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Der Pädagoge Friedrich Fröbel

Seminararbeit 2002 23 Seiten

Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Biographie von Friedrich Fröbel

3 Die Theorie des Spiels

4 Die Spielgaben

5 Die Mutter – und Koselieder

6 Die Bildungsbereiche Fröbels
6.1 Die Körperbildung
6.2 Die Sinnesbildung
6.3 Die Gefühls- und Sozialbildung
6.4 Die Willensbildung
6.5 Die Aufmerksamkeits- und Konzentrationsbildung
6.6 Die Sachlichkeitsbildung
6.7 Die Phantasiebildung

7 Schluss

8 Quellenangabe

9 Anhang

1 Einleitung

Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit dem Pädagogen Friedrich Fröbel, der Anfang des 19. Jahrhunderts lebte und wirkte. Sein Anliegen an die Gesellschaft, sich um Kleinkinder zu kümmern, ist besonders in der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken, denn Fröbel erfand und plante den Kindergarten. Eine Einrichtung, die auch außerhalb Deutschlands alltäglich ist.

Im Folgenden soll kurz auf die verschiedenen Stationen im Leben des Pädagogen eingegangen werden. Darauf folgen einige Punkte, die seine Spieltheorie ausmachen. Gleich im Anschluss daran wird auf die von ihm erfundenen Spielgaben eingegangen.

Weiter soll kurz eines seiner wie es heißt, schönsten Bücher näher ins Auge gefasst werden. Die von Fröbel unterschiedenen Bildungsbereiche werden danach näher erklärt.

Zum Schluss soll die Bedeutung, die die Fröbelsche Pädagogik in unserer heutigen Zeit einnimmt, kurz überdacht werden.

2 Biographie von Friedrich Fröbel

Friedrich Wilhelm August Fröbel wurde am 21. April 1782 in Oberweißbach/ Thüringen geboren. Sein Vater, Johann Fröbel war Pfarrer, seine Mutter, verstarb schon in seinem ersten Lebensjahr. Zu seiner Stiefmutter entwickelte Fröbel zuerst ein korrektes Verhältnis, doch nach der Geburt eines Stiefbruders kam es zur völligen Entfremdung, da Friedrich Fröbel sich immer weiter zurückzog. Dies führte schließlich dazu, dass er fünf Jahre bei seiner Verwandtschaft lebte, anstatt im Elternhaus. Nach einer Ausbildung in der Forst- Geometerlehre begann er in Jahr 1799 ein Studium der Naturwissenschaften in Jena, welches er allerdings nicht zu einem Abschluss brachte. Daraufhin übte er einige Jahre seinen erlernten Beruf in der Forstwirtschaft aus, bis er 1805 als Lehrer an der Pestalozzi-Musterschule in Frankfurt gewonnen werden konnte, welche seine erste pädagogische Arbeit darstellte und ihm viel Freude bereitete. Eine prägende Person in diesen Jahren stellte Johann Heinrich Pestalozzi dar, wie auch Caroline von Holzhausen, der er bei der Erziehung ihrer Söhne half und als Mutterfigur ansah.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Fröbels Wirken als Erzieher wurde allerdings durch den Militärdienst und ein weiteres Studium unterbrochen, und erst im Jahr 1816 wendete sich Fröbel erneut der Arbeit als Pädagoge zu. Für diesen Entschluss gab es mehrere Gründe. Zum einen erinnerte er sich gerne an die Zeit als Lehrer zurück, zum anderen musste er sich um die Kinder seines verstorbenen Bruders kümmere. Seine Rückkehr äußerte sich mit der Gründung der „Allgemeinen deutschen Erziehungsanstalt“ in Griesheim/ Thüringen, die ein Jahr darauf in den Ort Keilhau verlegt wurde. Dort entwickelte Friedrich Fröbel Erziehungsmodelle für Vorschulkinder im Alter von drei bis sieben Jahren. Seine Erziehungsanstalt gewann viel Zuspruch und innerhalb von fünf Jahren vervierfachte sich die Anzahl seiner Schüler. In dieser Zeit heiratete er Henriette Hoffmeister.

In den darauf folgenden Jahren erschienen wichtige allgemeine und schulpädagogische Schriften und im Jahr 1826 schließlich sein Hauptwerk: „Die Menschenerziehung“. In diesem Buch vertrat er die Meinung, dass der Mensch von Grund auf gut sei, und dass der Mensch ein produktives und schöpferisches Wesen sei. Wäre dies nicht der Fall, d.h. der Mensch würde nicht bewusst leben und wäre unproduktiv, läge es an der falschen Erziehung und den sozialen Einflüssen.

1831 eröffnete Fröbel eine weitere Erziehungsanstalt, diesmal in Wartensee (Schweiz), aber auch diese siedelte kurze Zeit darauf um, nach Willisau. Einige Jahre später wurde Fröbel die Leitung eines Waisenhauses angeboten, die er auch übernahm. Die von ihm errichteten Erziehungsanstalten wurden ebenso weitergeführt, allerdings durch finanzielle Nöte und andere Schwierigkeiten nicht mehr so erfolgreich wie zu Beginn.

