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Die Vermarktung von Personaldienstleistungen

Ein Lehr- und Arbeitsbuch mit mehr als 80 Aufgaben und Lösungen nicht nur für Personaldienstleistungskaufleute

Fachbuch 2017 82 Seiten

BWL - Personal und Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung und Lehrplanbezug ... 1

1 Grundlegendes ... 2
1.1 Begriffsbedeutung ... 2
1.1.1 Zeitlicher Bezugsrahmen ... 3
1.2 Marketingstrategien ... 3
1.3 Unternehmensleitbild ... 5
1.4 Unternehmensziele ... 6

2 Marketing-Mix ... 8
2.1 Leistungspolitik ... 9
2.2 Preispolitik ... 11
2.3 Kommunikationspolitik ... 11
2.4 Personalpolitik ... 15

3 Marktforschung ... 23
3.1 Begrifflichkeiten ... 23
3.2 Erfassen der eigenen Wettbewerbsposition ... 25
3.2.1 Marktkennzahlen ... 25
3.2.2 Erforschung des Zielmarktes ... 26
3.3 SWOT- Analyse ... 28
3.4 Die Wettbewerbsanalyse ... 30

4 Kundenzufriedenheit ... 32
4.1.1 Der Fragebogen ... 35
4.1.2 Eigen- und Fremdbild ... 36
4.2 Beschwerdemanagement ... 37

5 Qualitätsmanagement und Zertifizierung ... 39

6 ABC-Analyse ... 41

7 Literaturverzeichnis ... 46

8 Lösungen ... 48

0 Einleitung und Lehrplanbezug

Das Buch gibt eine Einführung in Marketing am Beispiel eines Personaldienstleistungsunternehmens. Das Buch orientiert sich an Lernfeld 7 („Personaldienstleistungen vermarkten“) des Bildungsplans für Personaldienstleistungskaufleute in Baden-Württemberg sowie der Handreichung zur Umsetzung des Lernfeld-Lehrplans für Personaldienstleistungskaufleute, ist jedoch auch für andere kaufmännische Ausbildungsberufe geeignet.

Das Buch ist als Lehr- und Arbeitsbuch konzipiert und beinhaltet zahlreiche Aufgaben, die zur Einübung und Vertiefung der theoretischen Inhalte und Vorbereitung auf die Abschlussprüfung gedacht sind. Als Modellunternehmen dient die Blau-Weiß GmbH, ein im Großraum Karlsruhe tätiges Personaldienstleistungsunternehmen. Darüber hinaus wird regelmäßig Bezug auf das reale Ausbildungsunternehmen genommen. Dies soll in erster Linie dazu dienen, sich gezielt mit dem Marketing „Ihres Unternehmens“ auseinandersetzen. Ein weiterer Vorteil ist darin auszumachen, dass das Erlernen der theoretischen Aspekte leichter fällt, wenn diese anhand konkreter Praxisbeispiele „greifbarer“ werden.

Waldbronn, August 2016

Sven Wettach

1 Grundlegendes

Gratulation, Sie haben das erste Ausbildungsjahr zur Personaldienstleistungskauffrau bzw. zum Personaldienstleistungskaufmann bei der Blau-Weiß GmbH, einem regional tätigen Personaldienstleistungsunternehmen aus Karlsruhe, erfolgreich beendet. Ihr zweites Lehrjahr verbringen Sie überwiegend in der Zentrale in Karlsruhe. Der Ausbildungsplan sieht vor, dass Sie in den kommenden Monaten in der Marketing-Abteilung mitarbeiten. Diese wird von Hr. Rolff geleitet.

