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Gentrification in Paris - Ein Vergleich der Stadtteile Marais und Belleville

Hausarbeit (Hauptseminar) 2011 37 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

TEIL A: Theoretische Grundlagen von Gentrification..5
1. Definition
2. Das Invasions-Sukzessions-Modell
2.1 Die Beteiligten an der Gentrification
2.2 Der Verlauf der Gentrification
2.3 Kritik
3. Erklärungsansätze

TEIL B: Gentrification am praktischen Beispiel der Wohngegenden Maris und Belleville
1. Marais
1.1. Geographische Einordnung
1.2 Die Entwicklung von Marais bis ins 18. Jahrhundert
1.3 Marais als Slum
1.4 Das neue Marais - Die Gentrifizierung des Viertels
1.5 Marais heute - Reflexion der eigenen Viertelbegehung
2. Belleville
2.1 Geographische Einordnung
2.2 Geschichte
2.3 Belleville heute - Reflexion einer Viertelbegehung
2.4 Gentrifizierung in Belleville
2.4.1 Akteure der Gentrifizierung in Belleville
2.4.2 Städtebauliche Aspekte
3. Der Vergleich von Marais und Belleville - Ein Fazit

Anhang
Anhang 1: Die Arrondissements und Quartiere von Paris
Anhang 2: Karte von Marais
Anhang 3: Karte von Belleville
Anhang 4: Gesichtete und geplante Stadterneuerungsmaßnahmen im Umfeld von Belleville

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Einleitung

Die Gentrification als Prozess der Aufwertung innenstadtnaher Wohnviertel zählt sicherlich zu den populärsten städtebaulichen Phänomenen, die in den letzten Jahrzehnten untersucht wurden. In Paris ist er in zahlreichen Vierteln nachzuweisen. Anspruch dieser Arbeit soll es sein, eine Wohngegend, die im Hinblick auf die Gentrifizierung bereits ausführlich empirisch untersucht wurden ist, einem noch ursprünglichen Viertel gegenüberzustellen. Aus diesem Grund wurden Marais und Belleville zur genaueren Untersuchung ausgewählt.

Um eine solche Analyse jedoch ausführlich durchzuführen, wird den konkreten Beispielen ein allgemeiner theoretischer Teil vorangestellt, der die Grundlage dieser Arbeit bilden soll. Beschränkt wurde sich hierbei auf die wichtigsten Gesichtspunkte der Gentrification in Form einer Definition, dem Ablauf, den Beteiligten und den möglichen Erklärungsansätzen. Diese sollen im zweiten Teil der Arbeit wieder aufgegriffen werden und in die empirischen Untersuchungen über die Viertel integriert werden, um anschließend durch die Reflexion der eigenen Exkursion in Paris vervollständigt zu werden.

Bei dieser Art des wissenschaftlichen Arbeitens soll der soziale Aspekt jedoch nicht aus den Augen verloren werden, indem wiederholt auf die Situation der beteiligten Personen eingegangen wird.

Teil A Theoretische Grundlagen von Gentrification

1. Definition

Seit etwa 40 Jahren spielt der Begriff Gentrification, der sich von dem englischen Wort „gentry“ ableitet und „vornehme Bürgerschaft“ bedeutet, eine herausragende Rolle in der Stadtforschung, wodurch er eine vielfache Anwendung in der Wissenschaft erfährt. Bevor nun auch in der hier vorliegenden Arbeit dieser städtebauliche Prozess genauer untersucht wird, soll sich zunächst eine Definition verständigt werden, die als Grundlage dienen soll. Ausgewählt wurde hierfür der Vorschlag von JOHNSTON (1994. S. 216), der im „Dictionary of Human Geography“ veröffentlicht wurde.

„Gentrification ist ein stadtteilbezogener Aufwertungsprozess, der auf der Verdrängung unterer Einkommensgruppen durch den Zuzug wohlhabenderer Schichten basiert und zu Qualitätsverbesserungen im Gebäudebestand führt.“

FRIEDRICHS (2000. S. 59) hat diese Begriffsklärung noch einmal zusammengefasst, indem er von Gentrification als „Aufwertung eines Wohngebietes in sozialer und physischer Hinsicht“ sprach.

