen. Friedhöfe sind mehr oder weniger abgeschlossene Lebensräume. Bedingt durch den hohen Anteil an Bäumen und Sträuchern kommt es zur Reduzierung der Windgeschwindigkeiten und einem tageszeitlichen Ausgleich der Temperaturen. Ein weiterer Faktor ist das Wärmehaltungsvermögen der Mauern und Grabmale.

Zu diesen besonderen mikroklimatischen Verhältnissen kommen noch die wechselnden Bodenverhältnisse. Nach Graf (1986) sind die Böden, auf denen Bestattungen über viele Jahrzehnte erfolgten, eine anthromorphe Sonderform. Ihre Entstehung basiert auf dem tiefgründigen Umarbeiten der Böden. Graf (1986) bezeichnet diese als Nekrosole.

Die Böden der Überhangflächen, auf denen bisher noch keine Begräbnisse stattfanden, werden vom geologischen Untergrund des jeweiligen Friedhofes gebildet.

4 Soziologie und Ökologie

4.1 Soziologie

Die Kontrolle erstreckte sich auf 83 Friedhöfe. Aber nur auf 37 Friedhöfen ließen sich Wiesen feststellen, die in der vorliegenden Untersuchung soziologisch und ökologisch untersucht wurden. Basis der synsystematischen Zuordnung ist das „Verzeichnis und Rote Liste der Pflanzengesellschaften Sachsens“ (Böhnert et al. 2001).

Die untersuchten Wiesen gehören nach Dierschke (1997) zum Molinio-Arrhenatheretea Tx. 1937 (Wirtschaftsgrünland).

4.1.1 Arrhenatheretalia elatioris (Pawlowski 1928) Tx. 1931 (Tabelle 8)

Die Überhangflächen werden vom Arrhenatheretalia elatioris bestimmt. Der geologische Untergrund [2] der Aufnahmeflächen setzt sich aus entkalkten Löss- und Gehängelehmen, Diabastuff und -konglomeraten, unterschiedlichen Tonschiefern sowie Melaphyr zusammen, die zu mäßig sauren bis schwach saueren Böden verwittern.

In den 29 Vegetationsaufnahmen in einer Höhe von 260 bis 630 Meter über Normalnull kommen 99 Arten vor. Die durchschnittliche Artenzahl beträgt 16,7.

Mit einer Stetigkeit von über fünfzig Prozent sind die Ordnungscharakterarten des Arrhenatheretalia elatioris Veronica chamaedrys, Leucanthemum vulgare agg. und Bellis perennis vertreten.

Von den Klassencharakterarten des Molinio-Arrhenatheretea erreichen Taraxacum officinale agg., Trifolium pratense, Cerastium holosteoides und Poa pratensis agg. eine höhere Dominanz.

4.1.1.1 Arrhenatherion elatioris W. Koch 1926

Die Pflanzenbestände in den Höhenlagen von 260 bis 460 m lassen sich dem Arrhenatherion elatioris zuordnen, das von folgenden Verbandscharakterarten (Stetigkeit jeweils in Prozent) bestimmt wird: Arrhenatherum elatius (100,0), Campanula patula (22,2), Bromus hordeaceus agg. (22,2), Leontodon hispidus (16,7) und Pastinaca sativa (11,1). Die Anzahl der Aufnahmeflächen beträgt 18. Es wurden 82 Arten erfasst, die durchschnittliche Artenzahl der Aufnahmen liegt bei 16,7.

Von den Ordnungscharakterarten des Arrhenatheretalia elatioris kommen nur Leucanthemum vulgare agg. und Bellis perennis auf eine Stetigkeit von über 50 Prozent.

Eine höhere Stetigkeit erreichen die Nährstoffzeiger mit Heracleum sphondylium (22,2), Aegopodium podagraria (11,1) und Anthriscus sylvestris (11,1). Nur einmal vorkommend treten Calystegia sepium, Campanula trachelium, Rumex obtusifolius, Urtica dioica und Viola odorata auf.

Die Magerkeitszeiger spielen mit Campanula rotundifolia, Hieracium aurantiacumum und Potentilla tabernaemontani nur eine geringe Rolle.

4.1.1.2 Polygono-Trisetion Br.-Bl. et Tx. ex Marschall 1947 nom. inv. Tx. et Preising 1951

Das Polygono-Trisetion prägt die untersuchten Wiesen in den Lagen von 465 bis 630 m.

Gesellschaftsbestimmend sind Geranium sylvaticum (100,0), Alchemilla vulgaris agg. (63,6), Phyteuma spicatum (63,6), Bistorta officinalis (54,5), Poa chaixii (36,4), Anemone nemorosa (27,3), Hypericum maculatum (27,3), Cirsium heterophyllum (27,3) und Centaurea pseudophrygia (18,2).

Die Anzahl der Aufnahmeflächen beträgt 11. Es wurden 55 Arten erfasst, die durchschnittliche Artenzahl der Aufnahmen liegt bei 16,7. Die gleiche durchschnittliche Artenzahl des Arrhenatherion elatioris und des Polygono-Trisetion ist rein zufällig.