Das Unternehmen beschäftigt verteilt auf fünf Niederlassungen in Karlsruhe, Ettlingen, Baden-Baden, Pforzheim und Rastatt ca. 500 Zeitarbeitnehmer, sowohl im Helfer- als auch im Angestelltenbereich. Im Jahresmittel erwirtschaftet das Unternehmen mit der Überlassung von Arbeitnehmern pro Monat einen Umsatz von 1 Mio. €. Über die Überlassung hinaus ist das Unternehmen auch in der Vermittlung von Arbeitskräften tätig. Schwerpunkt hierbei ist die Vermittlung von nicht-akademischen Fachkräften. Mit der Vermittlung dieser Fachkräfte wird ein jährlicher Umsatz von 2 Mio. € erwirtschaftet.

1.1 Begriffsbedeutung

„Marketing“ kommt aus dem Englischen und bedeutet einen „Markt machen“. Hiermit ist gemeint, dass für die eigenen Dienstleistungen ein Markt „erobert“ und gesichert wird. Die Hauptaufgabe des Marketings besteht in der Ausrichtung des Unternehmens auf den Kunden und die Märkte, da sich nur ein an den Kundenwünschen ausgerichtetes Unternehmen langfristig erfolgreich am Markt behaupten kann. Weitere Aufgaben des Marketings sind die Marktforschung, die Erfassung und Verbesserung der Kundenzufriedenheit sowie die Analyse der Kundengruppen. Vom beschriebenen „klassischen“ Kundenmarketing kann das „Bewerbermarketing“ unterschieden werden, bei dem die Gewinnung neuer Mitarbeiter im Blickpunkt steht.

1.1.1 Zeitlicher Bezugsrahmen

Marketing lässt sich unterscheiden in das operative und das strategische Marketing. Das operative Marketing befasst sich mit kurzfristigen Fragestellungen wie beispielsweise:

- Mit welchen Dienstleistungen können kurzfristig Marktchancen wahrgenommen werden?
- Welche Werbemittel sollen eingesetzt werden?
- Wie soll die Unternehmenswebseite gestaltet werden?

Im Unterschied zum operativen Marketing stehen beim strategischen Marketing Entscheidungen im Mittelpunkt, die langfristiger Natur sind, wie beispielsweise:

- Welche Dienstleistungen soll das Unternehmen anbieten?
- Welche Märkte und Kundensegmente sollen bedient werden?
- Wie soll sich das Unternehmen nach außen darstellen (Corporate Identity)?
- Welche Preisstrategie soll grundsätzlich verfolgt werden? Soll das Unternehmen höchste Qualitäts- und Serviceansprüche verfolgen oder versuchen, sich über vergleichsweise günstige Preise am Markt zu positionieren?

Aufgabe 1

Erörtern Sie kurz, welche Vorteile und Nachteile eine Niedrigpreisstrategie für ein Personaldienstleistungsunternehmen haben kann.

1.2 Marketingstrategien

Marketingstrategien bezeichnen Möglichkeiten, wie ein Unternehmen seine Marketingziele erreichen kann. Hierbei lassen sich drei Typen von Strategien unterscheiden: Marktsegmentierungsstrategien, Wettbewerbsstrategien sowie Produktstrategien.[1]

Unter Marktsegmentierungsstrategien wird verstanden, dass das Unternehmen die von ihm belieferten Märkte in Teilmärkte aufteilt, um so die unterschiedlichen Zielgruppen besser bedienen zu können. Kriterien zur Unterteilung können u.a. geografische (z.B. Nordbaden – Rheinland-Pfalz) oder demografische Merkmale (z.B. nach Alter, Einkommen) sein.

Wettbewerbsstrategien richten ihr Augenmerk auf die Konkurrenz bzw. die Marktposition des Unternehmens und lassen sich u.a. unterscheiden in:

- Anpassungsstrategie: Anpassung an Konkurrenten z.B. hinsichtlich der Stundenverrechnungssätze (SVS)
- Differenzierungsstrategie: Abheben von der Konkurrenz z.B. durch innovative Angebote wie beispielsweise eine App, über die externe Mitarbeiter sich selbst in eine Datenbank eintragen und mögliche Jobs einsehen können.
- Kostenführerschaft: Abheben von der Konkurrenz durch niedrige Stundenverrechnungssätze.