Deutlich wird hier, dass bei beiden Definitionen sowohl auf den soziologischen Aspekt, als auch auf die eigentliche Bausubstanz eingegangen wird, die somit im Zentrum der Gentrification-Theorie stehen.

Nach FRIEDRICHS (2000. S. 59) findet Gentrification in jenen Wohnvierteln statt, die folgende Merkmale in sich vereinbaren:

1. Nähe Zum Stadtzentrum
2. Entstehung um 1900
3. Attraktive Wohngebäude im mittlerweile schlechten Zustand
4. Niedrige Bodenpreise und niedrige Mieten
5. Statusniedrige Bewohner
6. Sanierunsgmaßnahmen sind gegebenenfalls bereits vorgesehen bzw. geplant

Untersucht wurde das Phänomen erstmals von Ruth Glass im Jahre 1964, die auch den Begriff in die Wissenschaft einführte, als sie die Modernisierung innenstadtnaher Wohnquartiere in London und die Veränderung der dort wohnenden Bevölkerungsschichten analysierte. In den 1970er Jahren wurde der von ihr beobachtete Prozess populär, als er auch in nordamerikanischen Großstädten nachgewiesen werden konnte (FRIEDRICHS, KECSKES 2002. S. 140).

2. Das Invasions-Sukzessions-Modell

Wie bereits im Kapitel 1.1 erwähnt wurde, setzt sich Gentrification aus dem Prozess der Modernisierung der Bausubstanz und der sozialen Aufwertung eines innerstädtischen Wohnviertels zusammen. Für letzteres existieren zahlreiche voneinander unabhängige Erklärungsansätze. Besonders bekannt ist das Invasions-Sukzessions-Modell, das nun näher erklärt werden soll. Die Theorie basiert auf systematisierten Beobachtungen in einzelnen Wohnvierteln (FRIEDRICHS 1996. S. 24).

2.1 Die Beteiligten an der Gentrification

Die Begriffe Invasion und Sukzession beziehen sich auf Bevölkerungsgruppen, die in ein Wohngebiet „eindringen“ und sich dort schließlich etablieren, während die ursprüngliche Bevölkerung weichen muss. Zunächst ist in den 1920er Jahren von lediglich 2 Gruppen ausgegangen wurden: den augenblicklichen und den eindringenden Bewohnern. Als sich dieser Ansatz für die Erklärung von Gentrification als unzureichend herausstellte, wurde er von Clay (1979. S. 57-59) um eine dritte Partei und somit um einen weiteren Zyklus erweitert. Im Folgenden werden die drei Akteure und deren sozialer Status näher beschrieben. Anschließend werden diese in den von Dangschat (1988. S. 281) erweiterten doppelten Invasions-Sukzessions-Zyklus eingeordnet und dessen Wirkung auf das Wohnviertel beschrieben.

Zunächst besteht dieursprüngliche Bevölkerungzumeist aus Armen, Ausländern, Alten und Arbeitern, sie zählen häufig zu den gesellschaftlichen Randgruppen. Diese sozial niedrigen Bevölkerungsschichten leben in dem Viertel, weil die Mieten günstig sind (FRIEDRICH 2000. S. 35).

Pioniere sind zumeist Studenten oder entstammen der Künstlerszene. Sie verfügen so über ein geringes Einkommen und haben keine großen Ansprüche an die Wohnung. Jedoch beanspruchen sie die Nähe zu kulturellen Einrichtungen in der Innenstadt und suchen die Multikulturalität. Sie sind kinderlos und wohnen als Pärchen oder Wohngemeinschaft. Somit bieten sich die in Kapitel 1.1 beschriebenen Wohngebiete für sie an.

