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Trainingskonzept zu Beweglichkeit und Koordination

Am Beispiel einer erwachsenen Person zur Steigerung der Leistungsfähigkeit und Minimierung von Haltungsschwächen

Hausarbeit 2012 27 Seiten

Gesundheit - Sport - Bewegungs- und Trainingslehre

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Personendaten

2. Beweglichkeitstestung
2.1. Testablauf und Testergebnisse
2.2. Bewertung und Interpretation

3. Trainingsplanung Beweglichkeitstraining

4. Trainingsplanung Koordinationstraining

5. Literaturrecherche zum Thema: Effekte des Dehnens im Hinblick auf die Verletzungsprophylaxe
5.1. Effekte des Dehnens auf Muskelkater und Verletzungsrisiko vor und nach dem Training
5.2. Neues Dehnprogramm gegen Fersensporn

Anhang

Effekte des Dehnens: Stretching- und Kontrollgruppe im Vergleich

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Literatur

Bezugsadressen

1. Personendaten

Beim Stretching bzw. Dehnen spielt es keine Rolle, wie alt, leistungsfähig, schwer, kräftig oder ausdauernd man ist. Anders als die konditionellen Fähigkeiten, die oftmals durch die genannten Eigenschaften bedingt werden, kann Stretching jeder von Anfang an. Lediglich der Grad der Beweglichkeit wird durch personenspezifische, externe und anthropometrische Faktoren beeinflusst.

Aus nachfolgenden Personendaten sowie mittels eines Beweglichkeitstests, wird eine individuell passende Trainingsplanung entwickelt. Für ein Beweglichkeits- sowie Koordinationstraining werden dementsprechende Übungen gewählt und erläutert. Eine anschließende Literaturrecherche zum Thema „Effekte des Dehnens auf eine Verletzungsprophylaxe“ soll Antwort auf eine der häufigsten Mythen im Bereich des Beweglichkeitstrainings geben.

Tab. 1: Allgemeine Daten zur Person inkl. Bewertung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 2: Gesundheitliche und sonstige Daten inkl. Bewertung (vgl. BIA-Körperanalyse)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bei der Testperson wurde bereits im Kindesalter eine Skoliose diagnostiziert. Durch regelmäßige krankengymnastische Behandlungen sowie Schwimmtraining im Kindes- und frühen Jugendalter konnte eine weitere negative Entwicklung der Wirbelsäulenstellung verhindert werden. Durch die anschließenden physiotherapeutischen Maßnahmen in der Adoleszenz wurde ein hohes Maß an Stabilität und Beweglichkeit im Rumpf gewährleistet. Laut des behandelnden Orthopäden ist die Testperson zum jetzigen Zeitpunkt voll belast- und trainierbar. Ein regelmäßiges Krafttraining wird jedoch aufgrund des beendeten Wachstums empfohlen.

Ergänzend soll sich ein Beweglichkeitstraining in Verbindung mit gezieltem Koordinationstraining positiv auf die gelegentlichen Verspannungen im Hals-Nacken-Bereich auswirken sowie sportartspezifische Vorteile nach sich ziehen. Die jahrelangen technisch und konditionell erarbeiteten Fertigkeiten im Volleyballsport werden sich durch eine ausgeprägte Zielmuskulatur im Bereich der Bewegungsabläufe sowie der koordinativen Fähigkeiten weiter ökonomisieren.

Die weiteren ermittelten Daten zur Gesundheit liegen alle im normal bis guten Bereich. Der Blutdruck von 125/89 mmHg liegt im normalen bzw. im akzeptablen Bereich. Die Freizeit der Testperson wird neben der Mannschaftssportart Volleyball durch wöchentlich zwei bis drei gerätegestützte Trainingseinheiten im Bereich der Kraftausdauer sowie vereinzelt 1-2 Outdoor-Jogging-Einheiten bestimmt. Weiterhin sind keinerlei Vorbelastungen oder Verletzungen bekannt. Die ermittelten Parameter zur Festlegung des körperlichen Leistungszustandes befinden sich insgesamt im akzeptablen bis guten Normbereich. Person X verfügt somit laut der Diagnose über eine mittelmäßig bis gute körperliche Belastbarkeit und wird aufgrund langjähriger Erfahrung im Mannschafts- und Audauersport als gut trainiert eingestuft.

2. Beweglichkeitstestung

Genauso wie Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit beeinflusst auch Beweglichkeit die sportliche Leistungsfähigkeit. „Die optimale Nutzung konditioneller [sowie koordinativer] Fähigkeiten verlangt ein harmonisches Zusammenwirken von physischen, technischen, taktischen und mentalen Faktoren.“ (ANRICH, 2007, S. 15)

Dementsprechend dient der nachfolgende Beweglichkeitstest dazu, das Ausmaß der individuellen Beweglichkeit festzustellen und somit einen geeigneten Trainingsplan erstellen zu können.

