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Kapitalflussrechnung nach IAS 7

Seminararbeit 2011 33 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Problemdarstellung und Zielsetzung

2. Entstehung und Regelungsgrundlage der Kapitalflussrechnung

3. Grundzüge der Kapitalflussrechnung

4. Kapitalflussrechnung gemäß den Anforderungen des IAS 7
4.1. Finanzmittelfonds
4.2. Darstellungsformen der Kapitalflussrechnung
4.2.1. Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit
4.2.2. Cash Flow aus Investitionstätigkeit
4.2.3. Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit
4.3. Besonderheiten spezieller Posten
4.4. Ermittlungsmethoden des Cashflows

5. Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

Quellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Ermittlung des Bestandes an Finanzmittelfonds

Tabelle 2: Ermittlung des Cashflows aus operativer Geschäftstätigkeit

Tabelle 3: Ermittlung des Cashflows aus Investitionstätigkeit

Tabelle 4: Ermittlung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit

Tabelle 5: Direkte Ermittlung des betrieblichen Cashflows

1. Problemdarstellung und Zielsetzung

Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Globalisierung sowie Internationalisierung der Märkte in Verbindung mit sich immer schneller ändernden konjunkturellen Rahmenbedingungen und der damit verbunden Bildung von weltweit agierenden Konzernen ergibt sich die Notwendigkeit einer soliden und transparenten Finanzlage. Dies kann u.a. durch den Beitrag der Kapitalflussrechnung zum Jahresabschluss herbeigeführt werden kann. Aber auch im Zuge von Unternehmensbewertungen ergibt sich die hohe Brisanz der Kapitalflussrechnung, da diese u.a. die Basis für die Prognose und Ermittlung zukünftiger Cashflows darstellt.

Vor diesem Hintergrund soll mit Hilfe der vorliegenden Seminararbeit ein Einblick in die Kapitalflussrechnung nach IAS 7 gegeben werden. Ziel dieser Arbeit ist es, die Elemente der Kapitalflussrechnung nach internationalem Standard zu erläutern und einen Überblick über die möglichen Differenzierungsmöglichkeiten bei den Darstellungsformen der Cashflows zu geben, sodass der Leser dazu befähigt wird, die Kapitalflussrechnung als wertvolles Informationsinstrument der unternehmerischen Finanzlage, zu würdigen.

2. Entstehung und Regelungsgrundlage der Kapitalflussrechnung

Der Begriff Cashflow (CF), welcher die Differenz der Zuflüsse bzw. Abflüsse an liquiden Mitteln ausdrückt, wurde in den 50er Jahren in den USA geprägt[1]. Daraufhin verbreitete sich dieser Begriff außerordentlich stark und schnell[2]. Das britische Unternehmen Imperial Chemical Industries Ltd. London gebrauchte erstmalig 1959 den Begriff in seinem Jahresabschluss[3]. Im Laufe seiner Einführung löste die Cashflow-Analyse bei der Aktienanalyse die Betrachtung von Kurs und Reingewinn ab, da der Reingewinn zu stark von der Bilanzpolitik des betrachteten Unternehmens abhängig war und diese Effekte durch die neue Betrachtung des CF ausgeblendet werden konnten[4]. Für den deutschsprachigen Raum gab es zunächst viele Übersetzungsversuche, jedoch hat sich seit den 60er Jahren der von Karl Käfer verwendete Begriff „Kapitalflussrechnung“, trotz anhaltender Kritik, in Theorie und Praxis etabliert[5].

Chronologisch betrachtet war der US-amerikanische SFAS (Statement of Financial Accounting Standards) No. 95 „Statement of Cash Flows“ der erste Standard für die Kapitalflussrechnung. Auf ihm baut u.a. der IAS (International Accounting Standard) No. 7 „Statement of Cash Flows“ bzw. „Kapitalflussrechnungen“ auf. Am 01.01.1994 trat der 1992 überarbeitete Standard in Kraft und gilt seitdem als anzuwendender Standard[6]. Während in IAS 1.10 die generelle Verpflichtung zur Erstellung einer Kapitalflussrechnung geregelt ist, findet die formelle und materielle Ausgestaltung der Kapitalflussrechnung in IAS 7 ihre Grundlage.