Bei den Nährstoffzeigern erreichen Aegopodium podagraria (63,6) und Heracleum sphondylium (27,3) eine höhere Stetigkeit. Nur eine geringe Bedeutung haben Silene dioica und Urtica dioica. Der Anteil der Magerkeitszeiger ist mit Hypericum maculatum (27,3) und Campanula rotundifolia (9,1) gering.

Eine Verarmung an diagnostisch wichtigen Arten des Arrhenatherion elatioris und Polygono-Trisetion ist nicht zu übersehen. Das liegt zum einen an der geringen Zahl der Aufnahmen, den unterschiedlichen mikroklimatischen Verhältnissen sowie der Abgeschlossenheit der Friedhöfe und den verhältnismäßig kleinen Flächen, auf denen diese Gesellschaften vorkommen. Schnittfrequenz und Mahdzeitpunkt dürften ebenfalls einen nicht zu unterschätzenden Einfluss haben. Ein Vergleich mit den Gesamtartenzahlen des Grünlandes außerhalb der Friedhöfe wäre deshalb wenig aussagekräftig.

4.1.2 Fragmentgesellschaft des Arrhenatheretalia elatioris(Pawlowski 1928) Tx. 1931 (Tabelle 9)

Auf den Rasen, die gegenwärtig nur noch ein- bis zweimal jährlich gemäht werden, zeichnet sich eine Entwicklung ab, die vermutlich in einigen Jahren zu einem Arrhenatheretalia elatioris führt. Diese ehemaligen Rasen weisen häufig einen bemerkenswerten bunten Blühaspekt auf.

Die pflanzensoziologische Untersuchung umfasst 60 Aufnahmen in den Höhenlagen von 265 bis 900 Meter über Normalnull. Davon entfallen auf die tieferen Lagen von 265 bis 490 Höhenmeter 37, auf die höheren Lagen von 500 bis 900 Meter 23 Aufnahmen. Insgesamt sind 127 Arten erfasst, davon entfallen auf die tieferen Lagen 107, auf die höheren Lagen 89. Die durchschnittliche Artenzahl der Aufnahmen beträgt insgesamt 18,4, in den tieferen 18,3 und in den höheren Lagen 18,5. Da in der Fragmentgesellschaft Arten der Rasen und der Wiesen vorkommen, sind die Artenzahlen geringfügig höher als im Arrhenatheretalia elatioris.

Folgende Abkürzungen finden Verwendung: G = Gesamt, TL = Form der tieferen Lagen, HL = Form der höheren Lagen.

Der gegenwärtige Entwicklungsstand der Fragmentgesellschaft ist aus Tabelle 3 ersichtlich. Gräser und Kräuter sind getrennt dargestellt. Die Differenz weist die Unterschiede von den tieferen zu den höheren Lagen aus.

Größere Differenzen lassen sich bei den Ordnungscharakterarten des Arrhenatheretalia elatioris feststellen. In den tieferen Lagen (TL) sind es Bellis perennis, Achillea millefolium, Luzula campestris und Leontodon autumnalis, in den höheren Lagen (HL) Vicia sepium, Alchemilla vulgaris agg. und Campanula rotundifolia.

Tabelle 3 – Stetigkeitsvergleich der Fragmentgesellschaft

O Arrhenatheretalia elatioris

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bei den Klassencharakterarten des Molinio-Arrhenatheretea dominieren in den tieferen Lagen Cerastium holosteoides, Trifolium pratense und Ranunculus repens, in den höheren Lagen Hypericum maculatum und Ajuga reptans.

Beachtliche Unterschiede gibt es bei den Gräsern. In den höheren Lagen nimmt vor allem die Stetigkeit von Festuca rubra agg und Anthoxanthum odoratum zu. Holcus lanatus dagegen bevorzugt die tieferen Lagen. Arrhenatherum elatius erreicht nur eine verhältnismäßig geringe Stetigkeit. Es dominieren die mittelwüchsigen Gräser.

Die Nährstoffzeiger sind vor allem durch Aegopodium podagraria (TL: 18,9; HL: 43,5) und Heracleum sphondylium (TL: 43,2; HL: 34,8) stärker vertreten. Mit weitaus geringerer Stetigkeit treten Poa annua (TL: 8,1; HL: 13,0), Arctium minus (TL: 2,7; HL: -), Artemisia vulgaris (TL: 2,7; HL: -), Campanula trachelium (TL: 5,4; HL: 4,3), Lamium album (TL: 2,7; HL: -), Rumex obtusifolius (TL: 8,1; HL: 4,3), Sambucus nigra (TL: -; HL: 4,3), Stellaria media (TL: 2,7; HL: -), Urtica dioica (TL: -; HL: 4,3) und Viola odorata (TL: 5,4 ; HL: 4,3) in Erscheinung.

Die Magerkeitszeiger sind mit Campanula rotundifolia (TL:13,5; HL : 34,8) , Hieracium pilosella (TL: 13,5; HL: 13,0), Hieracium aurantiacum (TL: 2,7; HL: 34,8), Rumex acetosella (TL: 2,7; HL: 17,4), Hypericum maculatum (TL: 2,4); HL: 30,4), Erigeron acris (TL: 2,7; HL: - ), Hieracium lachenalii (TL: - ; HL: 4,3), Pimpinella saxifraga (TL: 8,1; HL: -) und Potentilla erecta (TL: - ; HL: 4,3) vertreten.