Der Pädagoge begann ab 1837 mit der Herstellung von Spielmaterial, die sich zu den Fröbelschen Spielgaben entwickelten, und gründete zwei Jahre später, nach dem Tod der Ehefrau, eine „Spiel- und Beschäftigungsanstalt“ (in Blankenburg). Diese wurde ein Jahr darauf in den „Kindergarten“ umbenannt.

1844 konnte Fröbel ein weiteres Buch herausgegeben, welches den Titel „Mutter- und Koselieder“ trug. Während der ganzen Zeit erarbeitete der Pädagoge die Grundlagen für die Berufe der Kindergärtnerin und Kinderpflegerin. Fröbel gründete sogar 1850 die erste Schule zur Ausbildung von Kindergärtnerinnen, denn eine gute Fachkenntnis bei der Kinderbetreuung lag ihm sehr am Herzen. Allerdings durchkreuzte ein Verbot seine Träume und Pläne: 1851 ordnete die preußische Regierung die Schließung der Kindergärten an, da Fröbel durch eine Namensverwechselung in Verruf geraten war, politisch radikale Ansichten zu vertreten. Uneingeschränkt dessen unternahm er viele Reisen zur Verbreitung seiner Kindergarten-Idee. In ganz Westeuropa und den Vereinigten Staaten wurden daraufhin solche Einrichtungen gegründet.

Am 21. Juni 1852 verstarb Friedrich Fröbel in Marienthal. Erst acht Jahre später wurde das Kindergarten-Verbot in Deutschland aufgehoben.

3 Die Theorie des Spiels

Friedrich Fröbel war der Meinung, dass jeder Mensch einen angeborenen Tätigkeitstrieb besitzt. Das Kind erfüllt diesen Trieb in jungen Jahren durch das Spiel. Obwohl es sich um eine angeborene Fähigkeit handelt, ist nach Fröbel eine systematische Erweckung notwendig und zu fördern. Er geht sogar soweit, dass er der Meinung ist, dass das Kind systematisch geführt und beschäftigt werden soll. Dadurch erfährt das Spiel zu der Selbstbeschäftigung auch eine Fremderziehung. Durch dieses Zusammenwirken öffnet sich für das Kind der Blick in die Welt in der es lebt. Hierbei sollte der Erwachsene aber keine Lehrfunktion einnehmen, sondern das gemeinsame Spiel von Erwachsenem und Kind sollte ein Miteinander fördern. Das Spiel bietet immer wieder Situationen die für das Kind neu sind, und mit denen es umzugehen lernen muss. Je nach Spielpartner können an sich gleiche Situationen noch einmal variieren, da jeder Mensch anders reagiert. Das Kind lernt so einen spielerischen Umgang mit verschiedenen Situationen und Reaktionen.

Das Spiel schafft eine Brücke zwischen der Außen –und der Innenwelt des Kindes, worauf später noch eingegangen wird.

4 Die Spielgaben

Im Laufe seines Lebens entwickelte Friedrich Fröbel verschiedene Spielgaben, die zusammen ein in sich geschlossenes System darstellen. Der Pädagoge nahm sich vor der Herstellung der Spielgaben Zeit, Kinder bei ihrem selbsttätigen Spiel zu beobachten. Die erdachten Gaben fördern verschiedene Bereiche, die bei Kindern noch nicht so stark ausgeprägt sind, wie zum Beispiel der sensomotorische Bereich. Durch die Beschäftigung mit den verschiedenen Gaben soll die Entwicklung der Kinder unterstützt werden. Die Gaben sind in ihrer Form so gewählt, dass sie eine Spiegelung der Natur wiedergeben sollen. Die Kugel wird beispielsweise als Symbol für die Erdkugel gesehen, die sich in vielen anderen Naturerscheinungen wie zum Beispiel den Steinen wieder finden lässt. Das Kind soll dadurch die Grundlagen und Gesetzmöglichkeiten seiner Welt erfahren.

Das Spielgabensystem beginnt mit dem Ball, der dem Kind die Ganzheit verdeutlichen soll. Das Kleinkind erhält hier sechs weiche, verschieden farbige Bälle. Darauf folgt die harte Kugel, die nun schon die Differenzierung zwischen weich und hart aufkommen lässt. Nach der Kugel folgen Walze und Würfel, bei denen jetzt Unterschiede wie Flächen und Ecken deutlich werden. Die Differenzierung erfolgt weiter, z.B. mit dem geteilten Würfeln. Die Verschiedenartigkeit der Gaben richtet sich vom Einfachen zum Komplexen. Hierbei werden natürlich das Alter und die damit verbundenen Fähigkeiten der Kinder berücksichtigt. Die Tabelle zeigt die Anwendungszeit der Spielgaben und Beschäftigungsmittel nach B. von Marenholtz-Bülow:[1]

[...]


[1] Vgl. hierzu H.-J. Schmutzler, Fröbel und Montessori, S.73

Details

Seiten
23
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638236508
Dateigröße
3.7 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v19556
Institution / Hochschule
Universität Koblenz-Landau – Institut für Pädagogik
Note
1,7
Schlagworte
Pädagoge Friedrich Fröbel Basiskurs Pädagogik

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Titel: Der Pädagoge Friedrich Fröbel