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Suizid im Alter in Österreich

Hausarbeit 2012 16 Seiten

Soziologie - Alter

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.0 Einleitung

2.0 Suizid

3.0 Suizid in Zahlen

4.0 Der Suizid als Resultat einer Krankheit?

5.0 Altersbilder

6.0 Soziale Einflussfaktoren für Suizidalität im Alter

7.0 Kann man über sein Leben Bilanz ziehen?

8.0 Resümee

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Abbildungsverzeichnis

1.0 Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Suizid im speziellen Kontext des biologischen Alters.

Sich mit dem Tod und insbesondere mit dem Suizid auf eine erklärende, objektive und gar wissenschaftliche Art und Weise auseinanderzusetzen erschien mir vorerst ungewohnt. Der Tod wird in unserem Kulturkreis wahrscheinlich primär traurig, schmerzvoll und leidend wahrgenommen, vielleicht auch gerade deswegen weil man sich in seinem Leben eventuell nicht bewusst mit der Thematik auseinandersetzt. Konfrontiert mit dem Tod wird man vermutlich am ehesten wenn ein Mensch aus dem eigenen Umfeld stirbt, obwohl uns täglich Nachrichten von tödlichen Unfällen, Massakern oder Ähnlichem erreichen - vielleicht macht man sich zu diesen Zeitpunkten Gedanken über die eigene Sterblichkeit oder man schiebt es weg - weil es ja „Andere“ betrifft. Je älter man wird, umso wahrscheinlicher wird es zu sterben und vermutlich gewinnt der Gedanke über sein eigenes Ableben mehr an Präsenz, oder man „entschließt“ sich vielleicht sogar es selbst zu bestimmen - sich zu suizidieren. Wobei die Frage, ob man sich objektiv für eine Suizidierung entscheiden kann, unter anderem im Fokus dieser Arbeit stehen wird.

Nun stellt sich die Frage warum Menschen im Allgemeinen und speziell im Alter sich dazu entschließen sich zu suizidieren und ob man in diesem Kontext von der eigenen, selbstbestimmten und ungezwungenen Meinung sprechen kann.

Diese Arbeit wird Fakten in Form von Zahlen über dieses Phänomen präsentieren und sich weiter mit möglichen Gründen für den Suizid beschäftigen.

Aus dem Grund der besseren Lesbarkeit wird die Arbeit unter Verwendung der männlichen Form verfasst, jedoch beziehen sich die Aussagen auf beide Geschlechter. Zudem wurden Zitate der neuen Rechtschreibung angepasst. Wo Unterschiede im Sinn vorliegen würden, wurden die Zitate allerdings in der alten Schreibung belassen."

2.0 Suizid

Setzt man sich mit dem Thema Suizid auseinander, macht es Sinn sich zuerst mit der Begrifflichkeit zu beschäftigen, da bereits hier moralische Werthaltungen ersichtlich werden. Der Suizid von jungen Menschen wird medial oft in seiner ganzen, ihm zustehenden, Erschütterung medial transportiert. Die Suizidierung eines alten Menschen findet oft nicht diese Beachtung. Der Psychiater Martin Teising spricht sogar von einem „wohlwollenden Verständnis, das alte Selbstmörder in der Öffentlichkeit finden“[1] .

Das Wort Suizid setzt sich aus dem lateinischen „sui - seiner, gegen sich; -zid “[2] zusammen.

Weiters wir der Suizid als Freitod, Selbstmord und absichtliche Selbsttötung als Reaktion auf eine Lebenskrise und als Ausdruck von Autoaggression häufig durch psychischen Störungen definiert.[3]

Umgangssprachlich spricht man oft vom Selbstmord - ein Begriff der ein negative Bewertung aufweist, da der Begriff Mord meint: „Im vollen Bewusstsein des eigenen Tuns einen anderen Menschen absichtlich und gegen dessen Willen zu töten.“[4]

Nun ist der Begriff des Selbstmordes in einer fachlichen Diskussion abzulehnen und wird durch den relativ wertneutralen Begriff Suizid ersetzt, auch in dieser Arbeit wird die Begrifflichkeit des Suizids zu tragen kommen. Grundlage für diese Bewertung ist „neben dem Umstand, dass er nicht unmittelbar in die Grundrechte anderer Personen eingreift, auch die fundamentale Erkenntnis der medizinischen und psychologischen Suizidforschung, dass derartige Verhaltensweisen zwar den Betroffenen bewusste und von ihnen intendierte Handlungen zum Zweck der Beendigung des eigenen Lebens darstellen, dass diese aber in den allermeisten, wenn nicht in allen Fällen, keineswegs durch ,freie Willensentscheidungen‘ zustande kommen.“[5]