Gentrifiersind älter als die Pioniere, verfügen über ein höheres Einkommen, da sie bereits berufstätig sind und haben gegebenenfalls Kinder. Da sie als Familie nach einem guten Wohngebiet suchen, dass sie längerfristig bewohnen wollen, sind sie weniger risikobereit als ihre „Vorreiter“. So ziehen sie erst in das Viertel, wenn sie sich sicher sind, dass es sich zu einem „guten Gebiet“ entwickelt und sich die Investition in die Wohnung lohnt (FRIEDRICHS 2000. S. 59f).

2.2 Der Verlauf der Gentrification

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Modell des Verlaufs der Gentrification. (nach: DANGSCHAT 1988. S. 281).

Der doppelte Invasions-Sukzessions-Zyklus sieht zunächst eineInvasionsphase I derPionierevor. Der Zuzug dieser Bevölkerungsgruppe geschieht aufgrund der eben beschriebenen Vorteile des Wohnviertels. Deren Eindringen hat jedoch noch keinen

Wegzug der ursprünglichen Bevölkerung zur Folge. Auch das Image des Viertels verändert sich noch nicht und so bleiben auch die Bodenpreise konstant.

In derInvasionsphase II der Pioniereziehen weitere Personen dieser Gruppe zu. Zeitgleich etablieren sich erste Läden, die speziell an deren Bedürfnissen ausgerichtet sind (Szenekneipen, Bioläden etc.). Modernisierungen und Grundstücksspekulationen beginnen. In der dritten und vierten Phase ziehen die erstenGentrifierein, die durch ein verstärktes mediales Interesse an dem Viertel auf die Umgebung aufmerksam wurden. Sie unterstützen so die Verdrängung der ursprünglichen Bewohner, die bereits in der zweiten Phase begonnen hat. Dies geschieht durch die zunehmende (Luxus)sanierung der ursprünglichen Bausubstanz und der daraus resultierenden Steigerung der Mieten, die sich nun lediglich die Besserverdienenden leisten können. So sehen sich auch die ersten Pioniere gezwungen, ihren Wohnraum zu verlassen. Um sich an die Bedürfnisse der neuen Bevölkerung anzupassen, werden Boutiquen und Antiquariate eröffnet. Der bisher verbreitete Einzelhandel verschwindet zunehmend (FRIEDRICH 2000. S. 35). Aus diesen Faktoren entwickelt sich ein großes Konfliktpotential, wobei die stärkste Ablehnung von den Pionieren ausgeht. Sie beklagen die verschwindende Multikulturalität, während ältere Bewohner die Aufwertung des Viertels vorwiegend positiv bewerten.

In derInvasionsphase III der Gentrifierziehen ausschließlich die risikoscheusten Gentrifier ein. Deren Kinderzahl sowie deren Einkommen sind größer als das ihrer Vorgänger. Somit können die Bodenpreise weiter steigen und es findet eine zunehmende Umwandlung von Miets- in Eigentumswohnungen statt. So müssen auch einige Pioniere ihr Wohngebiet verlassen, doch der größte Wegzug lässt sich bei der ursprünglichen Bevölkerung beobachten, die sich ein Leben dort nun kaum noch leisten kann (FRIEDRICHS 2000. S. 60). Zu betonen ist, dass die Gentrifizierung von den Pionieren nicht gewollt ist. Es wird vielmehr eine „von ihnen nicht beabsichtigte Aufwertung des Images des Gebietes eingeleitet; dieser als ‚Emergenz´ bezeichnete Effekt zieht weitere Gentrifier an (KECKSES 1996, S. 58).

2.3 Kritik

Obwohl dieses Modell in der Wissenschaft vielfach zitiert und modifiziert wird, birgt es doch zahlreiche Probleme in sich.

Komplikationen ergeben sich bereits in der Beschreibung der Akteure. Zunächst werden diese Bevölkerungsgruppen von den Forschern sehr unterschiedlich definiert. Weiterhin werden sie als feste Konstanten angesehen. Es bleibt unberücksichtigt, dass Pioniere theoretisch zu der Gruppe der Gentrifier wechseln, sobald sie ein Kind bekommen oder sich ihr Einkommen erhöht. Demnach würden in dem Modell die Zahl der Pioniere sinken und die Zahl der Gentrifier steigen ohne dass Zu- und Wegzüge stattgefunden haben (ALISCH 1996. S. 99).

