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Emotionale Intelligenz als bedingender Faktor in Beratung und Mediation im Kontext der Sozialen Arbeit

Bachelorarbeit 2012 55 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Beratung und Mediation im Kontext Sozialer Arbeit
1.1 Beratung
1.2 Mediation

2. Intelligenz und Emotion
2.1 Intelligenz
2.2 Emotion

3. Elemente der emotionalen Intelligenz
3.1 Die eigenen Gefühle erkennen
3.2 Gefühle regulieren
3.3 Empathie
3.4 Übergeordnete Fähigkeiten

4. Kritik und Wirksamkeit
4.1 Kritik an emotionaler Intelligenz
4.2 Wirksamkeit der emotionalen Intelligenz

5. Emotionale Intelligenz in Beratung und Mediation
5.1 Personenzentrierte Beratung
5.2 Systemische Beratung
5.3 Mediation

Fazit

Literaturverzeichnis

Internetquellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einleitung

Wie wichtig ist emotionale Intelligenz, wenn es darauf ankommt, die sich im Leben ergebenden Probleme und Schwierigkeiten zu meistern? Welche Relevanz hat emotionale Intelligenz für Soziale Arbeit? Als ich bei meiner Recherche für mein Bachelorarbeit-Thema auf diesen Begriff gestoßen bin, wurde mir sofort bewusst, dass es nichts Interessanteres gibt worüber ich schreiben könnte. Es hat mich schon immer fasziniert zu beobachten, wie Menschen mit ihren Emotionen und Gedanken umgehen. Außerdem haben mich meine persönlichen Erfahrungen mit der Aufgabe konfrontiert, Gefühle und Gedanken in Einklang zu bringen. Diese Erfahrungen führten mich zu der Erkenntnis, dass meine Zufriedenheit nicht von äußeren Umständen, sondern von meinem emotionalen und gedanklichen Umgang mit diesen abhängt. Daher begründet sich der Leitgedanke dieser Bachelorarbeit auf dem Bedürfnis, die wissenschaftliche Arbeit mit der persönlichen Begeisterung zu kombinieren.

Um die Auseinandersetzung mit meinem Bachelorarbeit-Thema „Emotionale Intelligenz als bedingender Faktor in Beratung und Mediation im Kontext der Sozialen Arbeit“ einzuleiten, werde ich zunächst die grundsätzlichen Funktionen, Arbeitsweisen Haltungen und Ziele von Beratung und Mediation darstellen. Anschließend werde ich die für die emotionale Intelligenz wesentlichen Begriffe „Intelligenz“ und „Emotion“ charakterisieren und definieren. Im weiteren Verlauf sollen die einzelnen Elemente der emotionalen Intelligenz dargestellt werden. In diesem Zusammenhang werden neben den grundsätzlichen Elementen Wahrnehmung der eigenen Gefühle, Emotionsregulation und Empathie auch übergeordnete Fähigkeiten mit emotionaler Intelligenz verknüpft. Im nächsten Kapitel werden Kritikpunkte am Konzept der emotionalen Intelligenz dargelegt. Die Wirksamkeit der emotionalen Intelligenz wird daraufhin anhand der Verknüpfung zu anderen Konzepten sowie anhand von Studienergebnissen erläutert. Um den Umfang dieser Arbeit nicht zu sprengen, beschränke ich mich auf die Verknüpfung zu einigen beispielhaften Studien. Im letzten Kapitel wird schließlich die Relevanz der emotionalen Intelligenz für Beratung und Mediation aufgezeigt.

Die Begriffe „Sozialarbeiter“, „Berater“ und „Mediator“ werden der Lesbarkeit halber in der männlichen Form belassen. Allerdings sind damit immer beide Geschlechtsformen gemeint.