Dabei zeigt sich, dass vor allem bei Campanula rotundifolia, Hieracium aurantiacum, Hypericum maculatum und Rumex acetosella die Stetigkeit in den höheren Lagen aufallend zunimmt.

Tabelle 4 – Stetigkeitsvergleich ausgewählter Arten der Rasen des Crepido capillaris-Festucetum rubrae mit der Fragmentgesellschaft des Arrhenatheretalia elatioris

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

* Assoziationscharakterarten des Crepido capillaris-Festucetum rubrae

Die untersuchte Fragmentgesellschaft lässt sich synsystematisch zwischen dem Arrhenatheretalia elatioris und dem Cynosurion cristati einordnen. Sie wird in eine Ausbildungsform der tieferen (265-490 m über NN) und eine der höheren Lagen (500-900 über NN) unterschieden.

Interessant ist ein Vergleich der Stetigkeiten des Crepido capillaris-Festucetum rubrae, das der Autor 2010 untersuchte (Thoss 2010), mit der Fragmentgesellschaft des Arrhenatheretalia elatioris. Auswählt sind dabei Arten, außer Veronica filiformis, mit einer Stetigkeit ab 20 % aus dem Crepido capillaris-Festucetum rubrae. Einen Überblick dazu gibt Tabelle 4.

4.1.3 Ansaaten mit Dactylis glomerata und Lolium perenne(Tabelle 10)

Auf einigen Friedhöfen lassen sich Grünflächen beobachten, die nach Auskunft des Friedhofspersonals ein Alter von zwei bis fünf Jahren haben. Vorher befanden sich dort alte Gebäude, die abgerissen wurden oder Ablagerungsflächen für anfallende Abfälle. In die Untersuchung einbezogen sind nur Flächen mit einer Größe über 100 m2. Eine Ansaat erfolgte mit Dactylis glomerata und Lolium perenne. In den 7 Vegetationsaufnahmen in einer Höhe von 245 bis 510 Meter über Normalnull kommen 70 Arten vor. Die durchschnittliche Artenzahl der Aufnahmen beträgt 17,4.

Außer den beiden Gräsern erreichen von den Klassencharakterarten des Molinio-Arrhenatheretea eine höhere Stetigkeit: Poa pratensis agg. (85,7), Vicia sepium (71,4), Taraxacum officinale agg. (71,4), Trifolium pratense (71,4), Trifolium dubium (57,1) und Trifolium repens (57,1), bei den Begleitern sind es Plantago lanceolata (57,1), Rumex obtusifolius (57,1) und Festuca rubra agg. (42,9).

Vorherrschend bei den wenigen Nährstoffzeigern ist Rumex obtusifolius (57,1). Nur einmal sind Aegopodium podagraria, Calystegia sepium, Galium aparine, Poa annua und Viola odorata vertreten. Auch die Magerkeitszeiger kommen mit Campanula rotundifolia; Hieracium aurantiacum und Rumex acetosella nur in geringer Zahl vor.

4.2 Ökologie

Es werden Status, Familienzugehörigkeit und die Rote Liste-Arten Sachsens ausgewiesen (Tabelle 5) sowie Licht-, Temperatur-, Reaktions- und Nährstoffzahlen, Strategietypen, Ausbreitungsarten und Lebensformen berechnet (Tabelle 6)

Betrachtet man den Status der untersuchten Arten, so ist vor allem bei den Indigenen der Anteil in der Fragmentgesellschaft des Arrhenatheretalia elatioris der höheren Lagen am größten, am niedrigsten in der Fragmentgesellschaft des Arrhenatheretalia elatioris der tieferen Lagen.

Der Anteil der Neophyten dagegen erreicht in den Ansaaten, im Arrhenatherion elatioris und in der Fragmentgesellschaft des Arrhenatheretalia elatioris der tieferen Lagen höhere Anteile. Durch Pflegemaßnahmen auf den Friedhöfen, insbesondere der wechselnden Bepflanzungen der Grabstellen, kommt es vor allem durch anhaftende Diasporen zur Einschleppung von Neophyten. Aber auch kultivierte Arten wie zum Beispiel Aquilegia spec., Crocus spec., Galanthus nivalis, Muscari armeniacum, Narcissus pseudonarcissus samen aus, siedeln meist aber nur episodisch in den angrenzenden Gesellschaften.

Die Asteraceae, artenreichste Familie der Flora Deutschlands, die Poaceae und die Fabaceae sind die am häufigsten vorkommenden Familien. Der Gräser-Anteil ist im Polygono-Trisetion am höchsten, dagegen haben die Fabaceaen bei den Ansaaten den größeren Anteil.

Die Rote Liste-Arten (Schulz 1999) sind wie folgt vertreten.

