Lade Inhalt...

Kooperationsprojekte in integrativen Handlungszusammenhängen zur musikalischen Bildung von Menschen mit Behinderung

Hausarbeit 2012 18 Seiten

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Zur Begründung ästhetischer Bildung für Menschen mit Behinderung

3 Organisation, Strukturen und Schwierigkeiten von Kooperationsprojekten in integrativen Handlungs-zusammenhängen

4 Umsetzung von Kooperationsprojekten am Beispiel von Gesangsunterricht im Rahmen des Dortmunder Modells
4.1 Zum Dortmunder Modell
4.2 Zum Unterrichtsablauf
4.3 Einordnung in den Kontext ästhetischer Bildung

5 Fazit

Quellenverzeichnis

1 Einleitung

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit möglichen Organisationsmöglichkeiten und Strukturen von Kooperationsprojekten in der integrativen Arbeit mit Musik vor dem Hintergrund von ästhetischer Bildung und deren Nutzen für Menschen mit Behinderung auseinander.

Zu Beginn der Ausführungen wird darauf eingegangen, was unter ästhetischer Bildung zu verstehen ist und wie diese für die Arbeit mit Menschen mit Behinderung zu begründen ist. Es wird ein kurzer Forschungsüberblick zu förderlichen Aspekten der ästhetischen Arbeit mit behinderten Menschen gegeben, der erklären soll, aus welchem Grund die aufwändige Organisation von integrativer Kooperationsarbeit lohnenswert ist.

Auf die konkreten Strukturen und Organisationsmodelle einer Auswahl von Kooperationsmöglichkeiten wird im darauf folgenden Teil eingegangen. Im Bereich der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen werden potentielle Auf- gabenfelder von Musikpädagogen in Kooperation mit Jugendhilfezentren dargestellt. Zudem werden Möglichkeiten der Kooperation mit Schulen vor- gestellt, wobei als Kooperationspartner Sozialarbeiter oder am Beispiel von „Jedem Kind ein Instrument“ Musikschulen aufgeführt werden. Der Bereich der Kooperationsprojekte zur musikalischen Bildung von Erwachsenen wird anhand des Dortmunder Modells erläutert.

Der letzte Teil der Abhandlung befasst sich mit der Umsetzung eines koope- rativen Projekts ästhetischer Bildung am Beispiel von Gesangsunterricht im Rahmen des Dortmunder Modells. Hierzu wird zunächst das Dortmunder Modell näher erläutert, um anschließend den konkreten Ablauf einer Stunde Gesangsunterricht innerhalb dieses Modells darzustellen. Abschließend soll die Umsetzung einer solchen Unterrichtsstunde in den Kontext ästhetischer Bildung eingeordnet werden.

2 Zur Begründung ästhetischer Bildung für Menschen mit Behinderung

Im Folgenden sollen grundlegende Aspekte ästhetischer Bildung zum Zwecke einer Begründung der Förderung künstlerischer Tätigkeit von Menschen mit Behinderung dargestellt werden. Hierzu muss zunächst das Verständnis der ästhetischen Bildung geklärt werden.

Der Begriff des Ästhetischen lässt sich auf den griechischen Wortstamm „aisthesis“ zurückführen, was sich als „Vollkommenheit der sinnlichen Wahrnehmung“ übersetzen lässt.1 Der zweite Teil der Begrifflichkeit, die Bildung, geht hier über die Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten hinaus und zielt vielmehr auf persönlichkeitsfördernde Aspekte ab.2

Obwohl Forschungsergebnisse tendenziell darauf hinweisen, dass künstleri- sche Erfahrungen „erhebliche Auswirkungen auf kognitive, emotionale, soziale und moralische Qualitäten Heranwachsender haben“3, kann eine solche Aussage letztlich nicht verallgemeinert werden, da einzelne For- schungen sehr spezifisch sind und ein umfassender Überblick bisher nicht absehbar ist. Es ist daher zu beachten, dass die im Folgenden erläuterten Effekte ästhetischer Bildung sich im individuellen Lebensverlauf verschie- dener Menschen höchst unterschiedlich äußern können und daher vielmehr als Chance denn als Garantie angesehen werden sollten.4

Die Ziele ästhetischer Bildung schließen die Schulung der Wahrnehmung, des Denkens und der manuellen Geschicklichkeit mit ein5 und verfolgen vor allem bei der Arbeit mit behinderten Menschen darüber hinaus einen eman- zipatorischen Auftrag. Dabei soll von den geistigen und körperlichen Res- sourcen des Menschen ausgegangen werden, um diese zu entfalten und wei- terzuentwickeln.6 Der daraus resultierende Erwerb von Kompetenzen selbst- ständigen Handelns fördert maßgeblich die Persönlichkeitsentwicklung, Selbstverwirklichung und oft auch die soziale Integration von Menschen mit Behinderung.7 Einen großen Teil der Bedeutung, den ästhetische Bildung für behinderte Menschen hat, erhält sie allerdings dadurch, dass sie in der Freizeit praktizieren werden kann und nicht im Rahmen eines therapeuti- schen Programms oder einer Fördermaßnahme stattfindet. Menschen mit Behinderung erhalten hierdurch das Gefühl, selbstbestimmt auf ihre Le- bensqualität einwirken und an Freizeitaktivitäten teilnehmen zu können, mit denen sich auch nicht behinderte Menschen befassen.8

