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Die Inflation - Schutzmechanismen für private Anleger

Projektarbeit 2012 32 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeine Grundlagen
2.1 Das ökonomische Gut Geld
2.2 Funktionen des Geldes
2.3 Erscheinungsformen des Geldes
2.4 Die Geldmenge

3. Die Inflation
3.1 Definition Inflation
3.2 Messverfahren der Inflation
3.3 Aktuelle Situation in Deutschland
3.4 Verlierer und Profiteure der Inflation

4. Mögliche Schutzmechanismen für private Anleger
4.1 Einführung
4.2 Gold
4.2.1 Was ist Gold?
4.2.2 Anlagemöglichkeiten von Gold
4.3 Aktien
4.4 Immobilien
4.5 Inflationsgeschützte Anleihen

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Ehrenwörtliche Erklärung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis Seite

Abb. 1 Abgrenzungen der Geldmengen durch die EZB

Abb. 2 Wägungsschema Verbraucherpreisindex

Abb. 3 Inflationsrate in Deutschland von Februar 2011 bis Februar 2012

Abb. 4 Fallbeispiel zur negativen Realrendite

Abb. 5 Aufteilung des Geldvermögens in Deutschland im Jahr 2008

1. Einleitung

„Eine höhere Inflation ist unvermeidlich“.1 Diese Aussage von den Chefvolkswirten Ulrich Kater (Dekabank), Jörg Krämer (Commerzbank) und Thomas Mayer (Deutsche Bank) spiegelt die momentanen Ängste vieler privater Anleger wieder. Fast jeder zweite Deutsche hat laut einer Studie des Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest vom November 2011 Angst vor einer massiven Geldentwertung.2 Hauptgründe für die großen Sorgen der Anleger sind vor allem steigende Staatsverschuldungen, schwache Währungen und steigende Energiepreise.3

Das Vermögen von Millionen Sparern wird durch die Inflation bedroht, da die Zinserträge von klassischen Anlagen wie bspw. Sparbüchern, Sparbriefen, etc. nicht ausreichen um die Inflation auszugleichen. Sogar zehnjährige Bundesanleihen werfen bei einer Inflationsrate von 2,3 Prozent (Stand: Februar 2012) nur ca. 1,8 Prozent Rendite pro Jahr ab.4 Die Inflationsproblematik wird daher in den Medien ausführlich diskutiert und viele Anleger suchen nach geeignetem Inflationsschutz.

Ziel dieser Arbeit ist, mögliche Schutzmechanismen für private Anleger darzustellen. Dabei wird zunächst auf das ökonomische Gut Geld eingegangen. Anschließend wird der Begriff Inflation definiert und die aktuelle Situation in Deutschland beschrieben. Nachfolgend werden die Anlageformen Gold, Aktien, Immobilien und inflationsgeschützte Anleihen als möglicher Inflationsschutz erörtert.

2. Allgemeine Grundlagen

2.1 Das ökonomische Gut Geld

Geld ist definiert, als ein Teil des Vermögens mit dem die Wirtschaftssubjekte Transak- tionen durchführen können.5 Vergleicht man unsere heutige Volkswirtschaft mit einer Naturaltauschwirtschaft, so wird deutlich, welchen Nutzen das Gut Geld besitzt.6

Bei der Naturaltauschwirtschaft handelt es sich um eine Tauschwirtschaft, in der ein erfolgreicher Tausch nur zu Stande kommt, wenn der Anbieter ein Gut des Nachfragers und der Nachfrager ein Gut des Anbieters benötigt. Ein anschauliches und bekanntes Beispiel dafür ist das Bild des „hungrigen Schneiders“, der nur dann ein Brötchen er- werben kann, wenn er einen frierenden Bäcker findet, der gerade in diesem Moment einen neuen Mantel benötigt.7 Diese s.g. doppelte Koinzidenz der Wünsche ist nur in den wenigsten Fällen erfüllt, da die gegenseitigen Bedürfnisse zweier Wirtschaftssub- jekte nicht immer übereinstimmen. Darüber hinaus ist für jeden Tausch eine lange und aufwendige Suche notwendig, bis man einen geeigneten Tauschpartner gefunden hat.8

In einer Naturaltauschwirtschaft ist es aus den o.g. Gründen schwierig Handel zu betrei- ben, da die Beschaffung, Speicherung und Verarbeitung von Preisinformationen sehr aufwendig ist.9

Vergleicht man nun eine Naturaltauschwirtschaft mit einer Geldwirtschaft, so wird der spezifische Nutzen des Gutes Geld deutlich: In einer Geldwirtschaft, in der alle Güter in absoluten Preisen (Geldeinheiten pro Gütermenge) ausgedrückt werden können, verringert sich die Zahl der Güterpreise und damit das Problem der Preisinformation erheblich.