Stark gefährdet (2): Listera ovata; Gefährdet (3) Centaurea pseudophrygia, Epipactis helleborine; Vorwarnliste: Geranium sylvaticum, Hieracium caespitosum, Phyteuma nigrum, Poa chaixii, Potentilla tabernaemontani, Primula elatior, Sanguisorba officinalis.

Listera ovata wurde auf dem Friedhof in Beerheide beobachtet, wo sie zum Zeitpunkt der Aufnahme von der Mahd verschont war. Epipactis helleborine ist auf dem Hauptfriedhof Zwickau (Kosmale 2009) in großen Beständen auf Wiesenflächen und zwischen den Grabstellen anzutreffen.

Tabelle 5 – Status, Familienzugehörigkeit und Rote Liste-Arten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Erläuterungen zu den Vegetationseinheiten:

1 Arrhenatherion elatioris
2 Polygono-Trisetion
3 Fragmentgesellschaft des Arrhenatheretalia elatioris der tieferen Lagen
4 Fragmentgesellschaft des Arrhenatheretalia elatioris der höheren Lagen
5 Ansaaten mit Dactylis glomerata und Lolium perenne

Die Auswertung ausgewählter ökologischer Zeigerwerte (Tabelle 6) bezieht sich nur auf Arten, die eine Stetigkeit von 10 % und mehr erreichen, da es sonst zu Verfälschungen kommen kann. Die Artenzahl weist auf die jeweils berechneten Werte hin, in der Klammer steht die Gesamtartenzahl der jeweiligen Vegetationseinheit.

Tabelle 6 – Übersicht der Berechnung ausgewählter Zeigerwerte

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Erläuterungen zu den Vegetationseinheiten:

1 Arrhenatherion elatioris
2 Polygono-Trisetion
3 Fragmentgesellschaft des Arrhenatheretalia elatioris der tieferen Lagen
4 Fragmentgesellschaft des Arrhenatheretalia elatioris der höheren Lagen
5 Ansaaten mit Dactylis glomerata und Lolium perenne

Betrachtet man die Auswertung der Zeigerwerte, so sind überraschenderweise nur geringe Unterschiede erkennbar.

Die Auswertung der Lichtzahlen zeigt, dass vorrangig den Halbschatten liebende Pflanzen vorkommen, die Schatten bis 30 % tolerieren.

Bei den Temperaturzahlen überwiegen die Mäßigwärmezeiger. Geringfügige Abweichungen sind in Gesellschaften in Lagen über 500 m über Normalnull zu erkennen.

Die Feuchtezahlen kennzeichnen die Böden als frisch. Im Polygono-Trisetion sind die Werte geringfügig etwas höher. Die Reaktionszahl, die die Nährstoffverfügbarkeit für die Pflanzen im Boden charakterisiert, zeigt mäßigsaure- bis schwachsaure-/schwachbasische Böden an. Ebenfalls geringe Unterschiede lassen sich bei den Nährstoffzahlen feststellen, die mäßig stickstoffreiche bis stickstoffreiche Verhältnisse ausweisen. Einen gewissen Einfluss haben sicher auch die Fabaceae, die mit ihren Wurzelknöllchen die symbiontische Stickstofffixierung der Humusauflage beeinflussen. Hinzu kommt der aktuelle atmosphärische Stickstoffeintrag, der für das untersuchte Gebiet jährlich 15 bis 21 Kilogramm beträgt (Waldzustandsbericht für Sachsen 2009). Die Böden der Friedhöfe, die nach Graf (1986) eine anthromorphe Sonderform darstellen und der geologische Untergrund haben vermutlich nur einen geringen Einfluss auf die Nährstoffverhältnisse.

Wie aus dem Strategieverbreitungsspektrum der Flora Deutschlands (Klotz et al. 2002) hervorgeht, haben die Konkurrenzstrategen und die Konkurrenz-Stress-Ruderal-Strategen den höchsten Anteil. Beide Typen nehmen auch in den untersuchten Gesellschaften eine führende Stellung ein. Zu den Konkurrenzstrategen zählen konkurrenzstarke und langlebige Arten, die an die Störungen durch die Mahd gut angepasst sind. Das zeigt sich durch die höheren prozentualen Anteile im Arrhenatherion elatioris und Polygono-Trisetion.

Meist kleinwüchsige Rosettenpflanzen bilden die Gruppe der Konkurrenz-Stress-Ruderal-Strategen, die eine intermediäre Stellung einnehmen. Die höheren prozentualen Anteile bei den Fragmentgesellschaften und den Ansaaten weisen hier auf den gegenwärtigen Entwicklungsstand dieser Gesellschaften hin. Eine untergeordnete Stellung nehmen Stressstrategen, Konkurrenz - Ruderal - Strategen und Konkurrenz - Stress - Strategen ein.

Stress-Ruderal-Strategen, meist kurzlebige einjährige Pflanzen, die vor allem in Pioniergesellschaften auftreten, fehlen vollständig. In den untersuchten Rasen der Friedhöfe (Thoß 2010) haben dagegen die Konkurrenzstrategen einen geringeren, die Konkurrenz-Stress-Ruderal-Strategen einen höheren Anteil.

