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Das Burnout–Syndrom. Mitarbeitergesundheit als Führungsaufgabe

Hausarbeit 2012 17 Seiten

Pflegemanagement / Sozialmanagement

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Burnout – Syndrom
2.1 Definition
2.2 Die Geschichte des Burnout – Syndroms
2.3 Symptome des Burnout – Syndroms
2.4 Phasen des Burnout – Syndroms nach Freudenberger
2.5 Ursachen des Burnout – Syndroms
2.6 Das 9 Stufen Programm zur Selbsthilfe von Thomas Bergner

3. Mitarbeitergesundheit als Führungsaufgabe
3.1 Burnout in den Pflegeberufen / Arbeitsstrukturelle Ursachen
3.2 Prävention – Die Aufgaben des Arbeitgebers
3.3 Aufgaben von führenden Pflegekräften

4. Fazit

5.Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In meiner Arbeit als freigestellter Praxisanleiter in einem psychiatrischen Fachkrankenhaus ist es meine Aufgabe neue Auszubildende in unserem Haus in der Probezeit zu begleiten. Zudem trage ich eine Teilverantwortung für die praktische Ausbildung der Auszubildenden in der Gesundheits- und Krankenpflege. Dazu gehört unter anderem die Vorbereitung und Abnahme der Probezeitprüfung als auch die Vorbereitung und Abnahme der praktischen Staatsexamen. Ich bin also in meiner täglichen Arbeit für Mitarbeiter zuständig, die durch ihre individuelle Arbeitssituation (Probezeit, Ausbildung) einem erhöhten Druck ausgesetzt sind. Ein Teil meiner Aufgabe ist es, auf Mitarbeiter/-innen Einfluss zu nehmen. Dazu gehört es, Leistungen anzuspornen, Ideen der Mitarbeiter zu berücksichtigen und die Mitarbeiter anzuregen, ihr Potenzial auszuschöpfen. Auf der anderen Seite gehört es zu der Aufgabe einer leitenden Pflegekraft, Erschöpfungsmerkmale bei Mitarbeitern zu vermeiden, diese aber auch zu erkennen und richtig mit diesen umzugehen. Denn in den letzten Jahren rückt das Thema „Burnout“ zunehmend in den Mittelpunkt der Gesundheits- und Krankenpflege. Die Zeitschrift „Focus“ berichtet in dem Artikel „Pflegekräfte kurz vor dem Burnout“ darüber, dass jede fünfte Pflegekraft laut einer Studie der Betheler Psychiatrie mehrmals im Monat daran denkt, aus dem Beruf auszusteigen. Betroffen seien Auszubildende der Gesundheits- und Krankenpflege ebenso wie langjährige Mitarbeiter. (vgl. Focus, 2008)

Diese Zahlen stellen die Arbeitgeber in Krankenhäusern vor immer neue Herausforderungen. In dieser Arbeit möchte ich mich mit dem Thema „Burnout“ beschäftigen. Im ersten Teil der Arbeit werde ich das Krankheitsbild vorstellen, bevor ich im zweiten Teil die Mitarbeiter- gesundheit als Führungsaufgabe am Beispiel Burnout in der Pflege erarbeiten werde. Hier werde ich die Zusammenhänge von strukturellen Belastungen, Burnout, und Stress darstellen und Hilfestellungen zum frühzeitigen Erkennen der Erkrankung aufführen, sowie das Thema der Prävention in den Mittelpunkt stellen.

2. Das Burnout – Syndrom

2.1 Definition

„Unter dem Burnout Syndrom versteht man einen Zustand emotionaler Erschöpfung. Mit ihm reduziert sich die eigene Leistungsfähigkeit. Der Mensch fühlt sich ausgebrannt, schwach, lustlos und ist nicht mehr fähig, sich in irgendeiner Weise zu erholen.“

(Vgl. http://www.das-burnout-syndrom.com/definition.htm, 30.11.2011)

Burnout kann gleichgesetzt werden mit dem Begriff des Ausbrennens. Burnout ist die letzte Stufe einer Kette von erfolglosen Versuchen zur Bewältigung negativer Stressoren.

