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Mit Pod- und Vodcasts neue Wege in der Bildungswissenschaft beschreiten

Beschreibung, Umsetzung und Reflexion eines eigenen Podcasts

Hausarbeit 2012 20 Seiten

Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Podcasts und Vodcasts
2.1 Funktionen und Motive von Pod- und Vodcasts in der Bildungswissenschaft
2.1.1 Podcasts ermöglichen Mobilität
2.1.2 Lernerfolg und Motivation
2.1.3 Empirische Studie zu Podcasts in der Lehre
2.2 Funktionen und Motiv meines Podcasts

3 Podcast „Cyber-Mobbing“ – Medienpädagogik trifft Gewaltprävention
3.1 Wahl der Thematik
3.2 Warum das Thema die Rezipienten anspricht
3.3 Gliederung meines Podcast
3.3.1 Intro
3.3.2 Fallbeispiel aus der Praxis
3.3.3 Einführung in die Thematik
3.3.4 Was ist Cyber-Mobbing? (Begriffsdefinition)
3.3.5 Besonderheiten von Cyber-Mobbing
3.3.6 Was man tun kann wenn man selbst betroffen ist
3.3.7 Was das Gesetz dazu sagt
3.3.8 Cyber-Mobbing in der Schule
3.3.9 Outro
3.3.10 Literaturhinweise
3.4 Design meines Podcasts

4 Reflexion meines Podcasts
4.1 Erwartungen im Vorfeld
4.2 Das Podcast-Konzept
4.3 Umsetzung mit GarageBand
4.4 Fazit

5 Zusammenfassende Bewertung und Ausblick

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Mobiles Lernen wächst und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Hochschulen und Universitäten sind sukzessiv mit einer neuen Zielgruppe von Studentinnen und Studenten konfrontiert (Raunig, Ebner, Thallinger und Ritsch, 2008, S. 13). Ihre Such- und Informationsstrategie beginnt nicht (wie in der Vergangenheit üblich) in Bibliotheken sondern die Studierenden beginnen mit ihrer Suche meist online mittels Google oder Wikipedia (Oblinger & Oblinger, 2005, S. 12-13). Auch die Kommunikation der Digital Learner passiert vermehrt online in diversen (sozialen) Netzwerken, Chats oder via Email.

Pod- und Vodcasts geben uns heutzutage die Möglichkeit Audio- und Videobeiträge über das Internet zu verbreiten – jeder hat die Möglichkeit diese im Internet zu veröffentlichen. Obgleich Pod- und Vodcasts laut Windisch (2007, S. 4) vorwiegend noch vermehrt zu Unterhaltungszwecken genutzt werden (z.B. um Musik, Radiosendungen oder entsprechende Videos zu laden), entwickelte sich die Implementierung von Pod- und Vodcasts im Bildungssektor bisher durchaus progressiv. Die zwei großen Vorteile des Lernens mit Pod- und Vodcasts liegen laut Raunig et al. (2008, S. 16) in zwei Bereichen, nämlich in der Flexibilität aufgrund Zeit und Medium und der Simplizität der Distribution. Immer mehr Hochschulen und Universitäten setzten Pod- und Vodcasts in der Lehre ein, denn für den Einsatz im Bildungsbereich eignet sich dieses Medium vortrefflich Lerninhalte interaktiv zu vermitteln (Guth, Schabernig und Vierlinger, 2006, S. 3). Das neue Medium Podcast bietet demnach einige Einsatzmöglichkeiten in den unterschiedlichsten (Bildungs-)Bereichen.

Im Rahmen des dritten Moduls „Gestaltung und Entwicklung von neuen Medien“
(Sommersemester 2011/12) des Masterstudiengangs Bildung und Medien – eEducation war es Aufgabe, sich mit dem Thema wie neue Medien, speziell Pod- und Vodcasts, im Bereich der Bildung eingesetzt werden, zu beschäftigen.

Zudem musste ein Podcast oder Vodcast in eigener Gestaltung theoretisch konzipiert bzw. konstruiert und in Folge mit entsprechender Software umgesetzt werden.