Ein System der Geldwirtschaft ist allein unter diesem Aspekt der Preise und Preisinfor- mationen, ihrer Sammlung, Aufbereitung, Speicherung und Verarbeitung sowie der da- mit verbundenen Mühen und Kosten einem System der Naturaltauschwirtschaft deutlich überlegen, sodass dem Gut Geld schon deshalb ein eigener Nutzen zugeordnet werden muss, selbst wenn sich dieser aus der einfachen Rechenfunktion des Geldes ergibt.10

2.2 Funktionen des Geldes

Das ökonomische Gut Geld besitzt im Wesentlichen drei wichtige Funktionen: Es fungiert als Recheneinheit, als Tauschmedium und als Wertaufbewahrungsmittel.11

Die Recheneinheit Geld:

Geld als Recheneinheit ermöglicht es uns unterschiedliche Güter - wie z.B. Bananen, Kleidung, Autos und Maschinen - wertmäßig auf einen Nenner zu bringen, das heißt, sie zu addieren und sie in Relation zueinander zu stellen. Der Wert aller Waren und Dienstleistungen einer Volkswirtschaft lässt sich so ermitteln und in Geld ausdrücken. Dieses Verfahren bildet die Grundvoraussetzung dafür, dass man für ein Land eine volkswirtschaftliche Gesamtrechnung erstellen kann. Des Weiteren sind verschiedene Güter durch das Gut Geld besser vergleichbar. Der größte Vorteil einer Recheneinheit Geld ist jedoch, dass die Effizienz des gesamtwirtschaftlichen Systems im Gegensatz zu einer Naturaltauschwirtschaft gesteigert wird.12 Gäbe es das Geld nicht, so wären auch eine fortgeschrittene Arbeitsteilung und hochdifferenzierte Produktionsprogramme in einer Volkswirtschaft nicht denkbar. Das Gut Geld ist daher eine Grundlage einer sich weiterentwickelnden Volkswirtschaft.13

Geld als Tauschmedium:

Die zentrale Eigenschaft des Geldes bildet die Tauschfunktion. Geld ist in unserer Gesellschaft ein allgemein und gesetzlich anerkanntes Zahlungs- und Tauschmittel, dass über eine generelle Kaufkraft verfügt. Außerdem ist es möglich, mit Hilfe des Geldes verschiedene, beliebige Güter zu kaufen und zu verkaufen, wobei beide Transaktionen nicht gleichzeitig stattfinden müssen. Höhere Transaktions- und Informationskosten die in einer Naturaltauschwirtschaft möglicherweise anfallen, werden durch Geld vermieden.14 Die Umwandlung von Geld als Vermögensobjekt in eine Dienstleistung oder in eine Ware, lässt sich sehr simpel vollziehen; diese Einfachheit der Umwandlung bezeichnet man als Liquidität des Vermögensobjekts. Da Geld als das Tauschmittel unserer Wirtschaft fungiert, handelt es sich bei dem Gut Geld um das liquideste Vermögensobjekt überhaupt.15

Geld als Wertaufbewahrungsmittel:

Geld dient ebenfalls als Wertaufbewahrungsmittel; es ermöglicht „den Transfer von Kaufkraft aus der Gegenwart in die Zukunft.“16 Das heißt, dass jemand, der am heutigen Tag 300 Euro verdient, diese nicht sofort ausgeben, sondern erst behalten kann, um das Geld dann in zwei Wochen auszugeben.17 Mit Hilfe des Geldes können die Wirtschafts- subjekte also Vermögen bilden. Geld dient somit als Wertspeicher, da Vermögensbil- dung als ein zeitliches Hinausschieben der Verausgabung von Geld bezeichnet wird. Dabei ist zu beachten, dass der Wert des Geldes im Zeitablauf nicht stabil bleiben muss.18 Die Funktion der Wertaufbewahrung kann auch von verschiedenen Wertpapie- ren bspw. festverzinsliche Anleihen, Aktien, Sparbriefe etc. erfüllt werden.19

