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Kritischer Rationalismus und sein Beitrag zur wissenschaftlichen Erkenntnistheorie

Seminararbeit 2007 27 Seiten

Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Vorreiter des Kritischen Rationalismus
2.1 ZweiGrundprobleme derErkenntnistheorie (nach Popper)
2.1.1 Induktionsproblem
2.1.2 Abgenzungsproblem
2.2 Positivismuskritik

3 Das Konzept des Kritischen Ratioanalismus
3.1 GeschichtlicherHintergrund gurEntstehung des Kritischen Nationalismus
3.2 Asymmetrie von Verifiakation und, Falsifikation
3.3 Krierium derFalsifigierbarkeit.
3.4 Falsifiakationismus
3.5 Pringip derkritischen Prüfung
3.6 Trial and Error.

4 Drei-Welten System nach Popper
4.1 Erkenntnis im Zusammenhang mitSogialwissenschaften
4.2 KritischerNationalismus in den Sogialwissenschaften

5 Die Kritik des Kritischen Rationalismus

6 Conlcusio

7 Literatur

1 Einleitung

Die Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie befasst sich - vereinfacht ausgedrückt - grundsätzlich mit theoretischen Erklärungen von gewonnenem Wissen. Demzufolge unterliegt jede Theorie einerseits einem Leistungsdruck, und andererseits einem Legitimationsdruck. Theorien müssen ausreichend Erklärung liefern und ebenso deren Legitimation umfassend begründen. Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie gleichen dem zwangsläufigen Effekt theoretischer Ansprüche.[1] Um den eigentlich zu erklärenden Begriff „Wissenschaftstheorie“ zu erläutern, verbindet man beide Einzelbegriffe. Demnach ist dies ein Bereich, der sich mit den allgemeinen Grundlagen und Methoden, Strukturen, Zielen und Auswirkungen der Wissenschaften befasst.

Die Anfänge der Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie lassen sich bis zur archaischen Gesellschaft zurückverfolgen, wo die Projektion vorwiegend durch Mythen erfolgte. In der Antike lassen sich weitere Ansätze finden, wobei diese nicht exakt von philosophischen Untersuchungen zu trennen sind. Erst im 20. Jahrhundert gewann die Wissenschaftstheorie eine Selbstständigkeit gegenüber der philosophischen Erkenntnistheorie und der Philosphie.[2] Vor allem die Etablierung des Positivismus hat zur Entstehung der Wissenschaftsthoerie und deren Eigenständigkeit beigetragen. Während der „Reise durch die Vergangenheit“ musste sie sich immer wieder neuen Herausforderungen und Kritikern stellen und war geprägt von „neuen“ Erkenntnissen, die bis dahin existierende Theorien anprangerten, wenn nicht sogar widerlegten.

Als Gegenstand der Wissenschaftstheorie werden die logischen, methodologischen und erkenntnistheoretischen Gundlagen der empirischen Wissenschaften bezeichnet.[3] Zu unterscheiden gilt hierbei die allgemeine Wissenschaftstheorie, welche sich mit logischen und methodischen Grundlagen befasst und sich an eine Großzahl von empirischen Wissenschaften richtet und der speziellen Wissenschaftstheorie, welche sich an spezifischen Grundproblemen von (Einzel-) Wissenschaften wendet.[4]

In der vorliegenden Arbeit soll der Kritische Rationalismus als eine wesentliche Denkrichtung der Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie samt seiner Entstehung und die damit verbundenen Begriffe und Grundelemente näher beleuchtet werden. Karl Popper hat durch seine Ansichten nicht nur zur Weiterentwicklung der Erkenntnistheorie einen bedeutenden Beitrag geleistet, sondern auch für die Philosophie und Soziologie wesentliche Errungenschaften erzielt. Der Frage: «Können wir überhaupt etwas wissen?» widmet sich Karl Popper ausführlich. «Die Antwort ist nicht pessimistisch, relativistisch oder skeptisch: sie zeigt, dass wir von unseren Fehlern lernen können. Eine Annäherung an die Wahrheit ist möglich.[5] » Ausgehend von den beiden (Grund)Problemen der Erkenntnistheorie, wie Popper sie bezeichnet, wird das Konzept des kritischen Rationalismus erläutert. Abschließend wird der Zusammenhang mit Sozialwissenschaften sowie die kritische Haltung gegenüber dem Paradigma des kritischen Rationalismus kurz dargestellt.