In vorliegender Hausarbeit wird zu Beginn auf Funktionen und Motive von Pod- und Vodcasts in der Bildungswissenschaft eingegangen. Anschließend wird dargelegt welche Funktionen und welches Motiv der Podcast „Cyber-Mobbing – Medienkompetenz trifft Gewaltprävention“ aufweist. Danach gehe ich zu meinem konstruierten Podcast mit dem über, welcher einen bildungswissenschaftlichen Bezug aufweist, und definiere nicht nur dessen Symbolsysteme sondern gehe auch auf die didaktische Struktur und Rahmenhandlung ein. Weiters erfolgt eine eingehende Erklärung wie es zur Wahl des Themas „Cyber-Mobbing“ kam. Schließlich erfolgt die Reflexion des Podcasts und dessen Umsetzung mit der Software GarageBand von Apple, sowie eine zusammenfassende Bewertung und Ausblick.

2 Podcasts und Vodcasts

Der Begriff Podcast steht für eine Sendung bzw. die Serie von Sendungen, Podcasting hingegen für das Produzieren und Anbieten von Podcasts (Alby, 2007, zitiert nach Bastiaens, 2011, S. 85). Das Wort Podcasting, eigentlich ein Kunstwort, setzt sich aus dem Begriff „iPod“ (Portable Media Player) von Apple sowie dem Wort „broadcasting“, englisch für „Rundfunk“ oder „Sendung“, zusammen. Es bezeichnet die Verbreitung von Audio- und Videodateien über das Internet. Es ist nicht geklärt, wer den Begriff „Podcast“ erfunden hat. Das Konzept wurde jedoch von Adam Curry und Dave Winer kreiert (Carvalho, Moura und Cruz).

Die Besonderheit bei Pod- und Vodcasts ist, das jeder einen Podcast (Audiodatei) bzw. Vodcast (Videodatei) erstellen und im Internet veröffentlichen kann. Überdies gibt es im Bereich der Technik für die Umsetzung eines Pod- oder Vodcasts zahlreiche Software im Internet, wobei es sich meist um Freeware handelt. Weiters sind der Themenwahl keine Grenzen gesetzt. „Bildung“, „Comedy“, „Religion und Spiritualität“, „Nachrichten und Politik“, „Technologie“, „Wirtschaft“, „Wissenschaft und Medizin“ sind nicht einmal die Hälfte der auszuwählenden Podcast Kategorien des App-Stores von iTunes. iTunes ist ein kostenloses Programm für Mac und PC, womit man digitale Musik und Videos auf dem Computer verwalten und abspielen kann. Es synchronisiert alle Inhalte. Außerdem ist ein Store auf dem Computer, iPod touch, iPhone und iPad in welchem man alles bekommt was man sich an Unterhaltung wünscht (Apple, 2012). Auch wenn Apple das Podcasting nicht erfunden hat, so hat Apple den Podcasts zu riesiger Popularität verholfen denn im Jahr 2005 wurde mit der Version 4.9 von iTunes die Funktion zum Abonnement und zur Verwaltung von Podcasts veröffentlicht. Ebenso wurde der iTunes Store um eine Podcast-Kategorie erweitert (Bastiaens, 2011, S. 86). Neben iTunes gibt es weitere Programme zum Herunterladen von Podcasts - sogenannte Podcatcher: „Doppler“ für Windows, „Juice“ für Windows, Mac OS und Linux, sowie „Nimiq“ für Windows (Bastiaens, 2011, S. 88).
Es gibt unterschiedliche Formen von Podcasts, dabei unterscheidet man zwischen Audio Podcasts, Video Podcasts (meist als Vodcasts bezeichnet), Enhanced Podcasts (mit Folien und dazugehörigem auditiven Text unterstützt) und spezielle Educasts, welche Bildungs- bzw. Lernkontexte mit der Podcast-Technik kombinieren. Ein Vorteil von Pod- und Vodcasts ist, dass die Benutzer die Möglichkeit haben, diese unabhängig von Sendezeiten und mehrmals anhören bzw. ansehen können. Außerdem können Podcasts wie z.B. Blogbeiträge über RSS-Feed abonniert werden (Bastiaens, 2011, S. 85).