2.2 Die Geschichte des Burnout – Syndroms

Der Begriff „Burnout“ wurde erstmals 1960 populär. In diesem Jahr veröffentlichte Graham Greene den Roman „A Burnt – Out Case“. Der Roman handelte von einem Architekten, der seinen stressigen Beruf aufgab und sein bisheriges Leben komplett änderte.

1974 prägte dann der deutsch – amerikanische Psychoanalytiker Herbert J. Freudenberger den Begriff. Dieser arbeitete neben seinem Beruf ehrenamtlich mit Drogenabhängigen und Prostituierten zusammen. Nach Phasen der Überlastung beobachtete er verschiedene Symptome bei sich. Diese hielt er 1975 in einem Aufsatz für eine wissenschaftliche Fachzeitschrift fest. In diesem bezog Freudenberger den Begriff zunächst auf Menschen in helfenden Berufen. Erst in den 90er Jahren wurde der Begriff zunehmend auch für andere Berufsgruppen beschrieben. In Deutschland stieg das öffentliche Interesse für das Burn – out Syndrom schlagartig mit dem Suizid des damaligen Fußball Nationaltorhüter Robert Enke. Seitdem ist das Thema in den Medien sehr präsent und steht im Mittelpunkt der Berichterstattung über psychische Erkrankungen.

Wenn man den Begriff „Burnout“ bei der Internetsuchmaschine Google.de eingibt, erhält man ca. 90 Millionen Suchergebnisse. Diese Zahl spiegelt das öffentliche Interesse an der Erkrankung wieder. Einige Psychiater halten das Syndrom seitdem für eine Modediagnose.

2.3 Symptome des Burnout – Syndroms

Die Symptome eines Burnout – Syndroms werden in vier verschiedene Arten eingeteilt. Einige werde ich exemplarisch aufführen:

1. emotionale Burnout Symptome:

- leichte Reizbarkeit
- vermindertes Einfühlungsvermögen
- Grundgefühl der Niedergeschlagenheit

2. soziale Burnout Symptome:

- soziale Kontakte werden als Belastung empfunden
- verringerte Konfliktfähigkeit
- zunehmender Rückzug

3. intellektuelle Burnout Symptome:

- Konzentrationsstörungen
- Gefühl der Überforderung
- mangelnde Fähigkeit, sich auf Neues einzulassen

4. körperliche Burnout Symptome:

- Schlafstörungen, Verspannungen
- Müdigkeit, Energiemangel
- sexuelle Probleme

(Vgl. http://www.burnout-fachberatung.de/burnout-syndrom.htm, 30.11.11)

2.4 Phasen des Burnout – Syndroms nach Freudenberger

Freudenberger beschreibt den Verlauf eines Burnout- Syndroms 1974 in drei Dimensionen als Reaktion auf berufliche Stressoren:

1. Eine überwältigende Erschöpfung durch fehlende emotionale und physische Ressourcen.
2. Gefühle des Zynismus und der Distanziertheit von der beruflichen Aufgabe als zwischenmenschlicher Aspekt.
3. Gefühl der Wirkungslosigkeit und verminderter Leistungsfähigkeit als Aspekt der Selbstbewertung.

(Vgl. C. Maslach, W. B. Schaufeli, M. P. Leiter)

Das Modell vom Burnout-Zyklus zeigt zwölf Stadien. Die unterschiedlichen Stadien können sich wiederholen, unterschiedlich lange dauern und in der Abfolge variieren. Einige Stadien können auch übersprungen oder weggelassen werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

( Der „Burnout-Zyklus“ (nach Freudenberger & North, 1992, S. 123)

2.5 Ursachen des Burnout – Syndroms

Jeder Mensch ist in seinem Privatleben und Arbeitsumfeld verschiedenen Belastungen ausgesetzt. Diesen Belastungen muss jeder einzelne gerecht werden und diese verarbeiten. Neben den einzelnen Belastungen benötigt jeder Mensch Erholungsphasen. Ein Burnout Risiko entsteht, wenn der Betroffene keine konstruktiven Verarbeitungsmöglichkeiten hat und es zu einem Ungleichgewicht zwischen Belastung und Erholung kommt.

