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Gestaltung der optimalen Kapitalstruktur unter Berücksichtigung von Leverage-Effekt

Projektarbeit 2012 29 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Symbolverzeichnis

1 Einleitung

2 Finanzwirtschaftliche Grundlagen und Definitionen
2.1 Finanzwirtschaft
2.2 externe und interne Determinanten der betrieblichen Finanzwirtschaft
2.3 Die grundsätzlichen Merkmale von Eigen- und Fremdkapital
2.4 Finanzierungsformen
2.5 Finanzierungsregeln
2.5.1 statische Finanzierungsregeln
2.5.2 dynamische Finanzierungsregeln

3 Die optimale Kapitalstruktur
3.1 Charakteristika der Kapitalstruktur
3.2 Risiken der Kapitalstruktur
3.3 Optimierung der Kapitalstruktur
3.4 Kapitaltheoretische Grundmodelle
3.4.1 Das traditionelle Modell
3.4.2 Das Modigliani/Miller Theorem

4 Leverage-Effekt
4.1 Definition und Restriktionen des Leverage-Effekts
4.2 Symbolik und Herleitung wichtiger Kennzahlen
4.3 Verdeutlichung des Leverage-Effekts am praktischen Beispiel
4.4 Leverage-Chance und Leverage-Risiko
4.5 kritische Würdigung des Leverage-Effektes

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Wichtige Bestimmungsfaktoren des Kapitalbedarfs

Abbildung 2: Die grundsätzlichen Merkmale von Eigenkapital und Fremdkapital

Abbildung 3: Finanzierungsformen

Abbildung 4: statische Finanzierungsregeln

Abbildung 5: Darstellung der These vom optimalen Verschuldungsgrad

Abbildung 6: Eigenkapitalkostenverlaf nach Modigliani-Miller

Abbildung 7: Symbolik beim Leverage-Effekt

Abbildung 8: Kapitalstruktur und Eigenkapitalrentabilität

Abbildung 9: Beispiel Leverage-Effekt

Abbildung 10: Wirkung der Verschuldung auf die Eigenkapitalrentabilität

Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Für jedes Unternehmen stellt die Aufrechterhaltung des finanziellen Gleichgewichts eine Existenzbedingung dar (vgl. Wöhe et al. 2009: 35). Das finanzielle Gleichgewicht eines Unternehmens ist massiv gestört, wenn es seinen Verbindlichkeiten gegenüber Gläubigern nicht mehr nachkommen kann. Tritt dieser Fall ein, können die Gläubiger Rechtsansprüche geltend machen, die im ungünstigsten Verlauf zur Auflösung des Unternehmens im Insolvenzverfahren führen können. Deshalb ist es zwingend notwendig, dass die Grunderfordernisse des finanziellen Gleichgewichts jederzeit erfüllt sind. Eine dieser Grunderfordernisse ist die Bestimmung der optimalen Kapitalstruktur. Dabei wird die Generierung eines optimalen Verhältnisses von Eigen- zu Fremdkapital angestrebt. Eine wesentliche Komponente ist in diesem Zusammenhang der Leverage-Effekt, welcher eine Verbindung zwischen Rentabilität, Risiko und Verschuldung eines Unternehmens herstellt (vgl. Volkart 2011: 596). Demnach „steigt die Eigenkapitalrentabilität mit zunehmender Erhöhung des Fremdkapitalanteils, solange die Rentabilität des insgesamt eingesetzten Kapitals größer ist als der Fremdkapitalzinssatz“ (Klinker 2010: 31).

Ziel dieser Arbeit ist die Analyse der Kapitalstruktur im Hinblick auf den Leverage-Effekt. Zunächst soll ein grundlegendes Verständnis hinsichtlich der Finanzierungsregeln, der optimalen Kapitalstruktur und des Leverage-Effektes vermittelt werden. Letztlich sollen diese grundlegenden Aspekte bei der Bestimmung der optimalen Kapitalstruktur dienlich sein.

Am Anfang der Arbeit wird ein Einblick in die Finanzwirtschaft mit ihren zahlreichen Finanzierungsformen und -regeln gewährt. Die theoretischen Grundlagen zu den Merkmalen der Kapitalarten sowie die Kenntnisse zu externen und internen Determinanten der betrieblichen Finanzwirtschaft sind erforderlich, um eine optimale Kapitalstruktur sachkundig beurteilen zu können.

Das dritte Kapitel befasst sich mit der optimalen Kapitalstruktur als Basis für den weiteren Verlauf der Arbeit. Auf die Definition der Kapitalstruktur aufbauend, folgen Erläuterungen zu deren Risiken und zur Optimierung. Im Anschluss werden kapitaltheoretische Grundmodelle vorgestellt. Dabei wird das Modigliani/Miller Theorem näher fokussiert, um auch andere Denkansätze in Bezug auf den Verschuldungsgrad zu erhalten.

