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Über die Relevanz des Einsatzes von Aquafitness im 3-Säulentherapieplan bei Diabetes mellitus Typ-2

Examensarbeit 2011 33 Seiten

Sport - Sportmedizin, Therapie, Prävention, Ernährung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Eigene Beweggründe zur Erstellung der Arbeit
1.2 Ziele der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Definition Diabetes
2.1.1 Erläuterung
2.2 Diabetesformen/Entstehung
2.3 Epidemiologie
2.4 Diabetessymptome
2.4.1 Kriterien zur Feststellung eines Diabetes
2.5 Häufig auftretende Folgeerkrankungen
2.6 Behandlung von Diabetes mellitus Typ-2 / 3-Säulentherapieplan
2.6.1 Medikamente
2.6.2 Ernährung
2.6.3 Bewegung

3. Grundlagen im Hinblick auf sportliche Betätigung
3.1 Untersuchungen
3.2 Kontraindikationen für die Ausübung von Sport
3.3 Positive Auswirkungen sportlicher Aktivität auf Diabetiker
3.4 Ziele eines Sportangebotes für Diabetiker
3.4.1 Was soll trainiert werden?
3.4.2 Geeignete Sportarten/Fitnessgeräte
3.4.3 Ungeeignete Sportarten

4. Aquafitness in der Sporttherapie bei Diabetes
4.1 Definition Sporttherapie
4.2 Definition Aquafitness
4.2.1 Vorteile von Aquafitness
4.2.2 Veränderungen nach regelmäßiger Aquafitnessteilnahme

5. Studienteil
5.1 Studie 1
5.2 Studie 2

6. Diskussion

7. Zusammenfassung

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Eigene Beweggründe zur Erstellung der Arbeit

Das erste Mal als ich von Diabetes erfuhr, war auf einem Karatewettkampf. Ein Vereinsmitglied erklärte mir, „er müsse jetzt seine BE’s (Broteinheiten) für den Wettkampftag gut vorausplanen, sonst sieht er Sterne.“ Etwas verwirrt fragte ich weiter und erfuhr, dass er bereits seit mehreren Jahren an Diabetes mellitus Typ-2 erkrankt ist. Damit aber, durch das Karate und durchs Schwimmen sowie seine gute Insulineinstellung und richtige Ernährung, super zurechtkommt. Durch weiteres Nachforschen kam ich auch darauf, dass der Diabetes eine häufig verbreitete Volkskrankheit ist. Leider zeigte sich bei meinen Nachforschungen, dass die meisten Menschen, die auch an Diabetes erkrankt sind, es mit dem Sport nicht so wichtig halten, wie mein Vereinsmitglied. Zudem kommt auch, dass immer mehr Menschen an Diabetes erkranken. Derzeit sind es bereits über 6,5 Mio. allein deutschlandweit. Die Therapie bei Diabetes Typ- 2 sieht vor, einen Betroffenen hinsichtlich der Medikation, der Ernährung und der Bewegung zu schulen. Da ich während meiner Ausbildung Gefallen an Aquafitness fand, stellte sich für mich eines Tages auch spontan die Frage, in wieweit sich die Aquafitness positiv auf den Diabetes mellitus Typ-2 auswirken kann, bzw. ob sie die Anforderungen, die an ein Diabetes-Sportprogramm gestellt werden, überhaupt erfüllt.

1.2 Ziele der Arbeit

In meiner Arbeit sollen nun konkret die Anforderungen an ein Sportprogramm für Diabetiker aufgeführt werden. Daraus soll dann ersichtlich werden, ob die Trainingsergebnisse und Wirkungen der Aquafitness mit den Anforderungen übereinstimmen und sie somit geeignet ist, um gegen den Diabetes vorzugehen oder ob es sogar Gründe gibt, die dagegen sprechen, die Aquafitness als ein gut geeignetes Diabetessportprogramm anzusehen.

1.3 Aufbau der Arbeit

Meine Arbeit habe ich in 4 Hauptthemen geteilt:

1. die theoretischen Grundlagen;
2. die Grundlagen im Hinblick auf sportliche Betätigung;
3. Einsatz von Aquafitness in der Sporttherapie bei Diabetes;
4. der aktuelle Forschungsstand, belegt durch Studienergebnisse.