Bei Produktstrategien stehen die Produkte (Dienstleistungen) im Zentrum der Marketingaktivität. Hierbei lassen sich u.a. unterscheiden:

- Marktdurchdringung: Ausbauen des Marktanteils durch massiven Einsatz von Werbung.
- Markterschließung: Erschließung neuer Märkte, z.B. Zeitarbeit für Privathaushalte.

Aufgabe 2

Halten Sie in Stichworten fest, welche der angeführten Strategien Ihr Ausbildungsunternehmen nutzt.

1.3 Unternehmensleitbild

Beeinflusst werden die Marketingaktivitäten eines Unternehmens sowohl durch das Unternehmensleitbild sowie die Unternehmensziele.[2]

Ein Unternehmensleitbild ist eine schriftliche fixierte und nach außen kommunizierte Beschreibung der grundlegenden Überzeugungen, Werte und angestrebten Ziele eines Unternehmens.[3]

Ein Unternehmensleitbild besteht meistens aus drei Teilen.

- Leitidee: Die Leitidee spiegelt die Mission, die den Zweck des Unternehmens beschreibt, sowie die Vision, die das zukünftige Ziel abbildet, wider.
- Leitsätze: Die Leitsätze verdeutlichen die Leitidee und deren Umsetzung und bringen besondere Kompetenzen, Werte und Erfolgskriterien des Unternehmens zum Ausdruck.
- Motto (Slogan): Das Motto fasst den Kerngedanken der Leitidee einprägsam zusammen.

Ein Unternehmensleitbild verfolgt u.a. folgende Ziele:

- den Aufbau einer förderlichen Unternehmenskultur,
- die Entwicklung einer einheitlichen Unternehmensidentität,
- eine positive Präsentation des Unternehmens in der Öffentlichkeit.

Hierbei richtet sich das Unternehmensleitbild nicht nur an die eigenen Mitarbeiter und Eigentümer, sondern auch an Unternehmensexterne wie Lieferanten und Kunden. In welchem Umfang die einzelnen Gruppen angesprochen werden, hängt nicht zuletzt davon ab, ob das Unternehmen sich eher am Shareholder- oder am StakeholderAnsatz ausrichtet. Bei Ersterem orientiert sich die Geschäftspraxis vorwiegend am Interesse der Eigentümer (Shareholder). In der Folge stehen die Gewinnmaximierung und hohe Dividendenzahlungen im Vordergrund. Hingegen wird beim Stakeholder-Ansatz versucht, die Interessen aller zu berücksichtigen, die mit dem Unternehmen in Kontakt stehen. Neben den Eigentümern sind dies beispielsweise die Mitarbeiter, die Kunden, die Lieferanten, der Staat sowie die Öffentlichkeit.

Im Unterschied zum Unternehmensleitbild äußert sich die Unternehmenskultur im tatsächlichen Verhalten, Benehmen und Auftreten von Mitarbeitern im Unternehmen und in der Öffentlichkeit. Die Unternehmenskultur wird u.a. beeinflusst durch Vorbilder, Kommunikation oder Rituale im Unternehmen sowie den Wertvorstellungen der im Unternehmen tätigen Mitarbeiter.

Eine positive Unternehmenskultur fördert die Leistungsbereitschaft und Motivation der Mitarbeiter, während eine negativ geprägte Unternehmenskultur demotivierend wirken und Konflikte im Unternehmen begünstigen kann.

Aufgabe 3

Recherchieren Sie im Internet das Leitbild Ihres Ausbildungsunternehmens und lesen Sie dieses aufmerksam durch. Entspricht das Unternehmensleitbild der von Ihnen in Ihrem Ausbildungsunternehmen wahrgenommenen Unternehmenskultur?

Halten Sie Ihre Überlegungen hierzu in Stichworten fest.

