Lade Inhalt...

Prinzipien neuer Entwurfstechniken zur Entwicklung von Informationssystemen

Seminararbeit 2001 23 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Notwendigkeit leistungsfähiger Entwurfstechniken bei der Entwicklung von Informationssystemen

2. Grundprinzipien bei der Modellierung von betrieblichen Informationssystemen
2.1. Ausgewählte klassische Entwurfstechniken von Informationssystemen
2.2. Prozesse als Ausgangspunkt bei den neueren prozessorientierten Entwurfstechniken
2.3. Grundsätze der Kapselung, Klassenbildung und Vererbung bei der objektorientierten Modellierung

3. Geschäftsprozessmodellierung innerhalb der Architektur integrierter Informationssysteme (ARIS)
3.1. Die Darstellung der Beschreibungssichten und -ebenen beim ARIS-Haus
3.1.1. Das Fachkonzept als Ausgangspunkt bei der Ebenenbetrachtung
3.1.2. Die Steuerungssicht als zentrales Element der vier statischen Beschreibungssichten
3.2. Die Ereignisgesteuerte Prozesskette zur Beschreibung von Prozessen
3.3. Die Verbindung zwischen objektorientierter Modellierung und Ereignisgesteuerter Prozesskette
3.3.1. Grundmodell einer objektorientierten Ereignisgesteuerten Prozesskette
3.3.2. Bedeutung und Problematik der objektorientierten Ereignisgesteuerten Prozesskette

4. Semantische Objektmodell als Verbindung zwischen objektorientierten und geschäftsprozessorientierten Ansatz
4.1. Die Rahmenkonzepte des Semantischen Objektmodell-Ansatzes
4.1.1. Der Unternehmensplan als oberste Modellebene in der Unternehmensarchitektur
4.1.2. Die struktur- als auch verhaltensorientierte Sicht im Vorgehensmodell
4.2. Die Geschäftsprozessmodellierung als zentrales Bindeglied zwischen dem Unternehmensplan und dem Ressourcenmodell
4.2.1. Merkmale der Geschäftsprozessmodellierung
4.2.2. Transaktionsorientierte Prinzipien in der Modellierung von betrieblichen Objekten
4.2.3. Die Methode der objektorientierten Modellierung
4.3. Beurteilung des Semantischen Objektmodells

5. Nutzenpotentiale von Informationssystemen im Controlling-Bereich

1. Notwendigkeit leistungsfähiger Entwurfstechniken bei der Ent- wicklung von Informationssystemen

Durch die zunehmende und verstärkte Kooperation und Fusionierung von weltweit agierenden Unternehmen hat sich ein Wandel in der Betrach­tungsweise von Unternehmen vollzogen. Dadurch hat auch die Bedeutung von Informationssystemen zugenommen, weil die Unternehmen ihre In­formationssysteme nun an das veränderte Umfeld zwangsläufig anpassen müssen. Zuvor bestand die Trennung bei inner- und ausserbetrieblichen Vorgängen in der Entwicklung von Informationssystemen, dagegen wird heutzutage versucht beide Perspektiven zu erfassen und diese durch leis­tungsfähigere Entwurfstechniken umzusetzen. Der Prozessgedanke nimmt dabei eine immer stärker werdende Stellung in der gesamten Wert­schöpfungskette zwischen kunden-, lieferanten- als auch partnerorientier­ten Leistungsanforderungen ein.

Auch durch die vollständige und teilweise automatisierte Datenverarbei­tung sind die Unternehmen gezwungen die komplexer gewordenen Zu­sammenhänge bei der Entwicklung von Informationssystemen durch ent­sprechende neuere leistungsfähigere Entwurfstechniken zu modellieren. Sie sollen damit eine effizientere, flexiblere und schnellere Vorgehenswei­se erreichen, um eine Verringerung der Planungs- und Durchlaufabläufe, sowie der Kosten als auch der Qualitätssteigerung zu ermöglichen, um somit der erforderlichen Kundenorientierung der Unternehmen gerecht zu werden.

Die objekt- als auch geschäftsprozessorientierten Entwurfsmethoden leis­ten einen entscheidenden Beitrag zur Bewältigung der zuvor erwähnten Komplexität und sollen nun in den folgenden Kapiteln genauer erläutert werden.

