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Die Untersuchung Napoleons Russlandfeldzug 1812

Hausarbeit (Hauptseminar) 2010 20 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Neueste Geschichte, Europäische Einigung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Vorwort

2. Vorgeschichte

3. Gründe für Napoleons Russlandfeldzug

4. Der Beginn

5. Schlacht von Borodino

6. Das Scheitern des Russlandfeldzugs
6.1 Der Rückzug beginnt

7. Folgen des Russlandfeldzugs für Napoleons Imperium

8. Fazit

9. Literatur- und Quellenangaben

1. Vorwort:

In der europäischen Geschichte des 19. Jahrhunderts spielte Napoleon Bonaparte eine bedeutende Rolle. Napoleon Bonaparte gehört zu den wichtigsten historischen Persönlichkeiten Frankreichs. Das moderne Frankreich, so wie es heute existiert, besitzt immer noch Strukturen in den unterschiedlichsten Bereichen, die unter Napoleon entstanden sind. 1812 war das Jahr der Wende in Napoleons politischem und militärischem Schicksal. Entscheidend war Napoleons Feldzug nach Russland. Nachdem es mit Alexander I. zum Bruch über die Kontinentalsperre gekommen war, marschierte Napoleon mit seiner Grande Armée in Russland ein und führte sie bis vor die Tore Moskaus. Der Brand der Stadt wurde zum Fanal für den Niedergang des Feldherrn und Kaisers.

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Russlandfeldzug, den Napoleon im Jahre 1812 führte. Ich werde versuchen, die Gründe für Napoleons Russlandfeldzug, die Gründe für Napoleons Scheitern, die Folgen des Feldzugs für Napoleon und sein Imperium näher zu erklären. Außerdem werde ich die Schlacht von Borodino vorstellen.

2. Vorgeschichte:

Napoleon Bonaparte gilt bis heute als eines der größten militärischen Genies aller Zeiten. Er wurde am 15. August 1769 als Napoleone Buonaparte (korsisch Nabulione) in Ajaccio auf Korsika geboren[1] . Napoleon wurde mit 24 Jahren Brigadegeneral, wenig später wurde er Oberbefehlshaber im Italien- und Ägyptenfeldzug, somit errang er das Ansehen. Von 1799 bis 1804 ernannte er sich zum Ersten Konsul und auf eine Volksabstimmung gestützt machte er sich zum Konsul auf Lebenszeit. 1804 ernannte Napoleon sich zum ersten Kaiser der Franzosen, ab nun hieß er „Napoleon I.“ Von jetzt an stand Napoleon I. der Republik diktatorisch als Führungspersönlichkeit vor und als Kaiser der Franzosen Europa als militärische Bedrohung gegenüber.[2] Die Erbfeindschaft mit England veranlasste ihn zu Kriegen gegen die von England geführte Große Koalition, in denen er Österreich und Preußen niederwarf. Napoleon I. wollte England in die Knie zwingen, er ließ Portugal und Spanien besetzen und erlangte durch eine Kontinentalsperre sein Ziel. Das Scheitern des Russlandfeldzuges, die Niederlage in der Völkerschlacht von Leipzig (1813) und die Besetzung von Paris durch die Alliierten zwangen Napoleon zur Abdankung (1814) und zum Exil auf Elba. Im Jahre 1815 versuchte er in den berühmten 100 Tagen noch einmal die Herrschaft zurückzugewinnen, doch seine Truppen wurden in der Schlacht bei Waterloo endgültig geschlagen. Daraufhin wurde er auf die britische Insel St. Helena im Südatlantik verbannt, wo er 1821 starb.

Bekannte Reformen wie der Code Civil und seine Art der Ordnung der Verwaltung prägen die staatlichen Strukturen bis heute. Seine Bildungs-, Gesetzes- sowie Militärreformen haben eine bis heute andauernde Stellung in der französischen Gesellschaft.[3]