3 Organisation, Strukturen und Schwierigkeiten von Kooperationsprojekten in integrativen Handlungszusammenhängen

Im Folgenden sollen die Organisation und Strukturen von Kooperationspro- jekten in integrativen Handlungszusammenhängen erläutert werden. Dabei wird vor allem auf Kooperationsmodelle zwischen Schulen und Schulsozi- alarbeitern oder Musikschulen, Musikpädagogen und Jugendhilfezentren sowie zwischen Werkstätten für Menschen mit Behinderung und der Tech- nischen Universität Dortmund eingegangen. In diesem Zusammenhang werden auch Schwierigkeiten erläutert, die sich innerhalb der Kooperations- projekte ergeben können.

Eine Möglichkeit, im Bereich der integrativen musikalischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen Angebote zu schaffen, ist die Kooperation von Musikpädagogen und Jugendhilfezentren. Hierbei können Musikpädagogen in den Räumlichkeiten der Zentren vielfältige Kurse, auch mit sozial be- nachteiligten Teilnehmern, durchführen. Dabei könnte ein solcher Kurs bei-spielsweise auf die musikalische Frühförderung von Kindern ausgerichtet sein und in Familiengruppen oder in familienähnlichen Gruppen Schwer- punktthemen wie das Kennenlernen und Ausprobieren von Musikinstrumen- ten, Rhythmusübungen oder Entspannungsübungen thematisieren.9 Eine weitere Möglichkeit stellt das Anbieten von Vokal- oder Instrumentalunter- richt dar. Dieser Unterricht kann auch als Vorstufe zum integrativen Grup- penmusizieren genutzt werden, indem die Schüler zunächst lernen, gemein- sam mit dem Pädagogen zu musizieren. Ist die Situation des Gruppenmusi- zierens gegeben, steht der Musikpädagoge vielfältigen Aufgaben gegenüber. Er muss dafür Sorge tragen, dass sich alle Beteiligten trotz des unterschied- lichen musikalischen Kenntnisstandes in die Gruppe einbringen können.10 Über die inhaltliche Gestaltung der Angebote hinaus muss zusätzlich die Organisation einer solchen Kooperation geplant werden. Es müssen Räum- lichkeiten und Instrumente zur Verfügung stehen und ein Träger gefunden werden, der sich dazu bereit erklärt, die anfallenden Kosten zu übernehmen. Zudem ist es gerade bei der Arbeit mit sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen wichtig, die Angebote möglichst niedrigschwellig zu gestal- ten, um die potenziellen Teilnehmer auch tatsächlich zu erreichen.

Eine weitere Möglichkeit, im Kinder- und Jugendbereich integrative Musik- angebote zu schaffen, ist die Kooperation mit Schulen. Dies ist beispiels- weise im Rahmen von Schulsozialarbeit oder auch als Kooperationsprojekt zwischen Schulen und Musikschulen möglich. Das Ansetzen von musikali- schen Angeboten in Schulen bringt den Vorteil mit sich, dass dadurch eine große Zahl an Kindern und Jugendlichen erreicht werden kann.

Eine Kooperation zwischen Sozialarbeitern und Schulen kann in Form einer „sozialintegrativen Mitarbeit“ im Unterricht erfolgen. Dabei erarbeitet ein Sozialarbeiter in einer oder zwei Stunden pro Woche mit einer Schulklasse in Anwesenheit des Lehrers und mit ihm zusammen Auffälligkeiten und Probleme, die möglicherweise in der Klassengemeinschaft zu finden sind.

[...]


1 Vgl. Theunissen (1997), S.63

2 Vgl. Theunissen (1980), S.7

3 Rittelmeyer (2010), S.21

4 Vgl. Rittelmeyer (2010), S.105f

5 Vgl. Aissen-Crewett (1987), S. 13

6 Vgl. Hartogh (1998), S.21

7 Vgl. Hartogh (1998), S.12

8 Vgl. Hartogh (1998), S.136

9 Vgl. Knab (2004), S.396

10 Vgl. Knab (2004), S.397

Details

Seiten
18
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656273608
ISBN (Buch)
9783656274292
Dateigröße
427 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v201358
Institution / Hochschule
Technische Universität Dortmund – Fakultät für Rehabilitationswissenschaften
Note
2,0
Schlagworte
Jeki Musik Ästhetische Bildung integration inklusion behinderung musizieren kooperation kooperationsprojekte dortmunder modell organisation struktur

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Kooperationsprojekte in integrativen Handlungszusammenhängen zur musikalischen Bildung von Menschen mit Behinderung