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Der Kulturtourismus in der andalusischen Stadt Tarifa

Praktikumsbericht / -arbeit 2012 17 Seiten

Kulturwissenschaften - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der allgemeine Kulturtourismus in der Theorie
2.1 Ausprägungen des Kulturtourismus
2.2 Der Kulturtourist
2.3 Finanzierungsaspekte

3. Kulturtourismus in Europa insbesondere Spanien
3.1 Fallbeispiel Tarifa
3.1.1 historische Entwicklung
3.1.2 Touristisches Angebot
3.1.3 Nachfragestruktur.
3.1.4 Erreichbarkeit
3.1.5 Beherbergung
3.1.6 Gastronomie
3.1.7 kulturelle Bauten
3.1.8 Landschaft
3.1.9 Themenstraßen
3.1.10 spezielle Events

4. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Kulturtourismus stellt ein Praxisfeld des Kulturmanagements dar. Der Be­griff des Kulturtourismus geht über den Besuch kultureller Institutionen wie z.B. Museen hinaus, auch die Alltagskultur ist hier wichtig.[1] Somit sucht der Kulturtourist nicht nur die für eine Region wichtigen Bauten wie z.B. Burgen auf, sondern möchte auch Alltagseindrücke der einheimischen Kultur mitneh­men, wie z.B. typische regionale Küche.

In der vorliegenden Arbeit möchte ich nun den Kulturtourismus anhand des Beispiels von der Stadt Tarifa im Süden Spaniens vorstellen. Zunächst gehe ich allgemein auf den Kulturtourismus in der Theorie näher ein. Hierzu gehören die Nachfrage an touristischen Angeboten sowie zudem verschiedene Arten des Kulturtourismus. Denn hier ist eine deutliche Steigerung in der Erlebnisnach­frage zu verzeichnen, so dass ein erlebnisorientierter Kulturtourismus von dem traditionellen unterschieden werden kann. Zudem ist hier natürlich auch immer die Finanzierung ein wichtiger Punkt, auf den ich allgemein kurz eingehen möchte.

Im Hauptteil der Arbeit stelle ich kurz den Kulturtourismus in Europa dar und gehe vertiefend auf Spanien ein. Im Fallbeispiel der Stadt Tarifa stelle ich dann das Angebot vor, in welches ich in meinem Praktikum in der Touristeninforma­tion einsehen, erlernen und weitervermitteln durfte. Auch gehe ich hier auf noch fehlende Angebote ein, die vielleicht eine Erweiterung des Angebotes darstellen könnten.

2. Der allgemeine Kulturtourismus in der Theorie

Allgemein ausgedrückt findet Tourismus statt, wenn man sich von seinem ge­wohnten Umfeld wegbewegt, also verreist. Eine Übernachtung ist nicht unbdingt erforderlich.[2]

„Ein Kulturtourist istjemand, der als Grund oder Zweck seiner Reise ... „Kultur" nennt."[3]

Der Begriff Kulturtourismus oder Cultural Tourism[4] taucht ab Mitte der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts auf und wird seit den 90ern auch für Wer­bezwecke der Tourismusbranche genutzt. Die deutsche Kultur wird gerade nach der Wiedervereinigung neu erlebt und in einer Reise erfahren.[5] Nahrstedt konstatiert die Veränderung des Tourismus entsprechend des Werte­wandels der Gesellschaft.[6] War früher vor allem der reine Erholungsurlaub wichtig geht die Tendenz mittlerweile immer stärker hin zu einem „Urlaubser­lebnis". Abwechslung ist somit ein wichtiges Motiv im Kulturtourismus, der reine Ausruhfaktor steht für die Urlauber nicht mehr an erster Stelle.[7] Die Nachfrage nach erlebnisreichen Angeboten z.B. in Form von Städtetourismus wächst. Dies ist auch anhand der Steigerung der all-inklusiv-Angebote nebst täglicher Animation erkennbar.

2.1 Ausprägungen des Kulturtourismus

Der Kulturtourismus ist natürlich kein rein deutsches Phänomen. Er hat ver­schiedene Ausprägungen mit verschieden bevorzugten Ländern. Dreyer unter­scheidet hier die eher traditionellen Städtereisen, Studienreisen, Sprachreisen, den Thementourismus und die Themenstraßen.