1. Beratung und Mediation im Kontext Sozialer Arbeit

Die Grundlage der Notwendigkeit von Sozialer Arbeit entsteht dadurch, dass in jeder Gesellschaft soziale Probleme existieren, welche von einem Teil der betroffenen Menschen nicht selbständig gelöst werden können. Durch das in der Verfassung verankerte Recht auf Würde und durch soziale Verpflichtung ergibt sich die Notwendigkeit von Angeboten zur Bewältigung und Prävention von sozialen Konflikten. Neben anderen Berufsgruppen übernehmen Sozialarbeiter diese Aufgaben und bieten Bewältigungshilfen an. Dabei werden sie von Unternehmen, Menschen und auch Nicht-Regierungsorganisationen beauftragt. Angebotene Dienstleistungen erstrecken sich über Bereiche wie Erziehung, Bildung, Beratung und Personalentwicklung. Die Interessen der Gesellschaft und die Bedürfnisse einzelner Bürger erfahren dabei gleichermaßen Zuwendung. Neben der Behebung von sozialen Missverhältnissen und Prävention bestehen die Aufgaben auch aus Unterstützung und Beratung zur Erlangung von sozialstaatlichen Leistungen. Außerdem soll Soziale Arbeit auch Anregung zur Umgestaltung von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen liefern.

Als Leitziel von professioneller Sozialer Arbeit gilt es, dass Menschen bzw. Gruppen, Organisationen und Gemeinwesen das Zusammenleben selbst bestimmen können. Auftretende soziale Probleme sollen dabei durch das professionelle Handeln von Sozialarbeitern aufgedeckt und reguliert werden. Daraus ergibt sich die Aufgabe der Förderung von Menschen in sozialen Notlagen. Einzelne Menschen und Gruppen sollen dabei unterstützt werden ihre eingeschränkten Lebensbedingungen positiv zu verändern. Dabei sind einige Prinzipien des professionellen Handels herauszustellen. Die Würde des Menschen, der Schutz des Lebens und das Recht auf Selbstbestimmung einzelner Personen sind zentrale Grundsätze. Außerdem geht Soziale Arbeit davon aus, dass soziale bzw. individuelle Umstände positiv veränderbar sind. In diesem Zusammenhang sind die Kraft und der Wille einzelner Menschen ein wichtiger Faktor, um beschwerliche Lebensverhältnisse zu verändern. Die Selbsthilfefähigkeiten sollen dabei gefördert und ausgeweitet werden. Die Förderung der Selbsthilfe wird dabei auch als „Empowerment“ bezeichnet (vgl. Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit e. V. 2009).

1.1 Beratung

Um den Begriff der Beratung darzustellen ist es notwendig zwischen einzelnen Formen der Beratung zu differenzieren. Zunächst sind „Beraten und Helfen […] einerseits allgemein menschliche Handlungen“ (Belardi 2007, S. 33). Andererseits ist Beratung eine eigenständige Methode im Kontext sozialer Arbeit, welche in Beratungsstellen angeboten wird. Beratung kann allerdings auch unspezifisch bzw. als Begleiterscheinung in anderen Hilfeformen wie Erziehung, Betreuung, Pflege oder Gemeinwesenarbeit auftreten.

Im Kontext der Sozialen Arbeit besteht Beratung zunächst aus der Interaktion zwischen einer beratenden Person und mindestens einer ratsuchenden Person. Der Berater bietet dem Ratsuchenden dabei Unterstützung bei der Lösung von Fragestellungen bzw. Orientierung bei sozialen Problemen und Konflikten. Dabei geraten sowohl emotionale und kognitive, als auch praktische Problembewältigungsstrategien in den Fokus. Psychosoziale Krisen und lebenspraktische Fragen können gleichermaßen diskutiert werden. Dabei richtet sich Beratung nicht nur auf die Bewältigung von akuten Problematiken. Auch der Umgang mit Folgen von bereits vorhandenen Konflikten kann angesprochen werden. Beratung kann ebenfalls präventiv wirken, um die Entstehung von sozialen Problemen im Vorfeld zu vermeiden. Die Schwierigkeiten im Leben von Menschen können durch Beratung oft nicht allumfassend gelöst werden. Daher kann Beratung oft nur dabei helfen, besser mit den Folgen von Konflikten zu leben bzw. Schwierigkeiten einzudämmen.

