Lade Inhalt...

Demokratiebildungsprogramme

„Hands for Kids“ und „Hands across the Campus“

Hausarbeit 2012 12 Seiten

Didaktik - Politik, politische Bildung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung in die Hands Programme

2 Entwicklung des Demokratiebildungsprogramms

3 Hands for Kids

4 Hands across the Campus

5 Kritische Würdigung
5.1 Vorteile
5.2 Problematisierung
5.3 Bedeutung für die Demokratiepädagogik

6 Quellen

1 Einführung in die Hands Programme

„Hands across the Campus“ und „Hands for Kids“ sind Demokratiebildungsprogramme aus dem USA, welche über ein eigenes Grundwerte-Curriculum verfügen. Sie dienen dazu, eine auf demokratischen Werten und Kompetenzen basierende Lebenskultur an Schulen zu entwickeln. Es wird ein Leitbild mit den Grundwerten einer demokratischen Gesellschaft vermittelt und in den Schulalltag integriert. Durch vielfältige Programmeinheiten wird Demokratie erfahrbar gemacht, in der Schule umgesetzt und gelebt. Dieses tatsächliche Erleben wird als besonders wichtig erachtet, da davon ausgegangen wird, dass demokratische Kompetenzen nur hierdurch verinnerlicht werden können.

Die vorrangigen Zielgruppen der Programme sind Lehrkräfte, Schüler und auch Eltern. Sie alle nehmen an einem Aushandlungsprozess teil. Auf diese Art und Weise werden altersspezifisch auch die jeweiligen moralischen, sozialen und demokratischen Kompetenzen angeeignet.

2 Entwicklung des Demokratiebildungsprogramms

Entwickelt wurde das Programm „Hands across the Campus“ am Anfang der 1980er Jahre vom Belfer Center for American Pluralism (AJC), zusammen mit der Schulbehörde von Los Angeles, um auf die wachsenden Probleme und Unruhen zwischen verschiedenen ethnischen und sozialen Gruppen an Schulen zu reagieren. Es sollte ein Projekt geschaffen werden, welches Grundwerte und soziale Kompetenzen fördert. Das Verständnis, dass einer lebendigen Demokratie ein Grundwertebewusstsein zugrunde liegt, ist die ursprüngliche Idee von „Hands across the Campus“.[1] Die Förderung von Toleranz, Respekt gegenüber anderen und sich selbst, die Stärkung der Selbstachtung, Partizipation, offene Meinungsäußerung und das Aufzeigen von Methoden zur Konfliktlösung war das Ziel. Im Jahre 2006 wurde das „Praxishandbuch für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler“ veröffentlicht. Seit September 2007 ist das Programm unter dem Namen „Hands for Kids“ für Grundschüler weiterentwickelt worden.

Die theoretischen Bezüge der Programme sind bei John Dewey zu finden, welcher heute als Begründer der Demokratiepädagogik gilt. Er beschrieb in seinem Werk „Demokratie und Erziehung“ das Verhältnis zwischen diesen beiden. Dies erprobte er in seiner Modellschule an der Chicagoer Universität. Er verstand Lernen als ein Aushandeln und Schule als den ersten Lernort für gelingendes Leben in der Gemeinschaft. Von ihm stammt auch der pädagogisch wertvolle Satz „Learning by doing“. Er ging also davon aus, dass man sich Themen nur langanhaltend aneignen kann, wenn man selbst Erfahrungen macht. Er hat damit einen großen Beitrag zu den Programmen geleistet.

3 Hands for Kids

Wie oben bereits beschrieben ist „Hands for Kids“ eine Weiterentwicklung des Programms „Hands across the Camps“, mit einem entsprechenden Grundwertecurriculum für Grundschulen. Hier sind Kinder von sieben bis zwölf Jahren, also die Jahrgangsstufen 1-6, die Zielgruppe. Ihnen soll es ermöglicht werden, sich frühzeitig und aktiv mit demokratischen Grundwerten auseinander zu setzen. Der Anspruch des Programms ist es, Demokratie in der Schule zu leben, sowie Anerkennung und Partizipation erfahrbar zu machen. Zudem wird die Zusammenarbeit zwischen Lehrern, Schülern, Eltern und auch mit der unmittelbaren Umgebung gefördert.

