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Das Intensivtagebuch. Verarbeitung des Intensivaufenthalts für Betroffene

Ein systematischer Literaturüberblick

Hausarbeit 2012 17 Seiten

Gesundheit - Pflegewissenschaft - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Zusammenfassung

2. Einleitung

3. Problem und Fragestellung

4. Methodik der Literatursuche und Auswahlkriterien

5. Ergebnisse

6. Diskussion

7. Einschränkungen der Literaturarbeit

8. Schlussfolgerungen und Empfehlungen

Literaturverzeichnis

Sonstige Verzeichnisse:

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Veröffentlichungen zu Gestaltung und Verbreitung der Intensivtagebücher

Tabelle 2: Veröffentlichungen zum Effekt des Intensivtagebuchs auf Patienten und Angehörige

Tabelle 3: Überblick über Veröffentlichungen zu Gestaltung und Verbreitung von Intensivtagebüchern

Das Intensivtagebuch als Instrument der Verarbeitung des Intensivaufenthalts für Betroffene – Ein systematischer Literaturüberblick

1. Zusammenfassung

Das Intensivtagebuch wird vor allem in den skandinavischen Ländern und Großbritannien als Pflegeintervention in den Alltag der Intensivpflege integriert, um den Betroffenen eines länger andauernden Intensivaufenthaltes ein Hilfsmittel an die Hand zu geben, Erinnerungslücken und Wahnvorstellungen im Zusammenhang mit Beatmungstherapie und damit einhergehender Sedierung zu reduzieren und die Entwicklung einer posttraumatischen Stressreaktion zu vermeiden. Mit dem Thema „Intensivtagebuch“ befassen sich die für diese Literaturarbeit ausgewählten Studien. Sie untersuchen zum einen die Verbreitung des Tagebuches und dessen Gestaltung. Zum anderen analysieren sie die Effekte des Tagebuches auf die Betroffenen. Neben der Vergegenwärtigung der Ereignisse während des Intensivaufenthaltes fördern Tagebücher das Erinnern der Patienten und helfen die Erkrankung zu verstehen. Sie eröffnen Familien die Möglichkeit zur Kommunikation über das Geschehene und verbessern den Beziehungsaufbau zu den Pflegenden. Vorteilhaft ist die Verbindung von Intensivtagebuch und Nachsorge-Programmen, um psychische Belastungen frühzeitig zu verarbeiten. Ungeklärt sind jedoch rechtliche Fragen zu Verwahrung, Einverständnis und Aushändigung des Dokumentes. Problematisch ist zudem die fehlende wissenschaftliche Begleitung der Tagebucheinführung und dessen Wirkungen, wodurch die Übertragung des Konzeptes nach Deutschland erschwert ist und sich weiterer Forschungsbedarf eröffnet.

2. Einleitung

Traumatische Ereignisse können in der Folge zu den Symptomen einer posttraumatischen Stressreaktion, im englischen „Posttraumatic Stress Disorder“ (PTSD) bezeichnet, führen (vgl. EHLERS 1999, 4). Prädisponierende Faktoren sind neben der Persönlichkeitsstruktur andauernde Beeinträchtigungen nach dem traumatischen Ereignis oder fehlende soziale Unterstützung (vgl. RICHTER u.a. 2006, 223). Ein belastendes Ereignis kann auch der Aufenthalt auf der Intensivstation aufgrund unterschiedlichster Ursachen wie schwere Erkrankung oder Unfalltrauma darstellen. „Nightmares, hallucinations and confusion are all characteristics of the `ICU syndrome`“ (MAGAREY/ McCUTCHEON 2005, 345), das bereits 1966 von McKEGNEY als Terminus zur Beschreibung von Deliren bei Intensivpatienten verwendet wird (vgl. MAGAREY/ McCUTCHEON 2005, 345). Hier können neben der Applikation verschiedener Medikamente, wie z.B. Benzodiazepine, Opiate oder Katecholamine, auch Halluzinationen zu einer Störung der Gedächtnisleistung führen (vgl. JONES u.a. 2001, 576). SAMUELSON u.a. zeigen in ihrer Studie, das v.a. junge Patienten, Patienten mit langem Intensivaufenthalt sowie Schwerstkranke gefährdet sind, Wahnvorstellungen (vgl. SAMUELSON u.a. 2006, 664) und das „…Phänomen der traumhaften, aber als real erinnerten Gedächtnisinhalte (engl: delusional memories)“ (NYDAHL/ KNÜCK 2010, 32) von ihrer Zeit auf der Intensivstation zu entwickeln. Nach Entlassung sind diese Patienten aufgrund der fehlenden Erinnerungen stark belastet und bestrebt zu erfahren, was ihnen widerfahren ist (vgl. BÄCKMANN u.a. 2010, 736). In Deutschland werden die „Opfer von traumatischen Ereignissen […] angesichts der Möglichkeit solch schwer wiegender psychischer und psychosozialer Folgen allerdings kaum ausreichend und qualifiziert betreut“ (SCHÜTZWOHL 2000, 423). Wurde dieser Aspekt lange Zeit aus der Betrachtung ausgeschlossen, so findet er zunehmend Beachtung (vgl. RICHTER u.a. 2006, 223). Eine Hilfestellung bei der Bewältigung und der Vermeidung einer posttraumatischen Stressreaktion können Intensivtagebücher darstellen, die jedoch in Deutschland, ganz im Gegensatz zu den skandinavischen Ländern, kaum implementiert sind (vgl. NYDAHL/ KNÜCK 2008, 250). „The diary is a notebook, left at the patient´s bedside, in which health professionals and relatives describe the events as they take place and the patients´ reactions to them” (ROULIN u.a. 2007, 893).

3. Problem und Fragestellung

Im Rahmen dieser Literaturrecherche soll der Stand der Forschung in Bezug auf die Gestaltungsweise und Verbreitung des Intensivtagebuchkonzeptes dargestellt werden. Zudem soll der Effekt der Intensivtagebücher auf Patienten und Angehörige beleuchtet werden. Hinterfragt wird in diesem Zusammenhang, ob die Implementation des Intensivtagebuches in Deutschland ein für die Patienten anwendbares Instrument darstellen kann, um psychische Beeinträchtigungen nach Intensivaufenthalt positiv zu beeinflussen.

4. Methodik der Literatursuche und Auswahlkriterien

Die Literatursuche erfolgt in den Datenbanken Medpilot, Pubmed und Carelit anhand verschiedener Schlüsselbegriffe und nach der Schneeballmethode. Diese Suche wird durch eine Handsuche in den Fachzeitschriften „PflegenIntensiv“, „die Schwester/der Pfleger“ und „Intensiv“ ergänzt.

Da nur wenige Veröffentlichungen über das Thema Intensivtagebuch existieren, wird die Recherche zeitlich nicht beschränkt.

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Details

Seiten
17
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656225126
ISBN (Buch)
9783656226840
Dateigröße
428 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v196429
Institution / Hochschule
Ernst-Abbe-Hochschule Jena, ehem. Fachhochschule Jena
Note
1,0
Schlagworte
intensivtagebuch instrument verarbeitung intensivaufenthalts betroffene literaturüberblick

Autor

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Titel: Das Intensivtagebuch. Verarbeitung des Intensivaufenthalts für Betroffene