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Unterrichtsplanung: Antwort Kaiser Wilhelms II. auf die Anfrage Österreichs nach militärischer Unterstützung gegen Serbien (Julikrise 1914)

Produktionsorientierte Geschichtsstunde

Unterrichtsentwurf 2012 11 Seiten

Geschichte - Didaktik

Leseprobe

Thema der Stunde:

Für oder wider militärische Unterstützung? Handlungsorientierte Erarbeitung etwaiger Positionen Kaiser Wilhelms II. als Antwort an die Anfrage Österreichs nach militärischer Unterstützung gegen Serbien.

1. Schwerpunkt & Lernziele

Im Zentrum der Stunde steht die Frage nach Zusicherung oder Ablehnung militärischer Unterstützung für Österreich-Ungarn durch den deutschen Kaiser. Die beiden möglichen Reaktionen Kaiser Wilhelms II. sollen in einem handlungsorientierten Ansatz von den SuS dargestellt und im Hinblick auf ihre weltpolitischen Folgen in einer anschließenden Präsentation im Plenum diskutiert werden.

Kernanliegen

Die SuS sollen auf der Grundlage bereits erarbeiteter Bündnis- bzw. zwischenstaatlichen

Beziehungen der europäischen Staaten vor 1914 eine mögliche Position Kaiser Wilhelms II. als Antwort auf die Anfrage Österreichs erarbeiten und in einer gemeinsamen Diskussion bewerten.

Lernziele

Die SuS sollen͙

͙ das am 28.6.1914 in Sarajewo verübte Attentat als auslösenden Faktor für den Ersten Weltkrieg kennenlernen

͙ das in der Unterrichtsreihe erworbene Wissen zu den zwischenstaatlichen Beziehungen vor 1914 in Beziehung zur Problemfrage setzen und anwenden können

͙ durch den Einsatz einer handlungsorientierten Methode - der Simulation eines Schriftverkehrs - und deren anschießende Rezeption die Tragweite (welt-)politischer Entscheidungen erfassen und moralisch beurteilen

͙ durch den Einsatz einer zweigestuften Erarbeitungsphase (E / Lernduett) sich in ihrer schriftlichen Ausdrucksfähigkeit weiter schulen

2. Begründung der wesentlichen Planungsentscheidungen

Im Zentrum des Unterrichtsvorhabens steht eine reale Problemfrage, die in die Julikrise 1914, genauer gesagt in den Tagen nach dem 2. Juli 1914, eingebettet ist. An jenem Tag formulierte der österreichische Kaiser Franz Joseph eine geheime Anfrage an Kaiser Wilhelm II., in der um militärische Unterstützung gegen Serbien gebeten wurde. Vordergründig ging es dort um die Ausschaltung Serbiens als politische Macht auf dem Balkan. In Wirklichkeit wären bei der Beantwortung dieser Anfrage noch weitere Dimensionen eines solchen - zunächst lokalen - militärischen Vorgehens zu berücksichtigen, insbesondere die Rolle Russlands als „Schutzmacht“ Serbiens.

Diese und andere bündnispolitischen bzw. zwischenstaatlichen Faktoren sollen von den SuS in einem handlungsorientierten Ansatz - dem Verfassen eines Antwortschreibens an Österreich - nachvollzogen und zur Formulierung eines eigenen Urteils eingesetzt werden.

In einer anschließenden Vertiefung gehören dann auch weitere zentrale Fragen, die im Zusammenhang mit der Julikrise stehen, erörtert: Vor allem die Frage nach der faktischen Bündnisverpflichtung Deutschlands gegenüber Ö-U, aber auch Fragen, die mit den Folgen der Zusage militärischer Unterstützung und mit der Bewertung einer etwaigen Schuld Deutschlands am Ausbruch des Ersten Weltkrieges zusammenhängen.

Die heutige Stunde bietet insofern Gelegenheit sämtliches Wissen, das in der vorausgegangenen Unterrichtsreihe erworben wurde, anzuwenden und der historischen Urteilsbildung dienlich zu machen. Gleichzeitig bildet sie den Übergang zu einer sich anschließenden - wenngleich deutlich kürzeren - Unterrichtssequenz zu den ereignisgeschichtlichen Abläufen der Julikrise.