2.1 Funktionen und Motive von Pod- und Vodcasts in der Bildungswissenschaft

Das Internet entwickelt sich unter dem Label „Web 2.0“ steigernd zu einem sozialen Raum, in dem Menschen kommunizieren können, darauf verwies bereits Kerres (2006, zitiert nach Kerres, 2009, S. 2). Im Bereich von „social media“ gibt es laut Wikipedia (2012) etwa Weblogs, Mikroblogging, soziale Netzwerke, Newsgroups oder Instant Messenger. Weiters gibt es spezielle digitale Medien und Technologien für Zusammenarbeit und Wissensmanagement (z.B. Wikis, Social Bookmarks, Auskunftspor-tale), in der Unterhaltungsbranche (z.B. Virtuelle Welten und Online-Spiele) und für den Multimediabereich sind die Technologien Foto-Sharing, Video-Sharing, Livecasting und Podcasting zur Interaktion unerlässlich geworden.

Letztere werden insbesondere für den Bildungssektor E-Learning zu einem immer wirksameren web-tool, wie Cruz & Carvalho (2007, S. 313) darlegen. Schneider (2011, S. 165) gliedert Podcasts in den Bereich des Teleteaching ein und erläutert, dass diese vorwiegend für Audiosequenzen in e-learning oder distance-learning appliziert werden. Somit haben Studierende und Lehrende heutzutage die Möglichkeit im Zuge von CMC (Computer-mediated communication) Podcasts zu Bildungszwecken heranzuziehen (Schneider, 2011, S. 155). Demnach werden Podcasts und Vodcasts in der Bildungswissenschaft vorwiegend als Unterstützung für Lernende eingesetzt (Bastiaens, 2011, S. 84).

2.1.1 Podcasts ermöglichen Mobilität

Podcasting erlaubt Studierenden die Verwendung ihrer soge-
nannten Unterhaltungsmedien (iPods, iPads, Smartphones, MP3 Player) zu Bildungszwecken. Da sie mit diesen Medien für gewöhnlich vertraut sind bedarf es keiner Einführung oder Einarbeitungsphase und sie können z.B. direkt mit dem Anhören von Podcasts beginnen.
Zudem erweist sich der Vorteil für Studierende flexibel zu sein und von allen Orten aus auf Lerninhalte zugreifen zu können wie Raunig et al. (2008, S. 19) anführen. Aus der Studie von Cruz & Carvalho (2007, S. 318) geht diese Tatsache ebenfalls hervor: „Podcasts help to create an ambience of flexibility in time and space. Students can listen to them when they want: anytime and anywhere.“ Auch Bastiaens, Schrader und Deimann (2011, S. 18-19) geben an, dass die Nutzung mobiler Technologien nicht nur das Lernverhalten sondern auch den Ort des Lernens ändert. Denn war es bisher nur möglich an einem Ort zu lernen ist es heute denkbar überall und 24 Stunden lang zu lernen. Windisch (2007, S. 17) vermutet, dass hauptsächlich der Faktor der Unabhängigkeit von Ort und Zeit den Popularitätswert von Podcasting ansteigen lässt.