Das Kapitel vier stellt den Leverage-Effekt als Kerninhalt dieser Arbeit dar. Im Einzelnen erfolgt dies durch die mathematische Herleitung wichtiger Kennzahlen und der Verdeutlichung des Leverage-Effektes an einem Praxisbeispiel. Des Weiteren werden die Restrektionen sowie Chancen und Risiken ausführlich betrachtet. Zum Abschluss erfolgt eine kritische Würdigung des Leverage-Effekts.

Ein Fazit schließt die Arbeit ab.

2 Finanzwirtschaftliche Grundlagen und Definitionen

2.1 Finanzwirtschaft

In unserer arbeitsteiligen Wirtschaft stellen Geldmittel eine notwendige Voraus-setzung für die Aufrechterhaltung der betriebswirtschaftlichen Prozesse zur Leistungserstellung dar. Einerseits werden Geldmittel benötigt, um Produktions-faktoren zur Verfügung zu stellen. Dies führt zu Auszahlungen, und bedeutet somit eine Abnahme der liquiden Mittel. Andererseits fließen dem Unternehmen durch den Absatz seiner Produkte wieder liquide Mittel in Form von Einzahlungen zu. Jedes Unternehmen ist von solch einem leistungsbezogenen Wertekreislauf gekennzeichnet (vgl. Lechner et al. 2010: 225; Becker 2009: 3; Klinker 2010: 29).

Der Zweck der betrieblichen Finanzwirtschaft liegt im Planen, Steuern und in der Kontrolle von Zahlungsströmen. Um diese Aufgabe erfüllen zu können, unterteilt sich die Finanzwirtschaft in drei Funktionsfeldern: Finanzierung, Investition und Finanzdisposition (vgl. Becker 2009: 3). Die Finanzierung hat das erforderliche Kapital zu beschaffen. Die Investition setzt das beschaffte Kapital im Unternehmen ein. Die Finanzdisposition oder auch Kapitalverwaltung ermöglicht die Abwicklung der Ein- und Auszahlungen im Rahmen des Zahlungsverkehrs (vgl. Olfert, Reichel 2008: 20).

In der Finanzwirtschaft unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Theo-rien, der traditionellen, güterwirtschaftlichen Finanzwirtschaft und der modernen bzw. entscheidungsorientierten. Die traditionelle Finanzierungstheorie befasst sich mit dem Unternehmen als organisatorisches Gebilde und legt einen güter- und finanzwirtschaftlichen Kreislauf als Modell zu Grunde. Im Kern geht es hier um die Frage, welche finanzwirtschaftlichen Aktivitäten ein Unternehmen vornehmen soll, um seinen Fortbestand nachhaltig zu sichern. Die moderne Sichtweise geht - analog zur allgemeinen mikroökonomischen Theorie vom rationalen Verhalten aller Teilnehmer am Wirtschaftsleben aus und befasst sich mit der optimalen Finanzierung und Kapitalallokation (vgl. Geyer et al. 2009: 3 f.; Hildmann, Fischer 2002: 1). Die optimale Finanzierung und die daraus resultierende optimale Kapitalstruktur werden im weiteren Verlauf näher erläutert.

Das finanzwirtschaftliche Hauptziel ist heutzutage die langfristige Steigerung des Unternehmenswertes. In der Theorie und Praxis lassen sich eine Menge unterschiedlicher Unterziele daraus ableiten. In der Literatur werden jedoch die fünf zentralen Finanzziele genannt: Rentabilität, Liquidität, Sicherheit, Wachstum und Unabhängigkeit (vgl. Pape 2009: 14 f.).

2.2 externe und interne Determinanten der betrieblichen Finanzwirtschaft

Ein Unternehmen wird mit einer großen Vielzahl von Sachverhalten und Entwick-lungen, die seinen Kapitalbedarf beeinflussen, konfrontiert (vgl. Büschgen 2001: 139). Wie Insolvenzanalysen belegen, ist die Kenntnis und Beachtung dieser Determinanten bei der Gestaltung der betrieblichen Finanzwirtschaft von großer Bedeutung (vgl. Gonschorek, Gonschorek 2008: 12).

