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Motivation beim Fremdsprachenerwerb

Welchen Einfluss hat der affektive Faktor Angst auf die Motivation?

Hausarbeit 2008 13 Seiten

Didaktik - Deutsch - Deutsch als Fremdsprache

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Motivation
2.1 Intrinsische und extrinsische Motivation
2.2 Integrative und instrumentelle Motivation

3 Einflussfaktoren auf die Motivation
3.1 Lernerinterne Faktoren
3.2 Lernerexterne Faktoren

4 Motivationssteigerung

5 Angst
5.1 Angst als affektiver Faktor auf die Motivation
5.2 Angstüberwindung

6 Zusammenfassung

7 Bibliografie

1 Einleitung

Wenn ein/e LernerIn im Unterricht kein Engagement zeigt, so wird dies oft durch Mangel an Motivation erklärt. Doch was bedeutet das? Warum sind einige LernerInnen mehr und die anderen weniger motiviert? Welche Faktoren haben Einfluss auf die Motivation? Wie kann man LernerInnen motivieren? Auf diese Fragestellungen und insbesondere auf die Auswirkung des affektiven Faktors Angst soll in dieser Hausarbeit eingegangen werden.

Dabei wird zunächst auf die Begrifflichkeiten Bezug genommen, welche die Motivation erläutern und die bereits als aufbauende Hinführung zum Kernthema dienen sollen. Die Untersuchung ab Abschnitt 3 soll zeigen, dass es mehrere Einflussfaktoren geben kann, die sich auf die Motivation auswirken. Die Angst spielt dabei eine entscheidende Rolle. Sie ist Gegenstand unzähliger, nicht nur didaktischer, sondern auch psychologischer Studien, bei denen man herausgefunden hat, dass das Denken und Handeln stark von unseren Emotionen und somit auch von der Angst abhängig ist.

Aufgrund dessen und da wahrscheinlich ein Großteil der LernerInnen Erfahrungen mit dem Gefühl der Angst im Unterricht gemacht hat, wird im Abschnitt 5 tiefer auf die Auseinandersetzung mit diesem Faktor eingegangen.

Es soll vermieden werden, sich lediglich auf Fakten, Theorien und Erklärungsversuche zu beziehen, sondern diese Hausarbeit soll auch nützliche Lösungsvorschläge enthalten. Diese Lösungsansätze sind Gegenstand in Abschnitt 4 und Teilabschnitt 5.2.

In der vorliegenden Hausarbeit wird der Begriff „Fremdsprachenunterricht“ anstatt „Deutsch als Fremdsprache - Unterricht“ verwendet. Dies ist eine bewusste Entscheidung, da die hier genannten Faktoren, wie Motivation und Angst, nicht nur in DaF eine Rolle spielen.

2 Motivation

Eine genaue Klärung des Begriffs ist nur schwer möglich, da es in der Motivationspsychologie sowie in diverser Fachliteratur zum Fremdsprachenlernen zahlreiche, teilweise auch sehr unterschiedliche Definitionen gibt. Oft wird der Begriff mit Absicht, Affekt, Antrieb, Bedürfnis, Beweggrund, Einstellung, Impuls, Reiz, Vorliebe oder Wunsch gleichgesetzt (vgl. Graumann zit. nach Düwell 1979: 1).

Beim Fremdsprachenerwerb ist die Motivation als mitentscheidender Faktor anerkannt:

„ Motivation ist notwendig, weil jeder Lernvorgang Zw ä nge aus ü bt, denen sich der Lerner zu unterwerfen hat. Der Wille, dies zu tun, wird lebendig erhalten durch einen unmittelbar erlebten oder auch nur vorgestellten Gewinn, der diese Unterwerfung aufwiegt. “ (H ü llen/Jung zit. in Jettka 2003: 11).

Apeltauer (1997: 111) definiert die Motivation als ein „Konstrukt“ (Apeltauer 1997: 111), mit dem wir Neigungen einer Person, verschiedene Sachen oder Tätigkeiten zu erklären versuchen. Weiterhin spricht er davon, dass die Beziehung zwischen Tat und Motiv nur selten mit Gewissheit zu erkennen ist.

2.1 Intrinsische und extrinsische Motivation

Die Begriffe intrinsische und extrinsische Motivation wurden aus der Motivationspsychologie übernommen und sollen die unterschiedlichen Zielsetzungen beim Erlernen einer Fremdsprache aufzeigen (vgl. Düwell 1979: 5).