Beratung im professionellen Verständnis der Sozialen Arbeit ist nicht damit gleichzusetzen Ratschläge zu erteilen, auch wenn dies innerhalb von Beratungen vorkommt. „Beratung muss demzufolge „das Nein des Ratsuchenden“ dulden, um ihren Bildungssinn zu erfüllen“ (Sickendiek 2008, S. 18). Vielmehr besteht Beratung in vielen Fällen aus der Diskussion über Entscheidungsalternativen, welche den Ratsuchenden oft zumindest teilweise bewusst sind. Dabei sind die Folgen von Entscheidungen bzw. die Unsicherheiten und Ambivalenzen der Klienten in Bezug auf soziale Probleme Gegenstand der Beratung. Ein wichtiges Ziel der Beratung ist dem Klienten neue Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten in Bezug auf die vorgetragene Situation aufzuzeigen. Daher zielt Beratung darauf ab, die Bewältigungskompetenzen der Klienten zu fördern und zu erweitern. Berater nehmen an der Problemlösung teil, zeigen dem Ratsuchenden aber primär Möglichkeiten zur Hilfe zur Selbsthilfe auf, damit evtl. verlorene Autonomie zurückgewonnen werden kann (vgl. Sickendiek 2008, S. 13 ff.).

Um eine wirksame Beratung zu charakterisieren, sollen nun einige Grundvoraussetzungen für einen erfolgreichen Beratungsprozess gekennzeichnet werden. Für eine nachhaltige Hilfe durch Beratung ist eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Berater und Ratsuchendem von immenser Bedeutung. Die Beratungswissenschaft hat dies als sehr wichtigen, wenn nicht sogar als den wichtigsten Hilfefaktor nachgewiesen. Darüber hinaus ist es wichtig, dass ein Konsens über gemeinsam realisierbare Ziele geschaffen wird. Um diese Ziele zu erreichen, übernimmt der Berater die Verantwortung für den Beratungsprozess, während der Ratsuchende die Verantwortung für Problemlösungen übernimmt. Diese Verantwortung des Klienten unterstützt das Ziel der Hilfe zur Selbsthilfe. Des Weiteren ist es von hoher Bedeutung die Rahmenbedingungen, auch „Setting“ genannt, der Beratung zu klären und diese auch einzuhalten. Sollte es doch zu Veränderungen des Settings kommen ist es wichtig, dass sich alle Beteiligte damit einverstanden erklären. Bspw. kann es störend sein, wenn der Ratsuchende unangemeldet eine andere Person in die Beratung mitbringt, da diese Person womöglich ihre eigenen Themen und Ziele in das Gespräch einbringt. Die Rahmenbedingungen beinhalten auch eine Form der Arbeitsabsprache. Dabei gilt es Anzahl und Dauer der Sitzungen festzulegen und zunächst zu begrenzen. Auch muss der Berater dem Ratsuchenden verdeutlichen, dass die Gesprächsinhalte vertraulich behandelt werden. Um eine wirksame Beratung zu erreichen ist es ebenfalls wichtig, die oft unterschiedlichen Lebenswelten zwischen Berater und Klienten zu erkennen und zu berücksichtigen. Ratsuchende müssen sich oft überwinden um eine Beratungsstelle aufzusuchen. Dies beinhaltet oft „[...] auch das Eingeständnis, dass man alleine nicht mehr weitergekommen ist“ (Belardi 2007, S. 64). Demgegenüber erleben Berater das Beratungsgespräch als alltägliche Situation. Diesen Unterschied im Erleben der Beratungssituation müssen sich Berater verdeutlichen. Gravierende Unterschiede können auch in Lebens- und Wertvorstellungen, sowie im sprachlichen Ausdruck bestehen. Daher sollten sich Berater sprachlich auf den Ratsuchenden einstellen, damit dieser die Gesprächsinhalte möglichst genau nachvollziehen kann.

