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Die fabelhafte Welt der Massenmedien

Ein kritischer Blick auf Vergangenheit & Gegenwart

Hausarbeit 2011 10 Seiten

Medien / Kommunikation - Massenmedien allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Von der wort- zur bildbestimmten Kultur
2.1 Die Lincoln-Douglas Debatten
2.2 Die Aufhebung des Raumes und ihre Folgen

3. Die deutsche Medienlandschaft

4. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Gegenstand dieser Arbeit ist ein kritischer Blick auf die Entwicklung der Massenmedien, wie wir sie heute kennen und wie wir mit ihnen umgehen. Des Weiteren spielt auch die Veränderung der Kultur durch die Medien eine gewichtige Rolle. Beginnend in der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Jahr 2011. Im 2. Kapitel findet ein kurzer Rückblick auf das 19. Jahrhundert statt, unter dem Aspekt, wie sich die Kultur in Amerika von einer wort- zu einer bildbestimmten gewandelt hat. Im 3. Kapitel folgt ein Blick auf die deutsche Medienlandschaft und deren Berichterstattung. Im 4. und letzten Kapitel wird ein kurzer Ausblick auf den weiteren Verlauf der Entwicklung der Massenmedien gegeben.

2. Von der wort- zur bildbestimmten Kultur

Überall, wo Sprache – und insbesondere eine von der Strenge des Buchdrucks kontrollierte Sprache – das vorrangige Kommunikationsmedium bildet, ist ein Gedanke, eine Tatsache, eine Behauptung das unvermeidliche Ergebnis. Der Gedanke mag banal, die Tatsache belanglos, die Behauptung falsch sein, aber wenn die Sprache das Denken lenkt, werden Sinn und Bedeutung unausweichlich.[1] Diese Äußerung von Neil Postman, aus dem Jahr 1989, ist in der heutigen Zeit wahrscheinlich noch zutreffender als damals. In unserer momentanen Kommunikationswelt ist der durchschnittliche Konsument von Medien jemand, der sich lieber vor den Fernseher oder das Internet setzt und sich von vermeintlicher Oberflächlichkeit begeistern lässt, jemand, der in sich geht und über bestimmte Themen nachdenkt oder sich dazu belist.[2]

2.1 Die Lincoln-Douglas Debatten

Mitte des 19. Jahrhunderts war es keine Seltenheit, dass politische Debatten über mehrere Stunden verliefen. Besonders sind hierbei die Debatten zwischen den beiden berühmten Politikern Abraham Lincoln und Stephen A. Douglas zu nennen. Als diese zum Beispielam 16. Oktober 1854 in Peoria, Illinois, gegeneinander antraten, hielt Stephan A. Douglas eine Rede über drei Stunden. Danach folgte eine Rede von Lincoln, die ebenso viel Zeit benötigte. Daraufhin wurde noch einmal Douglas die Möglichkeit geboten, Lincolns Rede zu kommentieren. Insgesamt war es letztendlich eine 7-stündige Debatte. Den Zuhörern wurde von Lincoln eine Pause angeboten, in der sie Nachhause gehen und eine Mahlzeit zu sich zu nehmen konnten. Danach würde er mit seinen Ausführungen fortfahren. Die Zuhörer nahmen das Angebot freundlich an.[3]

Lincoln und Douglas waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal Kandidaten für den Senat der Vereinigten Staaten und hatten trotzdem eine recht große Zuhörerschaft. Die Menschen, die zu solchen Anlässen gingen, sahen es als einen Teil ihrer politischen Bildung an.[4] Zu beachten ist, dass diese Reden keine einfache Satzform, wie wir Sie von heutigen Politikern kennen, aufwiesen, sondern wesentlich verstrickter waren, wie es der folgende Ausschnitt belegt: “Es wird Ihnen gewiß einleuchten, daß ich in einer halben Stunde nicht auf all das einzugehen vermag, was ein so tüchtiger Mann wie Richter Douglas in eineinhalb Stunden sagen kann; wenn er also etwas gesagt hat, worüber Sie auch von mir etwas hören möchten, worüber ich mich aber nicht weiter auslasse, so werden Sie, wie ich hoffe, daran denken, daß es hieße, etwas Unmögliches von mir zu verlangen, wenn ich hier auf alle seine Anschauungen eingehen sollte.[5]

In der heutigen Zeit ist es beinahe absurd von einem Publikum zu denken, es könne einem siebenstündigen Wortgefecht zweier Politiker beiwohnen und diesem auch noch aufmerksam folgen, geschweige denn, solch kompliziert gestrickte Sätze direkt verstehen. Allerdings ist dieses gute Verständnis dadurch bedingt, dass es zur damaligen Zeit eine wesentlich größere Literaturgesellschaft gab, in der dem Lesen eine große Bedeutung beigemessen wurde. Man kann sogar von einer Kultur des gedruckten Wortes sprechen.[6] Die Menschen saßen direkt an der Quelle und bildeten sich ihre eigene Meinung zu dem gesagten, ohne durch die Interpretationen dritter irritiert oder beeinflusst zu werden.

Allerdings waren auch sie keine „intellektuellen Übermenschen“ — der Rahmen, in dem sich diese Reden präsentierten, glich eher einem Rummel mit Händlern, Musik und Alkohol, — dennoch waren die Zuhörer auf die anspruchsvollen Reden vorbereitet, da sie ansonsten zu dem Gesagten keinen Bezug hätten aufbauen können und somit auch das Interesse an solchen Veranstaltungen nicht so stark gewesen wäre.[7] Hinzu muss man wissen, dass der Akt des Lesens eine Monopolstellung besaß, da es, außer durch die mündliche Überlieferung, keine weitere Möglichkeit gab, sich öffentliches Wissen anzueignen.[8]

[...]


[1] Sparks, S. 87.

[2] Vgl. Meyn, S.230.

[3] Vgl. Sparks, S. 4.

[4] Vgl. Postman, S. 61.

[5] Ebd. S. 62.

[6] Vgl. Ebd. S. 65, 66.

[7] Vgl. Ebd. S. 64

[8] Vgl. Postman, S. 79.

Details

Seiten
10
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656291008
ISBN (Buch)
9783656291558
Dateigröße
472 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v202735
Institution / Hochschule
Bauhaus-Universität Weimar – Institut für Gestaltung
Note
1,5
Schlagworte
Massenmedien Internet Kommunikation Telefon Telegraphie Lincoln Douglas Lincoln-Douglas Debatte Entwicklung Medienlandschaft Zeitung

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Titel: Die fabelhafte Welt der Massenmedien