Einen wesentlichen Einfluss bei der Besiedlung neuer Standorte hat die Art der Ausbreitung, die meist auf der Einwirkung mehrerer Ausbreitungsvektoren beruht. Die Windausbreitung hat dabei den größten Anteil gefolgt von der Klett- und Selbstausbreitung. Die anderen Ausbreitungsarten spielen nur eine untergeordnete Rolle. Lamium argentatum, die einzige Art in den Gesellschaften, die durch Menschen verbreitet wird, hat nur eine geringe Stetigkeit und ist deshalb in der Übersicht nicht berechnet.

Erwartungsgemäß dominieren bei den Lebensformen die Hemikryptophyten. Dabei überwiegen vor allem die Hemikryptophyta rosulata (rosettenbildende Kriechpflanzen), die Hemikryptophyta reptantia rhizomatosa (Kriechpflanzen mit unterirdischen Ausläufern) und die Hemikryptophyta caespitosa (horstförmigen Kriechpflanzen). Hemikryptophyten, die sich keinem besonderen Typ zuordnen lassen, haben einen durchschnittlichen Anteil von ca. 11 Prozent. Die Hemikryptophyta reptantia stolonifera (Kriechpflanzen mit oberirdischen Ausläufern) und Hemikryptophyta scaposa (schaftförmige Kriechpflanzen) spielen eine untergeordnete Rolle.

Tabelle 7 zeigt das Vorkommen der Arten in den untersuchten Gesellschaften, die zu den Hemikryptophyta caespitosa, Hemikryptophyta rosulata und Hemikryptophyta reptantia rhizomatosa gehören.

In allen untersuchten Gesellschaften kommen Alchemilla vulgaris agg., Anthoxanthum odoratum, Bellis perennis, Dactylis glomerata, Festuca rubra agg., Leucanthemum vulgare agg., Luzula campestris, Plantago lanceolata, Poa pratensis agg., Taraxacum officinale agg. und Trifolium pratense vor. Die meisten Arten sind bei den Ansaaten zu beobachten.

Der Anteil der Therophyten ist bei den Ansaaten am höchsten gefolgt vom Arrhenatherion elatioris. Ein relativ starker Rückgang ist beim Polygono-Trisetion zu verzeichnen.

Die Geophyten sind im Arrhenatherion elatioris, im Polygono-Trisetion und den Ansaaten am häufigsten, bei den Fragmentgesellschaften dagegen deutlich geringer vertreten.

Ein niedriger Anteil lässt sich bei den krautigen Chamaephyten, Phanerophyten und Lianen beobachten. Holzige Chamaephyten, Nanophanerophyten, Hydrophyten, Epiphyten, Voll - und Halbparasiten sowie Saprophyten fehlen vollständig.

Tabelle 7 – Vorkommen der Arten der Hemikryptophyta caespitosa, Hemikryptophyta rosulata und Hemikryptophyta reptantia rhizomatosa in den einzelnen Gesellschaften

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Erläuterungen zu den Vegetationseinheiten:

1 Arrhenatherion elatioris
2 Polygono-Trisetion
3 Fragmentgesellschaft des Arrhenatheretalia elatioris der tieferen Lagen
4 Fragmentgesellschaft des Arrhenatheretalia elatioris der höheren Lagen
5 Ansaaten mit Dactylis glomerata und Lolium perenne

Die Auswertung der Mahdzeigerwerte zeigt, dass die Arten mäßig bis gut schnittverträglich sind, während die Trittzahlen auf mäßig trittverträgliches Verhalten hinweisen.

5 Danksagung

Mit Herrn PD Dr. Ing. habil. H. Sänger (Crimmitschau) diskutierte ich die gesamte Arbeit, aber vor allem Probleme zur Ökologie. Für die kritische Durchsicht des Manuskripts danke ich ihm ganz herzlich.

6 Bemerkungen zur Pflege von Wiesen auf Friedhöfen

Mahd und Weide sind wesentliche Voraussetzungen für die Erhaltung von Wiesen.

Ausführliche Untersuchungen vor allem zur Mahd haben u. a. Luy & Schwab (2002) durchgeführt. Einige wesentliche Schwerpunkte sollen nachfolgend genannt werden.

Das Mikroklima (Lichtfaktor, Temperaturschwankungen, Wirkung des Windes und die damit verbundene Änderung der Luftfeuchte) ist durch die Mahd ständigen Veränderungen unterworfen. Artenzusammensetzung und Artenvielfalt werden von den Standortbedingungen und dem jeweiligen Pflegemanagement bestimmt. Wichtig dabei sind Häufigkeit und Zeitpunkt der Mahd. Je seltener diese erfolgt und je weiter der Abstand zwischen zwei Mahden ist, umso mehr haben die Pflanzen Zeit zum Wachsen, Blühen und zur Samenreife. So dauert bei Pflanzen mit langsamer Entwicklung die Samenreife bis zu einem Vierteljahr.