2.3 Erscheinungsformen des Geldes

Geld kann in verschiedenen Formen auftreten. In unserer Wirtschaft werden Transak- tionen mit Euro-Scheinen durchgeführt, deren einzige Funktion es ist, als Geld zu die- nen. Würde dieses bunt bedruckte Papier nicht überall auf der Welt als Geld akzeptiert werden, so hätte es keinerlei Wert. Geld, welches keinen inneren Wert aufweist, wird als Nominalgeld (fiat money) bezeichnet, denn sein Wert wird lediglich durch den auf- gedruckten Betrag bestimmt.20 Es gibt zwei Arten von Nominalgeld: das Bargeld und das Buchgeld (Giralgeld). Zum Bargeld gehören die sich im Umlauf befindenden Bank- noten und Scheidemünzen. Unter Buchgeld versteht man nicht verbriefte Forderungen an die Zentral- oder Geschäftsbanken. Solche Forderungen können zu jeder Zeit - und das ohne zeitlichen Verzug - abgehoben oder an einen anderen Wirtschaftsteilnehmer übertragen werden. Besitzt ein Wirtschaftsteilnehmer also beispielsweise Geld auf einem Girokonto, so wird dieses Geld als Buchgeld bezeichnet.21

Obwohl die oben erläuterte Form des Geldes als Nominalgeld in nahezu allen heutigen Volkswirtschaften der Normalfall ist, benutzten viele bzw. die meisten Gesellschaften in der Vergangenheit Waren mit einem inneren Wert als Geld. Dabei handelt es sich um Warengeld (commodity money), dessen Wert dem Stoffwert des entsprechenden Gutes entspricht. Eines der bekanntesten Beispiele für Warengeld ist Gold. Wenn Gold in einer Volkswirtschaft als Geld (oder Geldscheine, für die eine Umtauschpflicht in Gold besteht) verwendet wird, spricht man davon, dass in dieser Wirtschaft ein Goldstandard gilt. Gold gilt als Warengeld, da es für unterschiedliche Zwecke benutzt werden kann bspw. für Schmuck, als Zahnersatz oder als Zahlungsmittel.22

Außerdem können auch geldnahe Forderungen eine weitere Erscheinungsform von Geld darstellen. Als geldnahe Forderungen werden Forderungen bezeichnet, welche an die Zentralbank oder an Geschäftsbanken gestellt werden. Über solche Forderungen kann nicht sofort und zu jeder Zeit, sondern erst nach einem gewissen Zeitverzug, verfügt werden. Termineinlagen (Einlagen mit vereinbarter Laufzeit), Spareinlagen (Einlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist) und Geldmarktinstrumente (Geldmarktpapiere), bspw. Geldmarktfonds zählen zu den geldnahen Forderungen.23

2.4 Die Geldmenge

Auf Grund der verschiedenen Erscheinungsformen bzw. unterschiedlichen Formen von liquiden Mitteln wurde die Geldmenge für das Eurosystem in drei monetäre Aggregate aufgeteilt. In der Literatur spricht man von dem eng gefassten Aggregat M1, dem mittlerem gefassten Aggregat M2 und dem weit gefassten Aggregat M3.24

Abb. 1: Abgrenzungen der Geldmengen durch die EZB

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Vgl. European Central Bank (Hrsg.) (Monetary statistics january 2012), Abruf: 07.02.2012 und vgl. European Central Bank (Hrsg.) (EBC`s definition), Abruf: 07.02.2012, eigene Darstellung

Die Geldmenge M1 wird als Summe des Gesamtbestandes an Bargeld und dem Sicht- guthaben der Nichtbanken25 von der Europäischen Zentralbank definiert. Die Bargeld- bestände der Geschäftsbanken und die Sichteinlagen der Geschäftsbanken sind bei der Ermittlung der Geldmenge M1 ausgeschlossen. Die Geldmenge M2 enthält die Geld- menge M1 und wird um alle Termin- und Spareinlagen der Nichtbanken erweitert. M3 enthält neben der Geldmenge M2 Verbindlichkeiten aus Wertpapierpensionsgeschäften, Schuldverschreibungen mit einer Laufzeit bis zu 2 Jahren, sowie Anteile an Geldmarkt- fonds und Geldmarktpapieren.26