2. Grundprinzipien bei der Modellierung von betrieblichen Informationssystemen

Inzwischen gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Modellierungsan­sätzen, die verschiedene Entwurfstechniken benutzen. Die Autoren Ferstl / Sinz haben diese Ansätze in zeitlicher Folge systematisch in Klas­sen eingeteilt. Sie unterscheiden zwischen den konventionellen und den neueren Modellierungsansätzen. Die funktionale Zerlegung, der Daten­flussansatz sowie die Datenmodellierung repräsentieren die klassische Seite, dagegen stellen die objekt- und geschäftsprozessorientierten An­sätze den aktuellen Entwicklungsstand beim Entwurf von betrieblichen In­formationssysteme dar.[1]

2.1. Ausgewählte klassische Entwurfstechniken von Informationssystemen

Bei der funktionalen Zerlegung werden Funktionen (Aufgaben, Tätigkei­ten) in einem mehrstufigen Prozess top-down in Teilfunktionen detaillierter aufgespalten, um aufzuzeigen, was das neue Anwendungssystem zu leis­ten hat.[2] Die bearbeiteten Daten dienen lediglich als Inputs, Outputs und Speicher der Funktionen, werden aber selbst nicht in einer Datenstruktur modelliert, welches ein gravierender Mangel dieses Ansatzes darstellt.[3] Genau diese Problematik greift die Datenmodellierung auf, die nun durch die dazugehörige Entwurfstechnik des Entity-Relationship-Modell be­schrieben werden soll. Dieses Modell dient zur Veranschaulichung von re­alen als auch abstrakten Objekten (Entities) und deren Beziehungen (Relationships) zueinander.

Reale Objekte könnten beispielsweise nach Jaeschke die Mitarbeiter einer Fluggesellschaft sein, die mit dem abstrakten Objekt Flug durch die Be­ziehung fliegt mit verbunden werden. Die Eigenschaften von den Objekten werden als Attribute bezeichnet und sind in dem angeführten Beispiel Personaldaten der einzelnen Mitarbeiter wie Personalnummer, Name, Geburtsdatum oder die Nr., Abflugzeit des Objektes Flug.[4] Dadurch wird eine strukturierte Datenbasis erzielt.

Eine weitere klassische Methode sind die Petri-Netze, welche die Ablauf­sicht von Aktivitäten in einer der gängigen Formen wie den Bedingungs­Ereignis-Netzen graphisch darstellen. Als Grundlage dient ähnlich wie beim Entity-Relationship-Modell ein bestimmter Realweltausschnitt, wel­cher in Bedingungen und Ereignissen zerlegt wird. Von zentraler Bedeu­tung ist hierbei die Umsetzung der Business Rules, welche die Vor- bezie­hungsweise Nachbedingungen zwischen Ereignissen regeln. Das bedeu­tet, wenn die entsprechenden Vorbedingungen erfüllt sind, so wird das dazugehörige Ereignis aktiviert und löst die Nachbedingung(en) aus, wel­che Voraussetzung für die Aktivierung weiterer Ereignisse sind.[5]

2.2. Prozesse als Ausgangspunkt bei den neueren prozessorientierten Entwurfstechniken

Bisher wurden bei den Petri-Netzen allgemeingültige Abläufe von Aktivitä­ten beschrieben, dagegen spielen bei den prozessorientierten Ansätzen die betrieblichen Geschäftsprozesse eine ausschlaggebende Rolle.

Nach Becker/Vossen werden Prozesse durch betriebswirtschaftlich rele­vante Objekte beschrieben. Beispielsweise beginnt ein Prozess mit einem Rechnungseingang und durchläuft die Rechnungsprüfung und -buchung bis zur Begleichung der Rechnung.[6] Des weiteren können die Geschäfts­prozesse nach unterschiedlichen Merkmalen klassifiziert werden.[7] Eine für das Semantischen Objektmodell wichtige Differenzierung ist die Ab­grenzung von Haupt- und Serviceprozessen, wobei die Leistungserbrin­gung beim ersteren direkt an die Umwelt des betrieblichen System erfolgt und beim zweiten an die Geschäftsprozesse selbst, die sowohl inner- als auch außerbetrieblichen Charakter haben können.[8]

[...]


[1] vgl. Ferstl/Sinz [Wirtschaftsinformatik] 124 ff.

[2] vgl. Dokupil [Objektorientierte Systemgestaltung] 19.

[3] vgl. Ferstl/Sinz [Wirtschaftsinformatik] 125.

[4] vgl. Jaeschke [Integrierte Unternehmensmodellierung] 12f.

[5] vgl. Jaeschke [integrierte Unternehmensmodellierung] 38 f.

[6] vgl. Becker/Vossen [Geschäftsprozessmodellierung] 18f.

[7] vgl. Wenderoth [Modellierung unternehmensübergreifender Prozesse] 56 ff.

[8] vgl. Ferstl/Sinz [Semantisches Objektmodell] 50.

Details

Seiten
23
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783656257295
ISBN (Buch)
9783656258124
Dateigröße
442 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v199330
Institution / Hochschule
Universität Hohenheim
Note
3,0
Schlagworte
prinzipien entwurfstechniken entwicklung informationssystemen

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Prinzipien neuer Entwurfstechniken zur Entwicklung von Informationssystemen