Der Artenreichtum der untersuchten Gesellschaften wird weiterhin beeinflusst von der Größe der Wiesenflächen. Im untersuchten Gebiet liegt deren Größe meist unter einem halben Hektar. Weiterhin ist das Artenspektrum auch von der jeweiligen Höhenlage des Standortes abhängig, da mit steigender Höhenlage die Temperaturen sinken und die Niederschläge zunehmen. Bei nur einer jährlichen Mahd kann es auf nährstoffreichen Standorten zur Dominanz hochwüchsiger Gräser kommen. Der Anteil der Kräuter und deren bunter Aspekt geht dabei zurück. Die gleichen Folgen hat eine Mahd Mitte Mai. Je nach Schnitthöhe am Mähgerät erfolgt bei zu tiefer Einstellung ein Abrasieren von Grashorsten und anderen Erhebungen. Als Folge kann es vor allem in den Sommermonaten zum regelrechten Verbrennen der Vegetation kommen.

Die Forderungen von Naturschutzverbänden und anderen Interessengruppen nach einer Umwandlung von Rasenflächen in bunte und artenreiche Wiesen ist sicher berechtigt, die Umsetzung dagegen allerdings differenziert zu betrachten und oft mit Problemen verbunden.

Nach Beobachtungen des Autors werden Wiesen auf Friedhöfen keinesfalls von allen Besuchern, besonders im ländlichen Bereich, akzeptiert. Althergebrachte Vorstellungen von Pflege und Ordnung sind noch tief verwurzelt. So wird oft gefordert, dass auf einem Friedhof der Rasen kurz zu halten ist. „Wildwuchs“ ist verpönt. Regelmäßig geschnittene Rasen vermitteln einen „gepflegten“ Eindruck. Die Friedhofsverwaltungen stehen dabei meist zwischen den Interessengruppen. Gleichwohl beobachtet man da und dort auch buntblühende und ästhetisch ansprechende kleinere Wiesenreste, die für wenige Wochen von der Mahd verschont bleiben. Es scheint sich also doch ein Wandel anzubahnen.

Zu berücksichtigen bei der Betrachtung des Problems der Pflege ist die finanzielle Ausstattung der Friedhöfe. Besonders bei im kirchlichen Besitz befindlichen Begräbnisstätten sind die finanziellen Mittel sehr begrenzt, Friedhöfe im städtischen Besitz haben gegenwärtig noch einen größeren finanziellen Spielraum.

Über die Kosten für die Pflege der Grünflächen und die Entsorgung des Mähgutes geben ebenfalls Luy & Schwab (2002) wichtige Hinweise. Diesbezügliche Unterschiede ergeben sich nicht nur aus der Anzahl der Mähgänge, sondern auch aus dem Schwierigkeitsgrad des Geländes. Gleichfalls nicht zu vernachlässigen ist der Energieverbrauch der Mähgeräte und deren Wartungsaufwand.

Auch Kunick (1983) geht auf die Kosten ein und meint:“Die gleichzeitige Erwartung, dass eine Verringerung der Schnittfrequenz zugleich automatisch die Pflegekosten verringert, dürfte hingegen oft unzutreffend sein. Die hängt von betriebstechnischen und organisatorischen Faktoren ab, die von Ort zu Ort sehr unterschiedlich sein können.“

Weiterhin stellt er in seinen Ausführungen abschließend fest, dass „ Die anfänglich bei einem Teil der Bevölkerung, aber auch innerhalb der Gärtnerschaft wohl aufkommende Verständnislosigkeit über die Duldung solchen wilden Bewuchses lässt sich sicher durch kontinuierliche Information abbauen,...“ Eine positive Vorreiterrolle hat diesbezüglich der Hauptfriedhof der Stadt Zwickau. Auf einer großen Hinweistafel wird dort das Augenmerk der Besucher auf den Schutz der Breitblättrigen Stendelwurz (Epipactis helleborine) gelenkt, die in großer Zahl auf Rasen, Wiesen und zwischen Gräbern von Juni bis August blüht. Eine Hinweistafel weist auf den Schutz dieser Orchidee hin und erläutert, welche Pflegemaßnahmen zur Erhaltung erforderlich sind.

Den sich abzeichnenden Wandel bei der Friedhofskultur und neue Wege für die Zukunft zeigen u.a. Mies (2002) und Wahl (2007) ausführlich in ihren umfangreichen Arbeiten auf.

7 Quellenverzeichnis

Bastian, O. & Syrbe, R.-U. (o.J.): Naturräume in Sachsen – eine Übersicht. Landschaftsgliederungen in Sachsen. Hrsg: Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V. Dresden.

Böhnert, W., Gutte, P. & Schmidt, P. (2001): Verzeichnis und Rote Liste der Pflanzengesellschaften Sachsens. Materialien zu Naturschutz und Landschaftspflege. Hrsg. Sächsisches Landesamt für Umwelt u. Geologie. Dresden.

Braun-Blanquet, J. (1964): Pflanzensoziologie – Grundlage der Vegetationskunde. Wien-New York (Springer). 2., umgearbeitete und vermehrte Auflage.

Dierschke, H. [Bearb.] 1997: Molinio-Arrhenatheretea (E 1). Synopsis der Pflanzengesellschaften Deutschlands. H. 3. Kulturgrasland und verwandte Vegetationstypen.Teil 1: Arrhenatheretalia. Wiesen und Weiden frischer Standorte. Göttingen.