2.1.2 Lernerfolg und Motivation

Obgleich Pod- und Vodcasts eine bedeutsame Methode sind Wissen vorzugsweise individuell vermitteln zu können, wie Carvalho et al. in ihrer Studie darlegen „Podcasting puts the power to communicate into the hand of individuals“, ist mit diesem relativ neuen Lernmedium noch kein Lernerfolg garantiert. Bastiaens (2011, S. 13) entgegnet der wissenschaftlichen Frage „Was macht Lernen erfolgreich?“ u.a. das erfolgreiches Lernen und der Erwerb neuen Wissens nicht unbedingt passieren wenn ein Lernangebot (in diesem Fall Pod- und Vodcasts) gut gestaltet wurde. Vielmehr hängt der Lernerfolg von den Aktivitäten der Lernenden und deren Motivation ab. Ebenso gleicht sich Clark (1994, S.21) mit seiner Aussage „Media will never influence learning“ in gewisser Weise Bastiaens Sichtweise an. Auch Schneider (2011, S. 35) definiert Motivation als Auslösemechanismus für erfolgreiches Lernen und führt zwei charakteristische Unterschiede von Motivation an. Dabei handelt es sich um „intrinsic motivation“ (innerliche bzw. wesentliche Motivation) und „extrinsic motivation“ (äußerliche, von außen wirkende Motivation) welche eng miteinander verknüpft sind. Ferner exemplifiziert Schneider die Beziehung zwischen Bedarf und Motivation wie folgt: „The bigger the need the bigger the motivation and the lesser the need, the lesser the motivation“. Demnach hängt es von jedem Einzelnen ab, Pod- und Vodcasts sinngemäß und nachhaltig zu nutzen. Ist man dementsprechend motiviert und bestrebt sich Wissen anzueignen wird es sich zeigen, dass sich diese interaktive Methode auf jeden Fall bewährt.

2.1.3 Empirische Studie zu Podcasts in der Lehre

Es gibt erst eine kleine Zahl an Studien, wie Podcasts im Bildungsbereich eingesetzt werden und sich diese bewähren. Die empirische Studie dreier Professorinnen aus Portugal behandelt diesen Themenbereich und da es sich dabei um ein aufschlussreiches Resultat handelt, erachte ich es als bedeutend das Ergebnis dieser Studie anzuführen.

Die empirische Studie von Carvalho et al. beschäftigte sich mit der Frage, wie Podcasts in der Bildung verwendet werden. Dazu wurden vier verschiedene Podcasts in unterschiedlichen Lernsituationen eingesetzt um die Reaktion der Lernenden zu untersuchen. Die Studie ergab das Podcasting ein nützliches Lernmittel ist welches in allen Lernniveaus eingesetzt werden kann. Es fällt den Lernenden leicht Podcast anzuhören bzw. diesen zu inhaltlich zu folgen und ebenso diese selbst herzustellen. Die Mehrheit der Studierenden fand Gefallen an der Nutzung von Podcasts. Nur ein paar Studierende hätten hingegen geschriebenen Text bevorzugt, zumal ein PDF-Dokument als Anhang an (Bildungs-)Podcasts zum leichteren Verständnis komplexer Zusammenhänge beitragen kann (Ketterl, Schmidt, Mertens & Morisse, 2006, zitiert nach Windisch, 2007, S. 18).

2.2 Funktionen und Motiv meines Podcasts

Bei meinem Podcast mit dem Titel „Cyber-Mobbing – Medienpädagogik trifft Gewaltprävention“ handelt es sich im Besonderen um einen sogenannten „Educast“, da dieser Bildungs- bzw. Lernkontexte mit der Podcast-Technik kombiniert (Zorn, Auwärter, Krüger, Seehagen-Marx, 2011, S. 1). Zorn et al. (2011, S. 2) definieren Educasts folgend: „Educasts sind Audio- und/oder Videodateien, die digital zu Lern- und/oder Lehrzwecken bereitgestellt werden“. Nebenbei erwähnt können Educasts wie gewöhnliche Podcasts über RSS-Feeds abonniert werden. Obgleich mein Podcast in erster Linie die Rezipientinnen und Rezipienten über die Problematik „Cyber-Mobbing“ aufklärt, trägt die Applikation bzw. die Nutzung des Podcasts zur Förderung der Medienkompetenz der Lernenden bei.

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Details

Seiten
20
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656284468
ISBN (Buch)
9783656285908
Dateigröße
557 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v201797
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,0
Schlagworte
Cyber-Mobbing Mobbing Podcast Lehrer Schüler Schule Praxis Unterricht Medienpädagogik Gewaltprävention Lernerfolg Motivation Design

Autor

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