Die theoretischen Grundlagen beinhalten die Definition des Diabetes mellitus, die Diabetesformen, sowie die Epidemiologie, die Diabetessymptome, die häufig begleitend zum Diabetes auftretenden Folgeerkrankungen und die Behandlungsmöglichkeiten des Diabetes, verdeutlicht durch den 3- Säulentherapieplan.

Im Absatz Grundlagen im Hinblick auf sportliche Betätigung möchte ich die Voruntersuchungen vor Aufnahme einer sportlichen Tätigkeit ansprechen, mögliche Kontraindikationen für eine sportliche Betätigung bei Diabetes, sowie die positiven Auswirkungen von Sport auf den Diabetes benennen. Außerdem beinhaltet dieser Abschnitt die Ziele eines Sportangebotes für Diabetiker. Es wird aufgezählt, was trainiert werden soll, sowie geeignete und ungeeignete Sportarten.

Der Abschnitt über den Einsatz von Aquafitness in der Sporttherapie bei Diabetes beinhaltet die Definition der Sporttherapie und der Aquafitness, behandelt die Vorteile der Aquafitness, sowie deren Auswirkungen auf den Organismus bei regelmäßiger Betätigung.

Die Studienergebnisse erläutern den aktuellen Forschungsstand, sowie die für meine Arbeit relevanten themenbezogenen Erkenntnisse der Wissenschaft.

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Definition Diabetes

Die in der medizinischen Fachsprache für die Zuckerkrankheit geläufige Bezeichnung Diabetes mellitus bedeutet „honigsüßes Hindurchfließen“. Gemeint ist damit die Zuckerausscheidung im Urin (vgl. Dr. Standl, 1998, Das große TRIAS-Handbuch für Diabetiker, S.32).

2.1.1 Erläuterung

Die Stoffwechselkrankheit Diabetes mellitus basiert auf einem absoluten oder relativen Insulinmangel. Das Insulin ist ein körpereigenes Hormon und wird in denß-Zellen der Langerhanschen Inseln gebildet. Diese befinden sich wiederum in unserer Bauchspeicheldrüse. „Das Insulin hat die Aufgabe den Blutzucker zu senken, die Aufnahme des Traubenzuckers in das Muskel- und Fettgewebe anzuregen, sowie die Glukosefreisetzung aus der Leber zu hemmen. Insulin beteiligt sich auch am Fettstoffwechsel. Die Fettneubildung wird hier begünstigt und der Fettabbau gleichzeitig unterdrückt. Je mehr Körperfett jedoch vorhanden ist, desto mehr Insulin wird benötigt. Auf Dauer gesehen, kommt es zu einer Überbeanspruchung der Bauchspeicheldrüse. Es entsteht zunächst ein relativer Insulinmangel. Wird durch diätische Maßnahmen dem Diabetes nicht entgegengewirkt, kann sich der Diabetes nicht mehr zurück bilden“ (vgl. Dr. Standl, 1998, Das große TRIAS-Handbuch für Diabetiker, S.36/37).

Es kann sogar zu einem absoluten Insulinmangel kommen, wenn das ganze Gewebe der Bauchspeicheldrüse abstirbt. Ist dann die Insulinproduktion gestört, die Reaktion der Körperzellen auf die Insulinwirkung gering oder besteht gar eine völlige Insulinresistenz, kann keine körpernotwendige Glykogensynthese (Energiegewinnung aus Zucker) in der Muskulatur oder der Leber stattfinden.

Die erste Gegenreaktion des Körpers auf den erhöhten Blutzucker, ist die Ausscheidung der Glykose durch den Urin. Daher auch der Name der Erkrankung. „Die Ausscheidung des Zuckers über den Urin erfolgt ab einem Wert von 180mg/dl (180 Milligramm Zucker in 100 Milliliter Blut “ (vgl. Dr. Standl, 1998, Das große TRIAS-Handbuch für Diabetiker, S.35). Da der Körper trotzdem eine Energiequelle für seine Funktion braucht, wird Fett und Eiweiß aus der Muskulatur herangezogen. Doch dies hat zur Folge, dass der Stoffwechselprozess enorm gestört wird, und dadurch auch die typischen Diabetessymptome auftreten. Je nach Schweregrad und Entstehungsursache des Insulinmangels wird die Krankheit in die nachfolgenden Formen eingeteilt:

