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Kommunikation in der Krankenpflege. Das Interaktionsmodell nach Hildegard Peplau

Hausarbeit 2012 15 Seiten

Pflegewissenschaften

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen des Interaktionsmodells

3 Metaparadigmen
3.1 Gesundheit
3.2 Krankheit
3.3 Mensch
3.4 Die Pflege

4 Phasen der Beziehung
4.1 Die Orientierungsphase
4.2 Die Identifikationsphase
4.3 Die Nutzungsphase
4.4 Die Ablösungsphase

5 Effektive Kommunikation

6 Rollen der Pflege

7 Gefühle und ihre Bedeutung in der Pflege

8 Das Pflegebündnis

9 Case Management

10 Fazit

1 Einleitung

In dieser Hausarbeit möchte ich das Interaktionsmodell von Hildegard Peplau vorstellen. Der Kommunikation und Interaktion in der Pflege wird eine bedeutende Rolle für den kompletten pflegetherapeutischen Prozess zugeschrieben. Das fand Peplau zu ihrer Zeit heraus und ebenso, dass es ohne eine gute und stabile Beziehung zwischen Pflegekraft und Patient nur schwer, wenn überhaupt möglich ist, seine vollständige Genesung zu erreichen. Sie hat sich intensiv mit der Rolle der Pflegekräfte innerhalb des Pflegeprozesses, wie auch den verschiedenen Phasen, die ein Patient im Krankhaus durchlebt, auseinander gesetzt und beschrieben, wie die Pflegekraft in verschiedenen Situationen agieren muss, um dem Patienten sein persönliches Wohlbefinden zu ermöglichen. Ständiges immer wieder umdenken und neu auf den Patienten einlassen erfordert von dem Pflegepersonal kommunikative Höchstleistungen. Oft wird in der Praxis nicht viel Wert auf die Kommunikation gelegt. Wünsche der Patienten werden leider immer wieder als lästig empfunden und nicht nach den Hintergründen des Verhaltens geschaut. Wer kann es sich denn in der heutigen Zeit, dem Pflegekraftmangel, leisten, sich Zeit zu nehmen, um ein ausführliches Gespräch mit einem Patienten zu führen? Und wenn es jemand macht, dann erhält er gleich böse Blicke von den Kollegen, da sie in der restlichen Zeit die „wichtigen“ Dinge allein übernehmen müssen. Es fehlt das Wissen darum, dass die Kommunikation der Grundbaustein der Pflege ist. Ohne sie ist alles andere ineffektiv. Vor allem da ganzheitliche Pflege immer sehr groß geschrieben wird. Wo ist die ganzheitliche Pflege, wenn nur die Krankheit an sich behandelt wird und nicht der ganze Patient, der sich durch die Krankheit möglicherweise komplett in seinem Verhalten und Wesen verändert hat und sich unwohl fühlt? In dieser Arbeit wird das Interaktionsmodell von Peplau ausführlich dargestellt und die wichtigen zwischenmenschlichen Prozesse in den Vordergrund gebracht, welche die Pflege eigentlich ausmachen. Am Ende der Arbeit erfolgt ein kurzer Exkurs von der Vergangenheit, in der Peplaus Modell entstand, in die heutige Zeit des Case Managements. Es ist erstaunlich, wie viele Gemeinsamkeiten die beiden Modelle aufweisen, trotz der großen zeitlichen Differenz zwischen ihrer Entwicklung.

2 Grundlagen des Interaktionsmodells

Dieses erste Interaktionsmodell der Pflege wurde von Hildegard Peplau entwickelt. Sie wurde am 1. September 1909 in Pennsylvania geboren und erwarb später einen Abschluss als Krankenschwester. Sie war auch in dem Beruf tätig, bis sie 1943 den Bachelor of Arts in Interpersonal Psychology absolvierte. Danach arbeitete sie in einem neuropsychiatrischen Krankenhaus und studierte daraufhin weiter psychiatrische Krankenpflege (Master). Nach ihrer Promotion wurde sie an einer Universität als Professorin im Bereich der psychiatrischen Pflege tätig und lehrte auf diesem Gebiet. Ab 1969 war Peplau Direktorin und später Präsidentin, wie auch Vizepräsidentin der American Nurse Association. Für ihre wissenschaftliche Arbeit erhielt Peplau mehrere Auszeichnungen und auch die WHO profitierte von Peplau im Expertenrat. Peplaus Leben endete am 17. März 1999 mit 89 Jahren (vgl. Brandenburg,H. Dorschner,S. 2008, S. 214, Kühne- Ponesch 2004, S. 125).