Um die Darstellung des Beratungsbegriffs abzuschließen, sollen einige repräsentative Beratungsfelder genannt werden. Eine der ältesten Formen der Beratung ist die Erziehungsberatung. Die Inhalte dieser Beratung beziehen sich auf die Klärung von Erziehungsschwierigkeiten sowie damit verbundene Hilfsmaßnahmen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Eine weitere Form der Beratung ist die Ausländerberatung, die sich Menschen mit Migrationshintergrund und deren Lebenssituation in einer fremden Kultur widmet. Durch einen starken Zuwachs der Gruppe der Betroffenen hat sich das Beratungsfeld der Drogenberatung entwickelt. Hierbei werden nicht der Konsum von Drogen, sondern auch damit verbundene Schwierigkeiten wie finanzielle Not und psychische Probleme thematisiert. Einen ähnlichen Anstieg der Gruppe der Betroffenen erfuhr das Beratungsfeld der Schuldnerberatung. Diese Form der Beratung stellt sowohl die wirtschaftliche Problematik, als auch den psychosozialen Umgang mit derartigen Problemen in den Vordergrund. Des Weiteren sind bspw. die Schwangerschaftskonfliktberatung und Beratung bei sexuellem Missbrauch zu nennen (vgl. Belardi 2007, S. 61 ff.).

1.2 Mediation

Überall, wo Menschen zusammenleben bzw. zusammenarbeiten, besteht die Möglichkeit der Entstehung von Konflikten. Dabei bleiben Konflikte häufig nicht nur auf der Sachebene. Oft ist auch die Beziehungsebene Teil eines Konflikts. Das Verfahren der Mediation kennzeichnet sich durch die Berücksichtigung von Sach- und Beziehungsebene. Mediation soll dabei helfen, „[…] dass die Konfliktpartner […] mit sich selber und mit ihren Kontrahenten wieder ins Reine kommen und sich weiterhin im gleichen Umfeld bewegen können“ (Köstler 2010, S. 7).

Der Mediator fungiert während des Verfahrens als ein Vermittler. Er ist für einen konstruktiven Arbeitsprozess und gemeinsame Bearbeitung der relevanten Konfliktpunkte verantwortlich. Die Rolle des Mediators zeichnet sich dabei durch seine Allparteilichkeit aus. Es ist von größter Bedeutung, dass er von den Konfliktparteien akzeptiert wird. Ähnlich wie im Beratungsverfahren sind auch hier die Konfliktparteien für das Finden von Angemessenen Lösungen verantwortlich. Der Mediator steht den Parteien bei diesem Prozess zur Seite. Eine Grundprämisse der Mediation ist, dass von Beteiligten gefundene Lösungen weitaus stabiler und erfolgsversprechender als Ratschläge sind. Mediation lässt sich mittels folgender Metapher veranschaulichen: Bei den Konfliktparteien handelt es sich um Bergsteiger, welche sich dafür entschieden haben einen Gipfel gemeinsam zu erklimmen. Der Mediator übernimmt die Rolle des Bergführers. Er achtet darauf, dass sich beide Parteien nicht ins weglose Gelände verirren, dass sie das Ziel im Blick behalten und dass sie die Kräfte in ihrer Umgebung, wie z. B. das Wetter, nicht ignorieren.

Mediation begründet sich auf bestimmten Haltungen und Techniken. Für das Verfahren der Mediation ist das diesem innewohnende Menschenbild wesentlich. Dieses Menschenbild beinhaltet die Anerkennung der Unterschiedlichkeiten zwischen allen Menschen. Ebenfalls geht Mediation von dem Prinzip der Eigenverantwortung aus. Danach sind Menschen selbst für Handlungen verantwortlich. Sie sind aber auch in der Lage sich selbst zu vertreten und bei Konfliktsituationen Lösungen und Kompromisse zu finden. Außerdem geht Mediation davon aus, dass Menschen grundsätzlich nach Gerechtigkeit und Fairness streben und zur Kooperation bereit sind. Zudem sind Menschen gemäß diesen Menschenbildes dazu fähig, sich selbst zu reflektieren und sich nach Konflikten zu versöhnen. Hinzu kommt ein systemisches Verständnis vom Menschen. Der Mensch wird als Experte seines eigenen Lebens betrachtet, die Stärken und Ressourcen der einzelnen Konfliktparteien werden stark in die Arbeitsweise miteinbezogen. Ein weiterer Aspekt ist, dass die Gefühle und Gedanken von Menschen anerkannt und gehört werden. Das Handeln von Beteiligten wird akzeptiert und in Bezug auf Bedürfnisse und Motivationen ergründet, auch wenn die eingesetzten Mittel zur Realisierung unangemessen waren (vgl. Köstler 2010, S. 18 ff.).