Auch die Definition der Gentrification-Gebiete wird nicht ausführlich beschrieben. Wie am Anfang erwähnt wurde, fußt die Theorie auf Beobachtungen, die anschließend systematisiert wurden. Allerdings fanden diese lediglich in solchen Gebieten statt, in denen dieser städtebauliche und soziologische Prozess bereits vermutet wurde. Vergleichsgebiete, die den Ergebnissen gegenübergestellt werden könnten, fehlen. Abschließend soll noch auf ein weiteres Problem bezüglich der empirischen Wirklichkeit aufmerksam gemacht werden.

Untersuchungen, wie sie zum Beispiel von DANGSCHAT (1991. S. 63f) vorgenommen wurden, stellten einige Widersprüche zu der Invasions-Sukzessions-Theorie fest. So drangen zeitweise Pioniere und Gentrifier ein.

BLASIUS konnte in dem Modell ebenfalls „Fehler“ entdecken, indem er in Köln-Nippes erkannte, dass der Wegzug sowohl von der ursprünglichen Bevölkerung als auch von den Pionieren nicht so schnell vonstatten ging, wie in der Theorie angenommen wurde. Hierbei kann noch angemerkt werden, dass sich Auszüge aus dem Wohnviertel nicht prinzipiell als Verdrängung im Sinne von nicht mehr leistbaren Mieterhöhungen klassifizieren lassen. Nicht-Gentrification-bedingte Gründe werden nur selten erfasst und berücksichtigt, wodurch alle Wegzüge auf eine Gentrifizierung schließen lassen (FRIEDRICHS 2000. S: 63).

3. Erklärungsansätze

Das im vorherigen Kapitel ausgeführt Modell skizzierte zwar den Verlauf der Gentrifizierung, gab jedoch nicht explizit Hinweise auf die Gründe dieses städtebaulichen Prozesses. Allerdings wurde auf die ökonomische Entwicklung des Baubestandes und auf die Merkmale der Gentrifier eingegangen. Diese Aspekte sind unter anderem Ansatzpunkte verschiedener Theorien, die versuchen zu erklären, warum und wann überhaupt eine Gentrifizierung vonstattengeht.

Verorten kann man sie in dem allgemeinen Marktmodell. Dieses besteht aus der Angebotsund der Nachfrageseite, deren Zusammenspiel schließlich den Preis eines Guts bestimmen (WAGNER 2009).

Dass eine veränderte Nachfrage nach Wohnraum Ursprung der Gentrification sei, behauptete erstmals David Ley im Jahre 1980, der somit eine vor allem an den Haushalstypen ausgerichtete Erklärung lieferte (FRIEDRICHS 1996. S. 26). Demnach nimmt die Gruppe mit folgenden Merkmalen zu:

„überdurchschnittliches Einkommen, Singles, unverheiratete Zusammenlebende, kleine Familien. Es sind zugleich Haushalte, deren Arbeitsplatz in den meisten Fällen in der Innenstadt liegt und deren Lebensstil die räumliche Nähe zu der großstädtischen Infrastruktur […] erfordert. Es sind sehr wahrscheinlich Haushalte, in denen die Partner (mit oder ohne Kind) einen Lebensstil bewahren, den sie als Singles hatten.“ (FRIEDRICHS 2000. S. 64).

Ob diese Zunahme durch die Entstehung einer neuen Bevölkerungsgruppe oder das Wachstum (hervorgerufen zum Beispiel durch den Baby-Boom der 1960er Jahre) einer bereits bestehenden Gruppe entstanden ist, lässt sich kontrovers diskutiereren. Die Folge ist jedoch dieselbe: der innenstadtnahe Wohnraum wird zu einem begehrten Lebensort der Gentrifier, wodurch die im Kapitel 1.2.2 beschriebenen Folgen eintreffen würden.

