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Trainingsplanung im Ausdauersport

Sportartunterstützend, leistungsoptimierend

Hausarbeit 2011 19 Seiten

Gesundheit - Sport - Bewegungs- und Trainingslehre

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Diagnose
1.1. Allgemeine und biometrische Daten
1.2. Leistungsdiagnostik/ Ausdauertestung
1.2.1. Begründung des gewählten Fahrradergometertests
1.2.2. Durchführung und tabellarische Darstellung des Testablaufes
1.2.3. Bewertung der Testergebnisse anhand entsprechender Normwerte
1.3. Gesundheits- und Leistungsstatus der Person

2. Zielsetzung/ Prognose

3. Trainingsplanung Mesozyklus
3.1. Grobplanung Mesozyklus
3.2. Detailplanung Mesozyklus
3.3. Begründung zum Mesozyklus

4. Literaturrecherche – Effekte des Ausdauertrainings bei Übergewicht

5. Tabellen- und Abbildungsverzeichnis
5.1. Tabellenverzeichnis
5.2. Abbildungsverzeichnis

6. Literaturverzeichnis

1. Diagnose

1.1. Allgemeine und biometrische Daten

Tab. 1: Datensammlung zu Person X (eigene Darstellung, nach: EGOFIT GmbH, BIA Körperanalyse und POLAR BodyAgeTest)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.2. Leistungsdiagnostik/ Ausdauertestung

1.2.1. Begründung des gewählten Fahrradergometertests

Wie bereits in Tab. 1 dargestellt, ist Person X weiblich, 29 Jahre alt, 170 cm groß, 69 kg schwer, ihr Körperfettgehalt liegt bei 27 % und ihr Ruhepuls bei 74 S/min. Der BMI von 23,9 kg/m liegt an der oberen Grenze des Normalgewichtes und lässt durch den Taille-Hüft-Quotienten auf eine tendenzielle Apfelform schließen. Ebenso liegt der Blutdruck von 138/87 mmHg gerade noch im normalen bzw. im akzeptablen Bereich. Ihre Freizeit wird neben der kürzlich wieder aktiv betriebenen Mannschaftssportart Volleyball (1 Training á 2 Stunden und 1 Spieltag pro Woche), durch wöchentlich eine Trainingseinheit Kraftausdauer sowie vereinzelt 1-2 Outdoor-Jogging-Einheiten bestimmt. Weiterhin sind keinerlei Vorbelastungen oder Verletzungen bekannt. Lediglich die Einnahme von leichten Migränetabletten dienen zeitweise ihrem Wohlbefinden und wirken leicht blutdrucksenkend, was bei den Werten von Person X kein Problem darstellt. Die hier ermittelten Parameter zur Festlegung des körperlichen Leistungszustandes befinden sich insgesamt im akzeptabel bis guten Normbereich. Person X verfügt somit laut der Diagnose über eine mittelmäßig bis gute körperlichen Belastbarkeit und wird aufgrund langjähriger Erfahrung im Mannschaftssport als moderat bis gut ausdauertrainiert eingestuft. Daher ist der HOLLMANN / VENRATH - Ausdauertest, der eine Belastbarkeit von mindestens 150 Watt voraussetzt, ein geeignetes Testverfahren. Zudem wird der HOLLMANN / VENRATH – Stufentest auf einem Fahrradergometer submaximal durchgeführt, was eine Überlastung ausschließen lässt und als koordinativ anspruchsloses Allroundgerät optimal für jeden Sporttyp einsetzbar ist. Was außerdem für diesen Fahrradergometertest spricht, sind die Normwerttabellen als Bezugssystem zum interindividuellen Leistungsvergleich (vgl. REIß/ISRAEL, 2011, S. 82), der geringe Zeitaufwand sowie die Einfachheit in der Durchführung. Nachfolgend wird die praktische Verwirklichung dieses vorteilhaften Tests beschrieben und in Bezug zu den Daten von Person X ausgewertet.

1.2.2. Durchführung und tabellarische Darstellung des Test ablaufes

Bevor es zur Protokollierung des Ausdauertests von Person X kommt, werden alle relevanten Testparameter und –vorgaben tabellarisch dargestellt.

Tab. 2: Submaximaler HOLLMANN-VENRATH-Test im Überblick (vgl. REIß/ISRAEL, 2011, S.80)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(vgl. TRUNZ 2001; IPN 2004 in REIß/ISRAEL, 2011, S. 75 f.)