Als fachliche Voraussetzungen für die hiesige Stunde, die dem Zwecke der Festigung bzw. Vertiefung dienen soll, müssten im Rahmen der vorausgegangenen Reihe die politischen Ziele sowie Bündnis- und Freundschaftsbeziehungen der wichtigen europäischen Staaten erarbeitet werden. Sämtliche Ergebnisse - politische Ziele des jeweiligen Landes, Bündnisse sowie der Beziehungsstatus eines jeden Landes zu Deutschland - wurden in einem kartographisch aufbereiteten Arbeitsblatt schriftlich fixiert, welches in der heutigen Stunde von den SuS als Grundlage für ihre Entscheidungsfindung verwendet werden soll. Weitere zentrale Schwerpunkte der Reihe, die auf die hiesige Unterrichtsstunde vorbereiteten, waren außerdem die Biographie und Politik Kaiser Wilhelms II sowie die Unabhängigkeitsbestrebungen Serbiens (Die „Schwarze Hand“).

Die Stellungnahme der einzelnen SuS soll in dieser Stunde schriftlich erfolgen. Der heutige Schreibauftrag dient der fortgeführten Schulung der Schreibfertigkeit. Durch die ausgewogene Verbindung von Einzelarbeit und die Konsultation eines Lernpartners nach einer Anlaufphase der Erarbeitungsphase soll jenen SuS Unterstützung bieten, die in der Findung von Argumenten oder der Formulierung der eigenen Meinung immer noch große Schwächen haben. Da langfristig geplant ist, die Methode des Lerntempoduetts in der Lerngruppe einzuführen, sie den SuS bisher noch gänzlich unbekannt ist, soll sie in ihrer kleinsten Einheit, bestehend aus einem bloß einmaligem Heraustreten aus der Sitzordnung und Konsultieren eines Lernpartners, erfolgen. Den SuS soll ein Verweis auf eine zukünftige Erweiterung dieser Methode gegeben werden.

Auch Methode und Inhalt des handlungsorientierten Schreibauftrages sollen anschließend Gegenstand einer Reflektion werden, um gegebenenfalls zusätzlichen Input zur Überwindung von Schwierigkeiten zu liefern. Trotz des theoretisch uniformen und bei allen SuS vorliegenden Hilfsblattes, das das Ergebnis der letzten Stunden ist, muss davon ausgegangen werden, dass einzelne SuS dieses unvollständig bzw. gar nicht dabei haben. Um Schwierigkeiten in diesem Bereich zu entgegenen, wird einzelnen SuS gegebenenfalls von der Lehrkraft eine Kopie dieses Blattes zur Verfügung gestellt.

Das Vortragen des eigenen Antwortschreibens soll zum Ende der Stunde in zwei räumlich voneinander getrennten Gruppen erfolgen. Jeder SuS sollte seinen Text präsentieren. Im Einzelfall wird allerdings auf ein Vortragen verzichtet, besonders für den Falle, dass ein äußerst leistungsschwacher SuS sich selbst nicht zur Verfügung stellt, stattdessen soll der SuS durch Hinweis auf seine bereits erfolgte Stellung- bzw. Positionsnahme in seinem Selbstbewusstsein gestärkt werden.

3. Verlaufsplan

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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Details

Seiten
11
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656339373
ISBN (Buch)
9783656339847
Dateigröße
1.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v201068
Note
Schlagworte
Erster Weltkrieg Sarajevo 1914 Kaiser Franz Josef Attentat von Sarajevo Franz Ferdinand Kriegsausbruch Handlungsorientiert Produktionsorientiertes Schreiben Julikrise Geschichtsunterricht Kaiser Wilhelm II. Unterrichtsmaterial Unterrichtsplanung

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Titel: Unterrichtsplanung: Antwort Kaiser Wilhelms II. auf die Anfrage Österreichs nach militärischer Unterstützung gegen Serbien (Julikrise 1914)