Die so genannterent-gap-Theorievon Neil Smith (1979) und dievalue-gap-Theorievon Chris Hamnett und Bill Randolph sehen in der Veränderung des angebotenen Wohnraums den initiierenden Faktor. Bevor auf diese jedoch näher eingegangen wird, soll an dieser Stelle zunächst einige Qualitätsmerkmale aufgelistet werden, die für FALK (1994. S. 91) eine Voraussetzung für ein „gentrifizierbares Wohngebiet“ darstellten.

Interne Qualitätsmerkmale Externe Qualitätsmerkmale

- Die Wohnungen sind relativ groß,
- Die Wohnungen haben mindestens

2 Zimmer

- Die Wohnungen sind nicht sehr gut ausgestattet
- Die Wohnungen haben gute unveränderliche Qualitätsmerkmale
- Das Gebiet liegt zentrumsnah,
- Das Gebiet verfügt über eine attraktive natürliche Umgebung,
- Die Gebietsumgebung ist attraktiv bebaut,
- Das Gebiet wird nicht intensiv genutzt,
- - Im Gebiet existieren keine störenden Nutzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Interne und Externe Qualitätsmerkmale gentrifizierbarer Wohngebiete. (nach: FALK 1994. S. 91, zit. Nach BREUER & BRAUN 2010. S. 6).

Liegt die tatsächliche Bodenrente eines Grundstückes in einem solchen Gebiet unter der potentiell zu erzielenden, so spricht SMITH von einer „rent gap“. Ist eine solche Lücke groß genug, kann eine Gentrifizierung als Reinvestitionsprozess in dem innerstädtischen Grundstücksmarkt entstehen (HELBRECHT 1996. S. 7). Dieser ökonomische Erklärungsansatz weist aber insofern Schwächen auf, als dass die Bestimmung einer potentiellen Bodenrente kaum möglich ist. So hängt sie unter anderem von der Nutzung ab, die wiederum von den Renditegeboten der Nachfrager abhängig ist.

Empirische Studien konnten außerdem feststellen, dass Investitionen in den eigentlichen Baubestand bei dem Prozess entscheidend sind. Daraufhin entwickelten Hamnett und Randolph die Theorie der „value gap“, die sich im Gegensatz zur „rent gap“ nicht mehr auf das Grundstück, sondern auf das Wohnhaus bezieht. FRIEDRICHS (2000. S. 66) fasst deren These wie folgt zusammen:

„Ein ‚value gap‘ ist die Differenz zwischen dem Investitionswert eines Gebäudes in vermietetem Zustand im Vergleich zu dem Wert des Gebäudes in nicht mehr vermieteten Zustand. Der Wert im vermieteten Zustands wird als n-faches des Jahreszins aus der Vermietung berechnet, der unvermietete Wert ist der Preis, der bei einem Verkauf des Gebäudes erzielt werden kann.“

Wenn also die Nachfrage an Eigentumswohnungen ansteigen würde, so wäre eine Umwandlung (also eine Eigenschaft der Gentrification) profitabel. Dies trifft ebenfalls zu, wenn Mieterhöhungen (zum Beispiel durch restriktive Gesetze) nicht möglich sind (HELBRECHT 1996. S. 8). Jedoch kann auch hier wieder die Frage nach dem potentiellen Verkaufspreis gestellt werden, auf die wohl keine zufriedenstellende Antwort gegeben werden kann.

So kann zusammenfassend an dieser Stelle festgehalten werden, dass es zahlreiche Erklärungsansätze für die Gentrification gibt, die jedoch alle relativ losgelöst voneinander in der Wissenschaft erscheinen. Um diesen komplexen Prozess, der sich sowohl aus soziologischen und städtebaulichen Faktoren zusammensetzt zu erklären, müssten all jene Theorien in Verbindung stehen, was aber aufgrund der Vielschichtigkeit des Phänomens wohl nicht zu leisten ist.

[...]

Details

Seiten
37
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656285748
ISBN (Buch)
9783656287346
Dateigröße
1.9 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v202482
Institution / Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Note
2,0
Schlagworte
gentrification paris vergleich stadtteile marais belleville

Autor

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Titel: Gentrification in Paris - Ein Vergleich der Stadtteile Marais und Belleville