Ein Suizid stellt also das Ende des eigenen Lebens durch die eigene Hand dar, meist, wenn nicht sogar immer geht dieser Entscheidung eine schwere Krise voran. „Wir sprechen von einer ,Tötungskrise‘ wie von einer ,suizidalen Krise‘“[6]

3.0 Suizid in Zahlen

In Österreich lag die Lebenserwartung von Frauen bei 82,7 Jahren und bei Männern 77,1 Jahren.[7] Als häufigste Todesursache gilt derzeit in Österreich Herz-Kreislauferkrankungen, 2007 starben insgesamt 32.864 ( 44 %) Männer und Frauen an solchen Erkrankungen. An nicht natürlichen Todesursachen verstarben im Jahr 2007, 4.213 (5,6 %) Personen.[8] Im Jahr 2010 verstarben 1.261 Personen auf Grund eines Suizides und „erreicht im Jahr 2010 einen Tiefstand“.[9] Im Vergleich begangen 2010 mehr Männer, nämlich 968, als Frauen, 293 Suizid. Das Phänomen, dass mehr Männer als Frauen sich suizidieren ist ein anhaltendes.[10]

Das Bundesland mit der höchsten Suizidrate ist die Steiermark, Wien liegt an letzter Stelle.[11]

„So gilt (...) von 1995 - 2004, dass die Steiermark die höchste ,rohe‘ Suizidrate unter allen österreichischen Bundesländern aufweist und mit (gerundeten) 24 Suiziden pro Jahr und 100.000 Einwohnern eine etwa 20% erhöhte Suizidmortalität gegenüber Österreich insgesamt (ca. 20 Suizide je Jahr/100.000 Einwohner). Stellt man die steirische Suizidrate aber nicht mit dem gesamtösterreichischen Durchschnittswert gegenüber, sondern ermittelt den Unterschied gegenüber dem Durchschnitt der Suizidrate aller anderen Bundesländer - das Maß des relativen Risikos - so zeigt sich gar eine Erhöhung um 25 %.“[12]

Als Methode des Suizids steht bei Frauen und Männern der Erhängen an erster Stelle, 35% der Frauen und 50 % der Männer sterben durch diese Handlung. Die zweithäufigste Methode bei Frauen ist das Vergiften und bei Männern das Erschießen.[13]

[...]


[1] Teising, 1992, S. 7.

[2] vgl. Pschyrembel, 2007, S. 1859

[3] ebenda

[4] Watzka, 2008, S. 23.

[5] ebenda

[6] Rasch, 1964/ De Boor, 1982, zitiert nach: Dörner u.a., 2007, S. 316.

[7] vgl. Statistik Austria, Online unter URL: http://www.statistik.at/web_de/dynamic/statistiken/gesundheit/024255 [Zugriff am: 01.08.2012]

[8] vgl.Statistik Austria, Online unter URL: http://www.statistik.at/web_de/dynamic/statistiken/gesundheit/todesursachen/031448 [Zugriff am: 01.08.2012]

[9] Kapusta, 2010, S. 4.

[10] vgl. ebenda

[11] vgl. Institut Suizidprävention, Online unter URL: http://www.hilfe-in-der-krise.at/index.php/fakten-in-oesterreich.html [Zugriff am: 01.08.2012]

vgl. Kapusta, 2010, S. 7.

vgl. Der Standard, Online unter URL: http://derstandard.at/1303291041936/Oesterreich-Statistik-Doppelt-so-viele-Suizide-wie-Verkehrstote [Zugriff am: 01.08.2012]

[12] Watzka, 2008, S. 106.

[13] Kapusta, 2010, S.11.

Details

Seiten
16
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656286998
ISBN (Buch)
9783656288107
Dateigröße
537 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v202456
Institution / Hochschule
Donau-Universität Krems - Universität für Weiterbildung
Note
1
Schlagworte
Alter Suizid Selbstmord Österreich

Autor

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