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Betrachtung des Wortes "great" hinsichtlich seiner verschiedenen Darstellungen im OALD

Hausarbeit 2010 15 Seiten

Anglistik - Linguistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Semantische Grundbegriffe

3. Etymologie

4. Wörterbucheinträge in den verschiedenen OALD-Editionen - ein Vergleich
4.1 OALD - erste Edition
4.2 Änderungen in den darauffolgenden Editionen
4.3 Synonym-Box - eine Besonderheit der siebten Edition

5. Schlussfolgerung

6. Bibliographie

1. Einleitung

A great crowd had gathered.

There was a great big pile of books. Her death was a great shock. We can make this country great again. I feel great today.

This gadget's great for opening jars. I visited my great-aunt.

The Great Bear is one of my favorite constellations. We live in the area of Greater London.

All diese Beispiele sind angelehnt an Beispielsätze aus dem Oxford Advanced Learner's Dictionary (kurz OALD). Würde man diese Sätze in das Deutsche übertragen, so würde man feststellen, dass great auch hier fast überall durch gro ß oder gro ß artig zu ersetzen ist. Und doch hat great in jedem dieser Sätze eine andere Bedeutungsnuance. Mal meint es einen Ausdruck für räumliche Höhe, oder für wirtschaftlichen Aufschwung, mal einen Ausdruck für das Befinden, oder für einen entfernten Verwandtschaftsgrad. All das wird ausgedrückt durch das Wort great. Ziel dieser Arbeit wird sein, mithilfe der bisher sieben erschienenen Editionen des OALD, zu untersuchen, ob es schon immer in diesem Lernerwörterbuch (das heißt seit 1948) derart viele verschiedene Abstufungen in der Bedeutung des Wortes great gegeben hat. Hierzu werde ich zunächst die für diese Seminararbeit wichtigen semantischen Begriffe erläutern (z.B. Kollokation, etc.), anschließend einen kurzen etymologischen Überblick geben und daraufhin die Darstellungen und Erklärungen des Wortes great in all seinen Facetten in den sieben OALD-Editionen gegenüberstellen.

2. Semantische Grundbegriffe

Wenn man über Bedeutungen spricht, sollte man zunächst definieren, was man unter Bedeutung überhaupt versteht. Bedeutung ist „Bestandteil eines sprachlichen Zeichens, der fest mit dessen Form (Phonemkette) verbunden ist und die inhaltliche Vorstellung, die die Sprecher einer Sprache mit dieser Form verbinden, zum Ausdruck bringt.“ (Herbst / Stoll / Westermayr, 1991: 159).

Nun kann es aber sein, dass einem Wort nicht nur eine Bedeutung zugesprochen wird. Wenn dies der Fall ist (wie in dem Beispielwort great) so spricht man von Ambiguität; also ein Wort kann mehrere Bedeutungen haben (vgl. Herbst / Stoll / Westermayr, 1991: 157). Synonym dazu könnte man auch den Begriff Polysemie gebrauchen. Polysemie beschreibt ebenfalls die Mehrdeutigkeit eines Wortes (vgl. Herbst / Stoll / Westermayr, 1991: 167). Entgegen der Polysemie steht die Homonymie. Diese beschreibt Bedeutungen mehrerer Wörter, welche sich aber durch sprachhistorische Entwicklungen identisch in der Form entwickelt haben und heute wie ein und das selbe Wort wirken (vgl. Herbst / Stoll / Westermayr, 1991: 161). Man kann nicht immer entscheiden, ob bei einem Wort Polysemie oder Homonymie vorliegt, da nicht immer eindeutig der Wortursprung ermittelt werden kann. Im Fall meines Beispielwortes great werde ich später noch darauf eingehen, ob es ein Polysem oder Homonym ist.

Des Weiteren werden die Begriffe Kollokation und Idiom im Verlauf meiner Arbeit einen wichtigen Teil darstellen. Kollokationen sind Wortverbände (zwei oder mehrere Wörter) die häufig in einer bestimmten Konstellation auftreten, dies aber nicht zwangsläufig müssen, das heißt das Wörter wie zum Beispiel handsome oder virile häufig in Verbindung mit man oder boy auftreten. Wenn man aber handsome vor woman stellt so bekommt handsome eine andere Konnotation, es wirkt eher negativ. Somit unterliegen Kollokationen bestimmten Restriktionen, wie zum Beispiel der nicht willkürlichen Austauschbarkeit ihrer einzelnen Bestandteile (vgl. Herbst / Stoll / Westermayr, 1991: 164). Einen ähnlichen Sachverhalt stellen Idiome dar. Idiome sind ebenfalls Wortverbände, die aber nur in dieser Form miteinander auftreten und von denen kein Bestandteil ersetzbar ist, ohne das die Bedeutung verloren geht. Eine weitere Besonderheit ist, dass der Sinn von Idiomen nicht aus der Betrachtung der einzelnen Wörter zu erschliesen ist.

Als Beispiel bietet sich das Idiom red herring an, geht man von der Wortbedeutung aus so heißt dies nichts anderes als roter Hering, was für sich genommen keinen Sinn ergibt. Als Idiom übersetzt heißt es aber falsche Spur, dies ist jedoch in keinerlei Weise von den Wörtern zu erschliesen. Idiome zu erkennen und deren Bedeutung zu verstehen setzt also ein gewisses Maß an volkskundlicher Bildung vorraus (vgl. Herbst / Stoll / Westermayr, 1991: 162). Grundsätzlich gilt es zur Unterscheidung festzuhalten, man kann beispielsweise in der Kollokation a handsome man das Nomen man durch boy, nicht aber in dem Idiom he kicked the bucket das Nomen bucket durch basket ersetzen.

Die letzten beiden Termini, die im Verlauf der Hausarbeit genannt werden sind Synonymie und Antonymie. Einfach ausgedrückt, Worte, welche die gleiche Bedeutung haben und Worte, welche den Gegensatz bezeichnen. Bei der Synonymie handelt es sich jedoch nicht um eine absolut gleiche Bedeutung, die meisten Sprachforscher zweifeln an einer absoluten Synonymie, die Bedeutung soll weitgehend identisch sein. Aufgrund dieses Sachverhalts kann es vorkommen, dass man in einem bestimmten Kontext nur ein Wort als Synonym gebrauchen kann, obwohl es insgesamt sechs Synonyme im Wörterbuch zu finden gibt. Man spricht demzufolge häufiger von partieller Synonymie (vgl. Herbst / Stoll / Westermayr, 1991: 176). Antonymie bezeichnet die Gegensätze zu einem Wort, hier kann es durchaus absolute Antonymie geben (bsp. life und death), in diesem Fall wird dies als Komplementarität bezeichnet. Es gibt noch zwei weitere Arten Antonymie, konverse Relation und Antonymie selbst. Konverse Relation bezeichnet Gegensätze die je nach Blickwinkel anders benannt werden können (bsp. lend und borrow). Antonymie als Solches bezeichnet Gegensätze, die auf einer Skala eingeteilt werden können (bsp. hot, warm, cool und cold) (vgl. Herbst / Stoll / Westermayr, 1991: 158). Auf die Synonyme beziehungsweise Antonyme des Wortes great wird in einem späteren Kapitel eingegangen werden.

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Details

Seiten
15
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656251675
ISBN (Buch)
9783656252757
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v198718
Institution / Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg – Neuphilologisches Institut
Note
1,0
Schlagworte
Semantik semantics Oxford Advanced Learner's Dictionary

Autor

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