2.2 Diabetesformen/ Entstehung

Typ-1 Diabetes (absoluter Insulinmangel)

Bei dieser Diabetesform wird überhaupt kein Insulin mehr vom Körper gebildet. Man geht davon aus, das der Auslöser ein Infekt war, bei dem der Körper Abwehrmechanismen gegen körpereigenes Gewebe der Bauchspeicheldrüse gebildet hat, eine Entfernung der Bauchspeicheldrüse vorliegt, oder die Reaktion einfach nur idiopathisch bedingt ist. In einigen Fällen wird der Typ 1 Diabetes auch vererbt. Bei einem erkrankten Elternteil liegt die Vererbungsrate bei 3-7%. Wenn beide Elternteile erkrankt sind, steigt die Rate auf 20% (vgl. Wörle, 2011, Diabetes, S.11).

Typ-2 Diabetes (relativer Insulinmangel)

Patienten, die am Typ-2 Diabetes erkrankt sind, weisen häufig auch andere Krankheiten des Metabolischen Syndroms auf. So sind die Betroffenen häufig adipös, leiden an einer Fettstoffwechselstörung oder haben einen erhöhten Blutdruck. Der Typ-2 Diabetes kann aber auch aufgrund einer schweren

Verletzung oder einem Infekt nach einer Operation auftreten. Leidet ein Mensch außerdem auch häufig unter Stress, so werden viele kontrainsulinäre Hormone (hemmen die Insulinwirkung) ausgeschüttet, auch dies kann die Entstehung eines Typ-2 Diabetes begünstigen. Auch der Typ-2 Diabetes kann vererbt werden. Bei einem erkrankten Elternteil liegt die Vererbungswahrscheinlichkeit bei c.a. 40%. Wenn beide Eltern erkrankt sind, steigt das Risiko auf 80%. Allerdings muss der Diabetes auch bei den genannten genetischen Voraussetzungen nicht ausbrechen. Häufig kann der Betroffene durch eine angemessene Lebensweise das Ausbrechen der Krankheit sogar verhindern (vgl. Wörle, 2011, Diabetes, S.13).

Typ-3 Diabetes

Bei dieser Diabetesform besteht ein völliger Insulinmangel, der durch andere Erkrankungen, wie z.B. Tumore, Infektionen, Entzündungen, selten genetische Defekte oder Erkrankungen des insulinproduzierenden Gewebes der Bauchspeicheldrüse, hervorgerufen wurde (vgl. HEXAL AG, 2008, S.11).

Typ-4 Diabetes (Schwangerschaftsdiabetes)

Man spricht von einem Schwangerschafts- oder Gestationsdiabetes, wenn eine Hyperglykämie (erhöhter Blutzucker) erstmals während der Schwangerschaft, aufgrund der hormonellen Veränderungen, festgestellt wird. Meist normalisiert sich der Blutzuckerwert nach der Geburt des Kindes wieder. Unbehandelt erhöht er das Risiko für Geburtskomplikationen aber um das zehnfache (vgl. HEXAL AG, 2008, S.11).

2.3 Epidemiologie

Laut aktuellen Studien sind weltweit bereits mehr als 194 Millionen Menschen an Diabetes Mellitus erkrankt (vgl. Walker, 2005, Diabetes, Vorwort). In Deutschland sind davon 6,5 Millionen gemeldet, 90% von ihnen sind Typ-2 Diabetiker. Laut WHO (Weltgesundheitsorganisation) und IDF (Internationale Diabetesvereinigung) soll sich die globale Anzahl der Diabetiker bis zum Jahr 2025 auf 333 Millionen erhöhen (vgl. Kiefer, 2006, Die Diabetes Fibel, S.6) . Dies ist hauptsächlich die Folge von zunehmender körperlicher Inaktivität mit nachfolgendem Übergewicht bereits im Kinder- und Jugendalter, einem oralen Fehlverhalten (Fast-Food-, Tabak- und Alkoholkonsum), sowie einer ungesunden Lebensweise (Schlafmangel, Stress). „Diabetes mellitus ist für knapp 3% aller Sterbefälle (1980: 2%) in Deutschland ursächlich verantwortlich. Häufig tritt Diabetes mellitus aber auch bei anderen Sterbefällen als Begleitkrankheit auf“ (vgl. Statistische Bundesamt, 2006, Zugriff am 18.03.2011 unter

http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm /2006/11/PD06__472__232.psml ).