Eine Städtereise zählt nur dann zum Kulturtourismus, wenn auch Kulturange­bote wahrgenommen werden. Wird z.B. nur shoppen gegangen zählt es also nicht.[8] Die Studienreise hat meist ein festgelegtes Thema das aktiv, z.B. durch Referate, bearbeitet wird und findet in einer geführten Gruppe statt.[9] Eine Sprachreise ist sehr speziell, die Unterbringung in Gastfamilien soll die Kultur des Landes näher bringen.[10] Themenreisen können beispielsweise nach Disney­land oder in einen Freizeitpark führen.[11] Eine Themenstraße dagegen umfasst ein größeres Gebiet an Städten oder Dörfern, die eine Gemeinsamkeit haben, wie z.B. mittelalterliche Burgen.[12]

Auf Schulzes Theorie der Erlebnisgesellschaft bezogen, suchen auch Touristen nach Erlebnissen, so dass der Kulturtourismus eine weitere Ausprägung, näm­lich den Erlebnistourismus hat. Der Tourist sucht hier nach einzigartigen Erleb­nissen, die er in verschiedenen Angeboten finden kann, wie z.B. im Sport oder in kulturellen Angeboten.[13]

Zudem unterscheidet Heinze weitere Formen des Kulturtourismus. Beim Ob­jektkulturtourismus werden historische Gebäude, Museen etc. besucht. Der Gebiets-/Ensemblekulturtourismsus beinhaltet landschaftliche Sehenswürdig­keiten, Naturparks, historische Stadtkerne etc. Der Ereigniskulturtourismus steht für Festivals, Veranstaltungen, historische Märkte etc., während der gastronomische Kulturtourismus nach regionalen Spezialitäten sucht.[14] Die Verbindung verschiedener Angebote ist im Kulturtourismus äußerst wich­tig, da der Tourist meist nach einem Gesamtpaket sucht, z.B. historische Ge­bäude und Gastronomie.[15]

Obwohl Dreyer und Heinze die Ausprägungen des Kulturtourismus unter­schiedlich bezeichnen, sind doch die Ähnlichkeiten zu erkennen. Die Städterei­se, die die Besichtigung von Burgen einschließt, kommt dem Objektkulturtou­rismus sehr nah. Denn eine Reise, die zum Zwecke unternommen wurde eine bestimmte Burg in einer bestimmten Stadt zu besichtigen, trifft aufbeide Arten zu.

2.2 Der Kulturtourist

Innerhalb der verschiedenen Arten des Kulturtourismus lässt sich nach Loh­mann zwischen Kultururlaubern und Auch-Kultururlaubern unterscheiden. Auch-Kultururlauber sind Touristen, die nicht primär auf der Suche nach Kul­tur in ihrem Urlaub sind. Die „General Cultural Tourists" (Auch-Kultururlau-
ber) überwiegen gegenüber den „Specific Cultural Tourists" (Kultururlauber).[16] Kultururlauber wollen ihren Horizont erweitern, Auch-Kultururlauber sind auf die eigene Person bezogen.[17]

Eine höhere Bildung des Touristen bedeutet stärkeres Interesse an Kultur. Eine signifikante Altersklasse kannjedoch nicht ausgemacht werden, so dass „der Kulturtourist" nicht komplett fassbar ist, sondern nur anhand allgemeiner Kri­terien wie Bildung und Interesse an Kultur durch Fragebögen ermittelt werden kann.[18] Herausstechen tut hier nur die Altersklasse der 30-39 Jährigen, die Loh­mann als „Kultur-Pausengruppe"[19] bezeichnet, weil hier wahrscheinlich Kin­der- und Karriereplanung wichtiger sind.

2.3 Finanzierungsaspekte

Die regionalen Kulturgüter werden meist von der Gemeinde finanziert. Die Stätdte können sich zudem für europäische Zuschüsse melden oder Sponsoren auftreiben. Für die Wirtschaft hat die Kulturförderung eine deutliche Steige­rung des Ansehens zur Folge, weshalb das Sponsoring in Deutschland zu einem festen Bestandteil der Kulturerhaltung geworden ist.