Grundlegend befasst sich Peplau in ihrem Modell mit der psychodynamischen Beziehung zwischen dem Pflegepersonal und den Patienten. Sie beschreibt die Beziehung als Rahmen der therapeutischen Pflege und somit als Basis für den pflegerischen Erfolg. Das heißt, um bei der Arbeit mit dem einzelnen Patienten pflegetherapeutische Fortschritte erreichen zu können und sie erfolgreich abzuschließen, ist eine gute, sich permanent weiterentwickelnde Beziehung, wie auch in Bezug auf die Therapie, zwischen Pflegekraft und Patient unabdingbar. Peplaus Ziel ist dabei, dass beide Beteiligte während dem Pflegeprozess voneinander lernen. Es gilt also seitens der Pflegekraft durch die Beziehung zum Patienten dessen Bedürfnisse zu erkennen, um ihm zu helfen sie zu befriedigen, um durch das ihm vermittelte Verständnis über seine Krankheit, an der Genesung der eigentlichen Erkrankung des Patienten zu arbeiten. In den später beschriebenen Phasen der Beziehung zwischen Patient und Personal wird ersichtlich, dass sich das Verhalten während des Aufenthaltes im Krankenhaus stets verändert. Wie es sich verändert, ob ins positive oder negative, kann durch große Teile durch die Beziehung der Beteiligten Personen beeinflusst werden. Dieser sich stetig verändernde Prozess wird von Peplau als dynamisch beschrieben. Denn verändert sich das Verhalten des Patienten, so muss die Pflegekraft dies wahrnehmen, den Grund erkennen und sich darauf einlassen und entsprechend agieren. Das zeigt sich dann auch im pflegetherapeutischen Prozess (vgl. Simpson 1997, S. 10ff).

3 Metaparadigmen

Peplau beschreibt in ihrem Interaktionsmodell vier verschiedene Metaparadigmen, aus denen sich die Grundlagen des Denkens und Handelns in ihrem Sinne ableiten lassen.

3.1 Gesundheit

Gesund ist für Peplau ein Mensch, der sich in seiner Persönlichkeit stets weiterentwickelt, verändert und an einem Leben in der Gesellschaft orientiert ist. Um gesund zu sein muss man dynamisch sein. Diese Dynamik führt bei gesunden Menschen zu einem physischen und sozialen Wohlbefinden und einem Leben in Harmonie in der Gesellschaft. Für Peplau ist das Wohlfühlen in der Gesellschaft ein wichtiger Faktor der Gesundheit. Eben deswegen legt sie großen Wert auf das Herstellen einer Beziehung zum Patienten, denn so wird trotz der Krankheit und erschwertem Leben in der Gesellschaft ein gesellschaftlicher Bezug hergestellt und angeboten. Um die Gesundheit eines Patienten wiederherstellen zu können sind seitens des Pflegepersonals Kenntnisse bezüglich der Kommunikation und pflegetherapeutischer Maßnahmen, sowie die richtige Organisation von Nöten. Es muss die Krankheit mit ihren Symptomen, Folgen und Therapiemöglichkeiten kennen und herausfinden, was die Krankheit speziell für diesen einen Patienten bedeutet. Um das herauszufinden und es auch dem Patienten zu verdeutlichen, muss das Personal den Patienten dabei unterstützen können, seine Gefühle und Gedanken zu äußern. Der Patient muss hingegen gesund denken können und darf sich nicht in seiner Krankheit aufgeben. Sind diese Bedingungen erfüllt, bedarf es nun noch einer guten Beziehung zwischen Pflegekraft und Patient, um den gemeinsamen Weg zur Genesung antreten zu können.