Ellenberg, H. (1952): Wiesen und Weiden und ihre standörtliche Bedeutung. Ulmer. Stuttgart.

Ellenberg, H., Düll, R., Wirth, V., Werner, W. & Paulissen, D. (1992): Zeigerwerte von Pflanzen in Mitteleuropa. 2. verbesserte und erweiterte Auflage. Scripta Geobotanica XVIII. Götze KG Göttingen.

Frank, D. & Klotz, S. (1990): Biologisch-ökologische Daten zur Flora der DDR. 2. völlig neu bearbeitete Auflage. Halle (Saale).

Graf, A. (1986): Flora und Vegetation der Friedhöfe in Berlin (West). Verh. Berl. Bot.Ver. 5. Berlin.

Hardtke, H.-J. & Ihl, A. (2000): Atlas der Farn- und Samenpflanzen Sachsens. Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie. Materialien zu Naturschutz und Landschaftspflege. Dresden.

Hermann, E., Kunze, C., Sänger, H. & Thoss, W. (2001): Problemorientierte Auswertung biologischer Daten mit den Computerprogrammen BioMap, BioDat und RecuSim. Artenschutzreport (Jena) 11: 76-80.

Klotz, S., Kühn, I. & Durka, W. (2002): BIOLFLOR – Eine Datenbank mit biologisch-ökologischen Merkmalen zur Flora von Deutschland. Bundesamt für Naturschutz. Bonn-Godesberg.

Kosmale, S. (2009): Naturschutz auf Friedhöfen – Möglichkeit und Chance. Mitteilungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz e.V. 1/2009: 39-41.

Kunick, W. (1983): Ökologische Bedeutung naturnäherer Gras- und Rasenflächen. Das Gartenamt 32: 26-29.

Luy, M. & Schwab, U. (2002): http://www.glus.org/download/mb_fach.doc. München blüht. Ein Projekt für mehr Blumenwiesen in München. Abgerufen: 11.01. 2012.

Mies, J. (2002): Neue Wege für Friedhöfe in Großstädten. Entwicklung der Bestattungsplätze vom 20. in das 21. Jahrhundert in den neuen Bundesländern. Dresden. 203 S. TU Dresden, Fakultät Architektur (Hrsg.).

Müller, F. (2004): Verbreitungsatlas der Moose Sachsens. lutra-Verlag. Tauer.

Schulz, D. (1999): Rote Liste Farn- und Samenpflanzen. Materialien zu Naturschutz und Landschaftspflege. Hrsg. Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie. Abt. Natur- und Landschaftsschutz, Referat Landschaftspflege, Artenschutz. Dresden.

Thoss, W. (2010): Vegetation und Ökologie ausgewählter Rasen auf Friedhöfen im westlichen Sachsen. In Sächs. Florist. Mitt. H 13:3-26.

Wahl, H. (2007): Friedhöfe im Wandel – Bedeutung, Potenziale und Strategien aus Sicht der Raumplanung. Abschlussarbeit MAS ETH in Raumplanung. Eidgenössische Technische Hochschule Zürich. Swiss Federal Institute of Technology Zurich.

Waldzustandsbericht 2009. Hrsg: Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft. 1. Auflage. Dresden.

Folgende Karten wurden verwendet:

Übersichtskarte von Sachsen: Mittlerer Jahresniederschlag (2000), Messperiode 1961- 1991, 1:300 000, Sächsische Landesanstalt für Forsten Graupa.

Übersichtskarte von Sachsen: Mittlere Jahrestemperatur (2000), 1:300 000, Sächsische Landesanstalt für Forsten Graupa.

Internet:

[1] http://www.atlas.sachsen.de/gps/sachsenatlas.jsp. Abgerufen: 30. 11. 2011.
[2] http://www.deutschefotothek.de/?MEDIA_KARTEN#|2. Abgerufen: 15.12. 2010

8 Anhang

Vegetationsaufnahmen

- Tabelle 8 – Arrhenatheretalia elatioris (Pawlowski 1928) Tx. 1931(Frischwiesen und Frischweiden)

- Tabelle 9 — Fragmentgesellschaft des Arrhenatheretalia elatioris (Pawlowski1928) Tx. 1931 (Frischwiesen und – weiden)

- Tabelle 10 – Ansaaten mit Dactylis glomerata und Lolium perenne

Bildteil

Alle Fotos: Wolfgang Thoß

Tabelle 8 – Arrhenatheretalia elatioris (Pawlowski 1928) Tx. 1931

(Frischwiesen und Frischweiden)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nr. 1 = Arrhenatheretalia elatioris

Nr. 2 = Arrhenatherion elatioris

Nr. 3 = Polygono-Trisetion

Nur einmal vorkommend:

V Arrhenatherion elatioris (Glatthafer-Frischwiesen):

Arabis glabra, Calystegia sepium, Campanula rotundifolia, Campanula trachelium, Epilobium montanum, Galanthus nivalis, Galium album, Galium odoratum, Geranium robertianum, Geum urbanum, Glechoma hederacea, Hieracium aurantiacum, Hieracium murorum, Hypericum perforatum, Lamium argentatum, Lamium purpureum, Linaria vulgaris, Lotus corniculatus, Medicago lupulina, Myosotis arvensis, Myosotis sylvatica, Ornithogalum umbellatum agg., Potentilla reptans, Potentilla tabernaemontani, Quercus robur, Rumex obtusifolius, Sanguisorba officinalis, Senecio jacobaea, Stellaria graminea, Trisetum flavescens, Urtica dioica, Veronica serpyllifolia, Viola odorata.