„Die vielfältigen Bestimmungsfaktoren des Kapitalbedarfs lassen sich am besten in zwei Hauptgruppen gliedern“ (Busse 2003: 42):

- betriebsexterne Determinanten
- betriebsinterne Determinanten

Sowohl jede Gruppe für sich, als auch der einzelne Bestimmungsfaktor innerhalb der Gruppe kann wesentlich die Höhe des Kapitalbedarfs verändern. So hängt beispielsweise die Höhe des Kapitalbedarfs von herrschenden Strukturen des Beschaffungsmarktes ab, da jedes Unternehmen zunächst auf den Bezug von Produktionsfaktoren angewiesen ist. Genauso legen die Bedingungen des Absatzmarktes primär die Höhe und den Verlauf der Kapitalfreisetzung fest (vgl. Büschgen 2001: 139). Die Abb.1 zeigt die ausgewählten Bestimmungsfaktoren des Kapitalbedarfs.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Wichtige Bestimmungsfaktoren des Kapitalbedarfs (vgl. Busse 2003: 43)

2.3 Die grundsätzlichen Merkmale von Eigen- und Fremdkapital

Das Eigenkapital wird von den Eigentümern als Gesellschafter ohne zeitliche Begrenzung zur Verfügung gestellt. Es kann auf zwei Wegen bereitgestellt werden:

- Beteiligungsfinanzierung, wenn die Eigentümer es von außen zur Verfügung stellen (Grundkapital, Kapitalrücklage)
- Selbstfinanzierung, wenn das Unternehmen das Kapital selbst erwirtschaftet und einbehält (einbehaltene Gewinne, Gewinnrücklagen)

(vgl. Olfert, Rahn 2008: 253; Thommen, Achleitner 2009: 568).

Das Fremdkapital wird dagegen von Dritten für eine bestimmte Zeit zur Nutzung überlassen und stellt somit die Gesamtschulden des Unternehmens dar (vgl. Olfert, Rahn 2008: 330; Thommen, Achleitner 2009: 568).

In der Abb. 2 werden die unterschiedlichen Merkmale von Eigenkapital und Fremdkapital anhand acht ausgesuchter Kriterien verdeutlicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Die grundsätzlichen Merkmale von Eigenkapital und Fremdkapital (Lechner et al. 2010:301)

Die in der Abb. 2 vorgestellten Merkmale sind für die sachkundige Beurteilung der optimalen Kapitalstruktur von großer Bedeutung (vgl. Gonschorek, Gonschorek 2008: 34).

2.4 Finanzierungsformen

Wie in der nachfolgenden Abb. 3 dargestellt, wird bei den Finanzierungsformen zwischen Eigen- und Fremdfinanzierung (Rechtstellung der Kapitalgeber) sowie zwischen Innen- und Außenfinanzierung (Herkunft des Kapitals) unterschieden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Finanzierungsformen (Schäfer-Kunz 2005: 795)

Bei der Eigenfinanzierung wird zusätzliches Kapital in Form einer Beteiligungs - finanzierung durch Schaffung erweiterter bzw. neuer Gesellschafterrechte, oder in Form einer Selbstfinanzierung durch Verzicht auf Gewinnausschüttungen zugeführt. Beteiligungsfinanzierung stellt auch Außenfinanzierung mit Eigenkapital dar. Bei der Selbstfinanzierung handelt es sich dagegen um eine Innenfinanzierung durch Eigenkapital.

Die Fremdfinanzierung kann extern durch Kreditaufnahme oder intern durch Rückstellungen (insbesondere aus langfristigen Pensionsrückstellungen) erfolgen (vgl. Bieg, Kußmaul 2009: 31; Pape 2009: 34).

2.5 Finanzierungsregeln

Das finanzielle Gleichgewicht ist eine der wichtigen Voraussetzungen für den dauerhaften Bestand des Unternehmens und damit auch die Sicherheit für Kapitalgeber (vgl. Wöhe et al. 2009: 35). Ein Unternehmen befindet sich dann in einem finanziellen Gleichgewicht, wenn

1. die Zahlungsfähigkeit stets gewährleistet ist
2. Finanzierungsregeln bzw. finanzpolitische Kennzahlen eingehalten werden
3. eine ausreichende Finanzkraft bzw. Free Cashflow gesichert sind
4. ein akzeptables risk exposure (Risiko-Mix) des Unternehmens eingehalten werden (vgl. Guserl, Pernsteiner 2011: 197-198).

Die Finanzierungsregeln stellen somit eine der Determinanten des finanziellen Gleichgewichts dar.

Die Finanzierungsregeln beziehen sich auf die Zusammensetzung des Kapitalbedarfs und nicht auf seiner Höhe. Es werden Grundprinzipien aufgestellt, die aufzeigen sollen, welche Finanzierungsmittel unter bestimmten Voraussetzungen zur Kapitaldeckung herangezogen werden (vgl. Wöhe et al. 2009: 35).

Man unterscheidet zwischen statischen und dynamischen Finanzierungsregeln.

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Details

Seiten
29
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656286356
ISBN (Buch)
9783656287308
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v202438
Institution / Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
1,7
Schlagworte
Betriebliches Finanzmanagement Laverage-Effekt Optimale Kapitalstruktur Finanzwirtschaft Finanzierungsregeln Kapitaltheoretische Grundmodelle Das Modigliani/Miller Theorem

Autor

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Titel: Gestaltung der optimalen Kapitalstruktur unter Berücksichtigung von Leverage-Effekt