2.4 Diabetessymptome

Ist ein Diabetiker schlecht eingestellt, können häufig schlechte Wundheilung, ungewollte Gewichtsabnahme, eine hohe Infektneigung, Sehstörungen, Juckreiz, Wadenkrämpfe oder Nervenschmerzen in den Beinen beobachtet werden. Ist der Blutzuckerspiegel eines Patienten erhöht, klagt der Betroffene häufig über einen erhöhten Durst, ist müde und abgeschlagen und muss auch vermehrt Wasserlassen. Bei einem schlecht eingestelltem Diabetes mellitus oder bei fortgesetzten Fehlern in der Bedienung der Spritzen, Pens oder Insulinpumpen kann es außerdem zum Insulinmangel im Körper kommen. Anzeichen wie Erbrechen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Aceton in der Atemluft, eine tiefe schwere Atmung sind die ersten Anzeichen für einen Blutzuckerwert über 250 mg/dl häufig auch 400mg bis 600 mg/dl. Werden sie rechtzeitig als Warnsignale wahrgenommen, hilft das den Betroffenen womöglich, sich vor einem diabetischen Koma zu bewahren (vgl. Dr. Standl, 1998, Das große TRIAS-Handbuch für Diabetiker, S.157).

2.4.1 Kriterien zur Feststellung eines Diabetes

Der Diabetes mellitus wird über den Nachweis einer chronischen Hyperglykämie (Glykosekonzentration im Blutüber längere Zeit erhöht) diagnostiziert (vgl. Schatz, 2006, Diabetologie kompakt, S.22).

Tabelle 2.4.1 Diagnostische Äquivalente von Glykosebestimmungen in Plasma und Vollblut

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(vgl. Schatz, 2006, Diabetologie kompakt, S.24)

In seltenen Fällen, z.B. bei während einer akuten Erkrankung festgestellter Hyperglykämie, kann zusätzlich der HbA1C-Wert (Blutzuckerwert der letzten 3 Monate) herangezogen werden. (vgl. Schatz, 2006, Diabetologie kompakt, S.25). Bei Werten unter 6% liegt kein Diabetes vor oder der Patient ist hervorragend eingestellt. Angestrebt wird bei Diabetikern ein Wert von 7%. Liegt ein Wert von über 8% vor, liegt eindeutig eine chronische Hyperglykämie vor und der Diabetiker ist schlecht eingestellt (vgl. Schatz, 2006, Diabetes kompakt, S.243). Möchte man einen Diabetes mellitus mit Gewissheit ausschließen oder sich in seinem Bestehen vergewissern, sollte man sich auf jeden Fall einer ärztlichen Kontrolle unterziehen. Neben den oben genannten Diagnostikverfahren wird beim Arzt der C-Peptid Wert (Spaltprodukt bei Insulinbildung, gibt Auskunftüber die produzierte Insulinmenge der letzten Tage) ermittelt, ein Stimmgabeltest oder ein Mikrofilamenttest (überprüft Nervensensibilität an der Fußsohle und ein Mikroalbumintest (gibt an ob Eiweiß über Niere ausgeschieden wird, wenn ja liegt eine Nierenschädigung vor) durchgeführt, die Füße gründlich untersucht ( aufgrund schlechter Wundheilung besteht erhöhtes Amputations- und Infektrisiko ), die Augen kontrolliert (soll feststellen, ob eine eventuelle Mikroangiopathie vorliegt), die Blutfettwerte ermittelt ( liegt vielleicht ein Metabolisches Syndrom vor? ).Das EKG soll Aufschluss über die Herz-Kreislauf-Leistung geben. Die Durchlässigkeit der Arterien überprüft man mittels eines Ultraschalldopplers (vgl. Wörle, 2011, Diabetes, S.15).

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Details

Seiten
33
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656233602
ISBN (Buch)
9783656233879
Dateigröße
512 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v197375
Institution / Hochschule
Berufskolleg Waldenburg gemeinnütziger e. V.
Note
Schlagworte
Olga Grünwald Sporttherapie Diabetes Typ 2 Aquafitness positive Auswirkungen gesund durch besser leben Therapiekonzept Diabetes

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