1.4 Unternehmensziele

Bevor ein Unternehmen über den Einsatz knapper Mittel[4] entscheidet, müssen die Ziele des Unternehmens definiert werden.[5] Die Unternehmensziele helfen somit bei der Entscheidungsfindung und Orientierung, sind zeitgleich auch ein Steuerungsinstrument und können als Leistungsanreiz dienen.

Unternehmensziele lassen sich nach dem Inhalt in drei Arten gliedern:

- Ökonomische (wirtschaftliche) Ziele, z.B. Gewinnmaximierung, Umsatzsteigerung, Gewinnung von Marktanteilen,
- soziale Ziele, die sich auf die Arbeitnehmer Arbeitnehmern oder die Gesellschaft beziehen, z.B. Sicherung der Arbeitsplätze, Verbesserung der Arbeitsbedingungen sowie
- ökologische Ziele, die Umweltaspekte zum Thema haben, z.B. Abfallvermeidung, Einsparung von Energie.

Weiter lassen sich die Unternehmensziele hinsichtlich der Messbarkeit unterscheiden in

- quantitative Ziele: Diese lassen sich direkt messen und in Zahlen, Mengen oder Prozenten ausdrücken, z.B. die Rentabilität eines Unternehmens sowie
- qualitative Ziele: Diese lassen sich nur indirekt bestimmen, z.B. die Kundenzufriedenheit durch entsprechende Befragungen.

Die einzelnen Unternehmensziele sind i.d.R. nicht losgelöst voneinander zu sehen, im Gegenteil: Sie beeinflussen sich gegenseitig. Ergänzen sich zwei Ziele, spricht man von Zielharmonie, stehen zwei Ziele in einem Widerspruch zueinander von Zielkonkurrenz oder einem Zielkonflikt. Haben zwei Ziele keinerlei Berührungspunkte untereinander spricht man von Zielindifferenz.

Bei der Ausarbeitung der Unternehmensziele werden zunächst allgemeine Ziele (Oberziele) formuliert. Aus diesen werden Unterziele abgeleitet und eine Zielhierarchie bestimmt.

Damit der Grad der Erreichung der Unternehmensziele bestimmbar ist, müssen die Unternehmensziele so formuliert sein, dass sie entsprechend überprüfbar sind. Es muss festgelegt werden, was, in welchem Ausmaß, wann von wem und wo erreicht werden soll.

Bei der Formulierung konkreter Ziele, d.h. v.a. der Unterziele, hilft die SMART-Regel, der zufolge Unternehmensziele … sein sollen.

S pezifisch, d.h. konkret, eindeutig und präzise formuliert
M essbar
A ktiv, d.h. durch gezielte Aktionen beeinflussbar
R ealistisch Terminiert

Aufgabe 4

Nennen Sie je zwei ökonomische, soziale und ökologische Ziele, die Ihr Ausbildungsbetrieb verfolgen könnte.

Aufgabe 5

Formulieren Sie für Ihren Ausbildungsbetrieb ein konkretes (Unter-)Ziel.

2 Marketing-Mix

Im Mittelpunkt des Marketings steht die Kundenbindung. Mithilfe eines effizienten Einsatzes unterschiedlicher Marketinginstrumente - dem Marketing-Mix - versucht das Unternehmen, seine Ziele zu erreichen. Marketing ist also weit mehr als bloße Werbung. Die klassische Marketinglehre unterscheidet vier zentrale Aufgaben - die sogenannten „4 P“:

- Product [Produkt- bzw. Leistungspolitik]
- Price [Preispolitik]
- Place [Distributionspolitik]
- Promotion [Kommunikationspolitik].

Im Bereich des Marketings für Dienstleistungsunternehmen[6] ist es aufgrund des intensiven Kontaktes zwischen Mitarbeitern und Kunden sinnvoll, die Personalpolitik als weiteres „P“ in den Marketing-Mix zu integrieren.[7]

Die Distributionspolitik, also der Frage, auf welchem Vertriebsweg das Produkt zum Kunden kommt, wird an dieser Stelle außen vor gelassen, da es in der Praxis keine Alternative zum direkten Kontakt zwischen dem Personaldienstleistungsunternehmen und dem Kunden gibt.