Während des Mediationsprozesses können verschiedene Phasen voneinander unterschieden werden. Die Phasenmodelle der Mediation beinhalten von vier bis zu acht Stufen, welche sich jedoch inhaltlich kaum unterscheiden. Um den Verlauf einer Mediation zu charakterisieren wird an dieser Stelle ein sechs-stufiges Modell verwendet. Die erste Phase wird als Einführungsphase bezeichnet. Die Konfliktparteien werden über den Ablauf der Mediation informiert, sodass ein sicherer Rahmen für die Gespräche hergestellt werden kann. In der zweiten Phase werden die Sichtweisen der Konfliktparteien thematisiert. Dabei ist es wichtig allen Parteien ausreichend Gehör zu verschaffen. Die Themen, welche in der Mediation behandelt werden sollen, werden klar definiert. In der nächsten Phase liegt der Schwerpunkt darauf, dass die einzelnen Parteien die Sichtweisen der jeweils anderen Partei verstehen und nachvollziehen. Auch wird herausgearbeitet, wie der Konflikt entstanden ist und welche Faktoren zur Aufrechterhaltung des Konflikts beitragen. In der vierten Phase werden die Beteiligten dazu aufgefordert, Lösungsoptionen zu entwickeln. Die Bewertung der Lösungsvorschläge erfolgt in der fünften Phase. Es wird darüber verhandelt, inwieweit die vorgetragenen Vorschläge umsetzbar sind und welcher Vorschlag für alle Parteien als am besten geeignet erscheint. In der sechsten Phase wird schließlich eine Vereinbarung über die miteinander erarbeitete Lösung getroffen. Die Ergebnisse werden schriftlich festgehalten und die Beteiligten verabschieden sich voneinander .

Das Verfahren der Mediation kann in Konfliktsituationen kann in vielen verschiedenen Gebieten des privaten und öffentlichen Lebens angewandt werden. Dabei beschäftigt sich Mediation bspw. mit Konflikten zwischen Eltern und Kinder und zwischen (Ehe-)Partnern. Auch wird Mediation oft im Gemeinwesen, innerhalb eines Stadtteils oder einer Kommune, eingesetzt. Im Zusammenhang mit Gemeinwesenmediation kommt es auch oft zu Formen von interkulturellen Mediationen, wobei zwischen Angehörigen verschiedener Kulturen vermittelt wird. Auch wird Mediation in der Jugendarbeit bzw. in Schulen angewandt, um auf Konflikte zwischen Erwachsenen und Jugendlichen einzugehen. Des Weiteren findet Mediation auch in Politik und Wirtschaft statt, bspw. um nationale Konflikte zu deeskalieren. Eine Sonderform der Mediation ist der Täter-Opfer-Ausgleich. Dieses Verfahren kann Tätern und Opfern einer Straftat angeboten werden und beabsichtigt, dass beide Parteien eine wirksame und für beide Seiten faire Regelung finden (vgl. Köstler 2010, S. 58 ff.).

2. Intelligenz und Emotion

Das folgende Kapitel soll sich mit den Begriffen „Intelligenz“ und „Emotion“ auseinander setzen und sie definieren. Dabei wird herausgestellt, dass eine Vielzahl von menschlichen Intelligenzen existieren. Um den Begriff der „Emotion“ zu konkretisieren, werden Auslöser und Funktionen von Emotionen beschrieben sowie einige Grundarten von Emotionen dargestellt.

