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Gewaltfreie Kommunikation in der Pflege

„Kann man den Prozess der gewaltfreien Kommunikation im Mitarbeitergespräch in der Pflege anwenden?“

Hausarbeit 2011 17 Seiten

Gesundheit - Pflegewissenschaft - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1 Einleitung

2 Methode

3 Definitionen
3.1 Kommunikation
3.2 Gewalt
3.3 Mitarbeitergespräch
3.4 Pflege

4 Das Konzept der gewaltfreien Kommunikation
4.1 Die Entstehung
4.2 Der Prozess
4.3 Der Anwendungsbereich
4.4 Die Ziele

5 Anwendungen des Prozesses im Mitarbeitergespräch
5.1 Praxisbeispiele
5.1.1 Positives Feedback geben
5.1.2 Kritikgespräch mit dem Ziel der Veränderung
5.1.3 Mitarbeitern mit Problemen im Arbeitsalltag helfen
5.2 Vorteile
5.3 Fehlerquellen
5.4 Tipps zur Vorbereitung

6 Zusammenfassung und Diskussion

1 Einleitung

„Alles was wir sind, sind wir in Kommunikation“ (Jaspers 1947, 378). Diesen Satz prägte der Philosoph Karl Jaspers. Dass die Kommunikation von großer Bedeutung ist, gilt auch für Pflege- und Führungskräfte. Sobald eine Kommunikation gelingt, kann man Wertschätzung und Anteilnahme vermitteln und den Umgang untereinander verbessern. Als Führungskraft hat man Aufgaben, wie Ziele zu formulieren, Richtlinien zu verdeutlichen und das Team zu führen. Das Wissen über Kommunikationsprozesse und über Kommunikationsgrundlagen ist somit von großer Bedeutung. Die Anwendung von Basiswissen der Kommunikation trägt grundlegend zum Erfolg eines Mitarbeitergesprächs bei (Rogall 2005). Neben dem fachlichen Wissen, „technical skills“, geht es zunehmend um sogenannte „soft skills“, also um eine soziale und kommunikative Kompetenz (Darley 2006). Viele Führungskräfte sind der Meinung, dass ein gutes Betriebsklima nur durch Wertschätzung der Mitarbeiter erreicht werden kann (Lindemann 2010). Es gibt verschiedene Kommunikationsmodelle, die sich im Berufsleben einsetzen lassen, wie zum Beispiel die Konzepte von Paul Watzlawick, Friedemann Schulz von Thun und auch Marshall B. Rosenberg (Schöl 2004; vgl. auch Seemann 2009).

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Kommunikationsmodell von Marshall B. Rosenberg. Es soll die Frage: „Kann man den Prozess der gewaltfreien Kommunikation im Mitarbeitergespräch in der Pflege anwenden?“ geklärt werden. Im ersten Teil der Arbeit werden Begriffsdefinitionen der Worte „Kommunikation“, „Gewalt“, „Mitarbeitergespräch“ und „Pflege“ vorgestellt. Daraufhin folgt eine Erläuterung der Entstehung und eine Prozessbeschreibung der gewaltfreien Kommunikation mit Aufzählung der Anwendungsbereiche und Ziele. Im zweiten Teil der Arbeit wird in drei Beispielen auf die Anwendung des Konzeptes im Mitarbeitergespräch aus Sicht einer Führungskraft eingegangen. Es folgen eine Aufzählung der Vorteile dieser Anwendung, eventuelle Fehlerquellen und Tipps für die praktische Umsetzung. Der Schluss ist eine Zusammenfassung mit Diskussion.

2 Methode

Für die Erarbeitung dieser Hausarbeit wurde die Methode der Literaturanalyse angewendet. Recherchiert wurde nach den Begriffen der oben aufgeführten Gliederung. Es wurde in Büchern, in Internetdatenbanken und bei „Google scholar“ recherchiert. Verwendung fand ausschließlich deutsche Literatur, weil die Zeit der Bearbeitung sehr kurz war und diese Arbeit eine Einführung zum wissenschaftlichen Denken ist. Die Arbeit beschreibt das Konzept von Marshall B. Rosenberg. Verschiedene Bücher aus dem Themenbereich der gewaltfreien Kommunikation wurden verwendet, viele beziehen sich auf das Konzept von Marshall B. Rosenberg. Es werden ausgewählte Inhalte des Konzeptes erläutert, da es sehr umfangreich ist. Für die Arbeit wurden vor allem Bücher über die gewaltfreie Kommunikation im allgemeinen Führungsalltag gefunden, die sich aber auf die Thematik Pflege übertragen lassen.