V Polygono-Trisetion (Goldhafer-Bergwiesen):

Achillea millefolium, Ajuga reptans, Campanula rotundifolia, Centaurea montana, Fragaria x ananassa, Galium saxatile, Hesperis matronalis, Holcus lanatus, Lamium argentatum, Leontodon autumnalis, Leontodon hispidus, Leontodon hispidus, Lolium perenne, Lysimachia nummularia, Ornithogalum umbellatum agg., Phleum pratense, Rubus idaeus, Silene dioica, Trifolium dubium, Urtica dioica, Veronica arvensis, Vicia cracca.

Tabelle 9 — Fragmentgesellschaft des Arrhenatheretalia elatioris (Pawlowski 1928) Tx. 1931 (Frischwiesen und – weiden)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

G = Gesamt, TL = Form der tieferen Lagen, HL = Form der höheren Lagen.

Nur einmal vorkommend:

Tiefere Lagen:

Arabidopsis thaliana +, Arctium minus r, Artemisia vulgaris r, Carex muricata agg. 1, Centaurea pseudophrygia 1, Cerastium arvense 1, Cerastium tomentosum +, Crocus spec. r, Epipactis helleborine agg. 1, Erigeron acris r, Festuca pratensis 1, Filipendula ulmaria +, Hieracium murorum +, Hieracium spec. +, Lamium album +, Medicago lupulina 2, Muscari armeniacum r, Ornithogalum umbellatum agg. +, Persicaria amphibia +, Silene flos-cuculi +, Solidago canadensis r, Stellaria media agg. +, Tussilago farfara +, Vicia tetrasperma +.

Höhere Lagen:

Aquilegia spec. 1, Athyrium filix-femina +, Cirsium palustre r, Deschampsia cespitosa +, Galium saxatile 1, Hieracium lachenalii r, Lapsana communis r, Listera ovata r, Luzula luzuloides 2, Potentilla erecta r, Prunella vulgaris +, Sambucus nigra +, Sorbus aucuparia +, Urtica dioica +, Veronica filiformis 1, Viola tricolor +.

Tabelle 10 – Ansaaten mit Dactylis glomerata und Lolium perenne

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Größe aller Aufnahmen 25 m2.

Herkunft der Aufnahmen von folgenden Friedhöfen:

Nr. 1: Niederschindmaas; Nr. 2: Mosel, Nr. 3: Kirchberg; Nr. 4: Neustädtel; Nr. 5: Eibenstock; Nr. 6: Reinsdorf; Nr. 7: Markneukirchen.

Nur einmal vorkommend:

Aufnahme 1: Achillea millefolium 1, Bromus hordeaceus agg. +, Leontodon autumnalis +, Matricaria recutita r, Poa annua +, Ranunculus repens +.

Aufnahme 2: Acer platanoides +, Arrhenatherum elatius +, Hieracium aurantiacum +, Lathyrus pratensis +, Quercus robur r.

Aufnahme 3: Aegopodium podagraria 1, Ajuga reptans +, Arabidopsis thaliana +, Cerastium glomeratum +, Lotus corniculatus +, Luzula campestris +, Rumex acetosella +, Solidago canadensis r, Veronica arvensis +, Veronica serpyllifolia +.

Aufnahme 4: Fragaria x ananassa r, Geranium sylvaticum 1, Lysimachia punctata +, Myosotis sylvatica +, Phyteuma spicatum +, Pulmonaria officinalis agg. +, Sedum spurium +, Viola odorata +.

Aufnahme 5: Calystegia sepium 1, Lapsana communis 1, Ranunculus repens 1.

Aufnahme 6: Agrostis capillaris 2, Calamagrostis epigejos +, Cirsium arvense 2, Equisetum arvense +, Equisetum arvense +, Medicago lupulina 1, Potentilla reptans 1, Prunella vulgaris 2, Crepis capillaris +.

Aufnahme 7: Campanula rotundifolia +, Centaurea montana 2, Deschampsia flexuosa 1, Epilobium montanum +, Galium aparine +, Holcus lanatus +, Lysimachia nummularia 2, Myosotis arvensis +, Primula elatior +, Veronica chamaedrys +.

BildteilPflanzenarten der untersuchten Gesellschaften

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Epipactis helleborine Hauptfriedhof Zwickau

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Geranium sylvaticumFriedhof Schneeberg

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Leucanthemum vulgare agg.Friedhof Wernsdorf

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Muscari armeniacumFriedhof Bockwa

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Listera ovata Friedhof Beerheide

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Hieracium aurantiacum Friedhof Carlsfeld

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Vegetation und Ökologie von Wiesen auf Friedhöfen im westlichen Sachsen (2008-2011)