3. Gründe für Napoleons Russlandfeldzug:

Napoleons Ziel war die Einigung Europas unter französischen Vorzeichen, er wollte sein eigenes europäisches Imperium haben. Er strebte eine Zentralregierung, eine einheitliche Währung und ein festgeschriebenes bürgerliches Recht an. Im Sommer 1807 schlossen Frankreich, Russland und Preußen den Frieden von Tilsit und verpflichteten sich somit in einem Militärbündnis zum gemeinsamen Kampf gegen Großbritannien.[4] Napoleon wusste ganz genau, dass man England militärisch nicht besiegen konnte, man konnte England nur in die Knie zwingen, wenn man seinen Handel ruinierte, der auf den europäischen Kontinent als Hauptabsatzmarkt angewiesen war.[5] Aus Europa exportierte Großbritannien Textilien und Eisen sowie Rohmaterialien aus seinen Kolonien, wie Kaffee, Baumwolle und Zucker. Großbritannien führte Bauholz aus den baltischen Ländern und Weizen aus Frankreich ein.[6] Durch die Blockade aber, die Napoleon einrichtete, durfte ab jetzt kein Handel mehr zwischen England und dem europäischen Festland stattfinden. Alle britischen Waren, die schon in den Ländern deponiert waren, sollten vernichtet werden.[7] Russland aber, das industriell nicht sehr stark war, brauchte den Handel mit England, um von England im Austausch gegen seine Rohprodukte hochwertige Industriegüter und Konsumwaren zu beziehen.[8] England wiederum brauchte aber auch Russland, es bekam von dort Pech und Schiffsholz; ohne diese Materialien konnte England seine stärkste Waffe, seine Kriegs- und Handelsschiffe, nicht bauen und vergrößern. Vor allem Flachs und Hanf bezogen sie von dort.[9] Die Kontinentalsperre musste sich also negativ auf die russische und englische Wirtschaft auswirken. Dennoch erklärte sich Zar Alexander I. in Tilsit gegenüber Napoleon bereit, seinen britischen Verbündeten aufzugeben und Frankreich bei dessen Blockade zu unterstützen.[10] England reagierte sofort gegen die Blockade und setzte eine Gegenblockade gegen Frankreich und seine Verbündeten.

Anfänglich schien die Kontinentalsperre zu gelingen. England war wirtschaftlich in der Krise. 1808 fielen in England die Exporte um zwanzig Prozent, der Getreideimport erreichte nur noch ein Zwanzigstel der Vorjahresmenge.[11] Die armen Bevölkerungsschichten konnten wegen dem niedrigen Getreideimport die Brotpreise nicht mehr bezahlen, in ganz England herrschte nun eine Hungersnot. Die Zahl der Arbeitslosen nahm mit der Zeit zu. Als Abhilfe dehnte England seinen Handel mit Nord- und Südamerika aus; ab nun fanden außerdem die Waren aus England über die Türkei einen Weg nach Europa. Mit der Zeit entwickelte sich an den Häfen Helgoland und Saloniki sowie auf den Kanalinseln Warenschmuggel.[12] Der Warenschmuggel verärgerte die französischen Landwirte und Kaufleute, sie beschwerten sich bei Napoleon. Durch die Klagen sah sich Napoleon gezwungen, die Blockade ein bisschen zu lockern. Napoleon gestattete den Export von französischem Weizen nach England, was dort die Hungersnot ein bisschen linderte. England bezog um 1810 achtzig Prozent des Getreides vom europäischen Festland. Wegen der Blockade herrschte nun in ganz Europa eine Unruhe, es waren große Verluste zu sehen. Zu den meistbetroffenen Ländern gehörte Russland. Wie ich schon oben beschrieben habe, bezog Russland Textilien aus England . Flachs, Hanf und Holz wurden nach England exportiert. Da Zar Alexander I. die Blockade unterstützte, gingen seiner Regierung die Zolleinnahmen verloren, die Kaufleute hatten einen großen Verlust und der Adel, dem die meisten Wälder gehörten, ging eine der Hauptquellen seines Einkommens verloren.[13] Russland konnte nichts mehr exportieren und nichts mehr importieren. Zar Alexander I. musste etwas unternehmen und Abhilfe schaffen. Ende 1810 erließ Zar Alexander I. einen Ukas, der den Import von Luxuswaren auch aus Frankreich verbot. Gleichzeitig öffnete Russland seine Häfen für englische Schiffe und für andere Schiffe.[14] Russland brach aus dem Kontinentalsystem aus und verletzte Napoleons Pläne in Bezug auf England. Als Napoleon protestierte, antwortete Zar Alexander I. „Napoleon habe ja seine eigene Blockade gebrochen, indem er begrenzte französische Exporte nach England zugelassen und neutralen Schiffen die eigenen Häfen geöffnet habe.“[15] Von jetzt an verschlechterte sich die Beziehung zwischen Russland und Frankreich. Aber es gab noch andere Gründe, warum die Beziehung zwischen Russland und Frankreich sich verschlechterte; Napoleons zweite Heirat. Napoleon versprach Zar Alexander I., das Bündnis von Tilsit zu festigen, indem er erklärte, sich von Josephine, die ihm kein Kind geboren hatte, scheiden zu lassen und eine der beiden Schwestern des Zaren zu heiraten, entweder die zwanzigjährige Katharina oder die noch nicht fünfzehnjährige Anna.[16] Katharina aber, die Zwanzigjährige, heiratete 1809 den Prinzen Georg von Oldenburg. Anna, die Napoleon als Alternative vorgeschlagen hatte, war noch nicht mal fünfzehn Jahre alt. Zar Alexander I. und Annas Mutter lehnte diesen Plan sofort ab, da Anna noch sehr jung war und die Ehe aus religiösen Gründen nicht stattfinden konnte.[17] Da es aber zur damaligen Zeit nicht unüblich war, Fünfzehnjährige zu verheiraten, sah Napoleon das als Zurückweisung an. Tatsächlich mochte die Frau des Zaren Napoleon nicht, sie sah Tilsit als einen Teufelspakt und wollte keine ihrer Töchter mit Napoleon verheiraten.[18] Napoleon war nun auf der Suche nach einer anderen Braut, er fühlte sich nicht sicher ohne einen Erben. Seine Suche führte ihn zu Marie-Louise von Österreich.[19] Marie-Louise war die Tochter des österreichischen Kaisers, sie war erst neunzehn. Anfang März 1810 heirateten die beiden, ein Jahr später, am 20. März 1811 gebar Marie-Louise Napoleon einen Sohn.[20] Durch die Ehe mit Marie-Louise kam es zwischen Russland und Frankreich zur allmählichen Distanzierung. Der Bruch der Kontinentalsperre, der Ukas von 1810, das alles waren Gründe, dass Napoleon glaubte, dass Zar Alexander I. zum Krieg gegen Frankreich entschlossen war. Im Jahr 1811 begannen Frankreich und Russland mit den Vorbereitungen für einen Krieg.