2 Vorreiter des Kritischen Rationalismus

Popper zählt zweifelsohne zu jenen Theoretikern, die am Paradigma des Empirismus festhielten und damit zugleich eine kritische Sichtweise dem Positivismus, wonach nur jene Erkenntnisse gültig sind, die positiv demonstrierbar und in Messwerten dokumentiert werden können, gegenüber einnahmen.[6] Im Empirismus, welcher bereits vor dem Positivismus Einzug in die Erkenntniswissenschaft hielt, wird davon ausgegangen, dass Erkenntnis nur möglich gemacht wird, sofern Vorurteile beiseite geschoben werden.

Vor diesem Hintergrund sah sich Popper einigen Problemstellungen hinsichtlich der Methode zur Erkenntnisgewinnung und weiters zur Überprüfung von gültigen Erkenntnissen gegenüber gestellt. Als Ausgangspunkt der philosophischen Kennzeichnung des kritischen Rationalismus gilt Poppers Annahme: «Bezeichnet man (nach Kant) das Induktionsproblem als «Humesches Problem», so könnte man das Abgrenzungsproblem «Kantsches Problem» nennen».[7] Popper knüpfte in seiner späteren Theorie des kritischen Rationalismus an Kant an, war sich jedoch auch der Problematik von Kants Antwort auf das Induktionsproblem (nämlich apriorische Deduktion auf Naturgesetze) bewusst. Während Kant diese Erkenntnis als unumstritten ansah, hatte Albert Einstein die Physik Newtons überholt und deren Erkenntnisgültigkeit in Frage gestellt. Kant baute seine Erkenntisse auf jene von Newtons Physik auf, die jedoch zeitgleich umgeworfen bzw. hinterfragt wurde. Poppers Reaktion auf diese veränderte Ausgangslage besteht darin, «Kants Hypothetizismus in bezug auf emprirische Aussagen [...] zu radikalisieren und nun auch jene Kategorien als prinzipiell fallibel aufzufassen, die der Generierung empirischer Aussagen vorangehen»[8]. Diese Ausgangslage hat zur Weiterentwicklung von wissenschaftlicher Erkenntnistheorie und damit zur Entstehung des kritischen Rationalismus wesentlich beigetragen.

2.1 Zwei Grundprobleme der Erkenntnistheorie (nach Popper)

Karl Popper zeigt zwei Widersprüchlichkeiten innerhalb der Erkenntnistheorie auf, welche in einem früheren Stadium der Erkenntnistheorie zwar wesentliche Elemente im Verfahren zur Erkenntnisgewinnung bildeten, jedoch hinsichtlich ihrer Allgemeingültigkeit zu hinterfragen sind.

[...]


[1] Schülein / Reitze (2005), S. 9

[2] vgl. Laut / Sareiter (2005), S. 11

[3] vgl. Laut / Sareiter (2005), S. 11

[4] vgl. Laut / Sareiter (2005), S. 12

[5] Popper in Anzenbacher (2002), S. 42

[6] vgl. Schülein / Reitze (2004), S. 149

[7] Pies / Leschke (1999), S. 8

[8] vgl. Pies / Leschke (1999), S. 9f

Details

Seiten
27
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783656256342
ISBN (Buch)
9783656256847
Dateigröße
7.9 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v199370
Institution / Hochschule
Wirtschaftsuniversität Wien – Soziologie und empirische Sozialforschung
Note
1,0
Schlagworte
Popper kritischer Rationalismus Erkenntnistheorie

Autor

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