Die verschieden definierten Geldmengen M1, M2 und M3 entwickeln sich in Abhängigkeit von der Zinsstruktur, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) festgelegt wird, unterschiedlich. Wenn z.B. die Zinsen für Spareinlagen stärker als für Sichtguthaben sinken würden, so würde eine Verschiebung von Spareinlagen in Sichtguthaben stattfinden. Dies hätte zur Folge, dass M1 steigen und M2 und M3 konstant bleiben würden. Zinsbedingte Umschichtungen, die volkswirtschaftlich gesehen die Liquiditätslage unverändert lassen, werden durch M2 und M3 eher „in sich“ aufgefangen. Aus diesem Grund orientiert die EZB ihre Geldpolitik an der weit abgegrenzten Geldmenge M3.27

[...]


1 Kater, Ulrich; Krämer, Jörg; Mayer, Thomas: in Handelsblatt (Hrsg.) (Interview zur Geldanlage), S. 40

2 Vgl. Spiegel Online (Hrsg.) (Angst vor Inflation), Abruf: 08.04.2012

3 Vgl. Hagen, Jens: in Handelsblatt (Hrsg.) (Inflation), Abruf: 08.04.2012

4 Vgl. Eckert, Daniel: in: Die Welt (Hrsg.) (Enteignung der Sparer), S. 17

5 Vgl. Mankiw, N. Gregory (Makroökonomik, 2011), S. 103

6 Vgl. Funk, Lothar; Voggenreiter, Dieter; Wesselmann, Carsten (Makroökonomik, 2008), S. 189

7 Vgl. Clement, Reiner; Kiy, Manfred; Terlau, Wiltrud (Grundlagen, 2006), S. 288

8 Vgl. Funk, Lothar; Voggenreiter, Dieter; Wesselmann, Carsten (Makroökonomik, 2008), S. 189

9 Vgl. Mankiw, N. Gregory (Makroökonomik, 2011), S. 104

10 Vgl. Funk, Lothar; Voggenreiter, Dieter; Wesselmann, Carsten (Makroökonomik, 2008), S. 190

11 Vgl. Mankiw, N. Gregory (Makroökonmik, 2011), S. 103

12 Siehe Kapitel 2.1

13 Vgl. Cantner, Uwe; Hanusch, Horst; Kuhn, Thomas (Volkswirtschaftslehre 1,2000) S. 322

14 Vgl. Hanusch, Horst; Kuhn, Thomas; Canter, Uwe (Volkswirtschaftslehre, 2000) S. 322

15 Vgl. Mankiw, N. Gregory (Makroökonomik, 2011), S. 104

16 Mankiw, N. Gregory (Makroökonomik, 2011), S. 103

17 Vgl. Mankiw, N. Gregory (Makroökonomik, 2011), S. 103

18 Siehe Kapitel 3 „Die Inflation“

19 Vgl. Cantner Uwe; Hanusch, Horst; Kuhn, Thomas (Volkswirtschaftslehre 2000), S. 321f.

20 Vgl. Mankiw, N. Gregory, (Makroökonomie, 2011), S. 104

21 Vgl. Holtemöller; Oliver, (Geldtheorie, 2008), S. 27

22 Vgl. Mankiw, N.Gregory (Makroökonomie, 2011), S. 104f.

23 Vgl. Holtemöller; Oliver, (Geldtheorie, 2008), S. 27f.

24 Vgl. Jarchow; Hans-Joachim (Theorie des Geldes, 2003), S. 9

25 Als Nichtbanken werden Akteure außerhalb des Bankensystems bspw. private Haushalte, private Organisationen ohne Erwerbscharakter (Kirche, Vereine), öffentliche Haushalte und alle Wirtschaftsunternehmen die keine Banken sind, bezeichnet.

26 Vgl. Gerdesmeier; Dieter (Geldtheorie 2010), S. 11f.

27 Vgl. Kampmann, Ricarda; Walter, Johann (Makroökonomie, 2010), S. 48f.

Details

Seiten
32
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656238690
ISBN (Buch)
9783656239222
Dateigröße
750 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v197702
Institution / Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg Mannheim, früher: Berufsakademie Mannheim
Note
1,4
Schlagworte
Inflation Börse Realrendite schutz schutzmechanismen gold inflationsschutz inflationsgeschützte anleihen aktien private Anleger immobilien sachwerte vermögen vermögensaufbau

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