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Darstellung und Anwendung der unterschiedlichen Möglichkeiten, Inventuren in Unternehmen durchzuführen

Hausarbeit 2011 17 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Literaturverzeichnis

Internetverzeichnis

1 Einleitung

2 Rechtliche Grundlagen

3 Inventar

4 Inventur

5 Inventurverfahren

6 Inventurformen
6.1 Stichtagsinventur
6.2 Verlegte Inventur
6.3 Stichprobenverfahren
6.4 Permanente Inventur
6.5 Festwertverfahren

7 Fazit

1 Einleitung

Jedes Unternehmen muss zum Ende des Kalender- oder Geschäftsjahres seine Bestände erheben. Der Gesetzgeber gibt vor, dass die tatsächliche Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zum Bilanzstichtag abzubilden ist. In den meisten Unternehmen wird die jährliche Vollinventur als Bestandsaufnahme durchgeführt. Viele Unternehmen finden dieses Verfahren lästig, dabei können auch vereinfachte Verfahren statt Vollzählung gewählt werden. Allerdings ist in vielen Unternehmen die Unsicherheit zu groß, da bestimmte Anforderungen an die Inventurvereinfachungen geknüpft sind, oder die Methoden sind schlichtweg nicht bekannt.1

Wenn die finanzielle Entwicklung eines Unternehmens einen negativen Trend aufweist, kann das frühzeitig durch Inventuren aufzeigt werden. Inventuren werden vom Finanzamt besonders kritisch betrachtet und bei Betriebsprüfungen nach Ungereimtheiten und Fehlern untersucht. Werden diese gefunden kann es dazu kommen, dass die Buchführung als nicht ordnungsgemäß eingestuft wird und das Finanzamt so zu Schätzungen über Gewinn und Umsatz greift.2

Zielsetzung der Arbeit ist es, die verschiedenen Inventurarten zu vergleichen und die Möglichkeiten einiger Inventurverfahren aufzuzeigen. Die Übersicht dient als Entscheidungshilfe bei der Auswahl einer praxisnahen Inventurmethode.

2 Rechtliche Grundlagen

Jeder Kaufmann hat aus folgenden Anlässen eine Inventur durchzuführen:

- Bei Gründung und Übernahme eines Unternehmens,
- am Ende eines jeden Geschäftsjahres oder
- beim Verkauf oder der Auflösung des Unternehmens.3

Das Geschäftsjahr erstreckt sich über den Zeitraum von 12 Monaten und braucht nicht deckungsgleich mit dem Kalenderjahr zu sein.4

Unternehmen die einen Umsatz von 500.000 € und einen Gewinn von 50.000 € pro Geschäftsjahr an zwei aufeinander folgenden Stichtagen überschreiten, sind zur Inventur verpflichtet. Werden diese Werte nicht erreicht, sind sie von der Verpflichtung zur Buchführung, Inventur und Bilanzierung nach den handelsrechtlichen Vorschriften befreit. .5

3 Inventar

Das Ergebnis der Inventur ist das Inventar. Ein Inventar ist ein Verzeichnis, in dem Vermögensgegenstände und Schulden eines Unternehmens vollständig und detailliert, nach Art, Menge und Wert, erfasst sind.6 Es wird als Grundlage für die Bilanz herangezogen. Das Inventar wird in drei Teile gliedert, diese sind:

- Vermögensgegenstände,
- Schulden und
- Reinvermögen.

Die Vermögensgegenstände werden nach ihrer Liquidierbarkeit in Anlagen- und Umlaufvermögen unterteilt. Die Schulden werden nach abnehmender Fälligkeit aufgeführt. Aus der Differenz errechnet sich das Reinvermögen des Unternehmens. Das Reinvermögen ist somit der Betrag, um den das Vermögen eines Unternehmens dessen Schulden übersteigt. Es wird auch als Eigenkapital bezeichnet.7 Damit weist es die Liquidität des Unternehmen aus und dient gleich zeitig als Schutz für Gläubiger.8

4 Inventur

Die Inventur erfasst alle Vermögensgegenstände und Schulden des Unternehmens. Die Bestände sind nach Art, Menge und eindeutig identifizierbar festzustellen. Für eine eventuelle Nachprüfung muss die Bestandsaufnahme mit sämtlichen Aufzeichnungen und Auswertungen (Zähllisten, Aufnahmebelegen, Inventurlisten, Übersichten etc.) dokumentiert werden. Diese Dokumentation muss so beschaffen sein, dass ein sachverständiger Dritter sich innerhalb angemessener Zeit einen Überblick über die Bestände verschaffen kann.9