Bei der intrinsischen Motivation steht vor allem das „Interesse am Gegenstand“ (Schröder zit. nach Düwell 1979: 5), sprich das Eigeninteresse seitens der LernerInnen, im Vordergrund. Bei der extrinsischen Motivation hingegen ist der Zweck ausschlaggebend, d.h. die LernerInnen werden aufgrund guter Noten, Belohnungen durch Eltern oder anderen Personen, sowie durch bestimmte berufliche Vorteile angeregt, die Fremdsprache zu erlernen (vgl. Zimmermann zit. nach Düwell 1979: 5).

Düwell behauptet, dass die intrinsische Motivation der extrinsischen nicht überlegen ist und auch diese zu einem sehr guten Lernerfolg führen kann. Er vermutet, dass „die Grenzen zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation fließend sind“ (Düwell 1979: 6). Somit findet bei LernerInnen während des Lernprozesses des schulischen Fremdsprachenerwerbs ein einmaliger oder auch mehrfacher Wechsel zwischen den Motivationsarten statt (vgl. Düwell 1979: 6).

Zimmermann (1970: 61) setzt sich dafür ein, die extrinsische Motivation in eine intrinsische zu verwandeln. Dies begründet er dadurch, dass bei der intrinsischen Motivation größere Lerneffekte zu erwarten sind. Forschungsergebnisse zeigten, dass die intrinsische Motivation schwächer wird, sobald man LernerInnen extrinsische Belohnungen wie z.B. Geld o.ä. für eine anfänglich intrinsische Handlung gibt (vgl. Zimmermann zit. nach Düwell 1979: 6). Weiterhin wurde herausgefunden, dass die extrinsische Motivation verschwindet, sobald die äußeren Anreize eingestellt werden (vgl. Deci/Ryan zit. nach Düwell 1979: 7).

2.2 Integrative und instrumentelle Motivation

Die Unterscheidung zwischen integrativer und instrumenteller Motivation stammt insbesondere aus den empirischen Untersuchungen Gardners und Lamberts, welche vor allem in den U.S.A., in Kanada und auf den Philippinen durchgeführt wurden. Das sozial- psychologische Konzept war bis Mitte der Neunziger Jahre vorherrschend (vgl. Kirchner 2004: 3).

Bei der integrativen Motivation steht vor allem das Ziel im Vordergrund, sich mehr Wissen über die jeweilige Sprechergruppe anzueignen und/oder verschiedene Menschen kennen zu lernen (vgl. Gardner/Lambert zit. in Kirchner 2004: 2). Nach Edmonson/House (2000: 202) „äußert sich [die integrative Motivation] im Bestreben des Lerners, sich mit der zielsprachigen Kultur zu identifizieren.“

Der Beweggrund der instrumentellen Motivation basiert oft auf dem praktischen Nutzen. Die LernerInnen benötigen die Fremdsprache meist für den Beruf. Hinzu kommt das Verlangen der Eltern (Elternmotivation), ein späterer Gewinn an Ansehen (Prestigemotivation), Informationsverlangen über Land und Leute (Wissensmotiv) und/oder weil die LernerInnen sich mit Menschen aus anderen Ländern unterhalten wollen (Kommunikationsmotiv) (vgl. Apeltauer 1997: 113).

Eine Erweiterung des Schemas von Apeltauer, fand 1983 durch Clément und Kruidenier statt. Sie fügten der instrumentellen Orientierung drei weitere Punkte hinzu: „travel, friendship und knowledge orientation“ (Clément/Kruidenier zit. in Kirchner 2004: 3). Eine direkte integrative Motivation kommt, nach Clément und Kruidenier, nur im Einzelfall vor und dann vor allem in multikulturellen Beziehungen (vgl. Clément und Kruidenier zit. nach Kirchner 2004: 3).

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Details

Seiten
13
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783656215547
ISBN (Buch)
9783656216575
Dateigröße
420 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v195762
Institution / Hochschule
Universität Leipzig – Herder-Instiut
Note
1,3
Schlagworte
DaF Didaktik Motivation Fremdsprachenerwerb affektive Faktoren

Autor

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Titel: Motivation beim Fremdsprachenerwerb