Das optimale Zusammenspiel der Instrumente der Produkt-, Preis-, Kommunikations- sowie der Personalpolitik ist das Ziel eines gelungenen Marketing-Mix.

Abbildung 1 Marketing-Mix bei Personaldienstleistungsunternehmen

[Abbildungen werden in dieser Leseprobe nicht angezeigt]

2.1 Leistungspolitik

Den Mittelpunkt der Leistungspolitik eines Unternehmens stellt das Leistungsportfolio dar, also die Produkte bzw. Dienstleistungen, die angeboten werden. In der Personaldienstleistungsbranche sind dies in erster Linie die Personalüberlassung und die Personalvermittlung. On-Site-Management, Outplacement, Outsourcing, Interim Management oder Personalberatung stellen weitere Angebote eines Personaldienstleisters dar, dürften i.A. jedoch von untergeordneter Relevanz sein.

Das Leistungsprogramm gilt als zentrales Element zur Profilierung eines Anbieters gegenüber seinen Wettbewerbern. Dabei stehen die Kundenbedürfnisse im Mittelpunkt der Leistungspolitik eines Dienstleistungsanbieters. Da im Unterschied zu Sachleistungen (wie bspw. beim Kauf eines Smartphones) dem potenziellen Kunden vorab kein materielles Gut angeboten werden kann, kommt vertrauensbildenden Maßnahmen seitens des Dienstleistungsunternehmens[8] hohe Bedeutung zu. Ebenso wird deutlich, dass die Marke als Vertrauensanker für den Konsumenten im Dienstleistungsmarketing einen hohen Stellenwert aufweist.

Aufgabe 6

Nennen Sie die Dienstleistungen, die Ihr Ausbildungsunternehmen anbietet.

Aufgabe 7

Erklären Sie kurz, welche der angebotenen Dienstleistungen für Ihr Unternehmen gegenwärtig am wichtigsten ist und ob diese Dienstleistung Ihrer Meinung nach auch mittel- bis langfristig am wichtigsten sein wird.

Eine Möglichkeit die Leistungen bzw. Produkte des eigenen Unternehmens zu ordnen, ist das Produktportfolio, auch bekannt als Bosten Consulting Group-Matrix. Anhand der Kriterien „Marktanteil“ (x-Achse) und „Marktwachstum“ (y-Achse) können die angebotenen Dienstleistungen geordnet und visualisiert werden.

Abbildung 2 Produktportfolio

[Abbildungen werden in dieser Leseprobe nicht angezeigt]

Erläuterungen zu den vier Feldern:

- Stars sind erfolgreiche Dienstleistungen (Produkte) mit hohen Wachstumschancen. Sie sind das Geschäft der Zukunft.
- Question Marks haben ein starkes Wachstum, aber (noch) einen geringen Marktanteil.
- Cash cows sind etablierte Dienstleistungen mit hohem Marktanteil, jedoch mit geringem Marktwachstum.
- Poor dogs sind „Auslaufmodelle“ und haben keine Zukunft.

Aufgabe 8

Ordnen Sie die Dienstleistungen Ihres Unternehmens (Personalvermittlung, Personalüberlassung, etc.) einem der vier Felder des Produktportfolios zu und begründen Sie Ihre Meinung. Unterscheiden Sie, falls sinnvoll, bspw. zwischen der Personalüberlassung von Fachkräften und Helfern oder zwischen der Branche, in die Sie überlassen (kaufmännisch, gewerblich, etc.).

2.2 Preispolitik

Die Preispolitik eines Personaldienstleistungsunternehmens betrifft in erster Linie den vereinbarten Stundenverrechnungssatz bei einer Überlassung bzw. das Honorar für eine erfolgreiche Personalvermittlung. Weiter gehört zu diesem Teil der Preispolitik auch die Ausgestaltung der Zahlungsbedingungen oder ein möglicher Bonus, wenn der Kunde einen bestimmten Umsatz im Monat oder im Jahr erreicht.