Desweiteren lassen sich Gelder über Kulturevents auftreiben. Auch private Geldgeber helfen bei der Finanzierung.

3. Kulturtourismus in Europa insbesondere Spanien

„Im entstehenden Europa der Regionen, in dem Grenzen ihre physische Bedeutung ver­lieren, kann der Kulturtourismus als neue Perspektive für Europa eine besondere Vielfalt in Grenzgebieten zwischen den Regionen entwickeln. Für die Bürger Europas und deren Gäste aus anderen Teilen der Welt werden mit dem Abbau der Grenzen die gemeinsame europäische Geschichte vieler regionen wie auch Phasen getrennt verlaufener Entwick­lungen viel leichter erkennbar."[20]

[...]


[1] Vgl. Heinze, Thomas: Kultursponsoring, Museumsmarketing, Kulturtourismus. Ein Leitfaden für Kulturmanager, Wiesbaden 2009, S. 119; Heinze, Thomas: Konzeptionelle und marketingstrategische Überlegungen zum (regionalen) Kulturtourismus, in: Heinze, Thomas: Kulturtourismus. Grundlagen, TrendsundFallstudien, München 1999, S. 1; Lohmann, Martin: Kulturtouristen oder die touristische Nachfrage nach Kulturangeboten, in: Heinze, Thomas: Kulturtourismus. Grundlagen, Trends und Fallstudien, München 1999, S. 63.

[2] Vgl. Lohmann: Kulturtouristen , 1999, S. 54 ff.

[3] Ebd. S. 63.

[4] Vgl. zum Thema Kulturtourismus allgemein auch Richards, Greg: Scope and Significance of Cultural Tourism, in: Richards, Greg: Cultural Tourism in Europe, Wallingford 1996, S. 22 ff.

[5] Vgl. Nahrstedt, Wolfgang: Die Kulturreise. Gedanken zur Charakterisierung einer Reiseform, in: Dreyer, Axel: Kulturtourismus. Lehr- und Handbücher zu Tourismus, Verkehr und Freizeit, München 1996, S. 5 ff.

[6] Vgl. ebd. S.13.

[7] Vgl. Lohmann: Kulturtouristen, 1999, S. 64.

[8] Vgl. Dreyer, Axel: Der Markt für Kulturtourismus, in: Dreyer, Axel: Kulturtourismus. Lehr- und Handbücher zu Tourismus, Verkehr und Freizeit, München 1996, S. 28.

[9] Vgl. ebd. S.31.

[10] Vgl. ebd. S. 33.

[11] Vgl. ebd. S. 33.

[12] Vgl. zum Thema Themenstraße auch Becker, Christoph/Steinecke, Albrecht (Hrsg.): Kulturtourismus in Europa: Wachstum ohne Grenzen?, Trier 1993, S.213; Dreyer: Der Markt fürKulturtourismus, 1996, S. 34.

[13] Vgl. Heinze: Konzeptionelle und marketingstrategische Überlegungen zum (regionalen) Kulturtourismus, 1999, S. 4 ff.

[14] Vgl. Vgl. Heinze: Kultursponsoring, Museumsmarketing, Kulturtourismus, 2009, S. 130; Heinze: Konzeptionelle und marketingstrategische Überlegungen zum (regionalen) Kulturtourismus, 1999, S. 11 ff.

[15] Vgl. ebd. S. 12.

[16] Vgl. Lohmann: Kulturtouristen , 1999, S. 64 ff.

[17] Vgl. Lohmann: Kulturtouristen, 1999, S. 78.

[18] Vgl. ebd. S. 70.

[19] Ebd. S. 71.

[20] Becker/Steinecke(Hrsg.): Kulturtourismus in Europa, 1993, S. 3.

Details

Seiten
17
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656243816
ISBN (Buch)
9783656245193
Dateigröße
415 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v197422
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen – Institut für Soziologie
Note
2,7
Schlagworte
Kultur Tourismus Kulturtourismus Andalusien

Autor

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