2.1 Intelligenz

Die Intelligenz eines Menschen definiert sich über seinen Intelligenzquotienten (IQ). Ein Mensch wird mit einer bestimmten Intelligenz geboren, welche man mit Tests bestimmen und auf eine Zahl festlegen kann. Diese Art der Begabung bestimmt den Erfolg eines Menschen in der Zukunft maßgeblich. Dabei sind Faktoren wie bspw. Sprachgewandtheit, Wortverständnis, Raumvorstellung oder Urteilsvermögen relevant.

Diese Vorstellung von Intelligenz hielt sich in der Wissenschaft zumindest bis in das späte 20. Jahrhundert. In den letzten Jahrzehnten ist dieses Verständnis von Intelligenz jedoch widerlegt worden. Der Erfolg im Leben eines Menschen ist nicht von einer einzigen, exklusiven Intelligenz abhängig, sondern von einer weiten Bandbreite an Fähigkeiten. Unter diese Fähigkeiten fallen sprachliche sowie mathematisch-logische Begabungen, welche in Tests zum IQ gemessen werden. Hinzu kommen bspw. die musikalische Intelligenz, die räumliche Intelligenz, welche man bei Architekten oder Malern antrifft, oder auch körperlich-kinästhetische Intelligenz, die sich in flüssigen Bewegungen von Sportlern oder Tänzern manifestieren kann. Außerdem sind die personalen Intelligenzen zu nennen, wobei man zwischen inter- und intrapersonlen Fähigkeiten unterscheiden muss. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, soll aber einen Überblick über die Fähigkeiten geben, welche den Erfolg im Leben eines Menschen maßgeblich beeinflussen können (vgl. Goleman 2009, S. 58 f.).

Die Fähigkeiten der personalen Intelligenz sind für den Erfolg im Leben eines Menschen von besonderer Relevanz. Die intrapersonale Intelligenz legt dabei den Fokus auf den Zugang zum eigenen Gefühlsleben. Sie beinhaltetet die Fähigkeiten Gefühle voneinander zu unterscheiden, die Deutung von Gefühlen, Gefühle ausdrücken zu können und Gefühle als Hilfsmittel für das eigene Verhalten bzw. für das Verstehen des eigenen Verhaltens zu nutzen.

Die interpersonale Intelligenz hingegen bezieht sich auf andere Menschen. Wenn diese stark ausgeprägt ist, kann eine Person die Gefühle, Motive und Absichten anderer Menschen deuten und sein eigenes Handeln dementsprechend darauf ausrichten. Hoch entwickelte interpersonale Intelligenz findet man z.B. bei politischen bzw. religiösen Führungspersonen oder bei geschickten Lehren und Eltern. Beide Formen der Intelligenz, sowohl inter- als auch intrapersonal, sind miteinander verbunden, „[…] weil das Wissen über die eigene Person stets mit der Fähigkeit verknüpft ist, Lektionen zu lernen, die sich aus der Beobachtung anderer Individuen ergeben“ (Gardner 1991, S. 221). Keine der beiden Intelligenzen kann sich unter normalen Umständen gesondert von der anderen entwickeln (vgl. Gardner 1991, S. 218 ff,).

2.2 Emotion

Was sind Emotionen? Um dies zu erkunden, kann man zunächst die sprachliche Wurzel betrachten. Der lateinische Ursprung des Wortes „Emotion“ ist movere, was „bewegen“ bedeutet. Hinzukommt das Präfix „E“, sodass „Emotion“ übersetzt „hineinbewegen“ bedeutet, „[…] was darauf hindeutet, dass jeder Emotion eine Tendenz zum Handeln innewohnt“ (Goleman 2009, S. 22).

Details

Seiten
55
Jahr
2012
Dateigröße
646 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v200612
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
2,0
Schlagworte
emotionale Intellige Emotion Intelligenz Soziale Arbeit Beratung Mediation Emotionale Kompetenz humanistische Beratung Goleman

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