Aufgabe 9

Nennen Sie zwei Elemente der Preispolitik, die Ihr Ausbildungsunternehmen einsetzt.

2.3 Kommunikationspolitik

Die Kommunikationspolitik eines Dienstleistungsunternehmens umfasst Maßnahmen der marktgerichteten - externen - Kommunikation (z.B. Anzeigenwerbung), der innerbetrieblichen - internen - Kommunikation (z.B. Mitarbeiterzeitschrift) sowie der interaktiven Kommunikation zwischen Mitarbeitern und Kunden (z.B. Beratungsgespräch). Eine Hauptaufgabe der Kommunikationspolitik im Dienstleistungsmarketing besteht darin, eine Visualisierung des Fähigkeitenpotenzials des Anbieters (z.B. Präsentation des Meisterbriefs eines Handwerkers) sowie der Dienstleistung (z.B. Präsentation von Bildern eines Hotelzimmers im Internet) zu erreichen, um Vertrauen bei den Kunden aufzubauen.

Im Rahmen der Kommunikationspolitik kann zwischen Werbung einerseits sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (auch: PR als Kurzform für Public Relations) andererseits unterschieden werden.

Mit Werbung sollen neue Dienstleistungen mit dem Ziel der Absatzförderung bekannt gemacht werden. Werbung richtet sich folglich an eine bestimmte Zielgruppe und ist kurzfristiges Marketinginstrument. Bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit hingegen werden nicht einzelne Dienstleistungen beworben, sondern das Unternehmen als Ganzes soll langfristig in ein positives Licht gerückt werden. Zielgruppe hierbei sind zunächst die Medien, aber auch Geschäftspartner und die eigenen Mitarbeiter. Idealerweise sind Werbung und PR aufeinander abgestimmt, wobei Letztere den „roten

Faden“ vorgibt, an dem sich die einzelnen Werbemaßnahmen orientieren.[9]

Aufgabe 10

Führen Sie jeweils ein für Ihr Ausbildungsunternehmen geeignetes Beispiel für Werbung sowie für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an.

Am Wochenende haben Sie in der Sportschau einen Bericht über das 24-StundenRennen in Le Mans gesehen. Dabei ist Ihnen aufgefallen, dass randstad das BMW Motorsportteam sponsort und SYNERGIE den KSC.

Zur langfristigen Imagepflege schlagen Sie Herrn Rolff, dem Leiter der MarketingAbteilung, vor, dass sich Ihr Unternehmen ebenfalls als Sponsor betätigen sollte. Herr Bender findet Ihre Idee interessant und bittet Sie, diese zu konkretisieren und ihn sodann zu informieren.

Aufgabe 11

Formulieren Sie eine Email an den Marketingleiter Herrn Valentin, in der Sie einen begründeten Vorschlag für ein Sponsoring-Engagement machen.

An die Kommunikationspolitik werden im Allgemeinen folgende Erwartungen gestellt:

AIDA-Modell
- Attention: Aufmerksamkeit erregen
- Interest: Interesse wecken
- Desire: Kaufwunsch wecken
- Action: Kaufabschluss bewirken

Aufgabe 12

Erklären Sie kurz, welche Maßnahmen der Kommunikationspolitik Ihr Ausbildungsunternehmen gegenwärtig einsetzt.

Situation

Sie erhalten von Hr. Rolff den Auftrag, eine Stellenanzeige in der „besten“ Zeitung zu schalten. Die Reichweite, d.h. die Anzahl der Leser, und Anzeigenpreise der zur Auswahl stehenden Zeitungen unterscheiden sich jedoch erheblich.

Aufgabe 13

Recherchieren Sie den Bruttopreis, d.h. den Preis einschließlich der gesetzlichen Mehrwertsteuer (MwSt.), für eine halbseitige Anzeige[10] in der Wochenendausgabe einer regionalen Zeitung im Umfeld Ihres Ausbildungsunternehmens sowie der überregionalen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung (SZ).