Bei der Inventur wird zwischen einer körperlichen Inventur und einer Buchinventur unterschieden. Die körperliche Inventur stellt die mengenmäßige Aufnahme aller körperlichen Vermögensgegenstände des Anlage- und des Umlaufvermögens dar. Die Buchinventur erstreckt sich auf alle nichtkörperlichen Gegenstände z. B. Forderungen, Bankguthaben und Schulden.10

Da Inventuren in der Regel sehr umfangreich sind, ernennen viele Unternehmen einen Inventurleiter. Dieser ist für die Vorbereitung und Durchführung der Inventuren verantwortlich. In Kooperation mit den Leitern der einzelnen Betriebsteilen erstellt der Inventurleiter, der meistens auch der Leiter des Rechnungswesen ist, einen Inventurplan.11

5 Inventurverfahren

Ein mögliches Inventurverfahren ist die körperliche Inventur. Hier wird durch Zählen, Messen, Wiegen und ggf. durch Schätzen der Menge der Wert ermittelt.12 Die Inventuraufnahmelisten sind ordentlich zu führen, sowie vor Beschädigungen und Verschmutzungen zu schützen. Die Leerräume auf den verbleibenden Listen sind für weitere nachträgliche Aufnahmen zu sperren. Dies kann mit einer Buchhalternase geschehen.13

Die Bestandsaufnahme durch Stichproben wird von Durchschnittswerten auf den Lagerbestandswert abgeleitet. Der Durchschnittswert wird anhand von mathematisch-statistischen Verfahren ermittelt. Jedoch muss er den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entsprechen.

Die Buchinventur, die anhand von geeigneten Dokumenten festgestellt und nachgewiesen werden muss, ist als weiteres Verfahren zu nennen. So sind Finanzeinlagen durch Auszüge aus dem Grundbuch nachzuweisen und Depotbestätigungen, Vertragsunterlagen, sowie Saldenlisten bei Forderungen und Verbindlichkeiten, gegebenenfalls auch Sachbeschädigungen von Kunden oder Lieferanten einzuholen.14

Die Bestandsaufnahme von Urkunden wird bei immateriellen Gütern und bei Dritten lagernden Vermögensgegenständen angewandt. Dies ist z.B. bei Lizenzen oder Patenten, die durch Lizenzverträge und Patenurkunden erfasst sind, der Fall.

[...]


1 o.V., So lassen sich Inventur und Bestandsführung vereinfachen, http://www.pwc.de/de/prozessoptimierung/so-lassen-sich-inventur-und-bestandsfuehrung- vereinfachen.jhtml vom 10.12.2011

2 O.V., Alle Jahre wieder - die Inventur, http://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/alle-jahre-wieder- die-inventur/150/3098/87552/ vom 10.12.2011

3 Vgl. HGB, 49. Auflage, 2009, o.O., §240 Abs. 1

4 Vgl. Endriss, Baßendowski, Küpper, Steuerkompendium Band1, 12. Auflage o.O., S.188

5 Vgl. H.Schierenbeck, C. B. Wöhle, Grundzüge der Betriebswirtschaftslehre, 12. Auflage o.O., S 617

6 Vgl. R. Voss, BWL kompakt, o.O., S. 45

7 Vgl. V. Schultz, Basiswissen Betriebswirtschaft, 4. Auflage, o.O., S. 82

8 Vgl. H. Geyer, Praxiswissen BWL, 1. Auflage 2007, o.O., S. 187

9 Vgl. E. Goldstein, Inventur - leicht gemacht, o.O., S. 15

10 Vgl. Prof. Dr. H. Jung, Allgemeine Betriebswirtschaftlehre, 10. Auflage, o.O., S. 1040

11 Vgl. R. Voss, BWL kompakt, o.O., S. 43

12 Vgl. M. Deiterman u. S. Schmolke, Kaufmännische Buchführung für Wirtschaftsschulen, 43. Auflage, 2008, o.O., S.8

13 Vgl. Dr. G. Riedel, So macht man Inventur, 3. Auflage, 1980, o.O., S. 50

14 Vgl. E. Goldstein, Inventur - leicht gemacht, o.O., S. 9

Details

Seiten
17
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656223092
ISBN (Buch)
9783656224310
Dateigröße
419 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v196114
Institution / Hochschule
Private Fachhochschule Göttingen
Note
3,3
Schlagworte
darstellung anwendung möglichkeiten inventuren unternehmen

Autor

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Titel: Darstellung und Anwendung der unterschiedlichen Möglichkeiten, Inventuren in Unternehmen durchzuführen