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Teaching Literature - Literaturunterricht im Fach Englisch

Seminararbeit 2010 17 Seiten

Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhalt

1. Warum Literatur im Unterricht lehren

2. Aufgaben des Lehrers im Literaturunterricht
2.1. Auswahl der Texte
2.2. Rollen und Aufgaben des Lehrers
2.3. Evaluation von Leistung

3. Ziele des Literaturunterrichts

4. Praxisbeispiele an Hand von Dramen
4.1. Athol Fugards Hello and Goodbye
4.2. Fugard´s Township Plays im Unterricht

5. Zusammenfassung

Abbildung 1 Literatur vs. Literatur

Abbildung 2 Kriterien zur Literaturauswahl

Abbildung 3 Teufelskreis des schlechten Lesers und Kreis des guten Lesers

Abbildung 4 Meistgelesenen Romane im Englischunterricht

Abbildung 5 Gründe für die Verwendung von Dramen im Unterricht

Abbildung 6 Textausschnitt aus Hello and Goddbye von Athol Fugard

Abbildung 7 While-Reading Activity für Fugards Hello and Goodbye

Abbildung 8 Textauszug aus NO-GOOD FRIDAY

Abbildung 9 Aktivitäten für den Dead Parrot Sketch

1. Warum Literatur im Unterricht lehren

Lange Zeit galten literarische Texte im kommunikativen Fremdsprachenunterricht als nicht notwendig. Dies hat sich jedoch wieder geändert, da sich die Lernziele hin zur Perspektivenübernahme und Empathie im Englischunterricht verändert haben (Nünning und Surkamp, 2009, 148)

Da Literatur eine große Breite an möglichen Texten liefert und dabei gleichzeitig authentische Inhalte und Texte bietet, ist sie ein wichtiger Bestandteil des Englischunterrichts geworden (Collie und Slater, 1987, 3). So wird Literatur bereits ab der 6. Klasse in den Lehrplan aufgenommen, wobei es sich hierbei um literatur, mit kleinem l, handelt, welche Witze, Graffitis, Zeitungsüberschriften oder Werbung umfasst. Literatur mit großem L, also die Klassiker wie Shakespeare, Wells oder Wilde, sind vom Lehrplan dann hauptsächlich in der Oberstufe vorgesehen (ISB 2004). Eine Unterscheidung von Literature und literature kann in Abbildung 1 gesehen werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Literatur vs. Literatur

(Thaler, 2008, 202)

Lernziele wie Fremdverstehen oder Empathie können durch Literatur sehr gut erreicht werden, da sich Schüler oft mit den Protagonisten der Geschichten identifizieren können (Nünning und Suhrkamp, 2009, 148). Bei Romanen beispielsweise, fühlen die Schüler mit den Figuren mit und benützen Sprache um zu erfahren wie die Geschichte endet (Collie und Slater, 1987, 6).

Weitere wichtige Gründe für das Lehren von Literatur im Unterricht ist die Vermittlung von kulturellem und sprachlichem Wissen. Da literarische Texte nicht für Lerner einer Fremdsprache, sondern für Muttersprachler gemacht sind, geben sie eine gute Einsicht in die verschiedenen linguistischen Gebrauchsformen der Sprache sowie in Konventionen der Schriftsprache des Englischen. (Collie und Slater, 1987, 4)

Ebenso wichtig wie der sprachliche Lernaspekt ist der des kulturellen Lernens. Für viele Schüler einer Fremdsprache wäre ein Auslandsaufenthalt, der optimale Weg kulturelles Verstehen zu Fördern, wobei dies leider meist nicht möglich ist. Daher bietet neben Radio, Zeitung und Fernsehen auch die Literatur des entsprechenden Landes eine gute Möglichkeit, die Kultur, Sitten und das Leben im Land zu begreifen. Obwohl die Welt in der Literatur, egal ob in Kurzgeschichten, Gedichten oder Romanen, eine künstlich erschaffene ist, spiegelt sie dennoch das Leben und die Kultur des Landes über die Figuren wieder (Collie und Slater, 1987, 4). Collie und Slater sagen, dass

„A reader can discover their[1] thoughts, feelings, customs possessions; what they buy, believe in, fear, enjoy; how they speak and behave behind closed doors” (Collie und Slater, 1987, 4).