Aufgabe 14

Begründen Sie, weshalb Sie nicht alleine aufgrund der Preise eine sinnvolle Entscheidung treffen können, in welcher Zeitung Sie Ihre Anzeige schalten.

Aufgabe 15

Recherchieren Sie die verkaufte Gesamtauflage der Wochenendausgabe der von Ihnen ausgewählten regionalen Zeitung sowie der SZ.

Eine Methode, die den Anzeigenpreis und den Preis für die Schaltung der Anzeige in ein Verhältnis zueinander setzt, ist der Tausender-Kontakt-Preis. Der TausenderKontakt-Preis (TKP) bezeichnet den Preis, der bei einer Werbekampagne dafür bezahlt werden muss, um 1000 Personen zu erreichen. Der TKP ermöglicht einen Vergleich der Kosten zwischen verschiedenen Werbeträgern (TV, Radio, Zeitung, etc.).

TKP = (Preis für Anzeige x 1.000) / Reichweite

Aufgabe 16

Berechnen Sie auf Basis der recherchierten Daten den TKP (brutto) für die regionale Zeitung sowie die SZ.


[1] Siehe hierzu: Zentrale für Unterrichtsmedien: Marketingstrategien. http://www.zum.de/Faecher/kurse/boeing/udb/abs/Marketingstrategien.pdf.

[2] Die Themen Unternehmensleitbild und –ziele sind im Bildungsplan in Lernfeld 2 angesiedelt, werden aus didaktischen Gründen jedoch an dieser Stelle thematisiert.

[3] Siehe hierzu im Folgenden: Beste, Johannes/ Giese, Ilona/ Schendekehl, Andreas: Personaldienstleistungskaufleute 1. Ausbildungsjahr. Köln 2011, S. 323ff.

[4] Hiermit sind die drei betriebswirtschaftlichen Produktionsmittel - Boden, Arbeit, Kapital – gemeint.

[5] Siehe hierzu im Folgenden: Beste, Johannes/ Giese, Ilona/ Schendekehl, Andreas: Personaldienstleistungskaufleute 1. Ausbildungsjahr. Köln 2011, S. 340ff.

[6] Einen lesenswerten Artikel zum Thema Dienstleistungsmarketing, der gleichzeitig in didaktisch angepasster Form Grundlage für das im Folgenden vorgestellte Thema ist, finden Sie unter: Gabler Wirtschaftslexikon: Dienstleistungsmarketing.

http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/769/dienstleistungsmarketing-v8.html.

[7] Siehe hierzu beispielsweise: 4Managers: Marketing-Mix. http://www.4managers.de/management/themen/marketing-mix/. Manche Autoren ergänzen die Aufgaben des Marketings, insbesondere des Dienstleistungsmarketings, um zwei weitere „P“: das Process Management [Prozesspolitik] sowie Physical Facilities [Ausstattungspolitik]. In diesem Fall wird von den „7 Ps“ des Marketings gesprochen.

[8] Eine solche Maßnahme ist beispielsweise die Zertifizierung, die im weiteren Verlauf thematisiert wird.

[9] IHK Stuttgart: Werbung, Marketing, Öffentlichkeitsarbeit - wo liegt der Unterschied.

[10] Schwarz-weiß-Druck, ggf. mit digitaler Ausgabe. Wenn Sie keinen Preis für eine halbe Seite finden, halbieren Sie den Preis für eine ganzseitige Anzeige. Finden Sie keinen Preis für die regioanle Zeitung, unterstellen Sie einen Preis von 10.000€ für eine halbe Seite, zzgl. MwSt.

Details

Seiten
82
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783656260981
ISBN (Buch)
9783656261094
Dateigröße
2.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v199789
Note
Schlagworte
Personaldienstleistung Marketing Lernfeld

Autor

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Titel: Die Vermarktung von Personaldienstleistungen