Vor Beginn des Ausdauertests sollte die Testperson auf dem Fahrrad eine komfortable Sitzhaltung einnehmen, sodass sie während der Trittphase Ihre Beine nicht ganz durchgestreckt hat und mit dem Oberkörper im 45°-Winkel den Lenker bequem erreichen kann (vgl. STEMPER, 2006, S.45 f.). Weiterhin sollte auf die Abbruchkriterien bei Testverlauf ausreichend hingewiesen werden. Mit Hilfe des festgelegten Belastungsschemas folgt die Durchführung auf dem Fahrradergometer bis zur subjektiven Ausbelastung. Die minütlich dokumentierten Pulswerte bei Belastungssprüngen führen letztendlich zur Trainingsherzfrequenz, von der aus - je nach Ziel - die optimalen Frequenzbereiche errechnet werden können.

Tab. 3: Testverlauf nach HOLLMANN-VENRATH (eigene Darstellung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.2.3. Bewertung der Testergebnisse anhand entsprechender Normwerte

Die Testperson hat vier Belastungsstufen vollständig durchfahren und bei Stufe V mit einem Wert von 190 Watt vorzeitig abgebrochen. Die Voraussetzung, eine Belastbarkeit von mindesten 150 Watt zu treten, hat unsere Probandin somit erfolgreich erfüllt. Nach der 13. Minute hat sie einen Puls von 142 S/min erreicht, was unterhalb der nach IPN berechneten Puslobergrenze von 145 S/min liegt. So wurde der Test aufgrund subjektiven Empfindens der Erschöpfung beendet und es wurde anhand der erhaltenen Daten auf die Gesamtleistung geschlossen. Mittels obiger Formel (vgl. REIß/ISRAEL, 2011, S. 143) konnte man die bei Abbruch festgestellte tatsächliche Wattleistung von 176 Watt errechnen. Mit ihrer relativen Watt-Soll-Leistung von 2,25 Watt / kg Körpergewicht (176 Watt / 69 kg) liegt Person X im guten Durchschnittsbereich, was sich gegenüber dem interindividuellen Leistungsvergleich und den Vorgaben aus der Normtabelle, Relative Watt-Soll-Leistung für Frauen, bei submaximalen Radergometertests (vgl. REIß/ISRAEL 2011, S. 84) ergab. Mit einem Erholungspuls, der nach 5min knapp unter 130 S/min lag, befindet sich die Testperson ebenfalls im Soll. Dieses Ergebnis nach IPN ermöglicht neben der Beurteilung der Ausdauerleistungsfähigkeit auch die Ableitung von individuellen Trainingsempfehlungen. Mit der erbrachten Watt-Soll-Leistung lässt sich der entsprechende Intensitäts- bzw. Belastungsfaktor für Person X von 0,65 ermitteln, welcher zur anschließenden Berechnung der Trainingsherzfrequenz (THf) eingesetzt wird. Da unsere Probandin dem Klientel des Fitness- und Gesundheitssportes zuzuordnen ist und eine vollständige Ausbelastung auf Grund des gesundheitlichen Risikos oft nicht durchführbar ist, gelangen wir über die KARVONEN- Formel zur individuellen THf. Diese Formel ermöglicht durch Berücksichtigung der Ruheherzfrequenz und damit des Trainingszustandes, eine individuell abgestimmte Belastungsdosierung.

Person X trainiert (vgl.REIß/ISRAEL, 2011, S. 138: Faustformel zur Vorhersage der maximalen Herzfrequenz) :

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die ermittelte Pulsvorgabe 137 S/min definiert - plus / minus zehn Schlägen - die Obergrenze für das allgemeine aerobe Ausdauertraining und stellt damit eine gute Richtlinie für den geeigneten Belastungsbereich dar. Bei der Verfolgung ihrer Zielsetzung im Stressabbau kann man sich daran orientieren. Dennoch sind bei der weiteren Entwicklung ihrer Grundlagenausdauer und der Optimierung des Fettstoffwechsels teilweise höhere Intensitäten bzw. Belastungen unerlässlich. Prinzipell muss eine Berechnung der Trainingsherzfrequenz (THf) je nach Leistungsstand, Genetik und Geschlecht unterschiedlich betrachtet werden und vorallem auf das jeweilige Testgerät zugeschnitten sein.

1.3. Gesundheits- und Leistungsstatus der Person

Im Anbetracht der Diagnose und der Testergebnisse, kann nun auf die Belastbarkeit von Person X geschlossen werden.