Dieser Effekt tritt allerdings nur dann ein wenn der Lehrer den richtigen oder geeigneten Text für die Schüler wählt.

2. Aufgaben des Lehrers im Literaturunterricht

2.1. Auswahl der Texte

Im Literaturunterricht kommt der Textauswahl eine ganz spezielle Rolle zu, da hierbei unter anderem auf die Bedürfnisse der Lernenden, ihren Wissensstand, ihre Interessen, ihren kulturellen Hintergrund und natürlich ihre Sprachkenntnisse eingegangen werden muss (Collie und Slater, 1987, 6). Dies ist besonders wichtig, da mit der Wahl der richtigen Texte auch die Motivation der Schüler und damit die Effektivität des Lernens steigt und fällt. Bei der Textauswahl können daher die drei C´s, canon, catalogue und criteria, helfen (Thaler, 2008, 18). Der Kanon ist „a list of books generally recognized as being most important pieces of literature“ (Thaler, 2008, 19). Die Werke des Kanons werden meist als Klassiker der Literatur bezeichnet und umfassen die Werke von Autoren wie William Shakespeare, Jane Austen, Charles Dickens oder Oscar Wilde, um nur ein paar zu nennen (Thaler, 2008, 19). Die catalogues, die Verzeichnisse der einzelnen Herausgeber, geben einen guten Überblick über die vorhandenen Bücher eines Verlages, oft auch mit Vermerken zum Alter der Leser oder den geforderten Lese- und Verständnisfähigkeiten. Wie eingangs schon erwähnt, sollten auch bestimmte Kriterien zu Hilfe gezogen werden. Diese Kriterien, welche in Abbildung 2 zu sehen sind, orientieren sich an den vier Kernpunkten zur Textauswahl; Schule, Lehrer, Text und Lerner und gehen dabei auf deren Unterpunkte ein.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Kriterien zur Literaturauswahl

(Thaler, 2008, 20)

Wie bereits angesprochen, ist es bei der Wahl der Literatur das Ziel das Interesse der Lernenden zu erwecken und emotionale Reaktionen hervor zu rufen, da hierdurch die Wahrscheinlichkeit eines dauerhafte Lerneffektes, sowohl auf sprachlicher, als auch auf kultureller Ebene erhöht wird (Collie und Slater, 1987, 6). Um dieses Interesse zu gewährleisten sollten die Schüler bei der Auswahl der Texte im Idealfall ein gewisses Mitspracherecht haben. Hierbei könnte der Lehrer eine bestimmte Anzahl an Werken nach den oben genannten Kriterien aussuchen und unter diesen dann den Schülern die Wahl lassen. Diese Auswahl könnte bereits eine kleine pre-reading task, wie beispielsweise eine Kurzpräsentation beinhalten (Thaler, 2008, 6).

Besonders bei der Textauswahl mit Hilfe des Kanons treten jedoch oft Probleme auf. Zum Einen sind die Klassiker linguistisch anspruchsvoll und könnten besonders schwächere Schüler eher davon abschrecken Bücher zu lesen, wodurch Schüler in eine Art Teufelskreis kommen können. Hierbei liest der Schüler wenig und versteht somit die Texte nicht, deswegen liest der Schüler langsam und hat auf Grund des langsamen Tempos und dem Unverständnis auch keine Freude am Lesen und wird folglich nicht freiwillig zu Büchern greifen. Eine gute Textauswahl dagegen kann die Freude am Lesen und somit die Motivation der Schüler stärken, wie Abbildung 3 zeigt (Thaler, 2008, 19).

[...]


[1] their = Figuren der fiktiven Welt.

Details

Seiten
17
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656270409
ISBN (Buch)
9783656271437
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v200786
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
2,0
Schlagworte
Englisch Didaktik Teaching Literature

Autor

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