Mit dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) wurde in Deutschland die Kapitalflussrechnung als Pflichtbestandteil für Einzel- und Konzernabschlüsse kapitalmarktorientierter Unternehmen auch nach Handelsgesetzbuch (HGB) erklärt[7]. Bisher war die Aufstellung einer Kapitalflussrechnung auf den Konzernabschluss solcher Unternehmen beschränkt[8]. Da die Kapitalflussrechnung im HGB nicht näher erläutert wird, wurde vom Deutschen Rechnungslegungsstandards Committee der DRS 2 mit Regeln zur Aufstellung und Offenlegung, die sich wesentlich an IAS 7 orientieren, erlassen. Das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) liefert ebenfalls einen Beitrag zur Erweiterung der Publizitätspflichten im Konzernabschluss, indem Kapitalflussrechnung und Segmentberichterstattung zu notwendigen Bestandteilen des Konzernabschlusses gemacht wurden[9].

Im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts „Financial Statement Presentation“ (FSP) des IASB (International Accounting Standards Board) und des FASB (Financial Accounting Standards Board), zur Verbesserung der Informationen in den Abschlüssen der berichterstattenden Unternehmen, sollen die beiden zurzeit geltenden Standards IAS 1 (Presentation of Financial Statements) und IAS 7 durch einen neuen Standard ersetzt werden. Eine Fortsetzung des Projekts und somit eine erwartete Veröffentlichung ist für das zweite Halbjahr 2011 angesetzt[10].

3. Grundzüge der Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung (Statement of Cash Flows) ist in der Literatur nicht einheitlich definiert. Im Allgemeinen wird darunter die Betrachtung und Analyse der Zu- und Abflüsse von Finanzmitteln innerhalb eines Geschäftsjahres verstanden[11]. Hierbei werden Mittelherkunft und Mittelverwendung verschiedener liquiditätswirksamer Veränderungen dargestellt[12]. Die Kapitalflussrechnung ist nach IFRS (International Financial Reporting Standards) neben Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) sowie Anhang und Lagebericht, ein Pflichtbestandteil des Jahresabschlusses[13], der vornehmlich Auskunft über die Finanzlage eines Unternehmens gibt und bei der Zahlungsmittelveränderungen den betrieblichen Aktivitäten sowie den Investitions- und Finanzierungstätigkeiten eines Unternehmens zugeordnet werden[14]. Dabei ist der Anwendungsbereich nicht begrenzt (rechtsform-, kapitalmarkt- und/oder größenspezifische Besonderheiten fehlen), sodass alle Unternehmen, die einen Einzel- bzw. Konzernabschluss nach IFRS erstellen, nach IAS 7.1 verpflichtet sind, den Standard einzuhalten. Andernfalls darf der Abschluss gemäß IAS 1.16 nicht als IFRS-konform bezeichnet werden. Die Regelungen gelten darüber hinaus auch branchenunabhängig, sodass selbst Finanzinstitutionen, bei denen der Handel mit Zahlungsmitteln Teil des Geschäftsmodells ist, eine Kapitalflussrechnung publizieren[15].

[...]


[1] Vgl. auch Brösel, G. et al. (2007), S. 666-667.

[2] Vgl. Buchholz, R. (2011), S.197; Mason, P. (1961), S. 3.

[3] Vgl. Behringer, S. et al. (2001), S. 45.

[4] Vgl. Siegwart, H. (1994), S. 15.

[5] Vgl. Behringer, S. et al. (2001), S. 47.

[6] Dieser wurde letztmalig zum April 2009 gemäß IAS 7.56 geändert. Vgl. http://www.iasplus.de

/standards/ias_07.php, Stand 12.11.11

[7] Vgl. § 264 I HGB.

[8] Vgl. § 297 I HGB.

[9] Vgl. Behringer, S. et al. (2001), S. 46; Schildbach, T. (2008), S. 390.

[10] Vgl. http://www.standardsetter.de/drsc/projects/details.php?&do=show_details&prj_id=22,

Stand 11.11.11. Mit Stand 30.11.11 ist noch keine Veröffentlichung erfolgt.

[11] Vgl. Buchholz, R. (2010), S. 277; Ruhnke, K. (2008), S. 651; Schildbach, T. (2008), S. 390.

[12] Vgl. Buchholz, R. (2010), S. 277; Fülbier, R. U. et al. (2011), S. 187-188.

[13] Vgl. IAS 1.10.

[14] Vgl. IAS 7.10.

[15] Vgl. Fülbier, R. U. et al. (2011), S. 184.

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