Geht man auf das Trainingsprinzip der Altersgemäßheit ein, so ist die Probandin mit 29 Jahren in einem noch gut trainierbarem Alter (vgl. NEUMANN/PFÜTZNER/BERBALK, 2005, S. 20 Abb.2). Dieser Aspekt allein ist jedoch noch nicht aussagekräftig genug und der Fokus richtet sich vielmehr „nach dem sogenannten biologischem Alter“ (STEMPER, 2006, S.30), was durch die bisherigen sportlichen Erfahrungen sowie die biometrischen Daten von Person X beeinflusst wird. Auf dem ersten Blick kann nichts nennenswert Negatives bezüglich der Trainierbarkeit festgestellt werden. Vielmehr wird diese durch das Volleyballspiel sowie die neu gewonnenen Kenntnisse im Kraftausdauerbereich begünstigt. Wie bereits beschrieben liegt die Probandin mit einem BMI von 23,9 im Normalgewicht, was jedoch durch die Fettmasse von 27% (vgl. BIA Körperanalyse) ungünstig erscheint. Zusamman mit dem Taille-Hüft-Quotienten von 0,84 liegt hier Handlungsbedarf vor, was durch zielgerechte Trainingsplanung und –steuerung verbessert werden soll. Gesundheitliche Risiken bleiben bei diesen Werten noch aus, dennoch können sich die Werte leistungsorientiert und präventiv senken lassen. Potential zur Ökonomisierung ist ebenfalls beim Ruhepuls von 74 S/min vorhanden. Zur Zeit liegt Person X damit im Normbereich und könnte zwischen 50 – 60 S/min erreichen (STEMPER, 2006, S. 137), was Ihr Herz-Kreislauf-System optimaler arbeiten lassen würde. Der Blutdruck von 138/87 mmH ist zwar „hoch normal“ und nicht als leistungshemmend anzusehen, könnte aber durchaus niedrigere Werte annehmen, um den Effekt der gesenkten HfRuhe zu untermauern. Bezüglich der orthopädischen Anamnese lässt sich das Augenmerk auf wirbelsäulengerechtes Training legen, um die Gefahr des Krankheitsbildes Skoliose möglichst zu minimieren. Bisher hat Person X die gelegentlichen Schmerzen durch das Krafttraining am Gerät weitgehend unter Kontrolle. Neben der bisher relativ guten Gesundheitssituation leidet Sie an Migräneanfällen, welche nicht nur im Alltag belastend sind, sondern sich auch beruflich störend auswirken. Anschließend kann mit Bezug zu den erarbeiteten Ergebnissen eine individuelle Prognose und Zielvorgabe erstellt werden, bei der die Anstrebungen von Person X Vorrang haben.

2. Zielsetzung/ Prognose

„Das individuelle Leistungsverhalten ist abhängig vom Anspruchsniveau und der damit verbundenen Erwartungshaltung (…)“ (SPORTUNTERRICHT, 2011). Mit dieser Aussage wird auf die Wichtigkeit der Zielsetzung bzw. der Prognose im Training hingewiesen. Im zweiten Schritt der Trainingssteuerung geht man also vorwiegend auf die von Person X angegeben Trainingsmotive ein und legt drei Hauptziele fest, die im Hinblick auf den realistischen Trainingserfolg genau ausformuliert werden sollen.

Ziel I (Fettstoffwechseloptimierung):

Erhöhung der VO2max innerhalb der 6 Wochen um 15 %.

Der Fettstoffwechsel ist durch Langzeitausdauertraining mit Intensitäten von 25-65 % VO2max trainierbar, wobei mit zunehmender Belastung von den Fetten auf Kohlenhydrate umgestiegen wird, um eine schnellere Resynthese des ATPs für kurz- bis mittelfristige Belastungen zu erlangen (vgl. REIß/ISRAEL, 2011, S. 223). Für die Zielsetzung von Person X legen wir hier jedoch Wert auf die Zunahme der Enzyme zur Fettverwertung, was durch längere Trainingsbelastung erfolgen soll und die Anteile der freien Fettsäuren am Energieumsatz erhöht. Eine Energiegewinnung während der aktiven Trainingsphasen setzt aus 1 g Fettsäuren 9,3 kcal frei und ist der Energiegewinnung aus Glykogen mit 4,1 kcal pro Gramm weitaus überlegen (vgl. NEUMANN/PFÜTZER/BERBALK, 2005, S.98). Somit ermöglicht sich unsere Volleyballspielerin nicht nur eine bessere aerobe Leistungsfähigkeit im Spiel und im Alltag sondern hat beste Voraussetzungen bezüglich der Gewichtsregulation bzw. -abnahme. Durch das Training kann Person X einen bestimmten Prozentsatz ihrer VO2max länger ausnutzen als bisher, was zu einer besseren Verwertung der maximalen Sauerstoffaufnahme führt. Erhöht sich nun der gesamte Prozentsatz von VO 2max , so ist auch die prozentuale Ausnutzung davon auf einem höheren Niveau.

[...]

Details

Seiten
19
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656228332
ISBN (Buch)
9783656229667
Dateigröße
664 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v196748
Institution / Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
1,6
Schlagworte
Ausdauer. Trainingsplan Cardiotraining Ausdauer

Autor

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Titel: Trainingsplanung im Ausdauersport