2.1. Testablauf und Testergebnisse

Modifiziert nach JANDA (REIß/ ALBERS, Studienbrief 2011, S.38-42) werden nun verschiedene Muskeln, wie Hüftbeuger, Beinstrecker, Beinbeuger, Brustmuskel und Wadenmuskulatur sowie die Wirbelsäule auf Beweglichkeitsdefizite bzw. sog. „Verkürzungen“ getestet. Die Verkürzung liegt dabei vielmehr an einer unzureichenden und / oder einseitigen mechanischen Belastung und beruht nicht auf eine Längenänderung im Muskel. Dieses Phänomen ist maßgeblich von muskulärer Hemmung, Dehnfähigkeit und Gelenkigkeit abhängig.

Aus den gewonnenen Daten kann ein individuell ideales Dehnprogramm erstellt werden, um Einschränkungen vorzubeugen bzw. um ihnen entgegenzuwirken. Obwohl der Test rein manuell durchgeführt wird und deshalb weitgehend auf subjektive Einschätzungen basiert, erweisen sich die Testergebnisse bei Einhaltung der Ausführungsrichtlinien als gut reprozierbar. Darunter fallen eine standardisierte Ausgangsposition, eine ausreichende Fixierung des Körpers, eine Unterbindung der Mithilfe anderer Muskelgruppen, die exakte Ausführung der Bewegung sowie ein einheitliches Bewertungsschema. Für die Objektivität sollte der Test stets von derselben Person durchgeführt werden.

Nach JANDA wird die Verkürzung (Dehnbarkeit) durch die Beweglichkeit in dem durch den Muskel bewegten Gelenk beurteilt.

Interpretationsbereiche:

„+“ = gute bis sehr gute Beweglichkeit

„0“ = leicht eingeschränkte Beweglichkeit

„-“ = sehr eingeschränkte Beweglichkeit

Tab. 3: Beweglichkeitstest modifiziert nach JANDA (vgl. REIß/ ALBERS, 2011) und MORIABADI (vgl. MORIABADI, 2004)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 4: Beweglichkeitstest modifiziert nach JANDA (vgl. REIß/ ALBERS, 2011) und MORIABADI (vgl. MORIABADI, 2004)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2. Bewertung und Interpretation

Bei der Testperson sind sowohl in der Brust-, der Waden- als auch der Hüftstreckmuskulatur im Rahmen des Beweglichkeitstests keine Defizite festzustellen. Lediglich in der Kniebeugemuskulatur ist eine stark eingeschränkte Beweglichkeit erkennbar, welche zum großen Teil auf die Diagnose der Skoliose zurückzuführen ist. Durch die alltägliche Sitzposition und das Joggen gerät diese Muskelpartie zunehmend in den Hintergrund, was für das Beweglichkeitsdefizit keine Verbesserung nach sich zieht. Im Schulter- und Armbereich sowie der Rumpfbeugung fallen die Testergebnisse auf eine leicht eingeschränkte Beweglichkeit. Diese beiden grundlegenden Übungen zur allgemeinen Beweglichkeit lassen auf ein bisher unzureichendes bzw. falsch fokussiertes Beweglichkeitstraining schließen, welches durch die sportliche Betätigung und den gesundheitlichen Stand bedingt, angepasst werden sollte.

Innerhalb der nächsten sechs bis acht Wochen ist das vorrangige Ziel für die Testperson, mit der Übungsauswahl vor allem den Lendenwirbelbereich zu entspannen und zu mobilisieren, sodass die orthopädisch bedingte Fehlstellung der Wirbelsäule keine negativen Auswirkung auf die Sportart und den Alltag hat. Hierbei ist das wichtigste Ziel, den Hüftbeugewinkel im Re-Test von einem Interpretationsbereich nach JANDA „-“auf „0“ zu verschieben. Die Testergebnisse zu Rumpfbeugen und Arm-, Schulterbereich sollen nach zwei Monaten vom Interpretationsbereich „0“ zu „+“ verbessert werden.

Weiterhin ist das Dehnprogramm auf die häufig beanspruchten Muskeln im Volleyball ausgerichtet, wobei vor allem die Unterarme und Schultern für die Baggerhaltung in eine dynamische Dehnung gebracht werden sollen, um diesen Bereich im Rahmen des Aufwärmprogrammes zu integrieren. Auch die Brustmuskulatur wird zugunsten einer Kräftigung des oberen Rückens fokussiert in eine Dehnung gebracht, um die oftmals verspannte Hals-Nacken-Muskulatur zu entlasten und im Alltag eher zu entspannen. Mit diesen ausgearbeiteten Feinzielen, unter Berücksichtigung der Trainingsmotive von Person X, dient der anschließend ausgearbeitete Trainingsplan als Grundlage für die Zielsetzung und als Motivationsfaktor mit individueller Ausrichtung.

[...]

Details

Seiten
27
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656223658
ISBN (Buch)
9783656228219
Dateigröße
838 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v196251
Institution / Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
gut
Schlagworte
trainingsonzept beweglichkeit koordination leistungsfähigkeit

Autor

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Titel: Trainingskonzept zu Beweglichkeit  und Koordination