3.2 Krankheit

Die Krankheit des Patienten bedeutet die Möglichkeit und die Notwendigkeit, für Pflegepersonal und Patient etwas voneinander zu lernen und sich so weiterzuentwickeln. Das Pflegepersonal muss sich bezüglich der Krankheit informieren, auf den bisherigen Wissensstand aufbauen und teilt einen Teil dieses Wissens dem Patienten mit. So lernt der Patient vom Personal etwas über seine derzeitige Situation und seine Krankheit. Dadurch weiß er nun, was mit seinem Körper durch die Krankheit passiert und wie sich der Heilungsprozess gestaltet. Anhand dieser Kenntnis kann er sich sein zukünftiges Leben vorstellen. Dieses Wissen ermöglicht es dem Patienten die eigenen Gedanken und Gefühle über die Krankheit und seine derzeitige Situation wahrzunehmen und zu verstehen. Die Pflege hat jetzt die Aufgabe den Patienten tatkräftig durch Gespräche und Zuhören zu bestätigen und ihm zu helfen die Gefühle zum Ausdruck zu bringen, um schließlich an gemeinsamen Zielen zusammenzuarbeiten (vgl. Kühne- Ponesch, S. 2004, S. 128, Simpson 1997, S. 10ff).

3.3 Der Mensch

In Peplaus Modell wird der Mensch mit seinen ständigen Veränderungen des Verhaltens und Handelns als ein „Organismus, der in einem nicht stabilen Gleichgewicht lebt“ beschrieben. Dabei wird das Leben eines Menschen an sich, als Prozess betrachtet, in dem nach einem grundständig stabilen Gleichgewicht gestrebt wird. Dieses kann laut Peplau durch die ständigen Veränderungen des Menschen allerdings erst mit dem Tod erreicht werden. Die ständige Weiterentwicklung der individuellen Persönlichkeit des Menschen, ist die zentrale Aufgabe, sozusagen der Sinn, im Leben des Einzelnen. Die Krankheit, durch die der Kontakt zwischen Pflege und Patient hergestellt wird, schränkt diese Persönlichkeitsentwicklung ein und es liegt in der Therapie und Erziehung der Pflege diese zu unterstützen und wieder möglich zu machen. Nur so kann der Patient später wieder unabhängig in der Gesellschaft agieren. Helfen kann die Pflegekraft, indem sie das Verhalten des Patienten versteht, denn dadurch, wie der Patient sich verhält, äußert er, was er braucht beziehungsweise was ihm fehlt (vgl. Simpson 1997,S.10ff).

3.4 Die Pflege

Peplau bezeichnet die Pflege als einen bedeutsamen, ständig fortschreitenden, therapeutischen und zwischenmenschlichen Prozess, durch den das Wohlbefinden des Patienten gefördert oder wiederhergestellt werden soll. Für diesen therapeutischen Prozess stellt die Beziehung zwischen der Pflegekraft und dem Patienten die Grundlage und den Rahmen dar. Dadurch, dass jeder Patient andere Einstellungen, Sichtweisen und auch einen anderen Wissenstand hat, ist es die Aufgabe der Pflege sich Kenntnisse über diese ganzen Dinge beim Patienten einzuholen, sie zu erforschen und zu verstehen. Ebenso gilt es herauszufinden, was der Patient als seinen persönlichen gesunden Zustand empfindet, denn eben dieser soll durch den Pflegeprozess erreicht werden (vgl. Simpson 1997, S.10ff, Peplau, H. 2009, S. 394ff)).

4 Phasen der Beziehung

Peplau beschreibt die Entstehung einer Beziehung durch das Agieren von Patient und Pflegekraft in verschiedenen Interaktionsphasen. Diese Phasen sind durch verschiedene Umstände sowie das sich entwickelnde Verhalten des Patienten geprägt. Damit ein Bezug zum Patienten hergestellt werden kann, muss die Pflegekraft wissen, in welcher Phase sich die Beziehung gerade befindet. Zu erkennen ist das am Verhalten des einzelnen Patienten. In jeder der Phasen befindet sich der Patient in einer für ihn neuen Situation. Die Pflegekraft hat die Aufgabe, diese zu erkennen und wiederum durch das Wissen um die Phase und die Situation, die Bedürfnisse des Patienten zu erfüllen.