[...]


[1] Vgl. ULLRICH VOLKER: Napoleon, S.35.

[2] Vgl. MAZOHL-WALLNIG BRIGITTE: Zeitenwende 1806, S.251.

[3] Vgl. DTV-Atlas zur Weltgeschichte, Karten und chronologischer Abriss, Band 2, Von der Französischen Revolution bis zur Gegenwart, hg. Von Hermann Kinder und Werner Hilgemann, München 1980, S. 23ff.

[4] Vgl. KLESSMANN ECKART: Napoleons Russlandfeldzug, S.15.

[5] Vgl. ebd. S.15.

[6] Vgl. NICOLSAN NIGEL: Napoleon in Russland, S. 26.

[7] Vgl. BURKHARDT FRIEDEMANN: Christoph Gottlob Müller, S.123.

[8] Vgl. KLESSMANN ECKART: Napoleons Russlandfeldzug, S.15.

[9] Vgl. ebd. S.15.

[10] Vgl. NICOLSAN NIGEL: Napoleon in Russland, S.26.

[11] Vgl. ebd. S.27.

[12] Vgl. ebd. S.27.

[13] Vgl. ebd. S.28.

[14] Vgl. KLESSMANN ECKART: Napoleons Russlandfeldzug, S.17.

[15] Vgl. NICOLSAN NIGEL: Napoleon in Russland, S.28.

[16] Vgl. KLESSMANN ECKART: Napoleons Russlandfeldzug, S.16f.

[17] Vgl. NICOLSAN NIGEL: Napoleon in Russland, S.29.

[18] Vgl. ebd. S.29

[19] Vgl. KLESSMANN ECKART: Napoleons Russlandfeldzug, S.17.

[20] Vgl. NICOLSAN NIGEL: Napoleon in Russland, S.30.

Details

Seiten
20
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656289784
ISBN (Buch)
9783656290483
Dateigröße
490 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v202546
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen – Uni Essen
Note
3.0
Schlagworte
Napoleon Napoleon Russlandfeldzug 1812

Autor

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Titel: Die Untersuchung Napoleons Russlandfeldzug 1812