(vgl. Kallus und Jiminez, 2008)

Zusammengefasst ergeben sich also drei Faktoren die ich weiter vertiefe:

1. Langanhaltende Belastung

„Die Gesamtheit der erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und auf ihn psychisch einwirken.“

(Landau, 2007)

Diese erfassbaren Einflüsse können aus den verschiedensten Bereichen kommen. So können Erwartungen an die Rolle der Person, aber auch Faktoren wie z. B. Zeitdruck in der Versorgung der eigenen Kinder eine Rolle spielen.

2. Ineffiziente Stressverarbeitung

Jeder Mensch hat eigene Coping Strategien. Wichtig für die Entstehung eines Burnout – Syndroms ist die Art und Weise, wie der Mensch dem Stress entgegentritt.

Burisch teilt deshalb Bewältigungsstrategien in verschiedene vier verschiedene Kategorien/ Haltungen ein:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Burisch, 2007)

In einer Studie zu Bewältigungsstrategien von Arbeitnehmern kam heraus, dass aktive und direkte Strategien erleichternd wirken. Passive und indirekte Strategien erhöhen den Stress und sind mit einer erhöhten Burnout-Gefährdung verbunden.

(Vgl. Jamal & Baba, 1997)

3. Mangelnde Erholung

Wenn wir in unserer Gesellschaft von Erholung sprechen, verbinden wir damit „schlafen“ oder „nichts tun“. Natürlich ist der Schlaf ein wichtiger Bestandteil unserer Erholung. Allerdings meint Erholung auch Aktivitäten, die dazu genutzt werden können, persönliche Ressourcen zu optimieren und wieder aufzubauen.

2.6 Das 9 Stufen Programm zur Selbsthilfe von Thomas Bergner

Der Arzt Thomas Bergner hat mit seinem Buch „Burnout Prävention - Das 9- Stufen Modells zur Selbsthilfe“ einen Ratgeber für Betroffene und Menschen mit Interesse an Prävention von Burnout verfasst. Er stellt fest, dass es für ein Burnout keine schnelle Lösung gibt, sondern dass die Betroffenen eine lange Entwicklung hinter sich haben, deren Ursachen für die Beseitigung des Syndroms erkannt werden müssen. So stellt Bergner den Menschen mit all seinen Fähigkeiten in den Mittelpunkt des 9- Stufen Programms zur Selbsthilfe. Im Folgenden werde ich die einzelnen Stufen kurz vorstellen und erläutern.

Stufe 1: Zeitsouveränität

Der Betroffene soll lernen, Zeitdruck und Termindruck zu vermeiden. Er soll seine Termine nach Wichtigkeit strukturieren und somit seine Zeit nach seinen psychischen und physischen Ressourcen optimal nutzen und „ausnutzen“ dadurch vermeiden. Auch soll der Betroffene seine Aufgaben klar strukturieren und lernen, sich abzugrenzen.

Stufe 2: Eigenbestimmtheit

Da die Betroffenen meist ein Gefühl von Ohnmacht erleben und meinen, nichts mehr selbst bestimmen zu können, sollen sie ermutigt werden den eigenen Perfektionismus abzubauen und die Selbstsicherheit zu stärken. So sollen sie auch kleinere erreichte Ziele in ihre Erfolgsbilanz aufnehmen.

Stufe 3: Zufriedenheitskonstanz

Hier stellt Bergner fest, dass Burnout nicht nur mit Stressreduzierung bekämpft werden kann. Wichtiger ist es, eine Zufriedenheit herzustellen und diese konstant zu halten.

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Details

Seiten
17
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656269540
ISBN (Buch)
9783656269779
Dateigröße
571 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v200916
Institution / Hochschule
Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe
Schlagworte
burnout syndrom mitarbeitergesundheit führungsaufgabe-

Autor

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Titel: Das Burnout–Syndrom. Mitarbeitergesundheit als Führungsaufgabe