4.1 Die Orientierungsphase

Die erste Phase ist die Orientierungsphase. Hier beginnt die Beziehung zum Patienten durch die erste Kontaktaufnahme zweier sich fremder Menschen. Durch die neue Umgebung, die Krankheit und die unbekannten Menschen haben die Klienten nicht selten Angst und fühlen sich unwohl. Das Pflegepersonal muss dem Klienten nun zunächst helfen, sich zurechtzufinden, also zu orientieren, ihm Informationen über den weiteren Ablauf zu geben und als Ansprechpartner bei Fragen vorhanden zu sein. Fragt er nicht nach, ist es von Vorteil ihn dazu anzuregen und ihm zu verdeutlichen, dass er gerne fragen darf. Hat der Patient alle nötigen und für ihn wichtigen Informationen erhalten, kann er sich ein Bild des Ganzen machen (vgl. Simpson, 1997).

4.2 Die Identifikationsphase

Noch während der Orientierungsphase beginnt schon Phase zwei, die Identifikationsphase. Der Patient hat während der Orientierungsphase mehrere Personen kennengelernt und kann einschätzen, von wem er Hilfe erwarten, beziehungsweise an wen er sich wenden kann. Seine Situation wird ihm immer bewusster und er wird sich mehr und mehr darüber klar darüber, dass er Unterstützung benötigt, die er in der Pflege findet. Er identifiziert sich also mit der Pflege. Durch die ersten pflegerischen Maßnahmen und eingehaltene Vereinbarungen entsteht im besten Fall Vertrauen zwischen Klient und Pflegekraft. Die Beziehung entwickelt sich und wächst langsam. Je nachdem, wie gut der Patient sich aufgehoben fühlt und ob die Pflegekraft entsprechende Bedürfnisse erfüllt, entscheidet sich in dieser Phase in welche Richtung sich die Beziehung entwickelt. Der Patient kann sich aktiv an der eigenen Pflege beteiligen, sie verweigern, oder sie einfach stillschweigend über sich ergehen lassen (vgl. Simpson 1997, Kühne- Ponesch 2004, S. 127ff).

4.3 Die Nutzungsphase

Eine weitere Phase ist die Nutzungsphase. In dieser Phase beginnt der Patient aktiv zu werden. Er kennt nun seine Umgebung und die Personen etwas besser. Durch die Informationen, die er bekommen hat, weiß er um seine Krankheit, weiß was er will und braucht und fordert dies alles aktiv ein. Es kommt zu Gesprächen mit Zimmernachbarn und anderen Patienten, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, wie der Patient selbst. Durch die Erfahrungen der anderen Patienten wird er sich seiner eigenen Situation noch bewusster. Der Patient ist nun nicht mehr so abhängig von der Pflege, wie zu Beginn, sondern er hat sich weiterentwickelt. Auf diese Weiterentwicklung muss die Pflege eingehen. Der Patient möchte nun in der Regel mitbestimmen, was, wie mit ihm geschieht und kann das durch die gesammelten Informationen nun zu gewissen Teilen auch tun. Es entsteht somit eine kooperative Zusammenarbeit zwischen Pflegekraft und Patient in Bezug auf dessen Genesungsprozess (vgl. Simpson 1997).

4.4 Die Ablösungsphase

Als letzte Phase beschreibt Peplau die Ablösungsphase. Irgendwann neigt sich die Zeit des Krankenhausaufenthaltes dem Ende entgegen und die Entlassung des Patienten rückt näher. Der Patient kehrt aus der Abhängigkeit wieder in sein normales Leben zurück und darauf muss er vom Pflegepersonal vorbereitet werden. Die Beziehung zwischen Patient und Pflegekraft endet und beide müssen davon loslassen. Alle der vier Phasen dienen auf ihre eigene Art und Weise der Entwicklung der Beziehung zwischen Pflegekraft und Patient. Sie können sich wiederholen und finden in einem fließenden Übergang statt. Die Pflegekraft sollte also wissen, in welcher Phase sich ihre Beziehung mit dem jeweiligen Patient befindet, damit sie richtig agieren kann (vgl. Simpson 1997, S. 30ff).