Die Identität zu stärken, Selbstbewusstsein zu fördern und Respekt gegenüber anderen Menschen zu haben sind auch hier die Demokratiekompetenzen, welche vorrangig vermittelt werden sollen. Das Programm ist fächerübergreifend und wird in den vorhandenen Lehrplan integriert. Es führt gemäß Wolfgang Edelstein zu einem guten Schulklima und wirkt präventiv gegen Gewalt und Rechtsextremismus. Es wird für sich selbst und für die Schule Verantwortung übernommen. Zudem steigert ein angenehmes Schulklima die Lernleistung der Schüler.

Das Programm ist in Bausteine gegliedert und gibt den Lernbegleitern stets didaktische sowie methodische Hinweise an die Hand. Es verbindet politische Bildung und Demokratielernen. Auch werden die Lernbegleiter in die Lage versetzt, die Inhalte auf die jeweilige Situation flexibel zu übertragen. Der Hauptteil sind die fünf Bausteine: „Identität“, „Kinder sind stark“, „Demokratie leben“, „Verantwortung übernehmen“, „Alle Kinder haben Rechte“ und „Global Kids“. Jeder Baustein beginnt mit einer Einleitung, mit einem Überblick über vermittelbare Kompetenzen und Werte, sowie einen Praxisteil. Es gibt zwei weitere Bausteine als Zusatz. Der erste ermöglicht die Beteiligung der Eltern, der zweite stellt eine Einführung in das Programm als Workshop für Lernbegleiter dar.

Darüber hinaus gibt es ein Mehrebenenkonzept, auf dem das Programm wirkt. Es handelt sich um drei verschiedene Ebenen und bezieht alle Beteiligten einer schulischen Organisation in die Aushandlungsprozesse des Schulprogramms mit ein.

Auf individueller Ebene werden demokratische Kompetenzen entwickelt, es wird Verantwortung übernommen und kooperativer Umgang miteinander geübt. Die Klassenebene bezieht sich beispielsweise auf Institutionen wie einen Klassenrat, bei welchem die Schüler selbst ihre eigenen Belange und die der Schule steuern können. Schließlich können auf der Schulebene ganze Projekte ins Leben gerufen, als auch die Schulorganisation verändert werden. Es ist ebenfalls möglich, sich über die Schule hinaus zu engagieren.

Zur Orientierung enthalten alle Bausteine eine Wertewolke. Hier werden die wichtigsten Werte und ihre Gewichtungen verdeutlicht. Die Programme definieren Werte als Orientierungsmaßstab für das eigene Handeln.

Gemäß dem pädagogischen Konzept steht das Kind stets im Zentrum. Sie können einen eigenen Zugang zu den Themen finden. Es ist ein Lernen vom Kinde aus, wobei der Lehrer als Lernbegleiter fungiert und eine Lernumgebung schafft. Er versteht sich als Dialogpartner und Mitlerner, welcher die verschiedenen Lernwege der Kinder wahrnimmt und individuell fördert. Im Mittelpunkt steht stets die Reflexion des eigenen Lernprozesses, wie auch der der Kinder. Der Lehrer übernimmt Verantwortung für den Lernprozess der Schüler. Auch wird ein Bezug zu gesellschaftlichen Anforderungen an das Individuum geschaffen.

[...]


[1] Vgl.: Vgl.: http://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/fileadmin/bbb/themen/demokratie/demokratiepaedagogik/kmk-Tagung_demokratiebildung/pdf/Informationsblatt_Hands_a_cross.pdf

Details

Seiten
12
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656284383
ISBN (Buch)
9783656284765
Dateigröße
573 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v202116
Institution / Hochschule
Universität Potsdam
Note
2,3
Schlagworte
Demokratie Demokratiebildungsprogramme Hands Hands for Kids Hands across the Campus Demokratiepädagogik

Autor

Zurück

Titel: Demokratiebildungsprogramme