3 Definitionen

3.1 Kommunikation

Das Wort Kommunikation kommt ursprünglich aus dem lateinischen „communicare“. Der Wortstamm „munus“ bedeutet Funktion, Dienst, Aufgabe. Das Wort „com“ vor dem Wortstamm bedeutet mit, zusammen, gemeinsam. Ursprünglich hat das Wort folgende Bedeutungen: (1) gemeinsam machen, (2) mitteilen, (3) gemeinsam teilen und (4) sich in Verbindung setzen. Die gegenwärtige Bedeutung ist: „Kommunikation als zwischenmenschlicher Kontakt und Austausch, der oft auch ‚soziale‘ oder ‚persönliche Kommunikation‘ (Kommunikation von Angesicht zu Angesicht) genannt wird.“, „Kommunikation als Verbindung zwischen verschiedenen Einheiten, wobei es sich nicht immer um Menschen handelt.“ und „Kommunikation zur Bezeichnung der Verwendung von Medien. Das können optische (Licht, Papier, Folien), akustische (Trommeln, Telefon und Funk) und hautsensorische Vermittlungszeichen (Tasthilfen, Blindenschrift) sein. Heute wird bei Medien häufig zuerst an elektronische Medien gedacht“ (Bartsch 1999, 8-9).

3.2 Gewalt

„Der Begriff ‚Gewalt‘ ist aufgrund seiner vielfältigen Erscheinungsformen schwer zu definieren, es ist daher nicht eindeutig klar, wann man von Gewalt spricht. Hieraus folgt, daß bei Forschungsarbeiten der zweifelsfreie Nachweis von z.B. Gewaltwellen oder der Tendenz zur Verrohung der Gesellschaft grundsätzlich nicht möglich ist. Durch die große Breite von Operationalisierungen, die aus der mangelnden Begrifflichkeit hervorging, wurde Gewalt mit Hilfe von vielen verschiedenen Verfahren gemessen (z.B. Bobo-Doll Elektroschocks austeilen lassen, Luftballons zerplatzen lassen, Fragebögen, usw.) Aus diesen Tests gingen viele verschiedene und sogar oft gegensätzliche Ergebnisse hervor. Daraus ergab sich die Notwendigkeit mit der Eingrenzung des Gewaltbegriffs mit der Zielsetzung, ihn auf eine klare und eindeutige Definition festzulegen. Unter personaler Gewalt wird die ‚beabsichtigte physische und/oder psychische Schädigung einer Person, von Lebewesen und Sachen durch eine andere Person‘ verstanden“ (Hammer 1997, 4-5).

3.3 Mitarbeitergespräch

„Das Mitarbeitergespräch ist ein Arbeitsgespräch zwischen Mitarbeiter und direktem Vorgesetzten mit den Mindestmerkmalen Besprechen der Stärken und Schwächen des Mitarbeiters, gegenseitiges Feedback zur Zusammenarbeit, Erörterung von Entwicklungsperspektiven und Vereinbarung von Zielen“ (Alberternst 2003,12).

3.4 Pflege

Der Begriff Pflege wurde 1973 definiert von der ICN als: „Pflege umfasst die eigenverantwortliche Versorgung und Betreuung, allein oder in Kooperation mit anderen Berufsgruppen, von Menschen aller Altersgruppen, von Familien oder Lebensgemeinschaften, sowie Gruppen und soziale Gemeinschaften, ob krank oder gesund, in allen Lebenssituationen (Settings). Pflege schließt die Förderung der Gesundheit, Verhütung von Krankheit und die Versorgung und Betreuung kranker, behinderter und sterbender Menschen mit ein“ (ICN 1973, zit. in Gold 2008, 4).

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Details

Seiten
17
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656221234
ISBN (Buch)
9783656221692
Dateigröße
452 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v195840
Institution / Hochschule
Frankfurt University of Applied Sciences, ehem. Fachhochschule Frankfurt am Main – Gesundheit/Pflege
Note
2,7
Schlagworte
gewaltfreie kommunikation pflege kann prozess mitarbeitergespräch

Autor

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Titel: Gewaltfreie Kommunikation in der Pflege