5 Effektive Kommunikation

In ihrem Interaktionsmodell vertritt Pelplau die Aussage, dass eine Pflegekraft verschiedene Fähigkeiten besitzen muss, um durch die Kommunikation mit dem Patienten bei ihm auch etwas zu erreichen und an ihn heranzukommen. Diese Fähigkeiten richtig zu kennen und anzuwenden bedarf Erfahrung in der pflegerischen Tätigkeit und im Umgang mit Patienten.

- Die Pflegekraft muss die Fähigkeit besitzen, dem Patienten richtig zuhören zu können. Das Zuhören stellt die Grundlage für die Beziehung dar, denn durch das selbstlose Zuhören der Pflegekraft dem Patienten gegenüber, bringt ihm diese Aufmerksamkeit und Interesse entgegen.
- Auch das richtige Sprechen mit dem Patienten zählt zu den Fähigkeiten, die eine Pflegekraft in Bezug auf die Kommunikation besitzen sollte. Ebenso, wie die Medizin, bedient sich die Pflege der Fachsprache. Die Patienten sind in der Regel Laien und können meist weder mit medizinischen, noch pflegerischen Begriffen etwas anfangen. Die Pflegekräfte sollten sich daher einer Sprache bedienen, die die Patienten verstehen können. Dadurch begeben sie sich mit den Patienten auf eine Ebene und sind für diese ein ebenbürtiger Ansprechpartner.
- Eine weitere Fähigkeit ist die, Fragen richtig und passend stellen zu können. Passend soll bedeuten, dass die Fragen an den Patienten so gestellt werden, dass das Pflegepersonal die Antworten bekommt, die es braucht, oder mit den Fragen erreicht, was es bezwecken will. Vor allem zu Beginn der Beziehung, also während der Orientierungsphase, sollte die Pflege die Führung der Gespräche übernehmen. Um ein Gespräch aufrecht zu erhalten und um Interesse zu zeigen, ist das Stellen von Fragen wichtig. Ist die Pflege- Patient- Beziehung schon weiter fortgeschritten, geht die Kommunikation auch oft vom Patienten aus und es besteht eine wechselseitige Interaktion. Um dahin zu gelangen, muss die Pflegekraft immer wieder versuchen, den Patienten mit in das Geschehen einzubeziehen. Das kann sie unter anderem durch einfühlsames Fragen erreichen.

Hildegard Peplau beschreibt in ihrer Theorie vier verschiedene Varianten von Fragen. Eine wesentliche Rolle spielen die sogenannten offenen Fragen. Offene Fragen entlocken dem Patienten mehr als nur eine Ja/Nein- Antwort. Durch sie soll der Patient seine Gedanken, Gefühle und Bedenken mitteilen und zum Beispiel beschreiben, wie er seine eigene Situation gerade wahrnimmt. Stellt das Pflegepersonal zielgerichtete offene Fragen, erhält es vom Patienten auch Informationen und Äußerungen von Gedanken, an die es persönlich gar nicht gedacht hat. Zum Beispiel könnte eine offene Frage lauten: „Sie sehen sehr nachdenklich aus. Was beschäftigt sie gerade im Moment?“.

Auf die offenen Fragen aufbauend empfiehlt Peplau die Verwendung von klärenden Fragen. Klärende Fragen beinhalten Informationen, die vom Patienten gerade geäußert wurden und dienen vor allem dem besseren Verständnis des Gesagten, also wie die Pflegekraft die Antwort des Patienten verstanden hat: „Sie sagen also, dass sie Angst vor dem haben, was später auf sie zukommt. Was meinen sie damit genau?“ Durch diese klärenden Fragen ist es möglich kurze Dialoge zusammenzufassen und gegebenenfalls Missverständnisse durch falsches Verstehen schnell aufzuklären.

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Details

Seiten
15
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656316053
ISBN (Buch)
9783656316565
Dateigröße
1.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v200767
Institution / Hochschule
Katholische Hochschule Freiburg, ehem. Katholische Fachhochschule Freiburg im Breisgau
Note
1,0
Schlagworte
eine vorstellung interaktionsmodells hildegard peplau

Autor

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Titel: Kommunikation in der Krankenpflege. Das Interaktionsmodell nach Hildegard Peplau